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AltkanzlerGazprom bestätigt Schröder-Nominierung für Aufsichtsrat – Scharfe Kritik von SPD-Ministerpräsident Weil

Nach seinem Rückzug aus dem Rosneft-Aufsichtsrat, steht der Altkanzler vor einem Engagement bei Gazprom. Schröder könnte auf EU-Sanktionslisten landen. 24.05.2022 - 19:11 Uhr

Der Altkanzler steht nicht erst seit dem Ukraine-Krieg in der Kritik.

Foto: AP

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat seinen Parteifreund Gerhard Schröder scharf für sein offenbar geplantes Engagement beim russischen Gaskonzern Gazprom kritisiert. „Das Festhalten an den bisherigen Mandaten war Starrsinn, die Annahme eines neuen Mandats im Aufsichtsrat eines russischen Energieunternehmens wäre eine Provokation“, sagte Weil dem Handelsblatt.

Gazprom hatte zuvor bekräftigt, dass der frühere Bundeskanzler für den Aufsichtsrat des russischen Konzerns nominiert sei.

Von dem SPD-Politiker, dem enge Bindungen zu Russland vorgeworfen werden und den die Parteispitze zum Austritt aus der SPD aufgefordert hat, lag am Dienstag zunächst keine Stellungnahme vor.

Schröder ist mit dem russischen Präsident Wladimir Putin persönlich befreundet. Russland hat am 24. Februar die Ukraine mit einem militärischen Angriff überfallen. Präsident Putin ist die treibende Kraft hinter der Invasion.

Schröder hatte vergangene Woche seinen Posten im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Rosneft aufgegeben. Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz Schröder aufgefordert, er solle seine Mandate niederlegen.

Weil verwies auf den Krieg in der Ukraine, der vor drei Monaten mit einem Überfall Russlands auf das Nachbarland begonnen hat. Seit Kriegsbeginn haben Zehntausende Menschen ihr Leben verloren. „In einer solchen Situation verbietet sich ein Engagement für ein Unternehmen, das für den russischen Staat eine unbestreitbar große Bedeutung hat“, sagte Weil. Der staatliche kontrollierte Gazprom-Konzern ist einer der wichtigsten Devisenlieferanten für Moskau.

Parteiübergreifend wird dem 78-Jährigen vorgeworfen, hoch dotierte Posten in russischen Staatsunternehmen zu besetzen, während die Europäische Union mit Sanktionen versucht, auch die russische Wirtschaft zu treffen, um auf diesem Wege der Ukraine zu helfen.

Wegen seines Russland-Engagements verlor Schröder auch die bislang den deutschen Altkanzlern zustehenden Privilegien. Der Haushaltausschuss des Bundestages beschloss vergangene Woche, dass das Büro des 78-Jährigen mit zuletzt vier Beschäftigten abgewickelt wird. Das Europaparlament will Schröder auf die Sanktionsliste gegen Oligarchen setzen.

rtr
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