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Die spannendsten neuen Tech-Unternehmen Wetten? Einer dieser Tech-Konzerne wird das nächste Apple

Exklusiv
Werbung für die App TikTok des chinesischen Digitalkonzerns Bytedance. Er gehört zu den 100 erfolgversprechendsten Techfirmen aus Wachstumsmärkten und Schwellenländern. Quelle: REUTERS

Eine exklusive Studie kürt die Top 100 der aufstrebenden Technologieunternehmen von China bis Brasilien. Sie wachsen schnell und können ganze Branchen auf den Kopf stellen. Wir zeigen, welche Unternehmen auch für deutsche Aktionäre einen Blick wert sind.

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Die Keynote des Tech-Gründers vergangene Woche läuft schon seit 40 Minuten, da kommt die Überraschung, das „One More Thing“: Stolz präsentiert der Manager vor versammeltem Publikum eine Augmented-Reality-Brille, fast so schlank wie eine Sonnenbrille, die digitale 3-D-Modelle täuschend echt darstellen soll. „Wir wollen das Internet des Erlebens möglich machen“, sagt der Tech-Guru. Wohnzimmer etwa sollen damit zum begehbaren Computerspiel werden.

Bisher waren es amerikanische Konzerne wie Apple, von denen die Welt solche disruptiven Innovationen erwartet hat. Doch diesmal fand die bemerkenswerte Tech-Keynote nicht in Cupertino statt, sondern in Shenzhen, und auf der Bühne stand nicht Tim Cook, sondern Tony Chen, Gründer des chinesischen Elektronikkonzerns Oppo. Westlichen Konsumenten ist das Unternehmen noch weitgehend unbekannt. Dabei war Oppo im dritten Quartal des Jahres schon der sechstgrößte Smartphone-Hersteller weltweit.



Oppo ist damit eines von 100 Technologie-Unternehmen jenseits des Silicon Valley, die das Potential haben, zum nächsten Apple zu werden – und die wir an dieser Stelle erstmals vorstellen. Experten der Boston Consulting Group (BCG) haben in einer Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, aus tausenden Kandidaten die vielversprechendsten Unternehmen gekürt. Viele davon sind auch für Aktienanleger, die auf die möglichen Technologie-Stars von morgen möchten, einen Blick wert.

Das Ranking klammert bewusst Technologie-Unternehmen aus den führenden Industrieländern aus - und nimmt stattdessen die Start-ups und Konzerne aus Wachstumsmärkten und Schwellenländern in Asien, Südamerika oder Afrika in den Blick. Mehr als 10.000 Tech-Unternehmen sind seit 2014 in diesen Emerging Markets gegründet worden, so die Boston-Consulting-Studie.

Wo die Umsätze sprudeln

Die neuen Tech-Herausforderer kommen aus China, Indien , Singapur, Israel oder Brasilien. Sie heißen ByteDance oder RootCloud, Lenskart oder Nubank Sie haben oft schon viele Millionen Kunden, im Schnitt machen die Unternehmen zwei Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Und mit großer Wahrscheinlichkeit ist unter den Top 100 auch das nächste Apple dabei – ein möglicher neuer weltumspannender Techkonzern.

Denn eines haben die Tech-Newcomer gemeinsam: Sie wachsen überdurchschnittlich schnell. Im Vergleich zum Aktienindex S&P 500, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen abbildet, steigt ihr Umsatz sechs mal schneller. Im Bereich Gaming schießen die Einnahmen der Start-ups sogar dreißigmal schneller in die Höhe als bei den Etablierten Computerspiele-Schmieden im S&P 500.

Unsere Tabelle verrät, welche Unternehmen es in die Top-100 der Tech-Herausforderer geschafft haben. Um in das Ranking zu kommen, müssen die Unternehmen mindestens mit 500 Millionen Dollar bewertet sein. Sie müssen ein vielversprechendes Geschäftsmodell haben – und die Ambition, ihre gesamte Branche auf den Kopf zu stellen. Sie müssen zu den führenden drei Unternehmen in ihrer Branche und ihrer Region zählen und schon nennenswerte Umsätze und Kundenzahlen vorweisen können.



Diese Kennzahlen machen es natürlich auch für Privatanleger attraktiv, sich zu beteiligen. Viele der Start-ups und Konzerne, die die BCG-Experten für aussichtsreich halten, sind jedoch noch in privater Hand oder planen gerade einen Börsengang. In ein paar von ihnen aber kann man heute schon investieren, zum Teil sind sie grad in Deutschland handelbar. Unsere Tabelle zeigt Ihnen die Top 100 der Tech-Aufsteiger – und diejenigen, deren Aktien in Deutschland zu kaufen sind.

Die Top 100 profitieren vom schnellen Wirtschaftswachstum in ihren Regionen – und von Mega-Trends rund um Digitalisierung und künstliche Intelligenz, die weltweit disruptive Geschäftsmodelle entstehen lassen.    



Drei Beispiele:

E-Commerce: Der Online-Handel boomt, vor allem in China. 2006 gab es ihn dort praktisch noch nicht – heute werden in China schon gut 36 Prozent der Einzelhandelsumsätze online abgewickelt. In den USA sind es nur 16 Prozent. 1900 Milliarden Dollar setzten Online-Händler in China pro Jahr um: Dreimal so viel wie in den USA. Ein gewaltiges Geschäft, von dem neue Anbieter wie Meituan, Pinduoduo oder Baozun profitieren.

Videostreaming: In Europa mag einem als erstes YouTube einfallen, wenn es um Videos im Internet geht. Doch der Markt ist weiter größer und in Schwellenländern streben neben Google längst auch andere Akteure  an die Spitze. Die App TikTok vom chinesischen Anbieter ByteDance hat mehr als 800 monatlich aktive Nutzer, 100 Millionen davon in den USA. Aktuell soll das Start-up mit 90 bis 100 Milliarden Dollar bewertet sein. Großes Potenzial sehen die BCG-Experten auch bei der Plattform Bilibili, die sich auf Videos rund um Comics und Spiele spezialisiert hat, dem chinesischen Inhalte-Aggregaten Qutoutiao und der Videoplattform JOYY, die  der Internetkonzern Baidu gerade aufgekauft hat.

Elektronik: Bisher zählten Apple und Samsung zu den führenden Smartphone-Herstellern - doch die Konkurrenz vor allem aus Asien holt massiv auf. Im dritten Quartal 2020 löste der chinesische Hersteller Xiaomi Apple als drittgrößten Hersteller der Welt ab. Das starke Smartphone-Geschäft trieb in den vergangenen zwölf Monaten auch den Börsenkurs von BYD Electronic, einem chinesischen Fertiger von Smartphone-Komponenten. Zu den Top 100 zählt zudem der Laptop-Hersteller Razor, der vom boomenden Gaming-Geschäft profitiert.

Die Beispiele zeigen: Vor allem Asien entwickelt sich zum neuen Zentrum der Techindustrie. War China bisher vor allem Zulieferer für das Silicon Valley, so entstehen dort jetzt eigene Elektronik-Marken, die ihre Produkte mit neusten Komponenten und künstlicher Intelligenz ausstatten. Internet-Plattformen wiederum können in China und in Indien, gemessen an der Zahl der Bevölkerung, die größten Märkte der Welt erobern.
Smartphone-Manager Chen zeigte vergangene Woche der westlichen Konkurrenz schon einmal, wie weit vorne sein Konzern Oppo im Technologie-Rennen ist: Auf seinem Innovation Day präsentierte er ein Smartphone mit rollbarem Display. Bei Bedarf kann das Handy auf Tablet-Größe wachsen. Wenn es nach Chen geht, soll das weltweite Geschäft von Oppo sich jetzt ähnlich schnell ausdehnen.

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