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MassenentlassungenFired! Wie Zuckerbergs Mitarbeitende trauern

11.000 Mitarbeiter hat Meta-Chef Mark Zuckerberg entlassen, darunter auch einige Deutsche. Zuckerberg zeigt sich wehmütig, während sich die Entlassenen auf LinkedIn gegenseitig bemitleiden – und neue Job-Angebote bekommen.Theresa Rauffmann 11.11.2022 - 11:53 Uhr
Foto: Getty Images

„Das war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich in den 18 Jahren, die ich das Unternehmen leite, treffen musste“, spricht Mark Zuckerberg in die Kamera. „Wir verlieren Menschen, die ihr Herz und ihre Seele in dieses Unternehmen gesteckt haben.“ Zuckerbergs Gesicht ist verkniffen, er sieht sichtlich bedrückt aus.

Das Video ist eine Botschaft an die mehr als 11.000 Mitarbeiter, die er am Mittwoch gefeuert hat – gut 13 Prozent der gesamten Belegschaft. Und wie er sich darin gibt, steht im Kontrast zu dem, was er noch Ende Juni auf einer Mitarbeiterversammlung sagte: „Realistisch gesehen sind eine Menge Leute hier, die nicht hier sein sollten“, knurrte er da. Jetzt klingt alles anders. „Jeder von euch hat eine Rolle dabei gespielt, Meta so erfolgreich zu machen, wie es ist“, sagt er in dem Video.

Dabei hat Meta gerade eine Menge Baustellen: In diesem Jahr hat das Unternehmen über zwei Drittel seines Börsenwerts verloren. Den Investoren gefällt der Fokus aufs Metaverse nicht, in das Meta verstärkt investiert. Die steigenden Zinsen setzen dem Unternehmen zu. Parallel brechen die wichtigen Werbeeinnahmen immer stärker ein – Werbekunden wandern vermehrt etwa zum Konkurrenten TikTok ab.

Über 200 Mitarbeiter in Deutschland – wer ist betroffen?

Nicht nur in den USA sind Mitarbeiter von den Massenentlassungen betroffen, sondern auch in anderen Niederlassungen von Meta. In Deutschland etwa ist das die Facebook Germany GmbH. Die hat ihren Hauptsitz in Hamburg und eine Zweitniederlassung in Berlin.

Ihr Zweck: Dienstleistungen in den Bereichen Vertriebsunterstützung, Marketingleistungen und Entwicklungssupport für die Facebook-Gruppe zu erbringen und als Werbewiederverkäufer mit ausgewiesenen deutschen Kunden zu fungieren. Im Geschäftsjahr 2020 hatte die Deutschland-Tochter 209 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - aktuellere Zahlen liegen im Bundesanzeiger nicht vor.

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Auch das Metaverse-Team ist von den Kürzungen betroffen

Meta selbst äußert sich aktuell nicht zur Bedeutung der angekündigten Veränderungen für einzelne Länder. Und verweist auf einen Blogpost von Mark Zuckerberg, indem er unter anderem auf die Leistungen hinweist, die US-amerikanische Entlassene bekommen – denen will er etwa 16 Wochen weiterhin ihr Basisgehalt auszahlen plus zwei weitere Wochen für jedes Jahr, dass sie dem Unternehmen angehörten.

Zuckerberg weist auch daraufhin, dass in allen Teams, etwa auch im App-Team und bei den Reality-Labs, die für die Entwicklung des Metaverse zuständig sind, Stellen gestrichen werden. Trotzdem seien einige Teams stärker betroffen als andere. Überproportional betroffen sei etwa das Personalteam – da Meta plane, im nächsten Jahr weniger Mitarbeiter einzustellen.

„Es ist eine grausame Erfahrung“

Auf LinkedIn und Twitter melden sich auch deutsche Mitarbeiter zu Wort, oder besser Ex-Mitarbeiter: Sie teilen Bilder von ihren Badges und geben bekannt, dass sie von den Entlassungen betroffen sind. „Ich hätte nie gedacht, dass ich der Nächste sein könnte, der vom kostenlosen Frühstück um 9 Uhr dazu übergeht, seine Arbeitsgeräte um 5 abgeben zu müssen,“ schreibt einer der betroffenen deutschen Ex-Metamates, wie sich die Mitarbeiter des Konzerns nennen. „Es ist eine grausame Erfahrung, die einen betäubt, erschüttert und leer zurücklässt.“

Ein anderer spricht von einem unerwarteten, traurigen Tag für „#Meta. #Metamates. #Me.“ – also das Unternehmen, die Mitarbeiter und ihn selbst. „Einiges von dem, was das Unternehmen in diese Lage gebracht hat, scheint mir leicht vermeidbar gewesen zu sein, anderes ist aus geschäftlicher, strategischer und menschlicher Sicht schwer zu rechtfertigen, besonders heute.“

Die Talente wandern zur Konkurrenz

Unter den Beiträgen überschlagen sich andere Meta-Kollegen mit mitleidigen Kommentaren. „Ich bin sprachlos und traurig“, kommentiert etwa eine Meta-Mitarbeiterin zum Fired-Post eines ihrer Kollegen. „Und kann es immer noch nicht fassen, einen so unfassbar tollen Kollegen zu verlieren.“ „Ich bin immer noch geschockt“, schreibt eine andere Kollegin. „Wie kann das überhaupt sein?“

Und auch alternative Job-Angebote häufen sich darunter oder Verweise auf Recruiter und Unternehmen, die gerade einstellen. Und auch die Konkurrenz schläft nicht: „Ich war 7,5 Jahre bei Meta und das beste an dem Unternehmen sind die Leute, die Talente sind unglaublich“, schreibt einer, der bis Juli letzten Jahres bei Meta gearbeitet hat. Nun ist er bei TikTok und freut sich darauf, Ex-Metamitarbeiter bei TikTok zu empfehlen.

Lesen Sie auch: Techriesen wie Twitter und Meta bauen Tausende Stellen ab. Früher sind verlorene Jobs im Silicon Valley mit dem nächsten Hype wiedergekommen. Diesmal dürfte es anders sein.

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