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30-Prozent-Zölle gegen EUUSA: Neuer Basiszoll gilt nicht für Autos und Stahl

US-Präsident Trump verkündete am Samstag 30 Prozent Zoll auf EU-Importe. Nun schiebt das Weiße Haus nach: Bestimmte Branchen, darunter Auto und Stahl, seien davon nicht betroffen. 13.07.2025 - 13:04 Uhr
Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns stehen im Hafen von Emden zur Verschiffung bereit (Archivbild aus dem Jahr 2018). Foto: Jörg Sarbach/dpa

Der angekündigte 30-Prozent-Zoll von US-Präsident Donald Trump auf EU-Importe betrifft nach Regierungsangaben bestimmte Branchen nicht – darunter Autos und Stahl.

Auf die Frage, ob Importaufschläge auf bestimmte Warengruppen wie Autos, Stahl und Aluminium ausgenommen bleiben, teilte das Weiße Haus auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Korrekt, sektorale Zölle werden separat behandelt und nicht kumuliert.“

Bislang belegen die USA importierte EU-Autos und -Autoteile mit einem Zollsatz von 25 Prozent, bei Stahl- und Aluminiumeinfuhren sind es jedoch sogar 50 Prozent.

Handelsstreit

EU verschiebt Gegenzölle gegen USA auf August

Die Europäische Union setzt im Zollstreit auf Deeskalation: Die vorbereiteten Gegenmaßnahmen treten vorerst nicht in Kraft. Der Schritt ist durchaus umstritten.

Zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social einen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen veröffentlicht. Darin kündigt er einen grundsätzlichen Zoll von 30 Prozent auf alle Produkteinfuhren aus der Europäischen Union ab 1. August an.

Der US-Präsident drohte im Falle von Gegenmaßnahmen mit weiteren Zollerhöhungen, ließ aber auch eine Tür für weitere Verhandlungen offen: Sollte die EU bereit sein, ihre bislang geschlossenen Handelsmärkte für die Vereinigten Staaten zu öffnen und Handelsbarrieren zu beseitigen, werde man möglicherweise eine Anpassung des Schreibens in Erwägung ziehen, so Trump. Die Zölle könnten je nach Entwicklung der Beziehungen nach oben oder unten angepasst werden.

Ökonom Südekum zu US-Zöllen

„Hier steckt keine ökonomische Logik dahinter“

Der US-Präsident kündigt Zölle gegen die EU an, obwohl die Verhandlungen noch laufen. Ökonom Jens Südekum erklärt, welches Kalkül dahintersteckt.

von Sebastian Schug

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte mitgeteilt, dass man Trumps Schreiben zur Kenntnis nehme und weiterhin bereit sei, bis zum 1. August auf eine Einigung hinzuarbeiten. EU-Ratspräsident António Costa kritisierte in sozialen Netzwerken: „Zölle sind Steuern. Sie heizen die Inflation an, schaffen Unsicherheit und hemmen das Wirtschaftswachstum.“ Die EU stehe geeint zusammen und sei bereit, ihre Interessen zu schützen, fügte er hinzu.

Klingbeil: Wollen fairen Deal

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat die jüngste US-Drohung am Sonntag kritisiert. „Trumps Zölle kennen nur Verlierer“, sagt der Vizekanzler und SPD-Co-Vorsitzende der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie bedrohen die amerikanische Wirtschaft mindestens genauso stark wie Unternehmen in Europa.“

Niemand brauche jetzt neue Drohungen oder Provokationen, nötig seien ernsthafte und zielgerichtete Verhandlungen der EU mit den USA. „Europa bleibt geschlossen und entschlossen: Wir wollen einen fairen Deal“, sagt Klingbeil. Er fügt allerdings hinzu: „Wenn eine faire Verhandlungslösung nicht gelingt, dann müssen wir entschlossene Gegenmaßnahmen treffen, um Arbeitsplätze und Unternehmen in Europa zu schützen.“

„Trump always chickens out“?

Die Finanzmärkte stellen die TACO-Frage

Noch ist nicht gesagt, wie die Finanzmärkte zum Wochenstart auf Trumps Zollankündigung reagieren werden. Ein Indikator sendet jedoch bereits Signale.

von Sebastian Schug

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) teilte mit: „Es geht jetzt in der verbleibenden Zeit für die EU darum, pragmatisch eine Lösung mit den USA zu verhandeln, die sich auf die wesentlichen großen Konflikt-Punkte konzentriert.“

Trump prangert Handelsdefizite an

Für Deutschland sind die USA der wichtigste Handelspartner. Mit seiner Zollpolitik will der Republikaner angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und erreichen, dass mehr in den USA produziert wird.

Im weltweiten Zollkonflikt hatte Trump zunächst eine Frist vom 9. Juli für neue Zölle gesetzt und vor Tagen diese auf den 1. August verlängert. In den vergangenen Wochen hatten die USA verhandelt.

In den vergangenen Tagen folgten dann Briefe an zahlreiche Länder mit neuen Zollbestimmungen, in denen Trump neue Zölle von 20 bis 50 Prozent angekündigt hatte, darunter Japan, Südkorea, Kanada und Brasilien. Der Prozentsatz für Waren aus der EU liegt also derzeit im Mittelfeld. Zusätzlich hatte der US-Präsident einen Zoll von 50 Prozent auf Kupfer angekündigt.

dpa, jre
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