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HandelsstreitWarum Jack Daniel's bald teurer werden könnte

Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada macht auch vor Alkohol keinen Halt. Nun könnten auch in Deutschland die Preise für US-Whiskey ansteigen.Kevin Gallant 13.03.2025 - 08:26 Uhr

In Kanada längst nicht mehr überall zu haben: Jack Daniel's.

Foto: AP

Brown-Forman-Chef Lawson Whiting hat schon mal bessere Geschäftszahlen präsentiert. Der US-Konzern steckt unter anderem hinter dem Whiskey-Hersteller Jack Daniel's.

Alkohol wird immer unbeliebter, die Trendwende macht auch vor Jack Daniel's keinen Halt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters leidet Brown-Forman in diesem Jahr unter einem Nachfragerückgang, vor allem in den USA, Kanada und Europa.

Allerdings treibt Whiting noch etwas anderes um: Sein Whiskey wird nicht nur weniger nachgefragt, er ist zum Teil schon gar nicht mehr in den Läden erhältlich. Zumindest in Teilen Kanadas.

Mehrere kanadische Provinzen sollen demnach im Rahmen von Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zölle von Präsident Donald Trump US-Spirituosen aus dem Sortiment genommen haben. Whiting bezeichnete das laut Reuters als „unverhältnismäßige Reaktion“ und „schlimmer als die Zölle“.

Ontario und Québec verbannen US-Alkohol

Tatsächlich hat die Regierung der kanadischen Provinz Ontario das „Liquor Control Board of Ontario“ (LCBO) dazu angewiesen, den Import und Verkauf von US-Alkohol zu beschränken. Das LCBO agiert hier als einziger Importeur. Laut eigenen Angaben führt der Händler normalerweise mehr als 3600 Produkte aus 35 US-Bundestaaten nach Ontario ein und erwirtschaftet so einen Jahresumsatz von 965 Millionen Dollar.

Kein US-Alkohol mehr: In mehreren kanadischen Provinzen nehmen die Händler etwa amerikanischen Whiskey aus den Regalen.

Foto: REUTERS

Damit soll nun Schluss sein – zumindest erstmal. Einzelhandelskunden können keine US-Produkte mehr bestellen, auch in den eigenen Geschäften will man keine Spirituosen aus den USA mehr anbieten, heißt es in einer Mitteilung des LCBO. Stattdessen sollen den Kunden vermehrt Alternativen aus Ontario, Kanada oder dem Rest der Welt angeboten werden. Nur nicht aus den USA.

Ähnliche Schritte geht die SAQ, die „Société des alcools du Québec“, die als Monopolist ebenfalls für den Handel mit alkoholischen Getränken verantwortlich ist. Nur eben in der Provinz Québec.

Nach Trump-Zöllen: EU reagiert mit Gegenzöllen

Während US-Whiskey in Kanada teilweise gar nicht mehr zu kaufen ist, könnte er sich in Europa bald verteuern. Am Mittwoch haben die USA neue Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Europäischen Union in Kraft gesetzt.

Die Europäische Kommission kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an. Wie die Kommission mitteilte, sollen in einem ersten Schritt von April an wieder EU-Zölle auf die Einfuhr amerikanischer Produkte erhoben werden. Darunter: Jeans, Motorräder, Boote, Erdnussbutter – und Bourbon-Whiskey.

Nach Angaben der EU-Kommission treffen die neuen US-Zölle in Höhe von 25 Prozent Exporte der EU im Gesamtwert von 26 Milliarden Euro, was in etwa fünf Prozent der gesamten Warenexporte der EU in die USA entspricht. Die EU-Gegenmaßnahmen sollen dies nun ausgleichen.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 Sonderzölle auf die Einfuhr von Stahl- und Aluminiumprodukten angeordnet. Auch damals reagierte die EU mit Gegenzöllen, auch auf Bourbon-Whiskey.

Kanada kündigte ebenfalls Zölle an

Damit treibt der weltweite Handelsstreit weitere Blüten. Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada sind vergangene Woche in Kraft getreten.

Dabei sind die USA für Kanada der wichtigste Handelspartner. Rund eine Billion Dollar an Waren und Dienstleistungen werden zwischen den beiden nordamerikanischen Nachbarn umgeschlagen. Kanadische Firmen verkaufen etwa vor allem Öl, Gas und Mineralien an die USA.

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Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Kanada wolle demnach ebenfalls Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Waren einführen. Dies gelte zunächst nur für Waren mit einem Gesamtwert von 30 Milliarden Dollar, hieß es in einer Mitteilung. Nach 21 Tagen werde diese Zahl auf insgesamt 155 Milliarden Dollar erhöht.

US-Hersteller kritisieren Trump-Zölle

Mehrere amerikanische Hersteller kritisieren deshalb die angespannte Situation auf dem Markt. So zum Beispiel jene aus dem Bundesstaat Kentucky, in dem viele Produzenten der Whiskey-Unterart Bourbon beheimatet sind.

Die Kentucky Distiller´s Association (KDA) erklärte etwa, dass die Vergeltungszölle weitreichende Folgen für den ganzen Staat haben. Die gesamte Industrie, die in Kentucky um den Bourbon aufgebaut wurde, werde darunter leiden.

Auch der demokratische Gouverneur aus Kentucky, Andy Beshear, bezeichnete Trumps Zölle als „Trump-Steuer“ und „dreifache Inflation“, die weitreichende Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmer haben können.

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