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  4. VW: BMW-Vorstand Markus Duesmann könnte der neue Audi-Chef werden

Markus DuesmannBMW-Vorstand geht zum Volkswagen-Konzern

Der BMW-Spitzenmanager Markus Duesmann wechselt zu Volkswagen. Möglicherweise kommt er sogar als Nachfolger des Audi-Chefs Rupert Stadler in Frage, der in Untersuchungshaft sitzt und bislang beurlaubt ist. 24.07.2018 - 10:20 Uhr aktualisiert

Seit Oktober 2016 war Markus Duesmann Einkaufsvorstand bei BMW. Aber schon seit 2007 arbeitete der gelernte Maschinenbauer im BMW-Konzern: zunächst im Formel-1-Team, ab 2012 als Leiter der Motorensparte.

Foto: dpa

Der Volkswagen-Konzern wirbt dem Konkurrenten BMW dessen Einkaufschef Markus Duesmann ab. Der Aufsichtsrat habe entschieden, dem Manager einen Posten im Konzernvorstand anzubieten, teilte Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg mit. Duesmann werde seine Tätigkeit aufnehmen, sobald er dafür zur Verfügung stehe. „Es gibt noch keine Entscheidung über die Ressortverantwortung“, sagte Aufsichtsratssprecher Michael Brendel der Deutschen Presse-Agentur.

Laut "Handelsblatt" soll Duesmann Audi-Chef werden – was die Firmen nicht bestätigten. Die VW-Tochter Audi wird derzeit kommissarisch vom Vertriebschef Bram Schot geführt; der in Untersuchungshaft sitzende Vorstandschef Rupert Stadler ist beurlaubt. Der Audi-Chef ist üblicherweise auch Vorstandsmitglied bei der Konzernmutter VW.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, der auch Mitglied des VW-Konzernvorstands ist, sitzt im Zusammenhang mit dem Abgasskandal seit mehr als einem Monat in Untersuchungshaft. Seitdem ist er beurlaubt, und Vertriebsvorstand Bram Schot führt die VW-Tochter Audi kommissarisch. Bisher hieß es, Stadler werde vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden, „bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat“.

BMW hatte am Montagabend den Abgang von Duesmann aus „persönlichen Gründen“ verkündet, ohne weitere Details zu nennen. Dem „Handelsblatt“ zufolge hat er eine Wettbewerbsklausel in seinem Vertrag. Frühestens in einem halben Jahr, eher aber später könnte er bei Audi anfangen, hieß es dort. Aus Kreisen hieß es dazu: „Die Position des Audi-Chefs ist nur eine von mehreren Möglichkeiten.“

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Duesmann ist nicht der erste prominente Manager, der von den Münchnern nach Wolfsburg wechselt. VW-Konzernchef Herbert Diess ging 2015 nach Wolfsburg, nachdem ihm der Weg an die BMW-Spitze verwehrt worden war. Er leitete dort zunächst die Kernmarke VW Pkw, bis er im April Matthias Müller als Konzernchef ersetzte. Bei den Münchenern war er zuletzt für das Entwicklungsressort zuständig gewesen, bevor Ex-VW-Chef Martin Winterkorn ihn nach Wolfsburg holte. Solche Wechsel sind in den deutschen Autokonzernen nicht ungewöhnlich, unter anderem war Ex-VW-Chef Bernd Pischetsrieder vorher bei BMW an der Konzernspitze. Des Öfteren leistet der neue Arbeitgeber auch eine Zahlung an den alten Arbeitgeber, um einen Manager früher loszueisen oder dessen Pensionsansprüche abzugelten.

Volkswagen lobte Duesmann als „einen der erfahrensten und profiliertesten Experten der Automobilindustrie“, der sich durch breite Erfahrung bei verschiedenen Konzernen auszeichne. Der Westfale Duesmann ist 49 Jahre alt und seit Oktober 2016 Mitglied im BMW-Vorstand. Der Maschinenbau-Ingenieur ist seit 2007 im Konzern, vorher arbeitete er unter anderem bei Daimler. Zuletzt hatte Duesmann bei BMW als Einkaufschef unter anderem die Sicherung der Rohstoffversorgung für die Batterien in künftigen Elektroautos im Blick. Der Manager ist zudem Experte für Motorsport, arbeitete sowohl bei Mercedes-Benz als auch bei BMW in den jeweiligen Formel-1-Teams.

VW-Vorstandsmitglied Hiltrud Werner sprach sich im Interview mit der „Financial Times“ (Dienstag) gegen eine vorzeitige Demission Stadlers aus. „Ich kann nur für mich sprechen, aber wenn jemand in dieser Art gedemütigt wird, gibt es aus meiner Ansicht keinen Grund für den Aufsichtsrat, ihn noch weiter zu demütigen“, sagte die bei VW für Integrität und Recht zuständige Managerin der Zeitung. Stadler sei nicht angeklagt und die Ermittler hätten auch keine Beweise für ein Fehlvergehen vorgelegt.

dpa
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