Fidor Bank Opfer des Bitcoin-Booms

Besonders die Fidor Bank ist bei Bitcoin-Anlegern beliebt. Das wird für die Bank zunehmend zum Fluch. Quelle: REUTERS

Durch den Hype um die Kryptowährung gewinnt die Münchner Fidor Bank immer mehr Neukunden. Die überfordern das kleine Institut.

Der Unmut bei den Kunden der Münchner Direktbank Fidor ist groß. „Diese Bank ist eine Lachnummer von A bis Z und nicht mehr.“ „Das sind nicht hinnehmbare Zustände.“ „Werde meine Registrierung stornieren und mir eine andere Bank suchen.“ Im Forum auf der Webseite des Unternehmens wimmelt es nur so von verärgerten Neukunden, die seit Wochen darauf warten, dass Sie sich endlich registrieren können.

Wer ein Konto bei der Direktbank eröffnen möchte, muss sich vorher über den Dienst IDnow per Videochat identifizieren. Das Verfahren ist in der Theorie deutlich einfacher als die herkömmliche Registrierung über Postident, doch derzeit ist der Dienstleister vollkommen überlastet. Schuld daran ist der Hype um die Kryptowährung Bitcoin, deren Kurs in den vergangenen Tagen immer neue, aberwitzige Höhen erreicht hat. Und damit immer mehr Möchtegern-Profiteure anlockt.

„Die Zahl der täglichen Idents erhöht sich ständig, da immer neue Bitcoin-Anbieter dazu kommen“, sagt Danielle Ritsch, Marketingchefin bei IDnow. Für insgesamt acht Bitcoin-Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz wickelt IDnow derzeit die Identifizierungen ab. Auf die gestiegene Zahl an Anfragen kann das Unternehmen aus München nicht reagieren. Kurzfristig hundert Mitarbeiter einzustellen, sei nicht möglich. Zumal der Andrang auf den Bitcoin auch jederzeit wieder vorbei sein könne.

Die Nachfrage nach Videoidentifizierungen durch IDnow ist in den vergangenen Monaten aber nicht nur stark gewachsen, sondern schwankt auch gewaltig. In einem Monat steigen die Anfragen um 50 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im nächsten Monat stagnieren sie oder sinken sogar. Das erschwert die Planung. Im November hat IDnow alleine im Bereich Bitcoin eine fünfstellige Anzahl an Identifizierungen abgewickelt.

Besonders die Fidorbank ist bei Bitcoin-Anlegern beliebt. Denn sie ist der Partner der Plattform bitcoin.de, auf der Anleger mit der Kryptowährung handeln können. Wer ein Konto bei der Fidorbank hat, kann am Expresshandel teilnehmen und Bitcoins innerhalb von Sekunden kaufen oder verkaufen. Dieses Angebot wird für die Bank zunehmend zum Fluch.

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