Flughafen Hahn: Ein gefallener Stern wird chinesisch
Platz 20: Bangkok
Am Suvarnabhumi International Airport in der Hauptstadt von Thailand wurden 2016 knapp 55,9 Millionen Fluggäste registriert und damit 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Quelle: International Air Transport Association
Foto: dpaPlatz 19: Incheon
Gut 57,8 Millionen Passagiere flogen im vergangenen Jahr vom Incheon Airport in Südkorea. Damit stieg die Zahl der Reisenden gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent. Bislang war der Airport westlich von Seoul auf dem 22. Platz der Rangliste.
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Platz 18: Denver
Der internationale Airport im US-Bundesstaat Colorado begrüßte zuletzt rund 58,3 Millionen Reisende. Dies ist ein Zuwachs um gut acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Foto: REUTERSPlatz 17: Singapur
Der Flughafen des asiatischen Stadtstaats Singapur fiel im Ranking um einen Rang. Im vergangenen Jahr landeten und starteten dort gut 58,7 Millionen Menschen.
Foto: dpaPlatz 16: New York JFK
Der JFK Airport in New York kletterte durch einen Zuwachs von 3,5 Prozent einen Rang nach oben. 2016 starteten oder landeten dort gut 58,9 Millionen Reisende.
Foto: REUTERSPlatz 15: Guangzhou
Der südchinesische Airport darf sich ebenfalls über Zuwächse freuen. Mit einem Plus von 8,2 Prozent kletterte um zwei Plätze nach oben. Im vergangenen Jahr waren dort gut 59,7 Millionen Passagiere zu Gast.
Foto: dpaPlatz 14: Istanbul
Der Atatürk-Airport begrüßte im vergangenen Jahr gut 60,1 Millionen Reisende. Das war ein Rückgang um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Foto: REUTERSPlatz 13: Frankfurt
Auch Frankfurt verzeichnet einen Rückgang der Passagierzahlen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl um 0,4 Prozent auf gut 60,8 Millionen Reisende.
Foto: CLARK/obsPlatz 12: Amsterdam
Der Airport Schiphol verzeichnete ein Plus von 9,2 Prozent und kletterte zwei Plätze nach oben. Rund 63,6 Millionen Passagiere starteten oder landeten dort im vergangenen Jahr.
Foto: picture alliancePlatz 11: Dallas/Fort Worth
An dem Flughafen in Texas landeten oder starteten im vergangenen Jahr gut 65,7 Millionen Passagiere. Dies ist ein Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zu 2015.
Foto: dpaPlatz 10: Paris Charles de Gaulle
Der Charles-de-Gaulle-Flughafen kletterte im Ranking durch einen Zuwachs von 0,3 Prozent um einen Platz nach oben. Insgesamt 65,9 Millionen Reisenden waren dort im vergangenen Jahr zu Gast.
Foto: REUTERSPlatz 9: Schanghai Pudong
Ein weiterer chinesischer Flughafen unter den Top 20. Gut 66 Millionen Passagiere waren dort 2016 zu Gast, dies ist ein Plus von 9,8 Prozent. Im Ranking kletterte der Pudong Airport von Platz 13 auf 9.
Foto: REUTERSPlatz 8: Hongkong
Rund 70,3 Millionen Fluggäste starteten oder landeten dort im vergangenen Jahr. Dies ist ein Plus von drei Prozent.
Foto: dpaPlatz 7: London-Heathrow
Der größte britische Airport begrüßte 2016 rund 75,7 Millionen Passagiere. Dies ist ein Zuwachs von einem Prozent.
Foto: REUTERSPlatz 6: Chicago O'Hare
Trotz eines Zuwachses von 1,3 Prozent rutschte der Airport der US-Großstadt vom vierten auf den sechsten Platz. Gut 77,9 Millionen Passagiere waren dort 2016 zu Gast.
Foto: REUTERSPlatz 5: Tokio-Haneda
Am größten Flughafen der japanischen Hauptstadt landeten und starteten 2016 gut 79,7 Millionen Passagiere. Dies war ein Zuwachs von 5,5 Prozent, an der Platzierung ändert dies aber nichts.
Foto: dpaPlatz 4: Los Angeles
Der Airport in L.A. verzeichnet einen satten Zuwachs von acht Prozent. Damit kletterte der Flughafen von Rang sieben auf den vierten Platz. Gut 80,1 Millionen Passagiere nutzten 2016 den Airport.
Foto: APPlatz 3: Dubai
Der Flughafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bleibt auf dem dritten Platz. Mit einem Zuwachs von 7,2 Prozent wurde die Zahl der Passagiere auf 83,7 Millionen gesteigert.
Foto: APPlatz 2: Peking
Auch der Flughafen der chinesischen Hauptstadt verteidigt seinen Spitzenplatz. Der Zuwachs lag 2016 bei fünf Prozent, insgesamt gut 94,4 Millionen Reisende waren dort im vergangenen Jahr zu Gast.
Foto: REUTERSPlatz 1: Atlanta
Der Airport im US-Bundesstaat Georgia verteidigt seinen Spitzenplatz. Mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent stieg die Zahl der Passagiere 2016 auf rund 104,2 Millionen.
Foto: dpaEs ist offiziell: Der Hunsrück-Flughafen Hahn geht an die chinesische Shanghai Yiqian Trading Company. Das gab die Landesregierung Rheinland-Pfalz in einer Pressekonferenz am Montagmittag bekannt. Damit geht der defizitäre Airport an einen ausländischen Investor - vermutlich komplett. Zwar hält das Rheinland-Pfalz nur 82,5 Prozent der Anteile, aber das Land Hessen, das in Besitz der die übrigen 17,5 Prozent ist, verhandelt gerade ebenfalls. Dass auch diese Anteile an die Chinese verkauft werden, gilt als sicher. Den defizitären Flughafen Hahn zu halten, scheint sich in Deutschland für niemanden mehr zu lohnen.
Der Käufer aus China scheint das anders zu sehen. Über die Pläne der in Luftfahrt, Logistik und internationaler Handel tätigen Shanghai Yiqian Trading Company ist bislang aber nur wenig bekannt.
Gewiss ist hingegen: Mit dem Verkauf endet ein unrühmliches Kapitel des mittlerweile hoch defizitären Flughafens Hahns. Lange galt der Airport angesichts des Ryanair-Booms als Zukunftsmodell: Selbst Frankfurts Flughafenbetreiber Fraport war zeitweise an ihm beteiligt, um dort möglicherweise Fracht und Billigverkehr abzufertigen.
Der 1999 als Deutschlands erster Billigairport gestartete Hunsrück-Flughafen erlebte einen raschen Aufstieg. Spar-Touristen sorgten für viel Verkehr: Sogar aus weiter entfernten Städten wie Hannover und Wolfsburg reisten Kunden gerne nach Hahn, wenn sie dadurch ein paar hundert Euro sparen konnten. Dass Hahn sich vor allem auf Billigfluglinien wie Ryanair konzentrierte, brachte zwar Wachstum, aber kein Geld. Die Iren bezahlten pro Passagier deutlich weniger als die etablierten Airlines.
Zudem erwiesen sich die Schnäppchenjäger als untreue Kunden. Sie waren die ersten, die dem Airport verloren gingen, als andere Anbieter Ryanair nacheiferten. Mit der Zeit machten Tickets unter 50 Euro pro Strecke bei der Lufthansa - und sogar unter 40 Euro anderswo - viele Strecken und Flughäfen ähnlich attraktiv. Und zwar auch Flughäfen, die - im Vergleich zu Hahn - nicht in erster Linie per Auto zu erreichen waren, sondern auch gut mit Bahn und Bus.
Zunächst zogen Airports wie Köln und Berlin nach. Dann folgten Weeze, Lübeck, Karlsruhe und Memmingen. Günstiges Fliegen sollte es somit bald überall geben - nicht nur mit Ryanair von Frankfurt-Hahn. Die Folge: Im vergangenen Jahr zählte Hahn nur noch 2,7 Millionen Passagiere. Vor zehn Jahren waren es noch knapp vier Millionen.
Bei der Fracht lief es auch nicht besser: Von Hahn darf zwar rund um die Uhr gestartet werden. Aber so wichtig den Cargo-Linien das auch ist, um ihren Kunden längere Annahmezeiten zu gewähren, am Ende war es doch wichtiger in Frankfurt zu sein. Und nicht irgendwo im Großraum Frankfurt - und eigentlich im Hunsrück. Die Nähe zur Lufthansa und anderen Frachtlinien machte mit dem wachsenden Angebot an Ladekapazität in Passagiermaschinen, den Vorteil einer 24-Stunden-Startmöglichkeit mehr als wett.
Die große Hahn-Hoffnung und Hauptkunde Ryanair kehrt dem Standort nämlich auch immer mehr den Rücken, denn die Airline gibt das Billigsegment zu Gunsten von Zentralflughäfen auf, weil die Iren dank höherer Ticketpreise am Ende mehr Geld verdienen.
Dazu kamen schließlich noch Fälle von Missmanagement und Vetternwirtschaft. Als die Verluste wuchsen, ging auch noch der letzte Rückhalt für den Airport in der Landesregierung Rheinland-Pfalz verloren. Das Land musste wiederholt Geld nachschießen. Dazu sei man aber auch künftig bereit, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz - in Form von Betriebs- und Investitionsbeihilfen.
Trotzdem scheint der ehemalige Militärflughäfen mittlerweile ein Fass ohne Boden zu sein. Die Probleme dürften bleiben und werden eher noch schlimmer als besser. Wie ein neuer Besitzer das lösen will, bleibt abzuwarten.
Beendet ist die Geschichte des Flughafen Hahn längst nicht. Auch nicht für Rheinland-Pfalz. Das Land wird den Airport trotz der Übernahme wohl auch in den kommenden Jahren noch mit Millionenzahlungen unterstützen.
Mit Material von dpa und Reuters