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Flugtaxi-AnbieterKeine Bundeshilfen für Lilium

Das Flugtaxi-Start-up Lilium erhält keine staatliche Kreditbürgschaft. Für Markus Söder ein „Rückschlag für den Technologie-Standort Deutschland“. 17.10.2024 - 14:33 Uhr

Das Start-up Lilium aus München arbeitet an einem elektrischen Flugtaxi.

Foto: REUTERS

Der Elektroflugzeug-Pionier Lilium bekommt keine Unterstützung vom Bund. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben die Haushälter der Ampel-Koalition eine Bürgschaft über 50 Millionen Euro abgelehnt. Dem Vernehmen waren vor allem die Grünen dagegen, die SPD und zuletzt auch die FDP hätten wohl zugestimmt. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Das Start-up arbeitet an einem vollelektrischen, senkrecht startenden und landenden Flugtaxi. Der Erstflug soll Anfang 2025 stattfinden, die ersten Maschinen sollen 2026 an Kunden ausgeliefert werden. Aber das kostet erst einmal viel Geld; allein im ersten Halbjahr 2024 hat Lilium rund 200 Millionen Euro ausgegeben. Seit der Gründung 2015 waren es insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro. Bislang wird das an der US-Börse Nasdaq gelistete Unternehmen von rund 70 Investoren finanziert.

SPD-Haushälter Dennis Rohde sagte: „Deutschland kann es sich gerade nicht leisten, dass Industriearbeitsplätze der Zukunft verschwinden. Deshalb hätten wir als SPD dieser klimaneutralen Zukunftstechnologie gern staatlich unter die Arme gegriffen. Leider gab es für diese wirtschaftspolitische Überzeugung keine Mehrheit in der aktuellen Koalition.“

Lesen Sie auch: Warum der Staat Lilium nicht retten sollte

Das bayerische Kabinett hatte im September beschlossen, Lilium eine Kreditbürgschaft über 50 Millionen Euro zu gewähren allerdings unter der Voraussetzung, dass sich der Bund in gleicher Weise beteiligt.

Ministerpräsident Markus Söder zeigt sich sichtlich verärgert nach der Entscheidung. „Nächster Fall von Bayern-Bashing und bitterer Rückschlag für den Technologie-Standort Deutschland“, kommentiert Söder in den sozialen Netzwerken. „Alte Industrie im Norden wie Werften wird vom Bund mit Milliardensummen unterstützt, aber für Zukunftsinvestitionen im Süden gibt es keinen Cent. Das ist eine krasse Fehlentscheidung und weitere grobe Benachteiligung Bayerns.“ Dem Ministerpräsidenten zufolge war das Darlehen mit dem Bundeskanzleramt bereits besprochen, die Grünen hätten im Ausschuss am Donnerstag gegen die Finanzierung gestimmt.

Auch in der Start-up-Szene sorgt die Entscheidung für Aufruhr. Kaum ein Thema hat Gründer und Investoren zuletzt so bewegt wie der Staatskredit. Eine klare Meinung war in dieser Angelegenheit allerdings nicht zu erkennen. Die Frage, ob der Bund das hoch defizitäre Flugtaxi-Start-up unterstützen sollte, um sich auf diese Weise zu innovativen Technologien zu bekennen, spaltete die Gründerszene.

Lilium beschäftigt rund 500 Luftfahrtingenieure und hat für seine elektrischen Flugtaxis bereits Kunden mit über 700 Fest- und Vorbestellungen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und vielen anderen Ländern. Ein Unternehmenssprecher sagte: „Frankreich hat uns erhebliche Förderung in Aussicht gestellt, wenn wir einen zweiten Standort in Südwestfrankreich eröffnen.“

Lesen Sie auch: „Europäische Flugtaxis, also Lilium und Volocopter, fallen bisher zurück“

dpa, lks
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