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Sixt spottet über Uber „Der Unterschied: Wir verbrennen nicht eine Milliarde Dollar“

Uber: Autovermieter Sixt spottet über die Konkurrenz Quelle: dpa

Autovermieter Sixt profitiert von der stark wachsenden Nachfrage von Firmenkunden, Privatkunden und Touristen. Über den Konkurrenten Uber spottet Vorstandschef und Großaktionär Erich Sixt.

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Deutschlands größter Autovermieter Sixt setzt in den nächsten Jahren vor allem auf die Expansion in den USA. „Ich glaube, dass die USA für viele Jahre unser Wachstumstreiber sein werden“, sagte Vorstandschef Erich Sixt am Donnerstag in Pullach bei München. Schon jetzt sei das Land das zweitwichtigste für Sixt geworden, drei der zehn größten Sixt-Stationen weltweit lägen dort. 55 sind es insgesamt in den USA. „Wir könnten schon 1000 haben, aber wir sind hier limitiert im Management“, sagte der 74-Jährige. Der amerikanische Autovermiet-Markt sei rund 30 Milliarden Dollar schwer. Zuletzt habe Sixt eine Station auf der Pazifik-Insel Hawaii eröffnet. „Im Sixt-Imperium geht jetzt die Sonne nicht mehr unter.“

In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs Sixt im Ausland mit fast 23 Prozent im Ausland deutlich stärker als im Inland (knapp sechs Prozent). Der Auslandsanteil am Umsatz im Vermiet-Geschäft von 1,62 Milliarden Euro wuchs auf 58,5 (Vorjahr: 54,9) Prozent. Für das Gesamtjahr hat sich Erich Sixt ein operatives Umsatzplus - also ohne die Verkaufserlöse für Gebrauchtwagen - von „um die zehn Prozent“ vorgenommen. Von Januar bis September lag das Plus bei knapp 14 Prozent.

Das Ergebnis vor Steuern soll um „15, vielleicht sogar bis zu 20 Prozent“ steigen - ohne die 196 Millionen Euro, die der Verkauf der Anteile am Car-Sharing-Anbieter DriveNow eingebracht hat. Nach neun Monaten lag der bereinigte Gewinn vor Steuern mit 286 Millionen Euro 27 Prozent über Vorjahr - und war damit fast so hoch wie im ganzen Jahr 2017. Dabei seien die Preise zuletzt nur leicht gestiegen. „Immerhin sehe ich zurzeit niemanden, der Marktanteile mit aggressiven Preisen einzukaufen versucht.“ Sixt habe die Auslastung seiner Flotte in Deutschland gesteigert.

Die aufsehenerregendsten Kampagnen von Sixt
Sixt ist bekannt für seine Werbemotive. Doch nicht aus jeder frechen Idee wird eine Anzeigenkampagne. Dieses Motiv zum Beispiel wurde verworfen. Der Entwurf thematisiert den Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident. Grindel war Anfang April wegen der Annahme einer Luxus-Uhr von einem ukrainischen Oligarchen als Präsident des Deutschen Fußballbunds zurückgetreten, am 10. April gab er auch seine Ämter bei der Fifa und der Uefa ab. Eine hohe Schadenersatzzahlung wollte Sixt nicht riskieren – denn Grindel wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe.
Wegen des Motiv einer von einer Cabriofahrt zerzausten Angela Merkel gab es schon einmal Ärger für die Familie Sixt. Erich Sixt präsentierte sich im Februar 2019 vor dem Bild. Das Unternehmen testet seit längerem die Anmietung und Abholung von Mietautos per App. Quelle: dpa
Sixtwerbung zu CSU-Chef Horst Seehofer Quelle: Screenshot
Sixtwerbung zu AfD-Vize Gauland Quelle: Screenshot
Sixt Merkel Quelle: Screenshot
Auch, als im April 2015 zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen. Quelle: Screenshot
Zum neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt". Quelle: Screenshot

Mit dem Aufbau eines eigenen Car-Sharing-Angebots will sich Sixt Zeit lassen. „Wir haben verschiedene Tests am Laufen. Wir wollen erst einmal sehen: Wie läuft das?“ Ergebnisse sollen im nächsten Jahr vorgestellt werden. „Wir werden die Konkurrenz überraschen“, kündigte Erich Sixt an. Autovermietung, Leasing und Car-Sharing wüchsen ohnehin zusammen. Über den Fahrdienst Uber, der in der Nacht zum Donnerstag über einen Verlust von 1,07 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal berichtet hatte, spottete Sixt: „Der Unterschied zu Uber ist: Wir verbrennen nicht eine Milliarde Dollar. In der Branche tummeln sich einige Verlustmaximierer.“

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