Neuer Jet C919 China greift Airbus und Boeing an

Chinas erster Mittelstreckenjet Comac C919 hat seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert. Mit der Maschine will das Land Airbus und Boeing Konkurrenz machen.

China-Flieger auf Jungfernflug

Dass sein Flugzeug abheben würde, davon ist Bao Huangli überzeugt. Er steht in der Produktionshalle des Comac C919. Es ist ein Tag vor dem Jungfernflug der neuen Maschine. Bao trägt einen blauen Arbeitspulli mit dem Logo seines Arbeitgebers darauf. Hinter ihm fräsen Arbeiter auf einem Stahlgerüst am Rumpf eines Flugzeuges. Seit über acht Jahren fiebert er mit seinen Kollegen auf diesen Tag hin.

Bao Huangli ist Projektleiter eines von Chinas größten Prestigeprojekten: seinem erstem Mittelstreckenjet. Mit dem C919 will das Land der Welt beweisen, dass es nun auch in der Luftfahrtindustrie mit dem Ausland mithalten kann. Und langfristig die Dominanz der beiden Giganten Airbus und Boeing brechen.

Der chinesische Luftverkehr wächst rasant. Mit der schnell wachsenden Wirtschaft steigt auch die Zahl der Flugpassagiere. 2024 soll China der größte Flugzeugmarkt der Welt sein. Dafür investiert Peking in den kommenden Jahren knapp 12 Milliarden Dollar in neue Flughäfen und kauft hunderte neue Flugzeuge.

Chinas erster Passagierjet hebt ab
Erstflug Comac C919 Quelle: dpa
Erstflug Comac C919 Quelle: dpa
Erstflug Comac C919 Quelle: REUTERS
Erstflug Comac C919 Quelle: AP
Erstflug Comac C919 Quelle: AP
Erstflug Comac C919 Quelle: dpa
Erstflug Comac C919 Quelle: AP
Erstflug Comac C919 Quelle: REUTERS
Erstflug Comac C919 Quelle: REUTERS
Erstflug Comac C919 Quelle: REUTERS
Erstflug Comac C919 Quelle: AP
Erstflug Comac C919 Quelle: REUTERS
Erstflug Comac C919 Quelle: REUTERS

Ein eigenes Programm sei nur logisch, sagte Präsident Xi Jinping über die Bemühungen. „Wir haben lange gedacht, es sei besser zu kaufen, als selbst zu bauen.“ Das sei ein Fehler gewesen. „China muss investieren, um sich vom Ausland unabhängig zu machen.“

Bao Huang Li arbeitet für den staatlichen Flugzeughersteller Comac, der den Traum Chinas von einer eigenen Flugindustrie wahr machen soll. Er steht in der Halle, in der gerade die zweite Maschine der neuen Linie gebaut wird. Die Fabrik liegt rund eine Stunde außerhalb von Shanghai, einige Kilometer entfernt vom größten Flughafen der Stadt Pudong. Man kommt nur mit spezieller Genehmigung auf das Gelände, Handys sind verboten.

Ein Blick in die Halle von Comac Quelle: Lea Deuber

Im Zentrum der Halle hängt eine chinesische Flagge, die über zehn Meter breit ist und fast bis zur Decke reicht. Daneben prangen kommunistische Parolen wie der Appell, für das Land „Bitternis über einen langen Zeitraum ertragen“ zu lernen.

Der chinesische Staatsrat, das höchste politische Gremium im Land, hat den Bau der neuen Maschine 2007 in Auftrag gegeben. Nach einiger Verspätung – eigentlich sollte der Flieger bereits 2014 fertiggestellt werden – ist das Flugzeug zehn Jahre später endlich startbereit. „Unsere größte Schwierigkeit ist, dass wir noch nicht so viel Erfahrung im Flugzeugbau haben“, sagt Projektleiter Bao. Erst einmal produziere man deshalb sechs Testflugzeuge, bevor das Modell 2019 in Serie gehen soll.

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