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Highspeed-Internet Das sind die neuen 5G-Tarife

Der Ausbau von 5G-Stationen startet allmählich. Die ersten Telekommunikationsanbieter präsentieren auch bereits Tarife. Quelle: imago images

Wochenlang haben sich die Mobilfunkanbieter um die 5G-Frequenzen eine Bieterschlacht geliefert. Vodafone-Kunden können nun als Erste auf das Highspeed-Internet zugreifen. Doch die anderen Anbieter ziehen nach.

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Wochenlang haben die Mobilfunkunternehmen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch, eine Tochter von United Internet, Angebot nach Angebot für die 5G-Frequenzen vorgelegt. Am Ende der Versteigung Mitte Juni hatten die Mobilfunkunternehmen zusammen ein Höchstgebot über 6,5 Milliarden Euro abgegeben.

Seit heute können nun Vodafone-Kunden an den ersten Standorten auf den Echtzeitmobilfunk zugreifen. Doch auch bei der Deutschen Telekom, Telefónica und 1&1 Drillisch deuten sich die nächsten Schritte an.

Vodafone startet als erstes mit 5G

Bei Vodafone müssen die Kunden keinen neuen Vertrag abschließen, um 5G nutzen zu können. Es reicht, wenn sie per Vodafone-App eine 5G-Option dazu buchen. Diese liegt bei fünf Euro im Monat. Der Haken dabei: Das Datenvolumen des jeweiligen Tarifs bleibt unverändert. Beim Streamen im 5G-Netz kann ein Datenvolumen von acht Gigabyte schnell aufgebraucht sein. Nur in den teuersten Tarifen ist 5G ab sofort inklusive – bei unbegrenzter Datennutzung. Doch immerhin können die Kunden die Speed-Option jederzeit wieder kündigen.

Um im Highspeed-Internet surfen zu können, brauchen Kunden allerdings auch ein passendes Handy, denn nicht alle können 5G nutzen. Vodafone bietet derzeit zwei Modelle: das Huawei Mate 20 X 5G sowie das Samsung Galaxy S10 5G. Beide kosten im Tarif „Red XL“ jeweils 30 Euro monatlich, wobei der Einmalpreis beim Huawei Smartphone bei einem Euro und beim Samsung Smartphone bei 179,90 Euro liegt.

Alternativ gibt es auch einen 5G-fähigen Router für zu Hause. Der kostet einmalig 349,90 Euro sowie 2,99 Euro monatlich. Der günstigste Tarif für den Router liegt bei monatlich 24,99 Euro, das größere Datenpaket über 250 Gigabyte bei monatlich 44,99 Euro.

Allerdings wird es erst einmal nur wenige Orte geben, an denen 5G verfügbar ist. 25 Stationen an 20 Standorten hat Vodafone bisher aktiviert, unter anderem in Großstädten wie Berlin, Dresden und Düsseldorf.

Telekom bietet Tarif, aber noch kein 5G

Die Deutsche Telekom hatte bereits Anfang Juli ihre ersten 5G-Tarife präsentiert. Jedoch müssen die Kunden erst einmal weiterhin mit LTE vorliebnehmen. Der Telekommunikationskonzern hat nämlich noch keine Antennenstandorte aktiviert. Der Grund: Die Deutsche Telekom wartet noch auf die Zuteilung der versteigerten Frequenzen durch die Bundesnetzagentur. Erst dann können die Kunden mit den neuen Tarifen im Highspeed-Internet surfen, 5G soll dann automatisch freigeschaltet werden. Geplant ist, in Berlin und Bonn zu starten und dann in Darmstadt, Hamburg, Leipzig und München 5G-Stationen auszubauen.

Die ersten Tarife richten sich momentan daher laut Aussage der Deutsche Telekom an sogenannte Early Adopter, also Kunden, die von Anfang an bei der Technologie dabei sein wollen. Es handele sich um eine kleine, sehr spitze Zielgruppe, wie es auf Anfrage bei der Telekom heißt. Das spiegele sich auch in der aktuellen Nachfrage wider, so ein Sprecher.

Momentan können Kunden einen Mobilfunktarif oder einen Tarif für den Router HTC 5G Hub abschließen. Der Mobilfunktarif Magenta Mobil XL Special kostet monatlich 84,95 Euro. Hinzu kommen allerdings noch einmalige Bereitstellungskosten über 39,95 Euro. Immerhin ist das Datenvolumen unbegrenzt, allerdings kostet der Tarif im Vergleich zu „Red XL“ von Vodafone immer noch fünf Euro mehr. Hinzu kommt eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren.

Als 5G-fähige Endgeräte hat die Telekom genauso wie Vodafone das Samsung Galaxy S10 5G sowie das Huawei Mate 20 X 5G im Programm. Ersteres kostet im Mobilfunktarif momentan im Angebot 799,95 Euro.

Telefónica: „Kein marketinggetriebenes Schaulaufen“

Das Telekommunikationsunternehmen Telefónica (mit der Mobilfunkmarke O2) bereitet momentan noch nach eigener Aussage den 5G-Start vor. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche heißt es in einem Statement: „Wir wollen schnellstmöglich starten, den Kunden aber gleichzeitig ein ausgereiftes Produkt anbieten und nicht im Livebetrieb quasi am Kunden testen.“ Außerdem stehe bei ihnen „bei 5G kein marketinggetriebenes Schaulaufen im Vordergrund, sondern der tatsächliche Nutzen für Verbraucher und Industrie“.

Dafür müssen aber nach Ansicht von Telefónica zunächst Endgeräte zu einem vernünftigen Preis sowie die Systemtechnik massenhaft verfügbar sein. Das sei aber abseits von Einzelprojekten und begrenzten Hotspots nicht vor 2020 der Fall, daher wird das Unternehmen Kunden erst zu gegebener Zeit Angebote zu 5G machen. Mit der Industrie arbeitet Telefónica aber bereits zusammen. Für Mercedes-Benz errichtet das Unternehmen momentan ein 5G-Mobilfunknetz für die Automobilproduktion.

United Internet braucht noch Zeit

United Internet aus Montabaur ist der einzige der Mobilfunkunternehmen mit ersteigerten 5G-Frequenzen, der noch kein eigenes Mobilfunknetz besitzt und sich ein solches erst noch aufbauen muss. Aus diesem Grund kann der Konzern laut Aussage eines Sprechers momentan noch keine Angaben zu möglichen Tarifen machen.

In einem ersten Schritt plane United Internet mit Netzbetreibern über eine mögliche National Roaming Vereinbarung zu sprechen, so der Sprecher weiter. Das Unternehmen hofft also darauf, dass es die Netze der etablierten Anbieter nutzen darf. So hätten Kunden des Unternehmens auch während des Netzaufbaus Empfang.

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