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Riedls Dax-Radar
BASF ist einer der Protagonisten für das Comeback der Industrieaktien. Quelle: Presse

Comeback der Industrieaktien befeuert Frühjahrsrally

Schwache Zahlen verlieren ihren Schrecken, immer mehr Einzelaktien stabilisieren sich oder drehen nach oben. Für den Dax sind Werte wie BASF, Henkel oder auch VW eine wichtige Stütze – und verleihen dem Aktienmarkt neue Luft nach oben.

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BASF verdient deutlich weniger als im Vorjahr. Die aktuellen Zahlen des Chemiekonzerns zum ersten Quartal bestätigen die schwächere Wirtschaftstendenz, die seit einigen Monaten vorherrscht, vor allem in der Chemieindustrie. An der Börse überrascht das Ergebnis nicht – und das ist gut so, denn es zeigt, dass der Markt die konjunkturelle Zitterpartie schon vorweggenommen hat. BASF-Aktien haben sich im Bereich der Tiefpunkte um 60 Euro stabilisiert und mit dem jüngsten Anstieg über 70 Euro ein Kaufsignal gegeben. Der mittelfristige Spielraum dürfte zunächst bis in den Bereich um 80 Euro reichen.

BASF ist einer der Protagonisten für das Comeback der Industrieaktien. Dass dies keine einheitliche Bewegung ist, zeigt die mühsame Entwicklung von Covestro. Obwohl die Aktie mittlerweile günstig geworden ist, kommt sie einfach nicht auf die Beine. Deutlicher Preisdruck, starke Konkurrenz und hoher Aufwand für Investitionen machen die Erholung immer wieder zunichte. Wahrscheinlich wird die Aktie mehrere Monate brauchen, um im Kursbereich 40 bis 55 Euro einen Boden zu bilden.

Einen Schritt weiter ist Henkel. Die Aktie ging in den vergangenen Wochen noch einmal auf Tauchstation, weil wegen hoher Investitionen und Währungsnachteilen die Renditeziele gekappt wurden. Dazu kamen Logistikprobleme in den USA. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass der Kursrückgang übertrieben ist. Andere Werte der Branche, vor allem die großen Konkurrenten Beiersdorf und Procter & Gamble, gehören seit Wochen zu den Favoriten der Anleger. Und auch bei Henkel werden die Aussichten besser.

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Das Kerngeschäft mit Klebstoffen, das die Hälfte zum Umsatz beiträgt und mit dem Henkel hohe Renditen einfährt, dürfte in diesem Jahr mindestens stabil bleiben. Es profitiert davon, dass in vielen Industriebereichen (Fahrzeugbau, Luftfahrt, Elektronik, Verpackungen) Klebstoffe eine immer größere Rolle spielen. Henkel ist hier Weltmarktführer.

Bei Wasch- und Reinigungsmitteln sollte es sich langsam auszahlen, dass Henkel seine Logistikprobleme in den USA in den Griff bekommen hat. Sollte dann noch der Euro etwas abdriften und sich im Gegenzug Dollar und Schwellenländerwährungen stabilisieren, wäre das ein zusätzlicher Vorteil für Henkel. Die Düsseldorfer erzielen mehr als 40 Prozent ihres Geschäfts in Schwellenländern und ein Viertel in Nordamerika.

Eine schnelle Spekulation ist Henkel nicht. Dennoch hat die Aktie eine gute Chance, zwischen 80 und 90 Euro einen Boden zu bilden und von da aus dann eine längere Erholung zu starten.

Ebenfalls gut im Erholungsrennen liegt Volkswagen. Mit drei Milliarden Euro Nettogewinn war das erste Quartal durchaus gut. Das ist zwar ein Rückgang von rund einem Zehntel, angesichts der gefühlten Dauerkrise um die großen Autohersteller und die hohen Investitionen in neue Mobilität sogar überraschend viel. Ein Vorteil für die Aktie ist, dass die finanziellen Belastungen des Abgasskandals immer überschaubarer werden. Insgesamt ist bisher von rund 30 Milliarden Euro die Rede. Diese 30 Milliarden Euro entsprechen in etwa dem Verlust an Börsenwert, den die VW-Aktien in den ersten Tagen nach Bekanntwerden des Abgasskandals im Herbst 2015 hinnehmen mussten. Seitdem sind VW-Aktien tendenziell nur gestiegen.

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