Chinesische Autos: Jetzt geben die alten Hasen mit Qoros Gas
Qoros hat auf dem europäischen Markt so große Chancen, wie noch kein chinesischer Autobauer zuvor.
Foto: AP/dpaAus Klaus Schmidt sprudelt es nur so heraus. Wenn der 57-Jährige spricht, dann grinst er, bewegt Arme und Beine und rutscht auf dem Stuhl, also wolle er sich von den Massen draußen vor seinem Büro mitreißen lassen. Wie ein mächtiger Strom ergießen sich die Menschen und Autos zwischen die Wolkenkratzer des Businessviertels Lujiazui in Shanghai. Mittendrin, gegenüber dem futuristischen Wahrzeichen der 15-Millionen-Einwohner-Stadt, dem Pearl Tower, prangt ein riesiges Plakat und auf diesem ein Auto.
Es ist der Qoros 3.
Noch nie wurden einem Pkw aus chinesischer Fabrikation auf dem Weltmarkt solche Chancen eingeräumt wie der Limousine mit dem seltsamen Kunstnamen. Stets haperte es bei Autos made in China am Design und an der Sicherheit. Doch beim Qoros ist alles anders. Vom 6. bis zum 16. März ist das Fahrzeug das große Thema auf dem Auto-Salon 2014 in Genf. 2015 soll der Qoros in Deutschland auf den Markt kommen und bekannten Kompaktwagen wie dem VW Golf, dem Opel Astra oder der A-Klasse von Mercedes Konkurrenz machen.
Pionier statt Rentner
Schmidt kann sich vor Energie kaum auf seinem Stuhl halten. Er ist einer derjenigen, die den Qoros 3 bauen. 30 Jahre hatte der gelernte Ingenieur erfolgreich für BMW die M-Serie mit entwickelt. Eigentlich hätte er sich langsam auf den Ruhestand vorbereiten können, mit einem ordentlichen Gehalt, viel Freizeit und umgeben von angenehmen alten Kollegen.
Doch dann erhielt Schmidt 2010 das Angebot, in Shanghai ein ganz neues Auto zu bauen; ein Auto, von dem niemand wusste, ob es jemals wirklich das Werk verlassen würde; für ein Unternehmen, das 2007 von einem ehemals staatlichen israelischen Chemie-, Energie-, Schiffbau- und Logistikkonzern namens Israel Corporation und dem chinesischen Autobauer Cherry gegründet wurde und dessen Namen auch innerhalb Chinas kaum einer kannte; mit einer Belegschaft, die aus allen Teilen der Welt zusammengekauft wurde; und mit einer Führungscrew, deren Mitglieder einst bei den erlesensten Adressen der globalen Autoindustrie und damit den künftigen Konkurrenten von Qoros arbeiteten.
Friedrich Major: Der ehemalige Opel- und VW-Manager leitet bei Qoros die Produktion und Logistik.
Foto: Presse
„Wir sind Pioniere, wir konnten hier ein weißes Blatt Papier beschreiben“, sagt Ex-BMW-Manager Schmidt, der heute die Fahrzeugentwicklung von Qoros leitet.
Die Abtrünnigen
Wenn Schmidt „wir“ sagt, dann meint er nicht nur, aber auch die Gruppe der Top-Manager bei Qoros, die aus Sicht ihrer früheren Arbeitgeber Renegaten sind. So bezeichnen kommunistische Parteien die schlimmsten aus ihren Reihen, die Abtrünnigen.
Federführend und das Gesicht von Qoros ist ein 70-Jähriger: Volker Steinwascher, stellvertretender Vorsitzender des Unternehmens und ehemals in wichtiger Position bei Volkswagen. Steinwascher leitete das Amerika-Geschäft der Wolfsburger und hätte seinem ehemaligen Arbeitgeber gerne noch länger gedient. Doch er durfte nicht. Bis heute sieht er sich als „Opfer des Jugendwahns in deutschen Unternehmen“.
Seitdem Steinwascher für Qoros arbeitet, ist er für VW-Chef Martin Winterkorn, wohlwollend betrachtet, eine persona non grata, eine unerwünschte Person. Beim Genfer Auto-Salon vor einem Jahr soll es am Qoros-Stand zu einem „nicht netten Gespräch“ zwischen Winterkorn und seinem Ex-USA-Chef gekommen sein, berichten Beobachter.
Chinesische Autos haben in Deutschland einen lausigen Ruf. Kollabierende Karossen bei Crashtests von ADAC bis NCAP fuhren bislang alle Bemühungen chinesischer Autobauer, hierzulande Fuß zu fassen, im wahrsten Sinn des Wortes bereits im Ansatz vor die Wand.
Der "Landwind" ging 2005 erst gar nicht in den Verkauf, der "Brilliance" überlebte ab 2008 kaum ein ganzes Jahr. Was bislang sonst von chinesischen Auto-Bändern rollt, kann allenfalls als dreiste Design-Kopie von sich reden machen. Nun wird ab 2014/15 Qoros den nächsten Versuch starten, die Autos aus dem Reich der Mitte in unseren Breiten zu etablieren ...
Foto: PresseQoros
Der chinesische Autohersteller stellt den Qoros 3 in seiner Fließheck-Variante vor. Neu sind hier die geänderte C-Säule, das verlängerte Dach und die neugestaltete Heckpartie. Auch die Frontseite des Modells weist Neuerungen auf: Nebelscheinwerfer und eine geänderte Stoßstange. Bereits bekannt ist der 1,6-Liter-Vierzylinder wahlweise mit oder ohne Turboaufladung.
Foto: PresseChef ist der Chinese Guo Qian (re.). Als Vizechef agiert Volker Steinwascher (mi.), bis 2005 Vice Chairman von VW in America. Das Design in München und Shanghai leitet Gert Volker Hildebrand (li.), der schon das Design für den Mini verantwortete.
Damit ist der Anspruch der neuen Marke klar: Man will mit einem sehr eigenständigen Design eine anspruchsvolle Kundschaft erreichen, die großen Wert auf Sicherheit, Komfort und modernste Technik legt.
Foto: PresseMit Volker Steinwascher haben die Chinesen eine weise Personalentscheidung getroffen. Der Ex-Manager von VW muss als Unruheständler niemandem mehr etwas beweisen und kann mit sportlichem Elan das Projekt zum Erfolg führen. Seine Devise für die technische Ausrichtung der neuen Marke könnte unter der Überschrift stehen: "Keine Antworten auf Fragen suchen, die niemand gestellt hat." Also kein Overengineering betreiben, wie das deutsche Marken gerne zelebrieren.
Dass preiswerte, sichere, zeitlos gezeichnete und sauber gefertigte Autos immer noch ein gültiges Erfolgsmodell im Autobau sind, beweist zum Beispiel Skoda mit seiner beeindruckenden Entwicklung. Bei den Tschechen funktioniert die Autowelt ohne Schickimicki, Firlefanz und dem immer wieder beschworenen "Premium-Charakter".
Foto: PresseQoros aus China plant, alle sechs Monate ein neues Modell folgen zu lassen und arbeitet mit anerkannten Spezialisten wie Magna Steyr, Bosch, Continental und TRW zusammen. Um den neuen Limousinen, Kombis und SUV der Mittelklasse Formen zu verleihen, die auch in Europa gegen den starken Wettbewerb bestehen können, wurde Gert Hildebrand engagiert. Der 59-jährige Designer war nicht zuletzt für die Formsprache von Mini verantwortlich. Die neuen Modelle von Qoros sollen mit "German Sophisticated Design" überzeugen. Dafür arbeiten drei Teams in München, Graz und Shanghai mit insgesamt 75 Spezialisten bereits unter Hochdruck.
Foto: PresseDie Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht reichen weit in die Seite hinein, unterstreichen so ebenfalls die Breite, aber auch den langen Radstand und die kurzen Überhänge.
Foto: PresseDie Bedienung von Fahrzeug und Infotainment soll nach Apple- und Smartphone-Art über ein Acht-Zoll-Touchscreen gesteuert werden. Das System verbindet den ersten Qoros mit dem Internet. Es können zum Beispiel Servicetermine verabredet, im Falle eines Unfalls ein automatischer Notruf abgesetzt und eine Point-of-Interest-Suche ausgelöst werden. Die Verkehrsinformation erfolgt in Echtzeit. Dieses Paket soll bei allen weiteren Modellen als Standard eingesetzt werden.
Foto: PresseIn der Innenraumgestaltung folgt die Gestaltung nicht etwa dem extravaganten Mini-Stil, sondern eher dem sanft geschwungenen, eleganten Stil aus Ingolstadt. Es soll die Breite unterstreichen. In Sachen Innenraumgröße, Ergonomie und Qualität will Qoros sich mit den besten Massenprodukten in Europa messen.
Foto: PresseMit 1,84 Metern Breite zählt das erste Qoros-Modell zumindest zu den breitesten Modellen im C-Segment – auch das ein Hinweis auf eine Fahrzeugarchitektur, die mit viel Raum gefallen will.
Foto: PresseDer Vertrieb der Marke startet Ende 2013 in China. Für den Antritt in Deutschland nehmen die Verantwortlichen dann den Fuß ein wenig vom Gas. 2014 steht als frühester Termin auf der Agenda.
Wichtig ist, dass die Qualität stimmt und das Konzept junge preisbewusste Kunden anspricht. Zur Serienausstattung aller Autos soll ein 8-Zoll-Touchscreen gehören, der sich wie ein i-Pod von Apple bedienen lässt. Bei der Preisstruktur will Qoros die so erfolgreiche VW-Tochter Skoda noch unterbieten. Die Geschichte von "Landwind" oder "Brilliance" soll sich unter keinen Umständen wiederholen.
Foto: PresseDas Dach folgt der Linie von Coupés und endet in einem Stummelheck. Die Leichtmetall-Räder bis zu 19 Zoll mit ihrem Acht-Speichen-Design sollen zu einem weiteren Erkennungszeichen der Marke werden.
Foto: PresseQoros will sein Modellangebot rasch ausbauen. 2014 sollen eine größere Schräghecklimousine, später auch ein SUV und ein Elektroauto folgen.
Foto: PresseOb sich Qoros als Erfolgsmodell oder Eintagsfliege auf dem europäischen und deutschen Markt erweist, entscheiden die Kunden innerhalb einer kurzen Zeitspanne. Auch ein Flopp wird die Offensive chinesischer Autobauer aber letztlich nicht wirklich bremsen. Sie werden früher oder später kommen, die Auto-Kracher aus dem Reich der Mitte. Das ist nicht zuletzt Staatsdoktrin. Denn nach mehr als einem Jahrzehnt voller Import-Orgien ausländischer Autos mahnt nicht zuletzt die Außenhandelsbilanz, das Blatt mit Auto-Exporten zu wenden.
Foto: Presse
Volker Steinwascher. Der Qoros-Vize war zuvor für den VW-Konzern tätig, unter anderem als Vize-Chef in den USA
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Steinwascher und Ex-BMW-Manager Schmidt bewegen sich meist unter ihresgleichen. An ihrer Seite arbeitet so manch anderer alter Autohase. Einer von ihnen ist der ehemalige Opel- und Volkswagen-Manager Friedrich Major. Der 63-Jährige leitet die Logistik und Produktion bei Qoros und stieß als einer der Ersten zu der chinesisch-israelischen Firma. „Nach meinem letzten Projekt bei Volkswagen in Wolfsburg wollte ich mich allmählich auf den Ruhestand in Südafrika einstimmen“, sagt Major.
Doch es kam anders. Ein Bekannter aus früheren Tagen fragte ihn, ob er Lust habe, das Projekt hier mitaufzubauen. Viel überlegte Major nicht, erinnert er sich. „Ich hatte seit Langem eine große Faszination für China.“ Also zog Major 2009 nach Shanghai.
Inzwischen schwärmt der Ex-VW-Manager von der Freiheit bei dem Autobauer auf der grünen Wiese. „Unsere Organisation ist nicht starr, viele Prozesse sind flexibel und noch nicht voll standardisiert“, sagt er. „Das gibt uns großen Handlungsspielraum.“
Platz für Neues
Auch Martin Meßler, heute 59 Jahre alt, hatte eigentlich begonnen, sich aufs Altenteil einzustellen. Nach einer Karriere beim Autobauer Ford mit mehreren Auslandsstationen wollte er es ein bisschen ruhiger angehen lassen. Es kam anders, denn er leitet jetzt die Produktionstechnik bei Qoros. „Für manche Kollegen und Freunde war mein Gang nach China befremdlich“, sagt Meßler.
McLaren 650S
650 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 333 km/h: Mit dem 650S präsentiert McLaren ein Fahrzeug für Tempofreunde und eine Weiterentwicklung des MP4-12C. Der schnittige Renner wird von einem 3,8-Liter-Biturbo-V8 zu Spitzenleistungen angetrieben: Von Null auf Tempo benötigt der 650S genau drei Sekunden. Die 200er-Marke knackt er in 8,4 Sekunden. Der Preis für den Sportwagen: mindestens 231.500 Euro.
Foto: dpaMcLaren 650S Spider
Neben dem Coupé bietet McLaren sein PS-Monster 650S auch als Cabrio an. Der Spider ist technisch identisch mit der geschlossenen Variante. In beiden Fällen ist der Innenraum mit Alcantara ausgekleidet. Wer den Fahrtwind im neuen McLaren-Cabrio genießen will, muss allerdings Abstriche bei der Spitzengeschwindigkeit machen. Statt 333 schafft die Cabrio-Variante "nur" 329 Stundenkilometer. Beim Verbrauch soll es hingegen keine Unterschiede zwischen Coupé und Cabrio geben: Beide schlucken 11,7 Liter.
Foto: APC4 Cactus Aventure
"Auf ins Gelände", ruft Citroën mit dieser Fahrzeug-Studie. Der Aventure ist die Off-Road-Variante des C4 Cactus. Verstärkt, höhergelegt und mit geländetauglichen Reifen und Felgen soll der Fünftürer Abenteurer sicher durch die Wildnis bringen. Die kleinen Luftkissenpolster an der Seite dienen angeblich als zusätzlicher Schutz. Angetrieben wird der Aventure von einem Benzin- (82 oder 110 PS) oder Dieselmotor (92 oder 100 PS). Mehrere verbaute GoPro-Kameras sollen jedes Abenteuer im Bild festhalten.
Foto: APJaguar F-Type
Die britische Luxusmarke bringt den Super-Sportler F-Type als Coupé nach Genf mit. Gezeigt wurde er davor schon auf der LA Auto Show und in Tokyo. Jetzt steht er zum ersten Mal auf europäischen Boden. Im Mai 2013 hatte Jaguar den Nachfolger des legendären E-Type auf die Straße gebracht - bisher nur als Cabrio. Jetzt kommt das 550-PS-Geschoss (R-Version von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden) in der geschlossenen Version. Sie basiert auf dem 2011 auf der IAA vorgestellten Studie C-X16. Kostenpunkt: Zwischen 67.000 und 104.000 Euro.
Foto: APFerrari California T
Mit dem Nachfolger des California geht Ferrari neue Wege. Erstmals arbeitet ein neu entwickelter V8-Turbo unter Haube. Der bringt den Sportwagen auf 560 PS und 755 Nm Drehmoment, ein satter Leistungsgewinn im Vergleich zum Vorgänger-Modell. Von Null auf Hundert schafft es der California T in 3,6 Sekunden. An der Optik hat Ferrari hingegen wenig geändert. Auch verwandelt sich der Sportwagen weiterhin auf Knopfdruck von einem Coupé in ein Cabrio. 14 Sekunden soll das Einklappen des Dachs dauern.
Foto: REUTERSVolvo Concept Estate
Mit dem Concept Estate zeigt Volvo in Genf das letzte von drei Fahrzeugkonzepten. Wie bei den beiden vorherigen Studien Concept Coupé und XC Coupé wird die Frontpartie von den T-förmigen Scheinwerfer und den konkaven Kühlergrill geprägt. Das Kombi-Konzept orientiert sich am Design des als "Schneewittchen-Sarg" bekannten Volvo 1800 ES aus den 1970er Jahren. Der Innenraum ist schlicht gehalten: Ein Touchscreen auf der Mittelkonsole ersetzt die meisten Schalter und Regler und wird so zum zentralen Element im Cockpit.
Foto: REUTERSRange Rover Evoque „Autobiography Dynamic”
Von außen sind die Autobiography Dyamic Modelle der Briten durch ein höherwertig gestaltete Karosserie zu erkennen - unter anderem gibt es diamantgedrehte 20-Zoll-Alu-Schmiederäder, neue Designelemente in Atlas Silver und eine tiefer gezogene Frontschürze mit modifizierten Nebelscheinwerfereinfassungen sowie seitlichen Lufteinlässen. Im Innenraum gibt es viel Leder mit Bezügen in insgesamt sechs Farbkombinationen. Mit 285 PS und 400 Nm starkem 2,0-Liter-Benzin-Motor kommt diese Evoque-Variante noch sportlicher daher. Auch das Neungang-Getriebe wurde neu abgestimmt.
Foto: Range RoverConcept Car Mazda 2 Hazumi
Das Konzeptfahrzeug Hazumi bietet einen Vorgeschmack auf den neuen Mazda 2. Die Kleinwagen-Studie wirkt mit ihren halbrunden Scheinwerfern und einer tiefen Frontpartie modern, sportlich und dynamisch. Kein Wunder: Übersetzt bedeutet Hazumi etwa "auf dem Sprung". Unter der Haube treibt ein neuentwickelter 1,5-Liter-Dieselmotor den 4,07 Meter langen Fünftürer an. Dadurch soll der 2er spritsparend fahren und einen CO2-Ausstoß von weniger als 90 Gramm pro Kilometer haben.
Foto: dpaAudi-Chef Rupert Stadler, präsentiert den neuen Audi TT (S) Coupé. Die dritte Generation des Sportlers bekommt ein aggressiveres Styling. An der Front des neuen TT dominieren die Horizontalen. Der Singleframe-Grill ist viel breiter und flacher gezeichnet als beim Vorgängermodell, eine kräftige Linie teilt ihn in zwei Zonen. Von den oberen Ecken des Grills ausgehend, ziehen sich scharfe Konturen V-förmig über die Haube, die wie bei dem Hochleistungssportwagen Audi R8. Die flachen Scheinwerfer geben dem Gesicht des neuen TT einen energischen Blick.
Einen frischen Anstrich verpasste Audi vor allem dem Innenraum: Neue S-Sportsitze mit stark konstruierten Wangen, integrierten Kopfstützen und tiefer Sitzposition sollen das Fahren noch angenehmer machen.
Foto: dpa...und so sieht Audis neuer Sportflitzer von innen aus. Schon auf der CES zeigten die Ingolstädter das virtuelle Cockpit des TT, der vor allem durch einen 12,3 Zoll großen Monitor besticht, der die klassischen Instrumententräger ergänzen soll. Auf dem Display können Drehzahlmesser, Tacho, Navigationskarten und Infotainment-Inhalte abgerufen werden.
Foto: AudiVW T-Roc
Martin Winterkorn - der oberste Wolfsburger höchstpersönlich - zeigt die neue SUV-Studie im Golf-Format. Mit 4,18 Meter Länger ordnet sich der T-Roc zwischen Taigun (3,86 m) und Tiguan (4,43 m) ein. Konzept und Design sind noch gewöhnungsbedürftig - respektive mutig. Der T-Roc ist ein zweitüriges Lifestyle-Buggy mit herausnehmbaren Dachteilen.
Foto: dpaIn der Mittelkonsole gibt es ein als Tablet konzipiertes Multitouch-Display, das auf Bewegungsgesten der Finger reagiert. Im Bereich der Innenspiegel ist außerdem eine HD-Kamera integriert. Beide Geräte lassen sich auch außerhalb des Fahrzeugs nutzen. Leichtbauweise machen den nur 1,50 hohen T-Roc zu einem Federgewicht von nur 1400 Kilogramm. Die 100 km/h packt der kleine (Radstand 2,60), aber dafür breite (1,81) Fun-SUV in 6,9 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit laut VW: 210 km/h.
Foto: dpaAudi zeigt außerdem das Showcar TT quattro sport concept. Es soll das "dynamische Potenzial des neuen Audi TT in Reinkultur" verkörpern. Der 2.0 TFSI-Motor leistet 309 kW (420 PS) bei 6.700 1/min – ein neuer Bestwert in der Zweiliter-Kategorie. Mit 1.344 Kilogramm Leergewicht ist der Audi TT quattro sport concept ein durchtrainierter Leichtathlet. Der Vierzylinder katapultiert das Showcar in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Foto: dpaBeim Fahren soll der Vierzylinder mit seinem ausgeprägt sportlichen Charakter überzeugen. Der aufgeladene Direkteinspritzer hängt spontan am Gas und dreht spontan bis zur Abregelgrenze bei 7.200 1/min. Über den permanenten Allradantrieb quattro gelangen die Kräfte auf den Asphalt. Eine entscheidende Rolle im Leichtbaukonzept des Audi TT quattro sport concept spielt die Karosserie, die auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) basiert. Der Boden der Fahrgastzelle umfasst Komponenten aus formgehärtetem Stahl, die aufgrund ihrer extremen Festigkeit mit geringen Wandstärken auskommen und entsprechend wenig wiegen. Der Aufbau der Zelle, die komplette Außenhaut sowie die Türen und Klappen sind aus Aluminium in den drei klassischen Audi-Halbzeugen Gussknoten, Strangpressprofile und Bleche gefertigt.
Foto: dpaOpel Adam Rocks
Die Rüsselsheimer haben eine höher gelegte Version ihres Stadtflitzers mitgebracht, um die vielen SUV-Fans auf "Augenhöhe" abzuholen. Dank modifiziertem Fahrwerk liegt der Rocks 1,5 Zentimeter höher über dem Fahrzeugboden des klassischen Adam. Zur Serienausstattung gehören nicht nur LED-Rück- und Tagfahrlichter, sondern auch ein elektrisches Faltdach, das Cabrio-Fans beim Adam bisher schmerzlich vermissten. Künftig wird die komplette Adam-Reihe mit zwei verschiedenen Drei-Zylinder-Motoren zu haben sein. Variante A als 66 kW/90 PS oder B als 85 kW/115 PS. Damit der Adam noch sparsamer unterwegs ist, bringen die Rüsselsheimer die modernen Direkteinspritzer mit einem frischen Sechsgang-Getriebe zusammen. Preislich soll der Rocks wohl rund 2000 bis 2500 Euro über dem bisherigen Adam liegen. Im Sommer soll er zu den Händlern kommen.
Foto: dpaLamborghini Huracan
Der Nachfolger des Gallardo steht seinem Vorgänger in nichts nach: 325 km/h Spitzengeschwindigkeit holt der 10-Zylinder mit 5,2 Liter Hubraum aus der 610-PS-Maschine. Dank Benzin-Direkteinspritzung und eine Start-Stopp-Automatik aus dem Audi-Baukasten sinkt der Verbrauch auf durchschnittliche 12,5 Liter. Also ob sich Fahrer eines solchen PS-Monsters ums Spritgeld sorgen würden. Die ruppige sequenzielle Schaltung aus dem Gallardo wird von einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit der klangvollen italienischen Bezeichnung Lamborghini Doppia Frizione - kurz LDF abeglöst.
Foto: dpaBMW Active Tourer
Erstmals ein BMW mit Frontantrieb, der gegenüber der Mercedes B-Klasse das BMW-Angebot abrunden soll. Auch Van galt als Unwort. Beide Tabus bricht der neue Active Tourer der 2er-Baureihe. Familien aber auch Best Ager sollen sich von dem geräumigen Modell mit erhöhter Sitzposition angesprochen fühlen.
Foto: PresseMercedes S-Coupé
Swarovski-Kristalle lassen die LED-Scheinwerfer des Luxus-Coupés funkeln, ein Kamera gesteuertes Fahrwerk hilft Schlaglöcher überwinden - mehr (automobiler) Luxus geht kaum.
Foto: PresseBentley Continental GT Speed
Bentley-Chef Wolfgang Schreiber fährt den Luxuswagen natürlich persönlich vor. Der stärkste Serien-Bentley aller Zeiten bekommt nochmal fünf PS mehr und fährt in Genf mit satten 635 Pferde-Stärken auf. Hochstgeschwindigkeit: 331 km/h! Dazu gab es noch ein kleines Facelift - Spoilerlippe, Seitenschwellerleisten und der Heckdiffusor sind nun lackiert, die Scheinwerfer dunkler getönt.
Foto: dpaJaguar XFR-S Sportbrake
Der sportliche Kombi beschleunigt mit seiner 5,0-Liter-V-8-Maschine in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von satten 300 km/h. Im Vergleich zum XFR bringt er mit 550 PS Leistung nochmal 40 PS mehr auf die Strecke. Das R-Sport-Pack ist in Kombination mit fünf Antriebsvarianten verfügbar vom 2,0 Liter Turbo Benziner mit 240 PS bis zum 3,0-Liter V6 Kompressor Benziner mit 340 PS und natürlich einer Diesel-Variante mit 3,0 Liter V6-Motor und 240 PS. Darüber hinaus rüstet Jaguar zum Modelljahreswechsel alle XF/XF Sportbrake mit einer Schaltpunktpunktanzeige und einer Reifenluftdruckkontrolle aus. Ebenfalls generell neu: Ein unterhalb des springenden Jaguar "Leaper" zusätzlich auf der Heckklappe angebrachter Jaguar Schriftzug. Im Interieur spiegeln Akzente aus Karbonleder an den Polstern und den Armablagen in den Türen den Einsatz von Kohlefaser an der Karosserie wider. Kostenpunkt: 110.450 Euro. Ab Juli steht der neue Jaguar bei den deutschen Händlern.
Foto: Jaguar Land RoverQoros
Der chinesische Autohersteller stellt den Qoros 3 in seiner Fließheck-Variante vor. Neu sind hier die geänderte C-Säule, das verlängerte Dach und die neugestaltete Heckpartie. Auch die Frontseite des Modells weist Neuerungen auf: Nebelscheinwerfer und eine geänderte Stoßstange. Bereits bekannt ist der 1,6-Liter-Vierzylinder wahlweise mit oder ohne Turboaufladung.
Foto: PresseCitroen C 1
Weltpremiere für die Neuauflage des Stadtflitzers C1. Er kommt als Dreitürer und Fünftürer sowie als offene Version "Airscape" mit verschiebbarem fexiblem Stoffdach. Nur 3,46 m Länge, 1,62 m Breite und ein Wendkreis von 9,6 Meter machen den Franzosen agil und handlich. Im Cockpit findet sich ein 7-Zoll-Touchscreen. Die „Mirror Screen“-Technologie ermöglicht es, Anwendungen eines Smartphones auf den Touchscreen zu kopieren und von dort aus zu steuern. Der C1 kann mit einem schlüsselfreien Zugangs- und Startsystem, einer Rückfahrkamera sowie mit einer Berganfahrhilfe ausgestattet werden. Der Kofferraum fasst 196 Liter. Was der kleine Franzose kosten soll, ist noch nicht bekannt.
Foto: CitroënRenault Twingo
Mit Heckmotor, Hinterradantrieb und vier Türen fährt die dritte Generation des City-Flitzers in Genf vor. Der Twingo kommt mit emotionalerer Anmutung als sein Vorgänger und Design-Elementen, die an die Premium-orientierten Kleistwagen, wie etwa den Fiat 500 oder Opel Adam, erinnern. Die Architektur wurde gemeinsam mit Daimler als Twingo-Smart-Plattform entwickelt und ist Basis für den zukünftigen Smart ForTwo und Smart ForFour.
Foto: REUTERSFord Focus
Sparsame Motoren, ein neues Gesicht und viele elektronische Helferlein sollen dem Rivalen des VW Golf neuen Schwung geben.
Foto: PresseBMW stellt auf dem Genfer Autosalon sein neues viertüriges Gran Coupé vor. Mit zwei Dieselmotoren (143 PS und 184 PS) und drei Benzinmotoren (184 PS, 245 PS und 306 PS) liegt das neue Modell preislich bei 35.750 Euro aufwärts. Alle Motorvarianten sind mit einer Sechs-Gang-Handschaltung ausgestattet. Wer dem Standardmodell mehr Zunder verpassen möchte, kann sich das Modell auch mit einer Acht-Gang-Steptronic liefern lassen, für einen raschen Wechsel von automatischer zu manueller Schaltung.
Foto: BMWAudi S1
Ein kompakter Sportwage mit 231 PS. Der Zweiliter beschleunigt den Audi S1 und den S1 Sportback in 5,8 beziehungsweise 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Im Mittel begnügt sich der sportlich-sonor klingende TFSI dennoch mit nur 7,0 beziehungsweise 7,1 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer (162 beziehungsweise 166 Gramm CO2 pro Kilometer).Wie alle S-Modelle von Audi haben auch der S1 und der S1 Sportback den permanenten Allradantrieb quattro an Bord. Der Audi S1 und der S1 Sportback, die im 2. Quartal 2014 zu den Händlern in Deutschland kommen, kosten 29.950 Euro beziehungsweise 30.800 Euro.
Foto: dpaAuch Kia ist in Genf mit neuen Modellen vertreten, allen voran der aufgefrischte Kia Sportage. Neben kleinen optischen Retuschen am Kühlergrill und neuen LED-Rückleuchten hat Kia vor allem im Innenraum getüftelt. Auch der Motor ist jetzt leistungsfähige. Der bisherige Zweiliter-Bezinmotor mit 163 PS wird durch einen neuen Zweiliter-GDi-Motor mit 166 PS ersetzt.
Foto: KiaCitroen stellt in Genf den Cactus C4 auf den Präsentierteller. Die Studie war bereits auf der IAA in Frankfurt zu sehen. Der schicke Franzose wird als Alternative zu herkömmlichen Kompaktlimousinen gehandelt und besticht vor allem durch sein spezielles Design. Luftpolster an den Türen sollen das Auto vor Kratzern und Beulen schützen und der Park-Assistent, ein sieben-Zoll-Touchscreen machen das Fahren einfacher. Hunger unterwegs? Auch das ist im Cactus C4 kein Problem: Ein integrierter Online-Dienst sucht nach günstigen Tankstellen oder nahegelegenen Restaurants. Preislich liegt der Cactus bei rund 15.000 Euro.
Foto: CitroënDie neue V-Klasse überzeugt mit zweigeteilter Heckklappe und eine zweiten Ladeebene im Kofferraum. Zur Auswahl stehen drei Dieselmotoren mit 136, 163 und 190 PS. Doch Qualität hat ihren Preis, wer sich die neue V-Klassen anschaffen möchte, muss 41.000 Euro oder mehr auf den Tisch legen. Marktstart ist Ende Mai.
Foto: dpaVon innen fällt die V-Klasse durch viel Chrom und glänzende Elemente am Armaturenbrett auf. Sie sollen das neue Modell in Genf zu einem echten Hingucker machen und die V-Klasse vom Nutzfahrzeug-Image abgrenzen.
Foto: dpaLamborghini - Das neue Modell Huracán ist wie schon der Vorgänger nach einem Kampfstier benannt. Mit 610 PS und einer Beschleunigungszeit von 3,2 Sekunden auf Tempo 100 gehört der Huracán zu den schnellsten Modellen, die in Genf gezeigt werden. Die 200 Km/h-Marke knackt der Huracán nach 9,9 Sekunden.
Quelle: Lamborghini
Foto: WirtschaftsWocheMit dem Golf GTE präsentiert VW in Genf ein Zwischenmodell zwischen GTD und GTI. Ein Elektromotor mit 102 PS unterstütz den 150 PS-Turbomotor und bringt den Golf GTE auf eine Systemleistung von 204 PS. Die Beschleunigung von null auf hundert dauert beim GTE 7,6 Sekunden. Der Hybrid-Golf lässt sich an der Steckdose laden und soll laut VW eine Reichweite von 939 Kilometern haben. Verkaufsstart ist September 2014, der Preis wird bei knapp 36.000 Euro liegen.
Foto: VolkswagenVW präsentiert das Facelift des Polo - mit neuen Motoren, neuer Technik und neuer Optik. Mit einer verbesserten Lenkeigenschaft durch elektromechanische Servolenkung und eine Multikollisionsbremse soll der Polo vor allem sicherer werden. Für den frischen Look sorgen überarbeitete Front- und Heckstoßfänger. Das Modell gibt es in vier Motorvarianten. Zur Auswahl stehen vier Benziner (60 bis 110 PS) und drei Diesel (75 bis 105 PS). Preislich ist der Polo ab 12.450 Euro zu haben.
Foto: Volkswagen
Der Endfünfziger bereut seinen Schritt nicht im Geringsten. „Für mich war es das Beste, was mir passieren konnte.“ Das Umfeld in Europa habe er langsam als „destruktiv“ empfunden, weil es nur noch darum gegangen sei, bestehende Prozesse kostengünstiger und effizienter zu gestalten. „Für wirklich Neues ist kein Platz mehr“, sagt er.
Die Altersgrenze, hinter der viele an dolce far niente denken, hat auch Gert Volker Hildebrand gerade überschritten. Der 60-Jährige ist der Designchef von Qoros. In seinem früheren Berufsleben war er für Opel und VW tätig und entwarf für BMW unter anderem den ersten Mini der neuen Generation, der 2001 die Wiederbelebung der britischen Kultmarke einleitete.
Gemütlich hat es der hochgewachsene Freund feiner Maßanzüge bei seinem neuen Arbeitgeber nicht. Immer wieder muss er von Shanghai nach München fliegen, wo das europäische Designzentrum des Konzerns sitzt. Ihm bleibt nur, den Jetlag zu ignorieren. „Das geht nicht anders“, sagt Hildebrand. Die meisten seiner ehemaligen Kollegen haben sich in den Ruhestand verabschiedet. „Ich wollte aber weiterarbeiten“, meint er. Das Projekt Qoros habe zwei Sorten von Leuten angezogen: alte Haudegen, die es noch einmal wissen wollten – und Pioniertypen, die das Abenteuer reizt.
Angesteckt vom "China Bug"
Zu Hildebrands jüngeren Kollegen gehören Alexander Wortberg, Philipp Eberl und Christian Classon. Wortberg, gerade mal 40 Jahre alt, leitet die Produktion von Qoros. Classon, nur vier Jahre älter, hat den Karosseriebau im Werk in Changshu, eineinhalb Autostunden nördlich von Shanghai, unter sich. Und Eberl, mit 36 Jahren der jüngste der drei, verantwortet das Qoros-Designbüro in München.
Das Trio ließ sich vom „China-Bug“ anstecken, wie Infizierte die suchtartige Faszination des Landes nennen. Produktioner Wortberg hatte sich den Virus in Shenyang in Nordostchina eingefangen, wo er zweieinhalb Jahre für BMW arbeitete. Ihn begeistert der Vorwärtsdrang der Chinesen und ihre Bereitschaft, dafür Entbehrungen in Kauf zu nehmen. „Etwas, das ich in Deutschland eigentlich nicht kenne“, sagt er. Als er seinen Kollegen und Freunden von Qoros erzählte, hätten die mit Verwunderung reagiert. „Warum willst du weg aus München? Es ist doch wunderschön hier“, hätten die gesagt.
Gert Hildebrand: Seit 2013 Designchef bei Qoros, arbeitete vorher bei Opel, BMW, VW und Mitsubishi.
Foto: Presse
10. BAIC
Die Beijing Automotive Industry Holding ist die Dachgesellschaft des fünftgrößten Fahrzeug- und Automobilproduzenten der Volksrepublik. BAIC unterhält mehrere Joint-Venture etwa mit Daimler und Hyundai. Am 1. Februar 2013 unterzeichneten BAIC und Daimler eine Vereinbarung, nach der sich die Schwaben mit 12 Prozent an BAIC Motor, der Pkw-Sparte des Konzerns, beteiligen wird.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 50.869
Veränderung zu Vorjahr: +18%
Foto: AP9. Chang'an
Der Konzern existiert seit 1988 und baut jährlich über 300.000 Fahrzeuge in fünf über ganz China verteilten Werken. Seit 2001 unterhält Chang'an ein Joint-Venture mit Ford und produziert den Ford Mondeo und Focus für den chinesischen Markt. Auch der französischen Konzern PSA kooperiert mit Chang'an im Kleinwagensegment.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 51.933
Veränderung zu Vorjahr: -35%
Foto: Presse8. GAC
Die GAC Gonow Auto Co gehört seit Frühjahr 2010 zur Guangzhou Auto Group und stellt vor allem Nutzfahrzeuge und SUV her. Die Autos laufen unter der Marke Gonow. Seit 2006 unterhält Gonow ein Joint Venture mit der italienischen DR Motor Company, gemeinsam produzieren sie zwei SUV-Modelle unter dem Namen Kata Gonow.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 52.952
Veränderung zu Vorjahr: +71%
Foto: Creative Commons-Lizenz7. JAC
Die Anhui Jianghuai Automobile wurde 1964 gegründet und produziert aktuell mehr als 330.000 Pkw.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 57.210
Veränderung zu Vorjahr: -15%
Foto: Creative Commons-Lizenz6. Dongfeng
Das Unternehmen mit dem schönen Namen "Ostwind" entstand 1969 als Second Automotive Works. Heute beschäftigt Dongfeng rund 130.000 Mitarbeiter und ist als Aktiengesellschaft an der Börse Hongkong gelistet. Dongfeng gilt als einer der größten, wenn nicht der größte Lkw-Bauer der Welt. Seit 2003 baut der Konzern auch Pkw.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 84.783
Veränderung zu Vorjahr: +32%
Foto: Presse5. Lifan
Auf Deutsch bedeutet der Name dieses Autokonzern "kraftvolles Segeln". Lifan begann 1992 mit der Produktion von Motorrädern und zählt heute zu den größten Zwei-Rad-Produzenten des Landes. Stück für Stück dehnte Lifan die Produktion auf Pkw, Lkw, und und Nutzfahrzeuge aus. Exporte in die Europäische Union sind bisher nicht geplant.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 87.014
Veränderung zu Vorjahr: +102%
Foto: Presse4. SAIC
Die Shanghai Automotive Industry Corporation gilt als größte chinesischen Gruppe von Herstellern von Autos, Fahrzeugteilen und Motorrädern. Volkswagen und General Motors kooperieren mit SAIC. Rund 60.000 Menschen arbeiten für den Konzern, der bereits über 2,3 Millionen Fahrzeuge absetzte.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 95.653
Veränderung zu Vorjahr: +58%
Foto: REUTERS3. Great Wall
Der Name steht für die chinesische Mauer uns soll Langlebigkeit und Robustheit vermitteln. Great Wall wurde 1976 gegründet und beschäftigt über 20.000 Mitarbeiter. Im Februar 2012 eröffnete Great Wall als erster chinesischer Autobauer ein Montage-Werk in der EU. Die Hallen stehen im bulgarischen Lowetsch. Dort sollen bis zu 50.000 Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 96.465
Veränderung zu Vorjahr: +17
Foto: dapd2. Geely
Der Konzern präsentierte sich 2005 erstmals auf der IAA in Frankfurt. Seit 2010 besitzen die Chinesen die schwedische Traditionsmarkte Volvo, die sie dem US-Unternehmen Ford abkauften. Geely will bis 2015 rund zwei Millionen Fahrzeuge produzieren.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 100.779
Veränderung zu Vorjahr: +165%
Foto: dpa/dpaweb1. Chery
Chery Automobil produziert seit 1999 Autos. 2005 rollten bereits 200.000 Fahrzeuge vom Band. Gemeinsam mit dem israelischen Mischkonzern Israel Corporation baut Chery die Marke Qoros. Ihr trauen Experten den Durchbruch auf dem europäischen Markt zu.
Anzahl exportierter Fahrzeuge 2012: 184.757
Veränderung zu Vorjahr: +16%
Quelle der Daten: Hersteller, EAC International Consulting, COMAQ
Foto: AP
Wortberg räumt ein, dass es Abenteuerlust brauche, um in China etwas zu bewegen. Dafür werde man aber reich belohnt. „Bei Qoros ist das von vielen Firmen gewünschte ,Unternehmertum im Unternehmen‘ Realität“, sagt er. „Ideen werden hier sehr schnell umgesetzt, es gibt keine langen Gremiendurchläufe. Das fühlt sich unglaublich gesund an.“
Karosseriebauer Classon hatte bereits Auslandserfahrung in Europa und den USA, wo er für Ford arbeitete, zuletzt als Programmmanager für die Fertigung. Doch als er ankündigte, nach China gehen zu wollen, fragten ihn manche Kollegen, ob mit ihm etwas nicht stimme. „Aber ich wollte nicht mehr in einem reaktiven Umfeld arbeiten, in dem man bestimmt wird, anstatt etwas zu bestimmen“, sagt Classon. Für seinen Kollegen Eberl aus München war Qoros schlicht die Riesenchance. Wer schafft es im Alter von Mitte 30 schon an die Spitze eines Autodesignbüros?
Droge Innovation
Eberl, Steinwascher, Schmidt und Classon gehören bei Qoros zu einem internationalen Team mit insgesamt 138 nicht chinesischen Mitarbeitern. Davon sind 21 Deutsche. Sie bilden zusammen mit Schweden, von denen viele nach der Pleite des skandinavischen Autobauers Saab zu Qoros kamen, das größte Kontingent an Ausländern. Die Arbeitsbelastung der Zugereisten scheint enorm. Seitdem er bei Qoros sei, sagt Fahrzeugentwicklungschef Schmidt, habe er an kaum einem Tag weniger als zehn Stunden gearbeitet und zudem viele Wochenenden im Büro verbracht. „Das merke ich gar nicht“, sagt er, lacht wieder und zappelt auf seinem Stuhl.
Klaus Schmidt: Bei Qoros zuständig für die Fahrzeugentwicklung, war bei BMW verantwortlich für die -Technologie.
Foto: Presse
Offenbar entfaltet die Droge, etwas Neues schaffen zu können, nicht nur auf den Ex-BMWler eine stimulierende Wirkung. „Das Team um Qoros ist hoch motiviert“, sagt Autoexperte Jochen Siebert von der Unternehmensberatung JSC in Shanghai. Die meisten von ihnen hatten bereits eine beeindruckende Karriere in der Autobranche hinter sich. Sie suchten die Möglichkeiten und Freiheiten, die sie bei der Entwicklung eines neuen Autos haben. „Bei ihren ehemaligen Arbeitgebern hätten sie sich auf das Rentnerdasein vorbereiten müssen.“
Dabei verdienen die internationalen Spezialisten nicht einmal besonders viel Geld in China. Für das Qoros-Werk in Changshu sollen sie nur etwa 70 bis 80 Prozent des Budgets gehabt haben, das etablierte Autokonzerne für ein solches Projekt veranschlagen. Insgesamt standen Qoros-Vizechef Steinwascher 2,57 Milliarden US-Dollar für den Bau einer Fabrik mit einer Kapazität von maximal 150 000 Autos pro Jahr zur Verfügung, knapp ein Sechstel des Ausstoßes von VW in Wolfsburg. Erst langfristig soll die Produktion auf 450 000 Wagen pro Jahr steigen. In den 2,57 Milliarden US-Dollar sind alle wichtigen Investitionen enthalten, vom Marketing über die Produktion bis zum Vertrieb.
Geld war nicht der Grund
Für die angeheuerten Ausländer ist Geld offenbar nicht alles. Die Bezahlung sei gut, heißt es, aber auf keinen Fall exorbitant. Rechne man die vielen Heimflüge und die höheren Lebenshaltungskosten in China mit ein, hätten manche bei ihrem alten Arbeitgebern ein besseres Auskommen gehabt – so man sie gelassen hätte.
Geld, sagt Klaus Schmidt, sei auch nicht der Grund gewesen, für dieses Projekt noch einmal die Ärmel hochzukrempeln. „Bei Qoros haben Freiheit und Möglichkeiten, etwas zu gestalten, die Motivation ausgemacht.“ Ein Glücksmoment für ihn war es, als der erste Prototyp aus dem Werk fuhr. China verlassen möchte Schmidt noch nicht. Er hat noch ein paar Ideen, die er gerne umsetzen möchte.
Weltweite Aufmerksamkeit ist den Pionieren des zweiten Anlaufs jedenfalls sicher. Seitdem der Qoros 3 im September vergangenen Jahres beim Unfalltest Euro-NCAP in Europa die maximal erreichbaren fünf Sterne holte, wird das Projekt von der Konkurrenz ernst genommen.
Qoros ist der letzte Versuch Chinas, endlich einen international wettbewerbsfähigen Autobauer zu schaffen. Die drei Strategien, mit denen die Regierung dies in den vergangenen Jahrzehnten versuchte, gelten im Großen und Ganzen als gescheitert. Die erste Variante bestand aus Joint Ventures: Chinesische Autobauer sollten in Gemeinschaftsunternehmen mit westlichen Herstellern von erfahrenen Partnern lernen und sich nach und nach deren Know-how aneignen. Doch den zwangsverheirateten Westlern gelang es bisher gut, das Potenzial des gigantischen chinesischen Marktes zu nutzen, ohne dabei zu viel ihres Wissens preiszugeben.
Im zweiten Anlauf entschieden die Chinesen, gleich ganze Autobauer aus dem Westen zu kaufen. Ein Beispiel ist die Übernahme von Volvo durch Geely im August 2010. Aber auch dieser Weg führt nicht zu den gewünschten Resultaten. Zu unterschiedlich sind die Unternehmenskulturen und die jeweiligen Heimatmärkte. Drittens stattete der chinesische Staat einheimische Unternehmen mit sehr viel Geld aus, um sie auf Weltniveau zu hieven. Auch das führte nicht zu den gewünschten Ergebnissen. „Qoros ist der vierte Versuch“, sagt Berater Siebert. „Man kauft sich ein international erfahrenes Team, das ein wettbewerbsfähiges Auto entwickelt.“
Keine Korruption, keine Ineffizienz
Qoros hieß zunächst Chery Quantum Automotive. Ende 2011 entschieden sich die Eigentümer dann für den heutigen Namen, der dem altgriechischen Wort „Kronos“ für „Zeit“ ähnelt. Das soll der Marke ein besseres Entrée auf dem europäischen Markt sowie Internationalität vermitteln.
In seinem Innern ist das Multikulti-Unternehmen so weit von einem trägen, staatseigenen chinesischen Konzern entfernt wie der Jangtsekiang lang. Keine Korruption, keine Ineffizienz, keine Mitarbeiter, die sich scheuen, Verantwortung zu übernehmen: „Jeder von uns muss an irgendeiner Stelle mitanpacken, die vielleicht gar nicht in seinen Aufgabenbereich fällt“, sagt Karosseriebauer Classon. „Genau das schweißt das Team zusammen.“
Die größte Herausforderung war es, die vielen Nationen und fast ebenso vielen Unternehmenskulturen in einem Team zusammenzuführen. „Das Zusammenspiel der verschiedenen Kulturen – Deutsche, Schweden, Amerikaner und natürlich Chinesen – macht den Reiz aus“, sagt der ehemalige VW- und Opel-Manager Major. „Manchmal ist das wie ein Zoo.“
Auch deswegen sei Qoros vielmehr ein internationales Unternehmen in China. Bis auf den Vorstandschef Guo Qian und den Finanzchef sind die Führungspositionen mit Ausländern besetzt. Als Konkurrenz für westliche Autobauer sieht sich keiner der Deutschen. „Wir wollen nur Autos bauen“, sagt Design-Chef Hildebrand.