1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel
  4. Anlegeranwälte wollen den Möbelkonzern Steinhoff wegen des Bilanzskandals verklagen

BilanzskandalAnlegeranwälte drohen Steinhoff mit Milliarden-Sammelklage

Wegen des Bilanzskandals wollen Anlegeranwälte Manager und Berater des Möbelkonzerns auf eine Milliardensumme verklagen. Das vorläufige Klagevolumen beträgt etwa zwölf Milliarden Euro. 09.08.2018 - 14:57 Uhr

Die Klage zielt auf den Vorwurf der Bilanzmanipulation und der Verstöße gegen die Kapitalmarktvorschriften ab.

Foto: dpa

Anlegeranwälte wollen den südafrikanisch-deutschen Möbelkonzern Steinhoff und seine Manager und Berater wegen des Bilanzskandals auf eine Milliardensumme verklagen. Die deutsche Anwaltskanzlei Tilp teilte am Donnerstag mit, die südafrikanische Kanzlei LHL Attorneys habe eine Sammelklage vor dem High Court in Johannesburg eingereicht. "Das vorläufige Klagevolumen beläuft sich auf circa zwölf Milliarden Euro", hieß es in der Mitteilung. Verklagt werde nicht nur der ums finanzielle Überleben kämpfende Konzern selbst, sondern auch dessen Banken und Wirtschaftsprüfer sowie der ehemalige Steinhoff-Chef Markus Jooste, sein Finanzchef Ben la Grange und Ex-Aufsichtsratschef und Großaktionär Christo Wiese.

Die Steinhoff-Aktie hat einen rasanten Absturz erlebt, seit der Konzern im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten eingeräumt hatte. Inzwischen hat Steinhoff mehr als zehn Milliarden Euro an Vermögenswerten abgeschrieben, mit denen die Bilanz aufgebläht worden war. Unternehmensverkäufe und Verhandlungen mit den Kreditgebern sollen den weitverzweigten Konzern stabilisieren. Von der deutschen Billigmöbelkette Poco und den österreichischen Möbelhäusern Kika und Leiner hat sich Steinhoff schon getrennt.

Die Klage, die LHL mit seinen Partnern Tilp aus Deutschland und Bynkershoek in den Niederlanden eingereicht hat, zielt auf den Vorwurf der Bilanzmanipulation und der Verstöße gegen die Kapitalmarktvorschriften ab. Bereits im Dezember hatte Tilp vor dem Landgericht Frankfurt geklagt und strebt ein Musterverfahren an. Das Gericht in Johannesburg prüft nun zunächst die Voraussetzungen für eine Sammelklage. "Die Prozessstrategien erzeugen maximalen Druck auf die Verantwortlichen es Steinhoff-Skandals und zeigen, dass es für diese keine rechtsfreien Rückzugsorte gibt", erklärt Tilp-Anwalt Maximilian Weiss.

Unter den verklagten Parteien sind auch die Commerzbank, die den Wechsel von Steinhoff an die Börse in Frankfurt begleitet hatte, und die Wirtschaftsprüfungsfirmen Deloitte und Rödl & Partner.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick