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BörseDax steigt auf Rekordhoch – Hoffnung auf US-Handelsdeal mit EU

Trotz der chaotischen Zollpolitik von US-Präsident Trump greifen die Dax-Anleger zu und katapultieren den deutschen Leitindex auf eine Bestmarke. 09.07.2025 - 12:26 Uhr
Anzeigetafel der Frankfurter Wertpapierbörse in Frankfurt. (Archiv) Foto: dpa

Trotz der Unsicherheiten in der Handelspolitik haben sich die Dax-Anleger am Mittwoch in Rekordlaune gezeigt. Der deutsche Leitindex stieg um bis zu 1,1 Prozent auf ein Allzeithoch von 24.480 Punkten – zuletzt hatte er Anfang Juni mit 24.479 Punkten eine Bestmarke aufgestellt.

Die Hoffnung auf einen Handelsdeal zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA wirke sich positiv auf die Kursentwicklung aus, sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Damit wächst die Hoffnung, dass der wichtige Absatzmarkt USA weiterhin zu vernünftigen Konditionen beliefert werden kann.“ Der EuroStoxx50 gewann bis zum Mittag 1,2 Prozent. „Die Umschichtung von Kapital aus den USA nach Europa und Deutschland geht weiter, weil Anleger der unsicheren Zollpolitik der US-Regierung entgehen wollen“, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Die EU-Kommission teilte zuletzt mit, die EU und die USA hätten gute Fortschritte erzielt, um im Handelsstreit ein Grundsatzabkommen schaffen zu können. Mit einigen wichtigen Partnerländern hatte sich der Zollkonflikt in den vergangenen Tagen dagegen verschärft. US-Präsident Donald Trump kündigte umfassende Zölle gegen enge Verbündete wie Japan und Südkorea sowie zwölf weitere Staaten an, vor allem aus Asien und Afrika. Auf alle Waren aus Japan und Südkorea soll ab dem 1. August ein Zoll von 25 Prozent erhoben werden. Ein entsprechendes Zoll-Schreiben an die EU könnte in den kommenden Tagen erfolgen.

Jürgen Molnar von RoboMarkets mahnte vor diesem Hintergrund zur Vorsicht: „Von neuen Zöllen, die ab August gelten, bis hin zu einem weitreichenden Abkommen bleibt alles möglich und nichts ausgeschlossen.“ Wer jetzt in den Markt einsteige, kaufe eine große Menge an Risiko mit, sagte der Analyst.

50 Prozent Zoll auf Kupferimporte in die USA

Wie unberechenbar US-Präsident Trump sein kann, stellte er am Dienstagabend unter Beweis, als er überraschend einen Zoll von 50 Prozent auf Kupferimporte ankündigte. An der US-Börse Comex sprang der Kupfer-Future daraufhin um mehr als zwölf Prozent auf ein Rekordhoch.

An der London Metal Exchange gerieten die Preise des Industriemetalls dagegen ins Rutschen. Kupfer verbilligte sich um bis zu 2,4 Prozent auf 9553 Dollar je Tonne, das war der tiefste Stand seit knapp vier Wochen. Nach der Einführung der Zölle dürften die US-Käufer laut ING vermutlich damit beginnen, ihre Lagerbestände aufzubrauchen.

Die USA sind traditionell ein großer Abnehmer der weltweiten Kupferproduktion. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte erklärt, die Zölle würden voraussichtlich bis Ende Juli oder zum 1. August eingeführt. Dies lässt Händlern kaum Zeit, noch größere Mengen in die USA zu liefern. Die Aktien der Bergwerksbetreiber Antofagasta, Glencore und Anglo American fielen zwischen 1,9 und 2,3 Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt sorgte die Anteilsaufstockung der UniCredit bei der Commerzbank für reichlich Gesprächsstoff. Die Titel stiegen im Dax in der Spitze zunächst um 2,6 Prozent auf ein 14-Jahres-Hoch von 30,74 Euro, bevor sie gegen Mittag 1,1 Prozent ins Minus rutschten. Der Bund will sich nach Angaben des Finanzministeriums nicht von seiner Beteiligung an der Coba trennen. „Die Position der Bundesregierung ist unverändert: Sie lehnt das erneut unabgestimmte und unfreundliche Vorgehen der Unicredit ab“, sagte eine Sprecherin.

Die Unicredit hat durch die Wandlung von Derivaten die eigene Aktienbeteiligung an der Commerzbank auf rund 20 Prozent erhöht. Damit ist das Mailänder Institut jetzt der größte Aktionär der Commerzbank. Unicredit strebt eine Übernahme des Frankfurter Geldhauses an. Die Aktien der UniCredit stiegen um 3,4 Prozent, die der Deutschen Bank lagen 1,9 Prozent höher.

Renk-Aktien bei Anlegern gefragt

Im MDax standen die Aktien des Panzergetriebe-Herstellers Renk hoch im Kurs – sie stiegen um bis zu 6,1 Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach das Unternehmen Optionen für sein ziviles Industriegeschäft prüft. Laut einem Händler stützte zudem ein positiver Analystenkommentar von JP Morgan die Titel. Die Papiere der Rüstungswerte Rheinmetall und Hensoldt notierten jeweils gut ein Prozent fester.

Am Devisenmarkt konnte sich der Dollar-Index trotz des Hin und Hers in der Zollpolitik Trumps knapp im Plus halten. Er stieg in der Spitze um 0,2 Prozent auf 97,72 Punkte. Der Euro gab 0,1 Prozent auf 1,1715 Dollar nach.

Gespannt warteten die Investoren auf die am Abend zur Veröffentlichung anstehenden Protokolle der jüngsten US-Zentralbanksitzung. Sie erhofften sich Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Fed. „Die Diskussionen im Protokoll, unter welchen Bedingungen mehr Mitglieder in Richtung Zinssenkungen tendieren könnten, dürften besonders unter die Lupe genommen werden,“ erläuterte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. An den Finanzmärkten wird bislang frühestens für September mit einem ersten geldpolitischen Schritt nach unten in diesem Jahr gerechnet.

rtr, dpa
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