Streik des Bodenpersonals: Wie es auf der Tourismusmesse ITB plötzlich ganz ruhig wird
1. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Chef
Nur wenn Ihr Chef weiß, dass sie im Urlaub nicht gestört werden wollen, kann er auf diesen Wunsch eingehen. Viele Vorgesetzte realisieren das Problem nicht, weil sie selbst auch immer erreichbar sind. Steht ein wichtiges Geschäft an, sollten Sie einen Kommunikationsweg für absolute Notfälle vereinbaren.
Foto: Fotolia.com2. Bleiben Sie nicht zu Hause
Wenn Sie Urlaub haben, fahren Sie am besten weg. Denn in den eigenen vier Wänden drängen sich schnell die häuslichen Pflichten auf, die man seit Jahren vor sich herschiebt. Auch an verlängerten Wochenenden empfehlen sich Ausflüge.
Foto: Fotolia.com3. Fahren Sie an die Küste
Eine Studie der britischen Universität Plymouth zeigt, dass sich die meisten Menschen am Meer am besten erholen können. Die Weite wirkt meditativ. Savannen und Berggipfel haben eine ähnliche Wirkung.
Foto: Fotolia.com4. Schalten Sie Handy und Laptop aus
Emails schreiben, mit den Mitarbeitern telefonieren und Kundentermine vereinbaren, ist im Urlaub tabu. Schalten Sie Ihren Laptop und das Handy am besten gar nicht erst an.
Foto: Fotolia.com5. Packen Sie den Kalender nicht zu voll
Nehmen Sie sich im Urlaub nicht zu viel vor. Wer im Beruf ständig Termine hat, sollte sich auf Reisen Freiräume schaffen und spontan entscheiden, was er an dem einen oder anderen Tag machen will. Von Stadt zu Stadt oder Nationalpark zu Nationalpark zu hetzen, ist nicht entspannend.
Foto: Fotolia.com6. Schaffen Sie Kontraste zum Alltag
Der Urlaub sollte unbedingt eine Abwechslung zu dem bieten, was Sie auf der Arbeit jeden Tag erleben. Sitzen Sie den ganzen Tag nur am Schreibtisch, kann Bewegung im Urlaub nicht schaden. Sind Sie geschäftlich ständig unterwegs, legen Sie besser mal die Beine hoch.
Foto: Fotolia.com7. Machen Sie mehrere Kurzurlaube
Alle Urlaubstage auf einen Schlag zu verbraten, ist nicht ratsam. Körper und Geist brauchen mehrmals im Jahr Auszeiten, in denen Sie sich regenerieren können.
Foto: Fotolia.com8. Vermeiden Sie Streit mit Ihrer Reisebegleitung
Am besten legen Sie im Vorfeld fest, wer welchen Reisetag bestimmen darf. Damit sind Meinungsverschiedenheiten erst einmal abgewendet. Können Sie sich mit dem Vorschlag Ihrer Begleitung überhaupt nicht anfreunden, sollten sie für ein paar Stunden getrennte Wege gehen.
Foto: CLARK/obs9. Zwingen Sie sich nicht in den Liegestuhl
Wer denkt, nur absolute Ruhe kann entspannen, liegt falsch. Zwingen Sie sich nicht tagelang am Strand zu liegen, wenn Sie merken, dass Sie Bewegung brauchen. Aber: Übertreiben Sie es nicht! Es muss ja nicht an einem Tag Wildwasser-Rafting und am nächsten schon Felsklettern sein.
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10. Planen Sie Puffertage ein
Vor und nach dem Urlaub sollten Sie mindestens einen Tag frei haben, sonst wird es hektisch. Arbeiten Sie direkt am Tag nach Ihrer Rückkehr wieder, ist der Erholungseffekt schnell verpufft.
Foto: Fotolia.comEin Streik des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen hat der Internationalen Tourismus-Börse ITB eine ruhige Zeit beschert. Bereits gestern prägte der Streik den für die meisten Manager der Reiseveranstalter, Airlines oder Hotelkonzerne angenehmsten Teil des Messealltags: Die zahllosen Feten zu denen die Konzerne einladen, waren ungewöhnlich leer. Ob die Fete der Stadt New York im Inhotel "Das Stue" oder die Sause des Flughafenkonzerns Fraport in einer Disco am Alexanderplatz: Überall war es deutlich leerer als sonst. Denn jeder, der konnte und das Reisebudget für kurzfristige Umbuchungen hatte, verließ bereits gestern Nachmittag die Hauptstadt. Manche - wie Fraportchef Stefan Schulte - sogar mit mehr Zeitpuffer als üblich, um dem Abreisetrubel am Flughafen Tegel zu entkommen, der schon an normalen Tagen aus den Nähten platzt.
Der Streik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, begann am Freitagmorgen um 4.00 Uhr und soll bis Samstag früh 5.00 Uhr dauern. Allein in Tegel wurden 466 Verbindungen gestrichen. In Schönefeld sollten es laut Flughafengesellschaft mindestens 204 Flüge sein.
Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte bereits am Tag zuvor kritisiert: „Wir halten es für unverantwortlich, den Streik zum Abschluss der ITB durchzuführen, wenn Besucher aus aller Welt von Berlin aus zurückreisen“. Hintergrund des Ausstands ist der andauernde Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Forum der Bodenverkehrsdienstleister, in dem die an den Flughäfen tätigen Unternehmen organisiert sind.
Die ITB mit mehr als 10.000 Ausstellern aus 184 Urlaubsregionen öffnete bereits am Mittwoch für Fachbesucher und ist am Wochenende für Privatbesucher zugänglich. Der Konflikt mit der Türkei und die Debatte um Wahlkampfauftritte türkischer Minister in Deutschland hatte den ersten Tag der Messe überschattet. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu war auf der ITB zu Besuch, um um deutsche Urlauber zu werben.
Heute folgte nun der wohl ruhigste Tag, den die weltgrößte Reisemesse in ihrer jahrzehntelangen Geschichte je erlebt hat. Wo normalerweise am letzten der drei für Fachbesucher aus der Urlaubsbranche reservierten Tage emsig Termine machen, sind die Gänge auf dem Gelände am Berliner Funkturm fast frei. Und die vielen aus allen Teilen der Welt von Bolivien, Botswana oder den Fiji-Inseln angereisten Tänzer oder Kunsthandwerk stehen ein wenig gelangweilt an den aufwändig designten Ständen.
Selbst an den mit großem Aufwand designten dreistöckigen Protzbau der Golf-Airlines wie Emirates herrscht wenig Andrang. In der gestern noch von einer langen Warteschlange umlagerten Business-Class-Suite von Qatar Airways kann sich heute jeder sofort ausstrecken. Den meisten Mitarbeitern an den Ständen ist die Ruhe aber ganz recht. Denn wenn die Messe am Samstag und Sonntag für alle öffnet, kommt der übliche Trubel zurück und die 26 Hallen füllen endlose Massen und Musik aus allen Teilen der Welt.
Dass Verdi bei Streikaktionen die Folgen für unbeteiligte Dritte wenig im Blick hat (oder bewusst ignoriert), müssen bisweilen sogar befreundete Organisationen erfahren. Im Oktober 2011 bestreikte Verdi den kommunalen Nahverkehr in Karlsruhe, während die IG Metall in der Stadt ihren Gewerkschaftstag abhielt. Die rund 500 Delegierten mussten daraufhin mit Taxen und auf die Schnelle angemieteten Privatbussen ins Kongresszentrum gekarrt werden. Die damalige IG-Metall-Spitze war stinksauer - die von den Verdikollegen verursachten Kosten für die Gewerkschaft lagen dem Vernehmen nach im hohen fünfstelligen Bereich.
(Mit Material von dpa)