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Deutsche BankDeutsche Bank dünnt Filialnetz aus

Immer mehr Bank-Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte online - die Deutsche Bank reagiert und macht ein Viertel der Filialen in Deutschland dicht. Nun steht fest, welche Standorte geschlossen werden. 17.07.2016 - 15:15 Uhr

Im Zuge ihres Sparkurses baut die Deutsche Bank deutschlandweit rund 188 Filialen und damit ein Viertel ihrer Zweigstellen ab. Deutschlands größte Bank reagiert damit nach eigenen Angaben darauf, dass immer mehr Kunden Bankgeschäfte im Internet erledigen und immer seltener Zweigstellen besuchen. 50 Prozent der Kunden kämen nur noch einmal jährlich in die Filiale. „Betriebsbedingte Kündigungen möchten wir vermeiden“, sagte Unternehmenssprecher Christoph Blumenthal. Die Deutsche Bank setze darauf, Mitarbeiter zu qualifizieren und auf freie Arbeitsplätze innerhalb des Konzerns zu vermitteln. „Darüber hinaus wird die Bank die betroffenen Mitarbeiter dabei unterstützen, außerhalb des Unternehmens einen neuen Arbeitsplatz zu finden“, sagte der Sprecher.

Im Internet hat die Deutsche Bank die Liste der betroffenen Standorte veröffentlicht, die geschlossen werden – insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit Kosten senken.

Foto: dpa

Sachsen und Sachsen-Anhalt

In Sachsen und Sachsen-Anhalt schließt die Deutsche Bank am wenigsten Filialen: Jeweils ein Standort soll in den beiden Bundesländern dicht gemacht werden. In Sachsen betreibt das Geldinstitut fortan 30 Filialen, in Sachsen-Anhalt werden es 15 sein.

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Saarland

Im Saarland sind zwei Filialen von der Schließung betroffen. Fortan werden 74 Mitarbeiter an acht Standorten tätig sein.

Foto: dpa

Bremen

Im Zwei-Städte-Staat Bremen schließt die deutsche Bank drei Standorte. Es bleiben sieben Filialen übrig, in denen 86 Mitarbeiter tätig sein werden.

Foto: dpa

Thüringen

Wie in Bremen werden auch im Bundesland Thüringen drei Filialen geschlossen. Das Geschäftsvolumen in Thüringen beträgt laut der Deutschen Bank jährlich 4,4 Milliarden Euro.

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Brandenburg

Hier sinkt die Anzahl der Filialen von 26 auf 21. In Brandenburg beschäftigt die Deutsche Bank nach eigenen Angaben 183 Filialmitarbeiter.

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Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sollen insgesamt sechs Standorte dicht gemacht werden. Die Deutsche Bank betreibt dort ab 2017 28 Filialen, in denen 274 Angestellte arbeiten werden. Das jährliche Geschäftsvolumen beträgt in Rheinland-Pfalz laut Geldinstitut 9,8 Milliarden Euro.

Foto: dpa

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

In den beiden nördlichen Bundesländern sollen laut Liste bis zum Jahr 2017 jeweils sieben Standorte wegfallen. In Mecklenburg-Vorpommern betreibt die Deutsche Bank dann noch 20 Filialen, in Schleswig-Holstein (Bild) 15 mehr.

Foto: dpa

Hamburg

In Hamburg sind neun Außenstellen von der Schließung betroffen. In 28 Filialen sollen zukünftig 358 Angestellte arbeiten.

Foto: dpa

Hessen

Im Bundesland Hessen macht die Deutsche Bank elf Filialen dicht – allein fünf in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt am Main (Foto). In Hessen beträgt das jährliche Geschäftsvolumen 22,3 Milliarden Euro.

Foto: dpa

Bayern

Auch im Freistaat Bayern schließt die Deutsche Bank im Jahr 2017 elf Filialen. Fortan soll es dort noch 59 Standorte mit 663 Mitarbeitern geben.

Foto: dpa

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, die am stärksten von der Ausdünnung des Filialnetzes betroffen sind: Dort sollen bis 2017 zwölf Standorte wegfallen. Es bleiben 65 Filialen mit mehr als 800 Mitarbeitern.

Foto: dpa Picture-Alliance

Niedersachen

In Niedersachen sollen bis 2017 insgesamt 16 Filialen mit der jeweils nächstgelegenen zusammengelegt werden. Das Geschäftsvolumen beträgt in diesem Bundesland laut Geldhaus 15,4 Milliarden Euro.

Foto: dpa Picture-Alliance

Berlin

In Berlin sollen künftig 43 Filialen wegfallen – unter anderem 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Es bleiben ab 2017 42 Standorte, an denen Deutschlands größtes Geldhaus 636 Filialmitarbeiter beschäftigen wird.

Foto: dpa

Nordrhein-Westfalen

Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am stärksten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. Mit 205 Standorten betreibt das Geldhaus dort dennoch weiterhin die meisten Filialen.

Foto: dpa Picture-Alliance

Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. In Berlin sind es 43 Filialen - darunter 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Die Deutsche Bank veröffentlichte am Sonntag im Internet die Liste der betroffenen Standorte, die geschlossen werden - insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit auch Kosten senken.

Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ über die Liste berichtet. Demnach macht das größte deutsche Geldhaus zum Beispiel in Niedersachsen 16 Filialen dicht, in Baden-Württemberg 12 und in Bayern 11. In Hamburg sind 9 Außenstellen betroffen und in Hessen 11, darunter fünf am Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt.

Deutsche Bank

Chronik des Versagens bei der Deutschen Bank

von Cornelius Welp

Das Institut hatte bereits im Juni auch im Zuge ihres Sparkurses angekündigt, dass gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden sollen - die Zahl der Standorte wird von 723 auf 535 verringert. Mit dem neuen Filialnetz reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben außerdem darauf, dass immer mehr Kunden Online-Banking nutzen.

Immer weniger Menschen nutzten das Angebot, in eine Filiale zu kommen, sagte der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Christian Sewing, am Sonntag auf dpa-Anfrage. Von den 188 Filialen, die geschlossen werden, sollten rund 30 an ländlichen Standorten in „Finanzagenturen“ umgewandelt werden. Diese sollen demnach einen Großteil des heutigen Beratungsangebots weiter fortführen und über SB-Zonen mit Geldautomaten verfügen. „Damit bleiben wir also auch auf dem Land für unsere Kunden gut zu erreichen.“

Sewing bekräftigte, die Deutsche Bank wolle bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau ihres digitalen Angebots investieren. Außerdem solle es künftig zusätzlich sieben Beratungscenter in Deutschland geben, in denen 360 ausgebildete Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb der klassischen Banköffnungszeiten.

Um trotz des anhaltenden Zinstiefs Erträge zu steigern, will die Deutsche Bank außerdem verstärkt auf vermögende Kunden setzen, wie sie bereits mitgeteilt hatte. In jeder Filiale soll es künftig Beratung zur Vermögensverwaltung geben. Dafür wird die Zahl der Experten in diesem Bereich aufgestockt.

Wo die Deutsche Bank überall Ärger hat
Im Juni wurde bekannt, dass Ermittler rund um den Globus dem Verdacht nachgehen, russische Kunden könnten über die Deutsche Bank Rubel-Schwarzgeld im Wert von mindestens sechs Milliarden Dollar gewaschen haben. Die Bank hat versprochen, zur Aufarbeitung der Affäre mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Mehrere Mitarbeiter in der Moskauer Niederlassung wurden deshalb vor die Tür gesetzt, darunter auch der ehemalige Chef-Händler in Russland, Tim Wiswell.Inzwischen hat die Affäre eine neue Dimension erreicht: Das US-Justizministerium und die Finanzbehörde von New York (DFS) prüfen laut einem Medienbericht, ob die Bank gegen Sanktionen verstoßen hat. Dabei gehe es auch um die Frage, ob Geschäfte mit Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin gemacht wurden und ob die Bank intern geeignete Vorkehrungen getroffen hat, um solche Verstöße zu verhindern.
Schon länger steht die Deutsche Bank im Verdacht, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die USA gegen Länder wie den Iran verhängt haben. Die Gespräche über einen Vergleich laufen, wie Insider berichten. Intern gab es zuletzt die Hoffnung, dass dieses Thema zeitnah abgeschlossen werden kann. Die Bank hat betont, sie habe sich bereits 2007 aus Iran-Geschäften zurückgezogen. Einige andere Finanzinstitute mussten für Vergleiche in der Sache bereits tief in die Tasche greifen: Die französische BNP Paribas zahlte knapp neun Milliarden Dollar, die Commerzbank 1,45 Milliarden Dollar.
Ende 2013 zahlte die Deutsche Bank 1,4 Milliarden Euro für die Beilegung ihres größten Rechtsstreits im Zusammenhang mit fragwürdigen Hypothekengeschäften in den USA. Das Institut soll vor der Finanzkrise beim Verkauf von Wertpapieren, die mit Hypotheken unterlegt sind, falsche Angaben gemacht haben. Andere Verfahren, die die amerikanischen Federal Housing Finance Agency (FHFA) gegen die Deutsche Bank und weitere Häuser angestrengt hatte, sind aus dem Vergleich jedoch ausgeklammert. Auch andere Klagen liegen noch auf dem Tisch und könnten potenziell viel Geld kosten.
Die Bank ist nach Ansicht des Oberlandesgerichts München mitverantwortlich für die Pleite des Medienkonzerns im Jahr 2002. Grund ist ein Interview des damaligen Bankchefs Rolf Breuer, in dem dieser Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit gesät hatte. Anfang 2014 einigten sich die Streitparteien in einem Vergleich zwar auf Schadenersatz von 925 Millionen Euro. Doch die strafrechtlichen Ermittlungen gegen einzelne Spitzenmanager der Bank wegen versuchten Prozessbetrugs liefen weiter. Die Staatsanwaltschaft München erhob schließlich Anklage gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen sowie die früheren Spitzenmanager Josef Ackermann, Rolf Breuer und Clemens Börsig. Prozessauftakt war im April, das Verfahren zieht sich. Die Ermittlungen wurden zudem auf den heutigen Rechtsvorstand Stephan Leithner und die Anwälte der Bank ausgeweitet.
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Bank wegen des Verdachts der Umsatzsteuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Betrug mit CO2-Verschmutzungsrechten. Rund 500 bewaffnete Polizisten und Steuerfahnder hatten deshalb Ende 2012 den Hauptsitz der Bank in Frankfurt und andere Büros durchsucht. Co-Chef Fitschen und der langjährige Finanzvorstand Stefan Krause gehörten zu ursprünglich 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre wegen schwerer Steuerhinterziehung ermittelt wurde. Denn Fitschen und Krause hatten die auf dem CO2-Betrug basierende Steuererklärung unterzeichnet. Im August diesen Jahres erhob die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt schließlich gegen acht beteiligte Kundenbetreuer und Händler der Deutschen Bank Anklage wegen "bandenmäßiger Steuerhinterziehung".
Wegen der Manipulation wichtiger Referenzzinssätze wie Euribor und Libor musste die Deutsche Bank viel Geld abdrücken. Die EU-Kommission verhängte Ende 2013 eine Strafe von 1,7 Milliarden Euro gegen sechs Großbanken, davon entfiel mit 725 Millionen Euro der Löwenanteil auf das Frankfurter Geldhaus. Die Behörden in Großbritannien und den USA brummten der Bank eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar auf. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat in ihrem Bericht zur Zinsaffäre eine Reihe von Top-Managern scharf angegriffen und ihnen zu laxe interne Kontrollen beziehungsweise eine mangelnde Aufklärung der Tricksereien vorgeworfen. Darunter war auch Co-Vorstandschef Anshu Jain, der im Frühsommer sein Amt zur Verfügung stellte. Einen Zusammenhang zwischen dem Rücktritt und dem BaFin-Bericht wies die Bank allerdings zurück.Mit vier mutmaßlich in den Zinsskandal verwickelten Händlern hat sich die Deutsche Bank in Frankfurt nach langem Hin und Her auf einen Vergleich geeinigt, der ebenfalls Geld kostete.Ob das Zinskapitel wirklich abgeschlossen ist, ist offen. In den USA könnten auch Sammelklagen von Anlegern gegen die Bank zugelassen werden. Sie müssen aber eindeutig nachweisen, dass ihnen durch die Manipulationen Nachteile entstanden sind.
Aufseher, darunter auch die BaFin, gehen dem Verdacht nach, dass Banken am billionenschweren Devisenmarkt ebenfalls getrickst haben. Einige internationale Großbanken haben in der Sache bereits milliardenschwere Vergleiche geschlossen. Die Deutsche Bank als einer der größten Devisenhändler der Welt nicht. Sie hat Finanzkreisen zufolge aber mehrere Händler vom Dienst suspendiert. Sie stehen offenbar im Verdacht, an Referenzkursen gedreht zu haben. Die Deutsche Bank hat erklärt, dass sie zur Aufklärung des Skandals mit verschiedenen Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet und zudem eine interne Untersuchung gestartet hat. Diese Untersuchung ergab nach Angaben aus Finanzkreisen, dass es bislang keinerlei Hinweise auf Tricksereien bei den großen Währungen Euro, Dollar, Pfund und Yen gibt, wohl aber vereinzelt beim russischen Rubel und dem argentinischen Peso.Vom Haken sind die Frankfurter aber nicht: In der US-Niederlassung der Bank installierte die New Yorker Finanzaufsicht DFS einen Kontrolleur, der sich Finanzkreisen zufolge nun schon seit einigen Monaten das elektronische Devisenhandelssystem genauer anschaut. Demnach sind Algorithmen der Plattform "Autobahn" Teil der Ermittlungen.Amerikanische und deutsche Aufseher gehen zudem dem Verdacht nach, dass Geldhäuser den viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte (Isdafix) zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Sie haben auch dazu Informationen von der Deutschen Bank angefordert.
Das US-Justizministerium ermittelt seit mehr als fünf Jahren gegen Finanzinstitute in der Schweiz wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Am Haken haben die Behörden seit 2013 auch die Deutsche Bank. Deren Schweizer Tochter erstatte Selbstanzeige. Finanzkreisen zufolge hat sich die Deutsche Bank bei den US-Behörden gemeldet, weil sie den Verdacht hegte, einige US-Kunden könnten ihr Vermögen in der Schweiz vor dem heimischen Fiskus versteckt haben. Seither würden Daten an die USA geliefert und Anfragen beantwortet. Eine Strafzahlung könne die Bank damit aber wohl nicht abwenden, sondern nur auf einen Rabatt hoffen. Eine Entscheidung steht noch aus. Das Bußgeld kann sich auf bis zu 50 Prozent der versteckten Gelder belaufen.

Im Zuge ihres Sparkurses hatte die Deutsche Bank ebenfalls bereits im Juni mitgeteilt, dass knapp 3000 Vollzeitstellen wegfallen. Davon sollen etwa 2500 auf das Privat- und Firmenkundengeschäft entfallen. Betroffen sind unter anderem zudem die Vermögensverwaltung und das Risikomanagement.

Über den Stellenabbau hinaus zieht sich die Deutsche Bank aus zehn Auslandsmärkten zurück und dampft auch das Investmentbanking ein. 2015 hatte die Deutsche Bank auch wegen der Anlaufkosten für den Konzernumbau einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

dpa
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