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Bitcoin (BTC)„Bitcoin, nicht Krypto!“: Lernt bitte endlich den Unterschied!

Der Bitcoin-Kurs gibt nach, gleichzeitig erleben die sogenannten Altcoins ein regelrechtes Blutbad – mal wieder. Anleger sollten das „digitale Gold“ nicht mit diesen Kryptos in einen Topf werfen. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Sören Imöhl 20.10.2025 - 17:20 Uhr

„Bitcoin, nicht Krypto!“ soll betonen, dass Bitcoin mehr ist als nur eine von vielen Kryptowährungen und nicht mit diesen gleichgesetzt werden sollte. 

Foto: imago images

Der Bitcoin-Kurs gibt nach seinem Allzeithoch von Anfang Oktober nach, fällt zwischenzeitlich auf 105.000 Dollar zurück und zieht damit auch Ether, den Ripple-Coin XRP und andere sogenannte Altcoins nach unten.

Wenn Bitcoin fällt, fallen Altcoins exponentiell stärker – und das führt in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Problem: Obwohl sich solche Altcoins in ihren Eigenschaften und Funktionen teils deutlich unterscheiden, werden sie – gerade in der Medienlandschaft – oft in einen Topf mit Bitcoin geworfen. Das ist unredlich und intellektuell schwach.

Denn: Ein Großteil der Kryptowährungen abseits des Bitcoins basiert auf experimentellen Technologien, die erhebliche Risiken bergen können und zentral gesteuert werden. Sie bergen damit ein enormes Drittparteienrisiko. Viele Altcoins sind schlicht Betrug oder einzig und allein auf Hype ausgelegt. Jüngstes Hype-Beispiel sind hier die Memecoins von Donald und Melania Trump.

Bitcoin hingegen zeichnet sich durch sein offenes, simples und robustes Design aus, bleibt seiner ursprünglichen Architektur treu und bietet abseits der reinen Kursspekulationen viele Anwendungszwecke und Chancen – wenn man sie denn sehen will.

Ein in der Bitcoin-Szene verbreiteter Spruch lautet daher: „Bitcoin, nicht Krypto!“ Damit will man ausdrücken, dass Bitcoin einzigartige Eigenschaften vorweisen kann und mehr ist als nur eine unter vielen zentralisierten Kryptowährungen wie Ethereum, Solana oder Cardano.

Anleger sollten es handhaben wie die USA: Im März hat Präsident Donald Trump ein Wahlversprechen eingelöst und eine Bitcoin-Reserve eingeführt – und ergänzend die „Digital Asset Stockpile“. Damit trennen die Vereinigten Staaten das „digitale Gold“ für alle erkennbar von Altcoins. Die Bitcoin-Reserve wollen die USA budgetneutral ausbauen. Das ginge etwa, indem sie Gold- in Bitcoin-Bestände überführen. Für Altcoins ist das ausdrücklich nicht geplant.

Höchste Zeit, dass auch Journalisten den Szene-Spruch kennenlernen und endlich die Technologie Bitcoin abseits der reinen Kursentwicklung studieren, unabhängig davon, ob der Bitcoin-Kurs nun bei 100.000 Dollar, 1000 Dollar oder 1.000.000 Dollar steht. Also liebe Journalisten „study, Bitcoin!“

Bitcoin (BTC): Gekommen, um zu bleiben

Nach gerade einmal 16 Jahren hat sich Bitcoin als feste Größe im Finanzsystem etabliert. Immer wieder totgesagt, zeigt sich Bitcoin heute resilienter denn je. Während andere Kryptowährungen kommen und gehen, baut Bitcoin seine Bedeutung weiter aus. Das zeigt sich auch anhand der Sicherheit des Netzwerks, der sogenannten Hashrate. Diese liegt im Oktober 2025 bei 1,11 Zetahash – mehr als 1.100.000.000.000.000.000.000 Versuche pro Sekunde der Bitcoin-Blockchain den nächsten Block anhängen zu dürfen.

Währenddessen verschließt man sich dem Thema Bitcoin in der EU und Deutschland weiterhin konsequent. Schlimmer noch: 2024 veräußerte der Freistaat Sachsen rund 50.000 Bitcoin aus einem Strafverfahren zu einem – aus heutiger Sicht – Ramschpreis.

Trotz zahlreicher Skandale – die im Übrigen nicht direkt mit der weltgrößten Kryptowährung zu tun haben, sondern mit betrügerischen Börsen oder Shops – steht Bitcoin heute im Mittelpunkt der Diskussionen über die Zukunft des Geldes. Es würde schließlich auch niemand auf die Idee kommen, das Internet wegen betrügerischer Online-Shops verbieten zu wollen.

Bitcoin wird gern als „digitales Gold“ bezeichnet, so auch offiziell vom Weißen Haus. So hieß es, dass die neue Bitcoin-Reserve wie ein digitales „Fort Knox“ betrachtet werde. Larry Fink, Chef des US-Vermögensverwaltungsriesen BlackRock – und früher selbst ein scharfer Bitcoin-Kritiker – nannte Bitcoin im vergangene Jahr so, breitenwirksam im US-Fernsehen. Das zeigt, wie sich der Diskurs verschoben hat. Und auch Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed, zog diesen Vergleich bereits 2024 in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC: „Menschen verwenden Bitcoin als spekulatives Asset, richtig? Es ist wie Gold – nur virtuell, digital.“ Durch den Vergleich mit Gold könnte Powell einen subtilen, positiven Schwenk andeuten. Des Weiteren stellte Powell fest: „Er ist wirklich ein Konkurrent für Gold. Das ist meine Sicht der Dinge.“

Grundlegendes zum Thema Bitcoin (BTC):

Der Vergleich mit Gold ist nicht so weit hergeholt: Die beiden Assets teilen mehrere Eigenschaften: Sie sind knapp und dezentral (und werfen keine Zinsen ab, aber das ist hier nicht der Punkt). Vorausgesetzt man findet keine neuen Vorkommen, werden diese beim Gold irgendwann erschöpft sein, Bitcoin ist auf knapp 21 Millionen Einheiten begrenzt. Mehr Bitcoin wird es niemals geben. Beim Gold kennt man den maximalen Bestand hingegen nicht. Auch neue Goldquellen können nicht ausgeschlossen werden: Genau das passierte im vergangenen Jahr in China. Dort entdeckte man im November 2024 ein neues Goldvorkommen, das dem Gesamtbestand mal eben um weitere 1000 Tonnen Gold zuführte – bei Bitcoin ist ein solches Szenario ausgeschlossen.

Um Gold oder Bitcoin zu erhalten ist ein Arbeitsaufwand notwendig: Gold muss aus der Erde geholt werden, Bitcoin erhält man nur durch die Bereitstellung von Energie zur Absicherung des Netzwerkes. Gold oder Bitcoin aus dem Nichts zu erzeugen ist nicht möglich. Bei Altcoins ist das hingegen sehrwohl möglich.

Außerdem dienen beide Assets als Wertspeicher. Gold erfüllt diese Rolle seit Jahrtausenden, Bitcoin hat sich binnen kürzester Zeit als moderner Inflationsschutz etabliert. Die beiden Assets gegeneinander auszuspielen, ist unnötig.

Spätestens der Zulassung von Bitcoin-ETFs in den USA im vergangenen Jahr und die Bitcoin-Reserve sind regelrechte Ritterschläge für Bitcoin gewesen. Daher ist klar: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben. Und er könnte unsere Zukunft besser machen. Die USA machen es vor und schreiten hier mit großen Schritten voran. Strikt nach dem Motto: „Bitcoin, nicht Krypto!“

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 9. August 2024 bei der WirtschaftsWoche. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.

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