Neuzulassungen in Deutschland: Antriebswende ohne Tesla
Symbole markieren Ladeplätze an Schnellladesäulen für Elektroautos in der Region Hannover.
Foto: Julian Stratenschulte/dpaDie Autokäufer in Deutschland sind immer für eine Überraschung gut. Die Neuzulassungen im Februar dürften Autohersteller und Zulieferer hoffen lassen. Denn laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes sind Hybrid- und reine Elektroautos auf dem Vormarsch. Und zwar rasant.
Zwar sank die Zahl der Neuzulassungen hierzulande im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 203.434 Fahrzeuge, doch Ford (+22,1 Prozent), Audi (+11,3 Prozent), VW (+1,7 Prozent) und BMW (+6,1 Prozent) konnten Marktanteile hinzugewinnen. Volkswagen konnte damit die Spitzenposition mit einem Marktanteil von weiterhin über einem Fünftel leicht ausbauen.
Zu den großen Verlierern zählen dagegen Smart, Porsche, Mini und Opel, die allesamt zweistellige Rückgänge hinnehmen mussten. Bei Mercedes hielten sich die Verluste mit 6,4 Prozent dagegen in Grenzen.
Aber Moment, fehlt nicht eine wichtige Marke? Ja. Tesla. Mit einem Minus von über 70 Prozent auf 1429 Fahrzeuge rutschten die Amerikaner unter die 3000er-Marke. Nach den Maßstäben der KBA-Pressestelle reichte es für den von Elon Musk geführten E-Auto-Pionier nur noch für eine Erwähnung in der Tabelle. Dabei hätte der Februar für Tesla ein märchenhafter Monat werden können. Warum, verrät ein Blick in die Antriebsstatistik.
Hybrid und Elektro legen zu
Mehr als die Hälfte der im Februar neu zugelassenen Personenkraftwagen waren entweder Hybridfahrzeuge (einschließlich Plug-in-Hybridfahrzeuge, Anteil 37,6 Prozent) oder reine Elektrofahrzeuge (Anteil 17,1 Prozent). Die Zulassungen von Dieselfahrzeugen und Benzinern gingen dagegen um jeweils rund ein Viertel zurück.
Allerdings konnte Tesla von diesem Wachstum offensichtlich nicht profitieren. Dagegen konnten neben den bereits genannten Marken einige chinesische Hersteller wie BYD, Xpeng und Polestar zahlenmäßig zulegen. Allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Der Marktführer in China, BYD, verkaufte fast doppelt so viele Autos wie 2024: 185.
Während BYD den Amerikanern damit auf dem deutschen Markt noch nicht gefährlich werden kann, sieht es in China anders aus. Auch dort ist der Tesla-Absatz eingebrochen, und zwar um fast die Hälfte. Der Marktanteil lag nach Angaben des dortigen Branchenverbandes CPCA im Februar nur noch bei 3,7 Prozent.
Die Entwicklung in Deutschland und China im Februar setzt damit die Entwicklung des Vormonats auf europäischer Ebene fort. Nach den jüngst veröffentlichten Januar-Daten des europäischen Verbandes ACEA hatte sich auch hier der Tesla-Absatz zum Vorjahresmonat halbiert.
Dieser Negativtrend hat bereits an anderer Stelle seine Spuren hinterlassen: Der Aktienkurs von Tesla ist seit Jahresbeginn um fast ein Drittel auf aktuell gut 273 Dollar gefallen. Elon Musk, dessen Reichtum auch am Kurs des Elektroautobauers gemessen wird, dürfte darüber wenig erfreut sein. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass das politische Engagement des Firmenchefs zu dieser Entwicklung beigetragen hat.
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