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AbfallWirtschaft reduziert Einweg-Plastik in Kantinen und Kaffeeküchen

Viele Firmen haben Kantinen, aber nicht immer essen die Mitarbeiter dort. Mal wird ein Salat am Schreibtisch vertilgt, mal nur ein Kaffee mitgenommen. Dabei entsteht Plastikmüll. Was tun Unternehmen gegen die Müllberge? 03.01.2019 - 06:53 Uhr

Viele Firmen in Deutschland verzichten auf Einweg-Behältnisse in ihren Kantinen.

Foto: dpa

Weniger Kaffeebecher, Strohhalme und Salatschalen aus Plastik: Große Unternehmen in Deutschland verzichten auf Einweg-Behältnisse in ihren Kantinen und Kaffeeküchen. So ersetzt der Telekommunikationskonzern Vodafone nach eigenen Angaben an all seinen Standorten hierzulande Kunststoff-Wegwerfprodukte wie Trinkbecher, Deckel, Rührstäbchen oder Strohhalme durch plastikfreie Alternativen. Auch Siemens, Sky und die Allianz teilten der Deutschen Presse-Agentur mit, den Einsatz solcher Produkte in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt zu haben.

Aus reinem Gutmenschentum machen die Firmen das aber nicht, vielmehr folgen sie einem gesellschaftlichen Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Außerdem kommen sie einem EU-Verbot zuvor, das voraussichtlich 2021 in Kraft treten wird und bestimmtes Einweg-Plastikgeschirr aus dem Handel und der Gastronomie verbannt. Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die Bemühungen der Wirtschaft, forderte die Firma aber zu weiteren Schritten auf.

Besonders bei den umstrittenen Bechern für Kaffee zum Mitnehmen samt Plastikdeckeln gibt es den Unternehmen zufolge Fortschritte. Siemens und die Allianz verzichten in ihren Betriebsrestaurants komplett auf solche Becher. Damit spare man mehr als 700.000 Einweg-Kaffeebecher pro Jahr, sagte Stefan Burghart, Gastronomie-Chef der Allianz in München. Auch Sky und Vodafone wollen sie komplett verbannen, bei der Deutschen Telekom gibt es ein Pilotprojekt mit Mehrwegbechern.

Kampf gegen Verpackungen

Ab Januar gelten neue Müll-Regeln

Ob Plastik, Pappe oder Alu - jeder hat ständig Verpackungen in der Hand, und nach dem Aufreißen landen sie meist direkt im Abfall. Ab Januar soll ein Gesetz dafür sorgen, dass mehr davon recycelt wird.

Die Deutschland-Zentrale von Vodafone in Düsseldorf kommt inzwischen ganz ohne Einweg-Plastik aus, die weiteren Standorte sollen bald folgen. „Die Plastikartikel werden entweder ersatzlos aus dem Sortiment genommen oder durch wiederverwertbare Materialien wie Bambus oder Holz ersetzt“, sagt ein Vodafone-Sprecher. Man werde im Jahr etwa 15 Tonnen weniger Plastikmüll verursachen als zuvor.
Dr. Oetker und Siemens verzichten bei der Vor-Ort-Verpflegung nach Unternehmensangaben ebenfalls auf zahlreiche Einwegprodukte. Der Pay-TV-Sender Sky will bis 2020 Einwegplastik ganz aus seinen Produkten und Geschäftsprozessen entfernen. Bereits im vergangenen Jahr habe man knapp vier Tonnen Plastik eingespart, den Großteil in Kantinen. Einige Einweg-Produkte könne man aber bisher nicht ersetzen, hieß es von verschiedenen Unternehmen - weil das Angebot an plastikfreien Produkten fehle oder wegen hygienischer Vorschriften.

Daumen rauf, signalisieren Umweltschützer. „Wenn die großen Firmen das in ihren Kantinen machen, ist das gut, weil es zeigt, dass man gut klarkommt mit normalem Geschirr und Besteck“, sagte Manfred Santen von Greenpeace. „Das reicht aber natürlich bei weitem nicht aus.“ Das größere Problem sei der Plastikmüll, den die Firmen mit den Verpackungen ihrer Produkte erzeugen.

dpa
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