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EisenbahntechnikBombardier zieht auch Hitachi als Fusionspartner für Zugsparte in Betracht

Erst vor wenigen Tagen hat es Spekulationen über einen Zusammenschluss mit Alstom gegeben. Nun sollen die Kanadier auch eine Fusion mit Hitachi durchspielen. 24.01.2020 - 18:48 Uhr

In dem Konzern kriselt es.

Foto: Reuters

Der angeschlagene kanadische Eisenbahn- und Flugzeugbauer Bombardier hat als möglichen Fusionspartner für seine Zug-Sparte neben Alstom Insidern zufolge auch den japanischen Konkurrenten Hitachi im Blick. Bombardier arbeite bereits seit Monaten mit Hilfe der Investmentbanken UBS und Citi an möglichen Fusionsszenarien, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Gespräche mit der französischen Alstom hätten im Juli begonnen und seien im September vertieft worden. Auch auf Hitachi seien die Kanadier im vergangenen Jahr zugegangen. Der Stand der Diskussionen mit den Japanern sei aber unklar.

Bombardier braucht Geld, und die Zug-Sparte mit Sitz in Berlin gilt als werthaltigster Teil des Konzerns. „Sie meinen es ernst“, sagte einer der Insider. „Ohne eine Transaktion sind die Aussichten düster.“

30 Prozent der Anteile an der Zug-Sparte von Bombardier liegen allerdings bereits seit fünf Jahren bei dem kanadischen Pensionsfonds Caisse de depot et placement du Quebec (CDPQ). Operative Probleme bei der Abwicklung von Bahn-Projekten hatten Bombardier zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Zudem droht eine Abschreibung auf das Gemeinschaftsprojekt mit Airbus, das Verkehrsflugzeug A220.

Alstom werde von den Bankern von Rothschild beraten, hieß es in Finanzkreisen. Die Regierung in Paris wäre einer Fusion aus einer starken Position heraus nicht abgeneigt. Die Unternehmen wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Auch an Siemens und einen chinesischen Partner sei Bombardier herangetreten, sagten die Insider. Doch seien die Gespräche nie recht in Fahrt gekommen. Siemens ist ohnehin ein gebranntes Kind.

Branche im Umbruch

Der Münchner Industriekonzern hatte seine Pläne für eine Fusion seiner Zug-Sparte mit Alstom aufgeben müssen, weil der Widerstand von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager nicht zu überwinden war. Vor Alstom hatten die Münchner Insidern zufolge bereits mit Bombardier verhandelt.

Die Branche ist im Umbruch, weil die drei großen westlichen Zughersteller die Konkurrenz des chinesischen Branchenriesen CRRC, der nach Europa drängt, fürchten. Die EU-Wettbewerbshüter hatten das aber nicht gelten lassen.

Allerdings arbeitet die EU derzeit an einer Reform ihrer Kriterien für die Genehmigung von Fusionen und Übernahmen. Das macht Bombardier, Alstom und Hitachi Hoffnung. Die Probleme für eine kanadisch-französische Verbindung wären ohnehin kleiner als für Siemens, weil Bombardier kaum in der Signaltechnik aktiv ist und die beiden Partner anders als Siemens und Alstom nicht den Markt für Hochgeschwindigkeitszüge (ICE, TGV) dominieren würden.

Hitachi ist in Europa vor allem in Großbritannien aktiv, wo die Kanadier kaum vertreten sind. Doch gebe es Überlappungen mit Bombardier in Deutschland, sagte einer der Insider.

rtr
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