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ImporteWieso es in den USA bald deutlich weniger Pasta aus Italien geben könnte

Italien und die USA liefern sich einen Streit um die Nudel. Die eine Seite beklagt Dumpingpreise, die andere den möglichen Verlust eines Exportmarktes.Kevin Gallant 15.11.2025 - 08:53 Uhr
Italienische Pasta-Hersteller könnten ihre Produkte zum neuen Jahr vom US-Markt abziehen. Foto: AP

Erst einmal klingt es wie die nächste Schote des US-Präsidenten, um sich mit exorbitanten Strafzöllen auf europäische Waren gegen vermeintliche Ungerechtigkeiten im Welthandel zu wehren: Zwischen den Vereinigten Staaten und Italien ist ein Nudel-Streit entbrannt. Doch in diesem Fall hat Donald Trump ihn wohl nicht ausgelöst. Zumindest nicht persönlich oder mit öffentlichem Furor.

Das Geschäft mit der Nudel in den USA könnte für einige italienische Lieferanten schon bald so unprofitabel werden, dass sie ihre Pasta vom amerikanischen Markt abziehen. Denn ab dem neuen Jahr sollen – Stand jetzt – Zölle in Kraft treten, die die Pasta-Preise mehr als verdoppeln würden.

Betroffen sind die italienische Firma La Molisana und zwölf weitere Pastafabrikanten. Sie stehen im Verdacht, ihre Produkte zu Dumpingpreisen auf dem US-Markt angeboten zu haben. Die Vorwürfe weisen die Unternehmen von sich.

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Hinter den angedrohten Strafzöllen steckt nicht Donald Trump selbst, sondern das US-Handelsministerium um seinen Chef Howard Lutnick. Knapp 92 Prozent sollen ab Januar auf die Nudelimporte der verdächtigten Hersteller fällig werden. Dazu kommen die 15-prozentigen Zölle, die aktuell ohnehin auf diverse Ausfuhren aus der Europäischen Union anfallen.

Derlei Antidumping-Zölle auf Nudel-Importe gab es in der Vergangenheit schon häufiger. Bisher konnten die Produzenten diese aber ohne größere Probleme abfedern. Die nun angedrohte Höhe der Abgaben ist jedoch neu.

Das US-Handelsministerium reagiert damit laut eines Berichts des „Wall Street Journal“ auf Beschwerden von mehreren US-Unternehmen, denen zufolge die italienischen Hersteller ihre Waren unterhalb der Produktionskosten angeboten haben sollen, um ihre Konkurrenten vom US-Markt zu verdrängen.

Die Pasta-Millionen

Die italienischen Hersteller fürchten jetzt um einen wichtigen Exportmarkt. Und schlagen Alarm. „Der US-Markt ist unglaublich wichtig für uns“, sagte etwa Giuseppe Ferro, Geschäftsführer von La Molisana, dem US-Medium. „Aber solche Margen erzielt niemand.“

Andere Unternehmer vermuten, es gehe bei den Zöllen um mehr als nur den Preis: „Hier geht es nicht um Dumping – es ist ein Vorwand, um Importe zu blockieren“, sagte Cosimo Rummo, Chef von Rummo-Pasta, dem US-Medium.

Die USA sind mit Exporten im Wert von fast 800 Millionen Dollar einer der zentralen Absatzmärkte für italienische Pasta. Daten der nationalen Statistikbehörde Istat zeigen, dass sich die italienischen Nudelexporte 2024 insgesamt auf einen Wert von ungefähr vier Milliarden Euro beliefen.

Die italienische Regierung versucht derweil, die drohenden Zölle zu drücken. Das italienische Außenministerium etwa teilte bereits mit, dass die Regierung in Rom eng mit der Europäischen Kommission zusammenarbeite.

Reaktionen gab es auch aus Brüssel: Der EU-Abgeordnete Dario Nardella hat bereits eine Anfrage an die EU-Kommission gestellt. In einem Post auf der Kurznachrichtenplattform X forderte er, dass „Europa geschlossener und entschlossener reagieren und das verteidigen muss, was es einzigartig macht: Qualität, Transparenz und Wettbewerb.“ Außerdem schrieb er: „Die italienische Pasta zu verteidigen bedeutet, die Arbeit, die Kultur und die europäische Identität zu verteidigen.“

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