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Audi-JahreszahlenAudi glänzt im Konzern, aber verliert gegen die Konkurrenz

Auch in Zeiten der Dieselkrise bleibt Audi der große Gewinngarant im VW-Konzern. Doch trotz der guten Zahlen rumort es: Gegen BMW und Mercedes fällt Audi zurück – und Audi-Chef Stadler kommt nicht aus den Schlagzeilen.Sebastian Schaal 14.03.2017 - 17:30 Uhr

Verbessern, aber nicht verwässern, lautete die Devise für die zweite Generation des Audi Q5. Der Vorgänger hat in gut acht Jahren nicht nur rund 1,6 Millionen Kunden für sich gewinnen, sondern auch seine direkten Mitbewerber Mercedes GLK (jetzt GLC) und BMW X3 weit hinter sich lassen können. Dass die Ingolstädter an einem derart erfolgreichen Modell vor allem optisch nur behutsam Hand anlegen, ist verständlich. Dass sie dabei die Kritik an der ersten Generation ernst genommen haben, umso erfreulicher. Die lautete einhellig: Viel zu straff. Erst recht, als mit der Zeit Porsche Macan und Co. gezeigt haben, dass Sportlichkeit auch mit mehr Komfort einhergehen kann. Mit deutlich fluffigerem Unterbau rollt der Neue im Frühjahr 2017 für mindestens 45.100 Euro zum Händler.

Foto: Audi

Schon das Basis-Fahrwerk des auf nicht kleiner als 17 Zoll großen Rädern stehenden Q5 haben die Ingolstädter komfortabler abgestimmt. Wer nur ein paar Einstellmöglichkeiten möchte, kann die adaptiven Dämpfer hinzubestellen, am geschmeidigsten aber rollt das 4,67-Meter-SUV mit der neuen Luftfederung. Die kostet zwar knapp 2.000 Euro extra, lässt den Audi aber förmlich über die Straße schweben. Und zwar egal, ob auf glattem Asphalt, maroden Straßen oder holprigen Offroad-Strecken. Praktisch: Mit der Luftfederung geht auch die Niveauregulierung einher.

Foto: Audi

Selbst in der sportlichsten Einstellung werden die für Luftfederungen oftmals schwer verdaulichen Querfugen gut weggefiltert. Und im Komfortmodus empfiehlt sich der Audi mehr denn je als Reisebegleiter; nicht zuletzt auch, weil die Akustiker das Geräuschniveau auf A8-Niveau senken konnten. Das agile und flinke Handling, das sich der alte Q5 durch die übertriebene Härte erkauft hat, haben die Ingenieure dagegen bewahrt. Und dank umfangreicher Diätmaßnahmen hat der gut 1,8 Tonnen schwere Q5 nun bis zu 90 Kilogramm weniger auf den Rippen, was der Dynamik zusätzlich in die Hände spielt. Einzig die Lenkung könnte aus der Mittellage gleich etwas knackiger zupacken. 
 

Foto: Audi

Nach der Premiere im A4 Allroad bekommt nun auch der Q5 den neuen Quattro-Antrieb mit Ultra-Technik. Heißt: Die Hinterachse der schwächeren Motoren wird nur mit Kraft versorgt, wenn es nötig ist. Und das ist erstaunlich selten der Fall. Selbst abseits der Straße auf Sand und Schotter werden oft nur die Vorderräder angetrieben. Der Clou: Das System schaut in die Zukunft und berechnet aus einer Vielzahl von Fahrdaten voraus, ob in circa einer halben Sekunde die 4WD-Technik von Nöten ist. Falls die Antwort kein klares Nein ist, wird Drehmoment nach hinten geschickt. Da das nur gut 0,2 Sekunden dauert, ist die Kraft auf jeden Fall schneller da, als ein etwaiger Traktionsverlust. Der nämlich, so das oberste Gebot der Ingenieure, darf zu keinem Zeitpunkt auftreten.

Foto: Audi

Wie es sein soll, merkt der Fahrer von all dem nichts. Höchstens an der Zapfsäule: Durch die bedarfsgerechte Steuerung konnte der Allrad-Mehrverbrauch von 0,5 auf nur noch 0,2 Liter gegenüber dem reinen Frontantrieb gesenkt werden. Ab Werk fährt allerdings ohnehin nur der noch nicht eingepreiste Einstiegsdiesel 2.0 TDI mit 110 kW/150 PS mit Frontantrieb vor. Die Ausbaustufen mit 120 kW/163 PS (ab 45.100 Euro) und 140 kW/190 PS (ab 46.400 Euro) haben den Ultra-Allrad ebenso serienmäßig an Bord, wie der zunächst einzig verfügbare Benziner 2.0 TFSI (185 kW/252 PS, ab 49.900 Euro). Der laufruhige Otto-Vierzylinder stellt seine 370 Newtonmeter Drehmoment dank Turbo schon bei 1.600 Umdrehungen parat, serienmäßig wir die Kraft von einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verwaltet, das in Sachen Komfort der Wandlerautomatik in nichts mehr nachsteht.
 

Foto: Audi

Wer dennoch den klassischen Automaten bevorzugt, muss zum Drei-Liter-V6-Diesel greifen, der, das ist keine Überraschung, mit 210 kW/286 PS und bärenstarken 620 Newtonmeter Drehmoment der aktuell souveränste Antrieb im Programm ist; er fährt auch noch mit dem bekannten permanenten Allradantrieb vor. Doch abgesehen von spontanen Vollgas-Sprints wirkt auch der Benziner nie angestrengt, und erst recht nicht überfordert. Mit 6,8 Liter Normverbrauch gibt er sich relativ bescheiden, die Vierzylinder-Diesel gibt Audi mit 4,9 Litern an.
 

Foto: Audi

Super Fahrwerk, kultivierte Motoren, vorbildliche Geräuschkulisse, dazu ein ordentliches Platzangebot, bis zu 1.550 Liter Stauraum und Technik-Extras wie LED-Licht oder ein Staufolge-Assistent – fast scheint es so, als hätten die Entwickler nichts übersehen.

Foto: Audi

Super Fahrwerk, kultivierte Motoren, vorbildliche Geräuschkulisse, dazu ein ordentliches Platzangebot, bis zu 1.550 Liter Stauraum und Technik-Extras wie LED-Licht oder ein Staufolge-Assistent – fast scheint es so, als hätten die Entwickler nichts übersehen. Wer aber genau hinschaut, findet natürlich die ein oder andere Schwachstelle. Zum Beispiel beim Thema Sitze: Die Ergonomen haben alles gegeben, damit der Fahrer das Lenkrad gut im Griff und die auf Wunsch virtuellen Instrumente sowie das Head-up-Display perfekt im Blick hat. Auch der Drehknubbel und das optionale Touch-Pad für das High-End-Infotainmentsystem sind so vor dem Schalthebel positioniert, dass man wunderbar hinkommt. Die Kopfstützen allerdings lassen schlichtweg nicht weit genug herausziehen. Das ist ein Sicherheitsrisiko und für große Fahrer unbequem. Noch ein Kritikpunkt? Unter feinstes Aluminium, offenporiges Holz und hochwertige Soft-Touch-Oberflächen mischt sich plötzlich schnödes Hartplastik – und zwar mitten im Cockpit, rund um die Klimaanlagenbedienung. Das hätte nicht sein müssen. Aber wenn das auch im Alltag die einzigen Wermutstropfen bleiben, haben die Techniker beim Facelift in ein paar Jahren nicht viel zu tun.

Foto: Audi

Seit zehn Jahren steht Rupert Stadler nun an der Spitze. Leicht fiel dem Audi-Chef der Start nicht. Schließlich war es bis dahin nur schwer vorstellbar, dass ein Betriebswirt und kein Ingenieur eine Marke im VW-Reich führen soll. Dass ein Zahlenjongleur ausgerechnet Audi (Motto: „Vorsprung durch Technik“) nach vorne bringen soll, sorgte 2007 für Skepsis.

Wenn der 53-Jährige am Mittwoch in Ingolstadt vor Journalisten aus aller Welt die Jahresbilanz der Audi AG vorstellt, ist die Sorge von einst kein Thema mehr. Schließlich sind die Zahlen prächtig. Wie aus der bereits veröffentlichten VW-Konzernbilanz hervorgeht, steuert Audi mit 59,3 Milliarden Euro (+900 Millionen Euro zu 2015) mehr als ein Viertel zum Konzernumsatz von 217,3 Milliarden Euro bei.

Noch größer ist der Audi-Anteil bei dem Operativen Ergebnis, wenn man es um die Sondereffekte bereinigt. Da kommen von den 7,1 Milliarden Euro des VW-Konzerns 3,0 Milliarden aus Ingolstadt. Die Dieselkrise schlägt bei Audi mit 1,8 Milliarden Euro an negativen Sondereinflüssen in der Bilanz durch.

Die wichtigsten Eckdaten aus der VW-Konzernbilanz 2016
2016: 217,3 Milliarden Euro 2015: 213,3 Milliarden Euro
2016: 5,1 Milliarden Euro2015: -1,6 Milliarden Euro
2016: 7,1 Milliarden Euro2015: -4,1 Milliarden Euro
2016: 14,6 Milliarden Euro2015: 12,8 Milliarden Euro
2016: 10,39 Millionen Fahrzeuge2015: 10,01 Millionen Fahrzeuge
2016: 626.715 Mitarbeiter2015: 610.076 Mitarbeiter

Einer der Gründe für die starke Stellung der Ingolstädter im Konzern: Unter dem Betriebswirt Stadler hat es Audi unter anderem geschafft, stärker als die deutsche Premium-Konkurrenz vom SUV-Boom zu profitieren. Das sorgt nicht nur für hohe Stück- und Umsatzzahlen, sondern auch für einen ordentlichen Gewinn. Ein SUV-Kunde gibt doppelt so viel Geld für Extras aus als ein Kombi-Fahrer – Dieselkrise hin oder her.

Bei Dieselgate gab Stadler kein gutes Bild ab

Und dennoch steht Stadler stärker unter Druck denn je. In der Abgasaffäre hat der Audi-Chef kein gutes Bild abgegeben – sei es durch kommunikative Fehler, fragwürdige Personalentscheidungen oder schlicht Unklarheiten über die Frage, wann er über die Abgas-Manipulationen informiert war.

Mit dem letztgenannten Punkt haben sich sogar die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi befasst. Zwar sprachen VW-Konzernchef Matthias Müller und der Audi-Aufsichtsrat (dessen Vorsitzender Müller ist) Stadler ihr Vertrauen aus. Doch die Vorwürfe selbst – durch eine von VW beauftragte Anwaltskanzlei geprüft und entkräftet – haben es in sich.

Audi im Abgasskandal

Neue Enthüllungen bringen nicht nur Stadler in Bedrängnis

von Martin Seiwert

In einem Prozess am Arbeitsgericht Heilbronn hatte Ulrich Weiß, ein von Audi entlassener früherer Chefentwickler von Dieselmotoren, über seinen Anwalt mitgeteilt, Stadler habe ihm bei seiner Beurlaubung gesagt, „dass alles auf Druck von VW und dem VW-Aufsichtsrat geschehen ist“. Der Ingenieur gab zudem an, Stadler bereits 2012 über die Manipulationen informiert zu haben.

Es gibt leichtere Aufgaben in der Autowelt: 2013 wurde Marc Lichte von Wolfsburg nach Ingolstadt versetzt, um die visuelle Audi-Lethargie endlich zu beenden. Die Ingolstädter hatten den Fehler gemacht, das vom damaligen Design-Papst Walter de Silva entworfene Optik-Konzept mit dem dominanten Singleframe-Kühlergrill und den LED-Tagfahrlichtern auf jede Baureihe überzustülpen. Mit dem Ergebnis, dass beinahe jeder Audi gleich aussah.

Was hinter den Plänen steckt, lesen Sie hier.

Foto: Audi

Die erste öffentliche Kostprobe von Lichtes Ansatz war die 2014 in Los Angeles vorgestellte Studie "Prologue" im Hintergrund. Es war aber nicht das erste Audi-Werk Lichtes: Noch vor der Studie zeichnete der Designer den neuen Audi A8, der 2017 in den Handel kommt. Das Design entwarf er in abendlichen Überstunden – tagsüber war er noch regulär für VW tätig.

Foto: Audi

Es war nicht so, dass Audi keine neuen Design-Ideen mehr hatte. Doch die Studien der letzten Jahre verschwanden in Ingolstädter Katakomben – bei den Serienmodellen kam aber wenig von diesen Ideen an, wie bei den neuen A4, A5 oder Q5 zu sehen ist. Sie sehen zu sehr nach ihren Vorgängergenerationen aus, teilweise wie aus dem Gesicht geschnitten. Lichte will jetzt mehr von den Studien in die Serie übernehmen.

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Auch ein SUV soll Lichtes Ideen zufolge dynamisch wirken. Den Anfang soll der Q8 machen, der in Detroit als seriennahe Studie vorgestellt wird.

Foto: Audi

„Unseren Modellen fehlte aus Sicht mancher Kunden die nötige Differenzierung“, erklärt der gebürtige Arnsberger. „Das wird sich zukünftig ändern. Jedes Audi-Modell hat einen eigenen Charakter und wird dies in seiner Formensprache zum Ausdruck bringen – sowohl im Exterieur als auch im Interieur.“

Foto: Audi

Das Audi Q8 Concept dürfte auf der NAIAS 2017 für manch hoch gezogene Augenbraue sorgen. Doch der Trommelwirbel in Richtung A8 wird noch wichtiger, denn er soll innen wie außen ein neuer Designansatz sein und die Marke nach oben positionieren.

Foto: Audi

„Mit dem Audi Q8 Concept und dann in der Serie mit dem Audi A8 wird ein komplett neues Bedienkonzept ohne Schalter eingeführt – ein Grundprinzip, dem alle nachfolgenden Modelle folgen werden“, so Lichte.

Foto: Audi

Der mächtige Singleframe-Kühlergrill aber bleibt bestehen – zumindest im Grundsatz. Im Detail führt Lichte den Ansatz weiter fort, dass sich der Kühler selbst von der anfänglichen Trapez-Form immer weiter verabschiedet und auch von Modell zu Modell unterschiedlicher wird. Damit sollen die Autos immer noch als Audi erkennbar sein – nur eben anders.

Foto: Audi

Der Rückhalt aus dem Aufsichtsrat ist für Stadler extrem wichtig. Denn die Verbindung zu seinem großen Verbündeten und einstigen Ziehvater im Konzern, Ferdinand Piëch, scheint gekappt. Zumindest arbeitet Stadler seit Februar nicht mehr für die beiden Stiftungen Ferdinand Karl Alpha und Ferdinand Karl Beta, in denen Piëchs Anteile am VW-Hauptaktionär Porsche SE von knapp 15 Prozent liegen. Zudem sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person, Stadler habe keinen Kontakt mehr zum früheren Patriarchen, da dieser sich aus dem VW-Konzern zurückgezogen habe.

Audi-Chefdesigner Marc Lichte

Wie Audi 2017 den Neustart zeigen will

von Stefan Grundhoff

Stadlers Karriere im VW-Konzern ist eng mit Piëchs Gunst verknüpft. Er war von 1997 bis 2002 Leiter des Generalsekretariats von Piëch, damals Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Danach wurde er Finanzvorstand von Audi, bevor er zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg. Doch hat er Insidern zufolge nach wie vor den Rückhalt der Eignerfamilien Porsche und Piëch – wohl auch, weil die Zahlen stimmen und auch der Ausblick kein trüber ist. Ein glänzender allerdings auch nicht.

Audi-Chef in der Kritik

Warum Rupert Stadler nicht mehr unantastbar ist

von Martin Seiwert

Audi ist in der Wolfsburger Großwetterlage ein wichtiger Faktor. Mit ihren Gewinnen sorgen die Ingolstädter (zusammen mit Porsche) dafür, dass es in der Konzernbilanz trotz der Milliarden-Belastungen durch Dieselgate Lichtblicke gibt. Unterm Strich kehrt der VW-Konzern mit einem Gewinn von 5,1 Milliarden Euro in die schwarzen Zahlen zurück – Stadlers Anteil daran ist beträchtlich.

Ein großer Treiber des Audi-Geschäfts im Jahr 2016 blieb China. Die Ingolstädter verkaufen dort im Schnitt vier von zehn Autos. Im laufenden Jahr allerdings dürfte der Umsatz- und Gewinnbeitrag aus China leicht schrumpfen oder zumindest stagnieren: Audi baut gerade sein Händlernetz neu auf, was zu Jahresbeginn auf die Verkäufe drückte. Die Profiteure sind BMW und Daimler – die auch bei den gesamten Verkaufszahlen davonziehen.

Die Premiere des A5 Coupé im Jahr 2007 war ein wichtiger Moment für Audi. Nicht unbedingt wegen der zu erwartenden Stückzahlen – den Absatz machen andere Modelle. Der A5 brachte aber etwas mit, was künftig auch die Volumenmodelle stark beeinflussen sollte: Das Design mit dem großen Singleframe-Kühlergrill und LED-Tagfahrlicht, das heute jedes Auto mit den vier Ringen trägt. Jetzt hat Audi in Ingolstadt den Nachfolger vorgestellt.

Foto: Audi

Bevor der neue A5 gezeigt wurde, bemühte Audi-Chef Rupert Stadler etwas die Coupé-Historie des Autobauers, von DKF über das Audi 100 Coupé S, den quattro, TT und eben jenen stilprägenden Vorgänger, der seit neun Jahren am Standort Ingolstadt gebaut wird.

Foto: Audi

Für die Designer war die zweite Generation des A5 wahrlich keine einfache Aufgabe. Nicht nur nach außen hat der erste A5 das Bild der Marke geprägt – Umfragen nennen regelmäßig das Design als wichtigsten Kaufgrund bei Audi –, sondern nimmt auch intern eine wichtige Rolle ein. Der ehemalige Chefdesigner Walter de Silva, inzwischen im Ruhestand, hatte den A5 mehrmals als schönstes Auto bezeichnet, das er je entworfen hat. Dem sportlich-eleganten Grundcharakter sind die Designer wohl auch deshalb treu geblieben – und haben das Auto dennoch in vielen Punkten geändert.

Foto: Audi

Die Seitenansicht zeigt, warum Coupés als die eleganteste aller Karosserieformen gelten: Die lange Motorhaube geht fließend in eine flache Frontscheibe über, der Dachbogen läuft in einem leichten Schwung in einem relativ kurzen Heck aus. Dennoch kommt der neue A5 auf eine Länge von 4,67 Metern – für die gestreckte Optik sorgt eine geringe Höhe von nur 1,37 Metern.

Foto: Audi

Wie schon beim Vorgänger endet die Schulterlinie in einem zweiten Schwung über den hinteren Radkästen. Die Wellenform betont laut den Audi-Designern jedes einzelne der vier Räder, was ein Verweis auf den optional erhältlichen Allradantrieb sein soll. Während es bei dem 2007er Modell eine einfache Falz im Blech war, ist die Schulterlinie jetzt zu einer dreidimensional ausgeformten Sicke geworden. Das Heck ist eine Mischung aus der aktuellen Designlinie, die bereits vom A4 bekannt ist, und der ersten Generation des A5, um seine Eigenständigkeit zu betonen.

Foto: Audi

Für den A5 war der neue Audi-Designchef Marc Lichte übrigens noch nicht verantwortlich – als dieser 2015 seinen Posten antrat, war die Optik des A5 bereits vom Vorstand abgesegnet, Änderungen waren kaum noch möglich. Lediglich die ausgeprägten Linien auf der Motorhaube – Audi spricht gar von Powerdomes – sollen dem Vernehmen nach noch auf ausdrücklichen Wunsch Lichtes eingefügt worden sein.

Foto: Audi

Unter der Haube greift der A5 auf die bekannten Triebwerke des überarbeiteten Längsbaukastens – kurz MLB evo – zurück. Zum Start sind das zwei Benziner und drei Dieselmotoren zwischen 190 und 286 PS. Einen Plug-in-Hybriden, wie er im MLB möglich ist, wird es zunächst nicht geben, wie Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch der WirtschaftsWoche am Rande der Präsentation bestätigte. „Wir analysieren aber den Markt laufend und können schnell reagieren, wenn die Nachfrage nach einem solchen Antrieb da ist“, so Knirsch. Neben der Sechs-Gang-Handschaltung und Sieben-Gang-Doppelkupplung steht erstmals im A5 auch ein Acht-Gang-Wandlerautomat zur Wahl.

Foto: Audi

Auf der Rückbank geht es Coupé-typisch etwas enger zu. In diesem Punkt fordert unter anderem die elegante Dachlinie ihren Preis. Auch wenn es etwas an Kopffreiheit fehlt, können Erwachsene zumindest für kurze Strecken auch auf einem der beiden Rücksitze Platz nehmen. Wer öfters zu viert unterwegs ist, sollte aber auf den A5 Sportback warten – oder gleich zu Limousine, Kombi oder SUV greifen.

Foto: Audi

Wer aber höchstens zu zweit unterwegs ist, wird sich über die bequemen Vordersitze freuen. Materialanmutung, Verarbeitung und auch Ergonomie zeigten sich bei einer ersten Sitzprobe stimmig. Laut Audi sollen auch noch weitere Entwicklungen zu einem Oberklasse-Erlebnis und -Fahrgefühl beitragen: Das neu entwickelte Fahrwerk soll vor allem den Langstrecken-Komfort spürbar erhöhen, zudem soll die gute Aerodynamik auch die Windgeräusche stark verringern – um auf der Autobahn das Gefühl zu vermitteln, in einer Luxuslimousine zu sitzen.

Foto: Audi

Das aus anderen neuen Audi-Modellen bekannte Virtual Cockpit ist gegen Aufpreis auch im A5 erhältlich. Das 12,3-Zoll-Display bildet zusammen mit dem 8,3-Zoll-Monitor in der Mittelkonsole die zentrale Info-Einheit. Auch der Dreh-Drück-Controller des MMI wurde überarbeitet. Auf seiner Oberfläche trägt er das berührungsempfindliche Touchpad. Es dient zur Eingabe von Zeichen und Mehrfingergesten – der Fahrer kann so auch in der Karte zoomen. Die komplette MMI-Bedienlogik orientiert sich an aktuellen Smartphones.

Foto: Audi

Wählt der Kunde das Top-System MMI Navigation plus, bekommt er automatisch eine fest im Auto verbaute SIM-Karte. Damit verbindet sich der Wagen per LTE-Netz mit dem Internet. Die Nutzung der Audi-Connect-Dienste ist für drei Jahre in den meisten europäischen Ländern kostenfrei. Gegen Aufpreis wird der A5 auch zu einem rollenden WLAN-Hotspot. Bis zu acht Geräte können dann über die SIM-Karte des Autos surfen – macht also zwei Endgeräte pro Mitfahrer.

Foto: Audi

Neben dem A5 hat Audi auch unangekündigt gleich noch die Sport-Variante vorgefahren. Im Gegensatz zum A5, der mit bereits bekannte Motoren an den Start geht, wird der S5 von einem vollkommen neu konstruierten V6-Benziner angetrieben. Aus drei Litern Hubraum schöpft der aufgeladene Sechszylinder 354 PS, also 21 PS mehr als der Vorgänger.

Foto: Audi

Den sportlichen Charakter des S5 soll das schärfer gezeichnete Design unterstreichen – am Ende läuft das auf einen anderen Kühlergrill, neue Schweller und die Abgasanlage mit vier Endrohren hinaus. Wer den Wagen nicht gerade in Misano-Rot bestellt, bleibt so dennoch im deutschen Straßenbild unauffällig – mit einem Spurt in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h aber dynamisch unterwegs.

Foto: Audi

Auch im Innenraum dürfen ein paar sportliche Elemente nicht fehlen. Das sollen das unten abgeflachte Lenkrad, die Sportsitze mit abgesteppten Rauten-Muster und die sportlich-nüchterne Alu-Blenden deutlich machen.

Foto: Audi

Preise für A5 und S5 hat Audi noch nicht genannt. Nur so viel: Das neue Modell ist ab Mitte Juli bestellbar, im Herbst wird ausgeliefert. Die erste Generation steht bislang noch mit 36.050 Euro in der Preisliste – allerdings mit einem schwächeren Motor, über den das neue Modell zumindest zum Marktstart noch nicht verfügen wird.

Foto: Audi

Während BMW und Mercedes 2016 jeweils mehr als zwei Millionen Autos ausliefern konnten, bleibt Audi mit 1,87 Millionen Einheiten nur Rang 3. Das ist zwar ein Rekord und 3,8 Prozent mehr als die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2015. Doch der Abstand wird größer – auch weil Mercedes und BMW ihrerseits das SUV-Angebot stark ausgebaut haben.

Audis Plan: Für 2017 hoffen die Ingolstädter vor allem auf den komplett neuen Q2 und auf die neue Generation des wichtigen Q5. Sie sollen für deutlich mehr Verkäufe bei den SUV sorgen. Später im Jahr steht noch eine Modellpremiere an, die Audi auf Jahre prägen wird: der neue A8.

Neues Design soll den Neustart symbolisieren

Mit der Luxuslimousine will Audi technologisch mit den Flaggschiffen von Mercedes und BMW mindestens gleichziehen. Der Slogan „Vorsprung durch Technik“, der zuletzt eher zur Bürde als Antrieb war, soll Rechnung getragen werden. Der A8 ist auch das erste Serienmodell aus der Feder des neuen Designchefs Marc Lichte, der die Jahre des Audi-Einheitsdesigns beenden soll.

Den selbst verordneten Neustart hat Audi bitter nötig, denn nicht nur beim Absatz haben die Ingolstädter Rückstand. Autobauer messen sich gerne in der Profitabilität, sprich der operativen Marge. Während bei Mercedes-Benz 9,1 Prozent des Umsatzes als operatives Ergebnis hängen bleibt und bei BMW immerhin 8,9 Prozent, kommt Audi auf 8,2 Prozent Umsatzrendite – und auch nur, wenn die Sondereinflüsse nicht mit eingerechnet werden. Rechnet man die 1,8 Milliarden Euro aus dem Operativen Ergebnis heraus, fällt die Marge auf gerade noch 5,1 Prozent.

Dass Audi im Premium-Dreikampf aufholen muss, zeigt sich übrigens auch an der Jahrespressekonferenz in Ingolstadt selbst: In den Vorjahren wurde das Audi-Forum, also jene Halle, in der die Neuwagen an die Kunden übergeben werden, über Tage zu einem eigenen Konferenzsaal umgebaut. Von einer riesigen Bühne aus präsentierten Stadler und der gesamte Audi-Vorstand vor mehr als 300 Journalisten die Bilanz.

In diesem Jahr halten Stadler und sein Finanzchef Axel Strotbek ihre Reden an einem Stehpult, im gegenüberliegenden Firmenmuseum, vor nur noch 100 Journalisten. Damit kann der Betrieb im Audi-Forum ungehindert weiterlaufen.

Im Rennen mit BMW und Mercedes wird Stadler jedes ausgelieferte Auto brauchen.

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