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GeldanlageZollsorgen belasten Dax – Gold und Silber auf Rekordkurs

Während der Dax wegen Zoll-Drohungen der USA einbricht, steigen die Preise für Gold und Silber auf Höchststände. Was Anleger und Märkte jetzt bewegt. 19.01.2026 - 09:43 Uhr Quelle: dpa
Marktteilnehmer begründeten den Preisanstieg von Gold mit Trumps Zoll-Drohung gegen einige europäische Staaten. Foto: Mark Baker/AP/dpa

Zollsorgen im Streit um Grönland haben den Wochenstart am deutschen Aktienmarkt verhagelt. Der Dax rutschte zurück unter die runde Marke von 25.000 Punkten. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekündigt, dass für acht Länder aus Europa ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni Zölle dann sogar von 25 Prozent.

Der deutsche Leitindex sank daraufhin in den ersten Handelsminuten um bis zu 1,5 Prozent auf rund 24.919 Punkte. Für die Vorwoche insgesamt hatte der Dax nur ein kleines Plus behauptet, nachdem er zwischenzeitlich mit einer Bestmarke von 25.507 Punkten an seine Rekordrally vom Jahresauftakt angeknüpft hatte.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank zum Handelsstart um 1,4 Prozent auf 24.447 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sogar 1,6 Prozent verlor. Er hatte in der Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielt.

Deutliche Kursgewinne gab es mit 7 Prozent gegen den schwachen Markttrend bei Bayer nach guten Nachrichten aus den USA. Worauf die Anleger spätestens seit Anfang Dezember 2025 gehofft haben, ist eingetreten: Der Oberste Gerichtshof der USA hat am späten Freitagabend den Glyphosat-Fall „Durnell“ zur Prüfung angenommen. Damit steigen die Aussichten auf ein Grundsatzurteil im jahrelangen, belastenden Rechtsstreit um den Unkrautvernichter.

Gold und Silber auf Höchstständen

Gold und Silber haben zum Wochenstart dagegen weiter zugelegt. Die Preise für beide Edelmetalle kletterten im frühen Handel auf Rekordstände. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) stieg in der Nacht auf Montag um bis zu zwei Prozent auf etwas mehr als 4690 US-Dollar.

Das Niveau konnte der Goldpreis nicht ganz halten, lag aber am Morgen mit rund 4670 US-Dollar immer noch 1,6 Prozent im Plus. Der Silberpreis zog im frühen Handel in der Spitze um bis zu 4,4 Prozent auf den Rekord von 94,12 US-Dollar an und verteuerte sich zuletzt um 3,7 Prozent auf 93,48 US-Dollar.

Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen in Zeiten politischer Unsicherheiten. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

Trumps Zoll-Drohung als Preistreiber

Marktteilnehmer begründeten den Anstieg von Gold und Silber mit der Zoll-Drohung des US-Präsidenten Donald Trump gegen einige europäische Staaten. Im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten.

Trump will die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland den Vereinigten Staaten einverleiben und hatte am Samstag zusätzliche Zölle gegen Deutschland und weitere sieben europäische Nato-Partner angekündigt, um seinen Plan durchzusetzen. Ab dem 1. Februar sollen demnach 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem 1. Juni 25 Prozent.

Die US-Zölle sollen gelten, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmaßnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.

„Noch ist es Rhetorik. Noch bleiben zwei Wochen Zeit für Verhandlungen“, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Es drohe aber eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen. Anders als in früheren Fällen, werde die Europäische Union diesmal wohl nicht klein beigeben, vermutet Altmann. Der Höhenflug am Aktienmarkt sei jedenfalls zunächst vorbei, auch wenn der Rückschlag zunächst überschaubar bleibe.

Gold schon 2025 eine der gefragtesten Anlageklassen

Im neuen Jahr hat sich Gold hauptsächlich wegen der vielen geopolitischen Krisenherde wie der sich zuspitzenden Lage im Iran bereits um mehr als acht Prozent verteuert. Das gelbe Edelmetall war bereits im vergangenen Jahr eine der gefragtesten Anlageklassen. Der Preis war um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr.

Bei Silber war das Jahresplus 2025 mit fast 150 Prozent noch deutlich höher; im laufenden Jahr ging es bereits um weitere 30 Prozent nach oben. Während der Preis für Gold seit etwa einem halben Jahr kontinuierlich gestiegen ist, hat der Höhenflug beim Silber seit Anfang Dezember deutlich an Tempo gewonnen.

dpa, aldd
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