Niederländischer Supermarkt Albert Heijn kommt nach Deutschland

Deutschlands Supermarktketten bekommen Konkurrenz. Der niederländische Konzern Ahold fällt mit "Albert Heijn to go" in Aachen ein. Das Ziel: Über kurz oder lang ganz Deutschland erobern.

Niedergang der Ikonen
LoeweDer schwer angeschlagene TV-Gerätehersteller hat Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt. Im Juli hatte Loewe Gläubigerschutz beantragt - der Konzern kann dabei versuchen, sich unter gerichtlichem Schutz zu sanieren und wird weiter von seinem Management geführt. Nun folgt die Planinsolvenz. Loewe-Chef Matthias Harsch zeigt sich zuversichtlich bis Ende Oktober einen finanzkräftigen Investor aufzutun. Man habe sechs Angebote. Sollte sich darunter kein passender Partner finden
Telefunken Quelle: dpa
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NeckermannDer Versandhändler meldet am 18. Juli 2012 Insolvenz an. Der amerikanische Investor Suncapital will nicht noch mehr Geld ins Geschäft pumpen. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter hatten sich zwar auf ein Konzept geeinigt, wie der Abbau von 1.400 der 2.500 Stellen von statten gehen soll, doch Suncapital hielt die Kompromiss für nicht tragfähig und teilte mit:
Schlecker Quelle: REUTERS
Agfa - Fotofilme Quelle: dpa/dpaweb

Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold wagt den Sprung in den hart umkämpften deutschen Markt. Bereits am 12. September eröffnet der bislang vor allem in den Niederlanden, Skandinavien und den USA aktive Konzern die erste Filiale seiner Kette „Albert Heijn to go“ in Aachen. Neun weitere Geschäfte sollen in den kommenden zwölf Monaten folgen. Damit setzt Ahold seine Pläne vom November 2011 endgültig um.

Der deutsche Lebensmittelhandel gilt wegen der starken Rolle der Discounter als einer der schwierigsten der Welt. Zahlreiche ausländische Händler wie das US-Unternehmen Wal Mart oder die französische Supermarkt-Gruppe Intermarché sind in der Vergangenheit bereits bei dem Versuch gescheitert, in der Bundesrepublik Fuß zu fassen.

Wer ist Ahold?

Ahold setzt bei seinen Expansionsplänen allerdings auf kleine Convenience-Stores, die vor allem Schüler, Studenten und berufstätige Pendler mit Snacks und Getränken für die Mittagspause oder den Feierabend versorgen sollen. Mit "Albert Heijn to go" wollen die Niederländer auf dem Markt für Fastfood Fuß fassen. Mit dem Konzept macht Ahold unter anderem dem deutschen Rewe-Konzern Konkurrenz - dieser hatte erst im Mai den ersten „Rewe to go“-Laden eröffnet. Auch Rewe will eine Alternative zu Fast-Food-Filialen, Imbissbuden und Bäckereien bieten. Immerhin geht Ahold mit den Snack-Shops dem Schlagabtausch mit Discountern wie Aldi erst einmal aus dem Weg. Ketten wie Kamps oder Backwerk dürften allerdings kaum begeistert sein.

Das Geschäft mit für den Verzehr vorbereiteten Convenience-Produkten sei bisher in der Bundesrepublik noch unterentwickelt, sagte der Deutschland-Chef von Ahold, der frühere Aldi-Manager Jürgen Hotz. Hier gebe es noch großes Wachstumspotenzial. Die Niederländer betreiben auf dem Heimatmarkt schon seit zehn Jahren derartige Shops, und ihr System ist entsprechend ausgefeilt.

Die kleinen, weniger als 100 Quadratmeter großen Geschäfte liegen verkehrsgünstig an Bushaltestellen oder Bahnhöfen. Der Einkauf soll nicht länger als zwei Minuten dauern. Das Angebot ist für den schnellen Verzehr bestimmt: Obst und Salat, Süßigkeiten, belegte Brötchen oder Nudelgerichte und Getränke. Langfristig wittert Ahold auch in der Bundesrepublik einen Milliarden-Markt für Fertiggerichte und Snacks. „Das Konzept wird funktionieren, es wird kein Testmarkt“, sagte Ahold-Deutschlandchef Jürgen Hotz. Im Wettbewerb sieht er Ahold in Deutschland vor allem mit Tankstellen und großen Bäckereiketten - und nicht mit McDonald's: „Wir grillen keine Hamburger.“ Ein Großteil der angebotenen Speisen soll aus dem Albert Heijn-Sortiment stammen. Die neuen Filialen sollen zunächst in Nordrhein-Westfalen an den Start gehen - in unmittelbarer Nähe zum niederländischen Heimatmarkt.

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