1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Dienstleister
  4. Blackrock: Hoffen auf Zinswende im Sommer

InvestitionenBlackrock hofft auf Zinswende im Sommer

Der größte Vermögensanleger der Welt sieht für 2024 einen Rückgang der Inflation und sinkende Zinsen. Investieren wollen Kunden überwiegend in nachhaltige Unternehmen.Daniel Goffart 15.02.2024 - 15:47 Uhr aktualisiert

Larry Fink, der Gründer von Blackrock.

Foto: REUTERS

Der Blick auf das laufende Jahr fällt bei Blackrock verhalten optimistisch aus. Zwar leide das Investitionsklima weltweit immer noch unter dem Post-Covid-Reparaturmodus und den geopolitischen Fragmentierungen, aber 2024 biete auch Chancen. Obwohl der Spielraum der Notenbanken in den USA und Europa eher gering ausfalle, geht man beim größten Vermögensverwalter der Welt für 2024 von einer Zinswende aus – spätestens im Sommer. Das niedrige Rekordniveau der vergangenen Jahre werde man allerdings nicht mehr sehen, so die Einschätzung.

Positiv sei die rückläufige Entwicklung der Inflation. Für den Euroraum werden mittelfristig rund zwei Prozent erwartet, für die USA rund 2,5 Prozent.

Als wichtigste Faktoren für die Entwicklung der Geldwertstabilität gelten die Demografie, die Transformation der Wirtschaft sowie die Tendenzen zur De-Globalisierung. Vor allem die Knappheit an Fach- und Arbeitskräften hebe das Lohnniveau und beeinflusse daher auch die Entwicklung der Inflation, glaubt man bei Blackrock. Allerdings bleibe die Entwicklung und Wirkung der Künstlichen Intelligenz (KI) abzuwarten. Die KI löse neue Investitionen aus und könne auch die Produktivität erhöhen. Vor allem in den Sektoren Gesundheit, Banken, Handel und Versicherungen wird das Potenzial als hoch eingeschätzt.

Schneller schlau: So lernen Maschinen das Denken
Mit Kameras, Mikrofonen und Sensoren erkunden die Maschinen ihre Umwelt. Sie speichern Bilder, Töne, Sprache, Lichtverhältnisse, Wetterbedingungen, erkennen Menschen und hören Anweisungen. Alles Voraussetzungen, um etwa ein Auto autonom zu steuern.
Neuronale Netze, eine Art Nachbau des menschlichen Gehirns, analysieren und bewerten die Informationen. Sie greifen dabei auf einen internen Wissensspeicher zurück, der Milliarden Daten enthält, etwa über Personen, Orte, Produkte, und der immer weiter aufgefüllt wird. Die Software ist darauf trainiert, selbstständig Muster und Zusammenhänge bis hin zu subtilsten Merkmalen zu erkennen und so der Welt um sie herum einen Sinn zuzuordnen. Der Autopilot eines selbstfahrenden Autos würde aus dem Auftauchen lauter gelber Streifen und orangefarbener Hütchen zum Beispiel schließen, dass der Wagen sich einer Baustelle nähert.
Ist das System zu einer abschließenden Bewertung gekommen, leitet es daraus Handlungen, Entscheidungen und Empfehlungen ab – es bremst etwa das Auto ab. Beim sogenannten Deep Learning, der fortschrittlichsten Anwendung künstlicher Intelligenz, fließen die Erfahrungen aus den eigenen Reaktionen zurück ins System. Es lernt zum Beispiel, dass es zu abrupt gebremst hat und wird dies beim nächsten Mal anpassen.

Strenger Blick auf die Unternehmen

Die Entscheidung der Kunden über Investments in einzelne Unternehmen richte sich auch 2024 sehr stark nach deren Bemühungen um Nachhaltigkeit. Die Firmen sollen ihre Ziele nicht nur konkret festschreiben, sondern sie auch möglichst ehrgeizig sein.

Entscheidend sei auch der Fahrplan eines Unternehmens für die ökologische Transformation sowie die Frage, wie weit man beim Umbau des eigenen Geschäftsmodells gekommen sei. Ferner stehe beim Stichwort Risiko die finanzielle Resilienz wieder mehr im Fokus. So müssten allein die Unternehmen in den USA in den kommenden drei Jahren Schulden in Höhe von zwei Billionen US-Dollar zurückzahlen, weshalb das Schuldenmanagement von wachsender Bedeutung sei. Nicht zuletzt wird geprüft, ob ein Unternehmen genügend Fachkräfte an sich binden kann und ob es über stabile Lieferketten verfügt.

Verhaltene Aussicht für Deutschland

Für die Bewertung des Standorts Deutschland nimmt man bei Blackrock vor allem die Frage der Investitionsmöglichkeiten in den Blick. Es gebe zwar große Bemühungen, die Wirtschaft möglichst frei von Emissionen zu organisieren. Allerdings fehle es nach wie vor an konkreten Möglichkeiten, bei diesem Transformationsprozess privates Kapital zu investieren. Hier würden staatliche Garantien oder sonstige Hilfen erhebliche Effekte auslösen, glaubt man bei Blackrock. Auch die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts enger gewordenen finanziellen Spielräume des Staats könnten durch erleichterten Zufluss privaten Kapitals geweitet werden. Zwar stehe in der EU mit dem Green Deal noch mehr Geld für ökologischen Umbau und Infrastruktur zur Verfügung als mit dem IRA in den USA. Allerdings gehe es dort wesentlich schneller, weshalb der Effekt auch deutlich höher ausfalle. Die EU mit ihren 27 Staaten und einer hohen internen Konkurrenz zwischen den EU-Mitgliedern sei aufgrund ihrer Struktur wesentlich schwerfälliger.

Die Attraktivität des Standorts Deutschland sei jedoch nicht gesunken, glaubt man bei Blackrock. In deutsche Unternehmen legt der US-Konzern rund 200 Milliarden Euro an, bei einem insgesamt leichten Anstieg. Die Deutschen selbst aber investieren lieber im Ausland. Für die Bundesbürger legt Blackrock 250 Milliarden Euro weltweit an.

Lesen Sie auch: 25 Aktien für unruhige Zeiten

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick