IT-Konzern: IBM löst „Billiggesellschaft“ auf und schließt den Standort Erfurt
IBM baut seine hiesige Gesellschaftsstruktur um. Demnach soll die auf Vor-Ort-Dienstleistungen spezialisierte Tochter IBM Deutschland Customer Support Services (CSS) mit rund 230 Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar in die IBM Deutschland GmbH eingegliedert werden. Die IBM Deutschland GmbH als größte deutsche Konzerngesellschaft hat dann rund 4200 Mitarbeiter. Zudem soll der CSS-Standort Erfurt mit rund 50 Beschäftigten geschlossen werden; dessen Aufgaben sollen künftig von der Niederlassung in Chemnitz übernommen werden.
Bei der Integration soll es dem Vernehmen nach vor allem darum gehen, durch schlankere Prozesse Kosten zu sparen. Ein Stellenabbau sei nicht geplant. Weitere Details sollen in einem Überleitungstarifvertrag geregelt werden, der noch verhandelt werden muss. IBM wollte den Umbau auf Anfrage der WirtschaftsWoche nicht kommentieren.
Hintergrund des Umbaus: Die Beschäftigten der IBM-Gesellschaft CSS gelten seit der Gründung als eine Art „Billiggesellschaft im Konzern“, sagt Dorothea Katharina Ritter, Betreuerin für den IBM-Deutschland-Konzern bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Berlin. Diese seien hinsichtlich Arbeitszeit und Tarifgehaltshöhe schlechter gestellt als die Kollegen bei der IBM Deutschland GmbH.
„IBM gibt an, genau diesen ‚emotionalen‘ Zwei-Klassen-Zustand nun durch den Betriebsübergang auflösen zu wollen“, sagt Ritter. „Verdi nimmt IBM beim Wort und erwartet die schnellstmögliche Heranführung der CSS-Kollegen auf das weit bessere tarifliche Entgelt- und Arbeitszeitniveau.“
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