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  4. Donald Trumps Strafzölle im Grönland-Streit: Wann wacht die EU auf?

August 2025: US-Präsident Donald Trump hält Hof mit den wichtigsten Politikern Europas. Foto: IMAGO/UPI Photo

TauchsiederWann reicht es?

Der US-Präsident will sich Grönland schnappen, verachtet die Nato, droht mit neuen Strafzöllen. Erwacht Europa endlich aus seinem geostrategischen Tiefschlaf? Möglich. Aber unwahrscheinlich. Eine Kolumne.Dieter Schnaas 18.01.2026 - 10:52 Uhr

Mit Selbstzitaten sollte man sehr sparsam umgehen. Aber manchmal dreht sich die Welt nun mal im Kreis – und die Regierenden nehmen einen Nachrichtenfaden genau ein Jahr später an exakt der Stelle der politischen Diskussion wieder auf, an der die Öffentlichkeit ihn fallen gelassen hatte. So wie im Fall von Donald Trump und Grönland.

Der US-Präsident will sich bekanntlich die autonome Arktisinsel einverleiben. Sie gehört zum Königreich Dänemark. Dänemark ist Nato-Mitglied. Grönland ist durch die Beistandspflicht der Nato-Partner militärisch abgesichert. Trump kümmert es nicht. „Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit“, hat er diese Woche noch einmal bekräftigt: „Alles andere ist inakzeptabel.“

Es überrascht nicht, dass viele Europäer mal wieder überrascht sind – obwohl der US-Präsident nur wortgleich wiederholt, was er schon im Januar 2025 gesagt hat: „Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit.“

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Die Europäer haben Trump ein Jahr lang nicht beim Wort genommen – so wie sie Wladimir Putin in den 2010er-Jahren nicht beim Wort genommen haben. Jetzt tun sie es, plötzlich und panisch. Jetzt haben  Deutschland, Frankreich, Großbritannien und fünf weitere europäische Nato-Länder auf Einladung Dänemarks ein paar Soldaten in die Arktis geschickt – warum, weiß keiner so genau, vielleicht am wenigsten der deutsche Verteidigungsminister: Seine Militärs seien jedenfalls „nicht mit einem militärischen Auftrag“ nach Grönland aufgebrochen, versichert Boris Pistorius, wenn auch schon seit vielen Jahren „in der Arktis und im Nordmeer“ miliärisch unterwegs, beteiligt an „Übungen mit Kanada, Norwegen und Dänemark“.

Gut. Natürlich kann Pistorius nicht sagen, dass man irgendwie irgendein Zeichen der Reaktion, des Entsetzens, wenn schon nicht der Stärke gegen Trumps zuletzt zunehmend ultimative Drohungen setzen will, sich Grönland zu schnappen und Nato-Gebiet einzuverleiben. Denn das würde ja bedeuten, sieben europäische Nato-Länder begehrten präventiv gegen das Nato-Mitglied USA auf, brächten sich gegen ihren Seniorpartner in Stellung – machten gegen Trump, nunja, mobil.

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Also flunkert Pistorius, aufreizend bemüht um die Simulation von Normalität in ARD und ZDF, man wolle in Grönland lediglich mal wieder „die Lage erkunden“. Nur um den verblüfften Zuschauern wenig später eine weitere Lesart anzubieten: Natürlich gehe es auch darum, dem US-Präsidenten ein Signal zu senden, ihm die Hand zu reichen, ihm zu zeigen, dass der alte Kontinent zu „seinen Verpflichtungen steht (...), die Arktis vor dem zunehmenden Hegemonialstreben Russlands und auch Chinas“ zu schützen; Trump zu versichern: „Wir teilen Deine Befürchtungen, wir teilen Deine Sicherheitsbedenken...“

„Zeitenwende“ ist immer noch reine Rhetorik

Und so erprobt die Bundeswehr nun also, zwei Tage lang, mit 13 bis 15 Kräften – so genau war es bis zuletzt nicht klar – ihre Frostfähigkeit. Es ist eine Farce. Ein abermaliges Zeichen der Schwäche Europas. Ein peinliches Schnellmanöver, um den unduldsamen US-Präsidenten auf seinem Feldherrenhügel zu kalmieren. Eine politische Notfallmaßnahme, um die kollabierende transatlantische Beziehung provisorisch zu stabilisieren.

Und Trump reagiert, natürlich, auf seine Weise: Er verhängt Strafzölle gegen die beteiligten europäischen Länder, zehn Prozent, wirksam ab Februar. Und sollten sich die europäischen Nato-Länder bis Juni weigern, den USA in ihrem eigenen Sicherheitsinteresse Grönland zu verkaufen, würden 25 Prozent fällig.

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Und jetzt, Europa? Wieder mal nicht vorbereitet? Wieder mal schlechte Karten? Ohne die USA, jeder weiß es, ist die Ukraine verloren. Das ist ein sehr guter Grund, es sich mit Trump nicht zu verscherzen. Deshalb die eilig erhöhten Militäretats der europäischen Nato-Länder. Deshalb der demütigende Zoll-Deal der EU mit den USA. Deshalb das kleinlaute Wörtchen „komplex“ von Kanzler Friedrich Merz zum US-Einsatz in Venezuela.

Alles okay. Aber auch nur okay, wenn man zugleich den Eindruck hätte, die EU und Deutschland unternähmen alles, aber auch wirklich alles, um in wenigen Jahren aus einer Position der Stärke heraus Autokraten mit imperialen Ambitionen die Stirn bieten zu können. Aber das ist nicht der Fall. Nicht im Entferntesten.

Die niederschmetternde Diagnose: Man beherrscht die „Zeitenwende“ in Europas Hauptstädten auch vier Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine und ein Jahr nach der erneuten Amtsübernahme Trumps allenfalls rhetorisch. Aber man vollzieht sie noch immer nicht gedanklich nach, durchdenkt sie nicht strategisch, kommt zu keiner Sekunde politisch „vor die Lage“ – und lässt sich daher wieder und wieder kalt erwischen.

Die Vorstellungskraft speziell vieler westeuropäischer Regierungschefs, Minister, Parlamentarier und Diplomaten reicht halt immer noch nicht über den Horizont dessen hinaus, was man normativ vorzugswürdig findet und im Konfliktfall diplomatisch zu schützen gewillt ist, weil man es institutionell befestigt glaubte: eine Weltinnenpolitik auf der Basis allgemeiner Menschheitsinteressen (Klima, Fischerei, Seewege), eine regelbasierte Ordnung auf dem Fundament gelebter Vertragstreue (Völkerrecht, Menschenrechte) – und Bündnisse von Wertepartnern vor dem Hintergrund historischer Einmalerfahrungen (EU, Nato).

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Donald Trump will sich Grönland einverleiben? Neu daran ist allenfalls, dass das Thema gerade abermals die besondere Aufmerksamkeit des US-Präsidenten genießt, dass das Weiße Haus „Grönland“ jetzt schnell erledigt wissen will, den Druck kurzfristig maximiert – und den Europäern ganz offen, mutmaßlich ultimativ, gedroht hat. Aber natürlich ist Trumps Sohn, als eine Art Vorhut des Vizepräsidenten JD Vance, bereits vor einem Jahr, kurz vor seines Vaters Amtsantritt am 20. Januar 2025, in die Hauptstadt Nuuk geflogen, um das Land mit neokolonialer Geste rhetorisch zu erobern: „Grönland liebt Amerika und Trump!!!“, meldete Donald Junior nach seinem Blitzbesuch – während der Imperator in spe den Grönländern auf dem Weg ins Weiße Haus versicherte: „Wir werden Euch gut behandeln.“

Mit Selbstzitaten, wie gesagt, soll man sehr sparsam umgehen. Aber manchmal weisen sie nicht nur Versäumnisse nach; manchmal werfen sie auch neue, produktive Fragen auf. Also noch einmal kurz zurück auf Los, um auf den Stand der Dinge zu kommen, was vor exakt einem Jahr hier schon einmal geschrieben stand, leicht gerafft und minimal aktualisiert:

Die Trumps verstehen die USA und ihre Peripherie im 21. Jahrhundert wie ein alteuropäisches Königreich, also einerseits als Patrimonium eines absolutistisch regierenden Herrschergeschlechts, sprich: Selbstbereicherungszone; andererseits als Hybrid aus Nation und Imperium, das seine nicht deutlich bestimmbaren Außengrenzen und Machtansprüche über einen Kranz von Einfluss- und Pufferzonen definiert, absichert – und ausdehnt.

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Es gibt nur einen Unterschied: Trump muss seine Machtgesten im Unterschied zu den Kolonialisten des 19. Jahrhunderts nicht mal mehr als segensreiche Zivilisationsmissionen kostümieren. Im Gegenteil: Trumps Expansionismus ist nicht inklusiv, kein Projekt der schrittweisen Aufwärtsentwicklung von less fortunate nations sondern er folgt normativ und selbstlegitimatorisch rein exklusiven National- und Privatkalkülen: Make Trumps America Great (Again).

Er will nur spielen? Leider falsch.

Natürlich, man kann sich beruhigen, so wie der jungstolze Bundeskanzler in seinen ersten Regierungswochen – und Trump einen bloß unvermittelten, situativen, transaktionalen Regierungsstil attestieren. Demnach ist der US-Präsident so trotzig und sprunghaft wie ein Kleinkind: Er kann sich nicht lange mit einem Spielzeug beschäftigen und begreift nur einfache Regeln. Er will immer gewinnen – und rastet gleich aus, wenn mal etwas nicht nach seiner Nase läuft.

Entsprechend ludisch ist Trumps politisches Handeln, wenn auch nur auf Mensch-ärgere-Dich-nicht-Niveau. Alle Welt gerät ihm zum Spiel und Kräftemessen. Und wer ihm Honig um den Bart schmiert, ist im Vorteil, hat nichts zu befürchten, heißt es. Selbst sein ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton riet Staatschefs noch vor einem Jahr, mit Trump eine Runde Golf zu spielen, um sich seiner Gunst zu versichern. Betreutes Weltregieren mit den Mitteln der Kleinkindpsychologie sozusagen. Politik als Sonderpädagogik und Trotzprävention: Das Motto: Die nächsten Jahre durchhalten, irgendwie. Trump bei Laune halten, so gut es geht. Er will nur spielen.

Heute weiß Bolton es besser: Es gebe nicht wenige Mitglieder in der Trump-Regierung, so Bolton, die davon überzeugt seien, die USA schlügen mit der Übernahme Grönlands und der Zerstörung der Nato zwei Fliegen mit einer Klappe.

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Donnerwetter! Also stellt sich Trump die Welt womöglich doch nicht nur wie eine Tarifverhandlung vor? Stellt nicht nur Maximalforderungen in den Raum, um sich Partner und Freunde gefügiger zu machen? Wäre es so – die Welt könnte beinahe aufatmen. Trump will, dass die Nato-Partner fünf Prozent des BIP für ihre Verteidigung ausgeben? Am Ende gibt er sich auch mit 3,5 Prozent zufrieden. Trump will Grönland kaufen? Am Ende reichen ihm der exklusive Zugriff auf Rohstoffe und deutlich mehr Engagement der europäischen Nato-Staaten. Trump will die Kontrolle über den Panama-Kanal zurück? Am Ende langen ihm auch niedrigere Gebühren für eine Passage …

Doch so ist es eben nicht. Trump macht sich seit einem Jahr mit großer Energie die USA zur Beute und versucht, die Demokratie zu schleifen. Er zerstört den öffentlichen Raum als politische Agora. Er strebt mit aller Macht danach, die Verfahren des Regierens autokratisch zu befestigen und dynastisch zu sichern. Und trägt die regelbasierte Ordnung und verflachte Handelswelt des 20. Jahrhunderts zu Grabe.

Trump versteht die Welt, wie Chinas Xi Jinping und Russlands Wladimir Putin, rein agonal. Er hält, wie diese, moralische Dürre für einen Vorzug und verschreibt sich zur Erreichung seiner Ziele einer national-utilitaristischen Ethik, die keine Pflichten, Normen und universalen Ziele kennt. Er allein ist, einzig und allein, in seinem Handeln und Tun, sich selbst sein Maßstab.

Selbst wenn Trump also mit dem Zugriff auf Grönland nur drohte, um politische Ziele unterhalb der militärischen Aggressionsschwelle zu erreichen – so hat die Drohung natürlich realpolitische Folgen: Der amerikanische Präsident legitimiert die imperialen Kriege und Kriegsgesten Russlands, die hybriden Angriffe kremlgesteuerter Botsoldaten und ankerschleifender Schiffskapitäne, auch die aggressive Vorhofpolitik Chinas im Südchinesischen Meer.

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Kurzum: Trump ist, wie Putin und Xi, wenn auch aus anderen Gründen, an einer Schwächung des alten Kontinents interessiert, an einer Aufsprengung seiner politischen und wirtschaftlichen Macht – an einem kohäsionsarmen Kontinent der starken nationalpopulistischen Mittelmächte, die ihre Kongruenz mit US-Interessen betonen.

Europa muss aus dem Selbstmitleid ausbrechen

Es wäre daher, höflich formuliert, hilfreich, wenn Europa in Trump nicht nur einen Zerstörer der Nachkriegsordnung sehen, sich mit tragischer Geste ständig selbst bedauern würde. Sondern wenn der alte Kontinent Trump zugleich als Katalysator einer neuen Zeit begriffe, deren Konturen sich bereits seit Jahrzehnten abzeichnen, als Motor zur schleunigen Korrektur eigener Fehler und Versäumnisse, Illusionen und Lebenslügen.

Es gibt, mit Adorno gesprochen, vielleicht kein richtiges Trump-Regieren im falschen. Und schon gar nicht ist auf eine hegelianische „List der Vernunft“ zu hoffen, dass Trump wie einst Napoleon vor lauter Macht- und Eroberungseifer, aus purem Geltungs- und Gestaltungsehrgeiz dem geschichtlichen Fortschritt förderlich sei. Aber Europa kann in diesen Wochen die Chance ergreifen oder verpassen, Weltgeschichte als Fortschritt im Bewusstsein seiner Freiheit zu verstehen. Und die positiven Sekundäreffekte und Nebenvorteile von Trumps Präsidentschaft nutzen – oder nicht.

Dabei ist vor allem keine Zeit zu verlieren. Dabei gilt es konsequent, nicht auf eine baldige Revision der „Donroe-Doktrin“ zu hoffen. Die USA setzen, auch nach Trump, auf Hemisphären-Politik und die entschlossene Durchsetzung ihrer Rohstoff- und Herrschaftsinteressen in Nord-, Mittel- und Südamerika, auf die kompromisslose Verteidigung technologischer Dominanz, die situative Interventionen ihres überragenden Militärs rund um den Globus, um strategische Gegner zu schwächen – und auf die Minimierung bündnispolitischer Verantwortung in Europa.

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Das ist der Rahmen. Und das sind die Konsequenzen: Europa investiert schnell in die entscheidenden Machtsorte, das Militär – und unternimmt zügig alles, um seine Unabhängigkeit zu behaupten, nicht mehr erpressbar zu sein, weder militärisch noch politisch und wirtschaftlich – und gibt speziell den USA in spätestens zehn Jahren keinen Anlass mehr, sich am Nasenring durch die Manege der Weltpolitik ziehen zu lassen. Zum Beispiel mit Armeen, die ohne Amerikas Hilfe „humanitäre Interventionen“ auf dem Kontinent (Kosovo, 1999) durchführen oder auch nur einen Flughafen in Kabul sichern (2021) können – und in Russland sehr zügig die Überzeugung reifen lassen, EU-Länder besser nicht herauszufordern.

Und wenn man dabei gelegentlich einen Kollateralnutzen der Trump-Herrschaft mitnehmen kann, die Schwächung Chinas und Russlands zum Beispiel durch US-Einsätze in Venezuela, Iran oder im Atlantik gegen russische Tanker der Schattenflotte – dann sollte man sie, schwach und verwundbar wie man derzeit ist, möglichst leise mitnehmen.

Europa geht endlich wichtige Schritte

Zumal man leicht vergisst, dass etwa der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble die USA noch vor 15 Jahren in einer Diskussion über Handelsbilanzen meinte darüber belehren zu sollen, sie hätten halt „zu lange auf Pump gelebt“, ihren Finanzsektor „übermäßig aufgebläht“ und ihren „industriellen Mittelstand vernachlässigt“ – es sollte also niemanden wundern, dass Trump den Deutschen heute auf seine Weise vorrechnet, sie hätten sich 80 Jahre lang die Protektion der USA zum Nullzins geliehen, die Produktivität ihrer Unternehmen mit Putins Gas aufgebläht – und die eigene Wirtschaft mit einer energiepolitischen Geisterbahnfahrt vor die Wand knallen lassen.

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China hat längst damit begonnen, keine US-Anleihen mehr zu kaufen, deckt sich stattdessen mit Gold ein – und wird bei einer Zuspitzung der Konfrontation nicht zögern, Bonds zu verkaufen; wird versuchen, die Märkte ins Chaos zu stürzen, US-Bürger gegen ihre Regierung aufzubringen – die USA finanziell zu ruinieren.

Für Europa heißt das, sich auch an den Finanzmärkten, und zwar sofort, auf eine „Zeitenwende“ vorzubereiten – um relativ gestärkt aus der absehbaren Finanzkrise hervorzugehen.

Handelspolitisch hat man sich, immerhin, bereits auf einen guten Weg gemacht: Mit dem Mercosur-Abkommen senden Europa und vier südamerikanische Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay) ein Signal der ideellen Partnerschaft in die Welt: Trump zwingt aller Welt Zölle auf, China vielen Ländern die Schuldknechtschaft; alle Welt spielt Monopoly, beinhart und brutal – aber Europa, immerhin, bietet dabei Fairness und Augenhöhe an. Ähnliche Abkommen, etwa mit Indien und Indonesien, sollten zügig folgen.

Denn eines ist sicher, schlagt nach in den Geschichtsbüchern: Alle Imperien erschöpfen sich. Alle Zwingherrschaft hat ein Ende. Irgendwann.

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