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Bitcoin-KursDie Bitcoin-Rally ist zu krass

Bitcoin hat die 100.000-Dollar-Marke im Blick. Die Dynamik der Rally aber ist beängstigend. Es wäre Zeit für eine Korrektur – eigentlich. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Philipp Frohn 14.11.2024 - 18:34 Uhr

Der Bitcoin rast momentan von Rekord zu Rekord.

Foto: REUTERS

Mein Depot und ich leben in zwei Welten. Während sich meine Freude über den Wahlsieg Donald Trumps in Grenzen hält, blinkt in meinem Portfolio sehr viel sehr grün auf. Allen voran: der Bitcoin.

Seit vergangenem Mittwoch, als Trump das Rennen ums Weiße Haus für sich entschieden hatte, legte die Kryptowährung gut 33 Prozent zu. Es verging praktisch kein Tag, an dem der Bitcoin kein neues Rekordhoch geknackt hat. Innerhalb weniger Tage hat er drei Zehntausender-Marken gerissen. Zuletzt notierte er deutlich über 90.000 Dollar. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er auch die magische Grenze von 100.000 Dollar überschreitet. Das wäre deutlich früher, als selbst viele Optimisten es vermutet hätten.

Nur: Die Euphorie am Kryptomarkt ist gerade einfach zu krass. Die Dynamik, mit der der Bitcoin neue Höchststände erreicht, hat ein schon fast beängstigendes Eigenleben entwickelt. Ausgerechnet der Erfolg der letzten Woche könnte für den Bitcoin kurzzeitig zum Problem werden. Zu schnell rast er von Rekord zu Rekord, als dass er nachhaltige Unterstützungen aufbauen könnte. Davon spricht man, wenn ein Vermögenswert mehrfach an Wert verliert, bestimmte Kursschwellen dann aber nicht reißt. Quasi ein Sicherheitsnetz.

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Klar, dass nach dem starken Plus der vergangenen Tage größere Gewinnmitnahmen ausgeblieben sind, ist ein gutes Zeichen. Käufer glauben wohl wirklich an eine anhaltend positive Entwicklung, nicht nur an ein kurzes Strohfeuer. Trotzdem täte dem Bitcoin eine leichte Konsolidierung erstmal gut, um zu zeigen, dass er die neuen Höchststände auch in Stresssituationen halten kann. Die Marktdynamik erweckt gerade den Anschein, als wollten Anleger jetzt noch schnell einsteigen, koste es, was es wolle. FOMO greift um sich, also „fear of missing out“ – die Angst, etwas zu verpassen.

Die Krypto-Welt hat sich verändert

Alles steht und fällt damit, ob noch weitere Anleger auf den Zug aufspringen und den Kurs weiter nach oben treiben. Beim Bitcoin gibt es nämlich nur Gewinne, wenn andere noch mehr für die Digitalmünzen zu zahlen bereit sind. Und vielleicht ist auch jetzt noch ein günstiger Zeitpunkt, um in den Bitcoin zu investieren. Als der Corona-Crash vor viereinhalb Jahren den Kurs auf 5000 Dollar gedrückt hatte, meinten viele Kritiker, auch das sei zu teuer.

Der Bitcoin-ETF im Detail
Viele Experten sehen darin einen Ritterschlag für den Bitcoin. Die Genehmigung habe eine große Signalwirkung erzeugt und werde für den Bitcoin deutlich mehr Professionalisierung schaffen, meinen Marktbeobachter. Die neuen Indexfonds wurden nämlich von etablierten Wall-Street-Häusern wie BlackRock aufgelegt.
Mit den neuen Finanzprodukten wird es für Investoren in den USA einfacher, in den Bitcoin zu investieren. ETF steht für „exchange-traded fund“ – übersetzt „börsengehandelter Fonds“. Mit ETFs wird normalerweise ein bestimmter Börsen-Index nachgebildet, etwa der MSCI World, in dem unter anderem die Aktien von Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google) und Meta (Facebook) stecken. Die neuen Bitcoin-ETFs setzen nur auf ein Pferd, nämlich den Bitcoin und spiegeln nur die Kursentwicklung der Kryptowährung wider.
Anleger, die selbst Bitcoin kaufen, müssen sich entweder selbst um die Verwahrung in einer digitalen Brieftasche (Wallet) kümmern. Oder sie müssen Dienstleistern wie Coinbase oder Bitpanda vertrauen, die mit ihren Apps auch Online-Wallets anbieten. Bei den nun zugelassenen ETFs kaufen Fonds-Anbieter wie Blackrock ihre Bitcoin-Bestände auf eigene Rechnung ein. Die Anleger erhalten dann nicht die Bitcoins selbst, sondern ein Zertifikat, das den Anspruch darauf bescheinigt. Dafür verlangen die Finanzhäuser Gebühren. Bei Blackrock sind das 0,25 Prozent der Investitionssumme im Jahr.
Der Kurs schwankt sehr stark, und Prognosen für den weiteren Verlauf sind schwierig. Die Bedeutung der ETF-Zulassung kann man aber an dem Kurs der vergangenen Monate ablesen. Mitte Oktober, bevor Gerüchte über eine bevorstehende Zulassung kursierten, lag der Kurs bei rund 26.500 Dollar. Vor der SEC-Entscheidung stieg der Bitcoin auf knapp 48.000 Dollar.
Experten trauen dem Bitcoin zu, 2024 ein Rekordhoch von über 69.000 Dollar zu erreichen und halten auch Kurse von über 100.000 Dollar. Profitieren würde der Bitcoin-Kurs vor allem, wenn institutionelle Investoren in die Kryptowährung investieren. Sogenannte HODL-Investoren, die ihre Kryptobestände halten, egal wie hoch oder niedrig die Preise sind, spekulieren sogar auf ein Überschreiten der Schwelle von einer Million Dollar. Auf der anderen Seite gibt es warnende Stimmen, etwa die deutsche Verbraucherzentrale. Bitcoins seien aufgrund der Risiken – von starken Kursschwankungen bis zum Totalverlust – als Geldanlage nicht zu empfehlen, erklärten die Verbraucherschützer im November.
Nein, solche „One-Trick-Ponys“ widersprechen den Regularien in Deutschland. Deshalb gibt es in der Bundesrepublik im Gegensatz zu den USA auch keine ETFs, die sich ausschließlich am Goldpreis orientieren. Wer virtuell in Gold investieren möchte, muss in Deutschland auf ETCs ausweichen. ETC steht für exchange-traded commodities („börsengehandelte Rohstoffe“). Sie funktionieren ähnlich wie ETFs: Sie können ebenfalls direkt an der Börse gehandelt werden und bilden den Goldpreis annähernd nach. Rechtlich gesehen sind ETCs aber unbefristete Schuldverschreibungen und keine Investmentfonds. Ähnliche Angebote gib es in Deutschland für den Bitcoin. Das sind dann sogenannte ETPs (exchange-traded products) oder ETNs (exchange-traded notes), die den Bitcoin ebenfalls abbilden.
Etliche Krypto-Anleger rechnen durch den Einstieg der traditionellen Finanzwirtschaft in den Bitcoin-Markt mit einer erhöhten Nachfrage nach Bitcoin. Das würde zwangsläufig zu einer Kurssteigerung führen, weil die Gesamtzahl der Bitcoins auf 21 Millionen begrenzt ist. Kritiker sehen den Einstieg dagegen skeptisch, auch weil der Bitcoin einst als Gegenreaktion auf die Finanzkrise entstand, für die traditionelle Geldhäuser verantwortlich waren. Der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto agierende Bitcoin-Gründer wollte mit seinem Gegenentwurf vermeiden, dass Banken und Vermögensverwalter am Wertaufbau mitverdienen.

Dass der Bitcoin noch ganz neue Höhen erreichen wird, ist überhaupt nicht ausgeschlossen. Auf dem Weg dahin sollte Anlegern aber bewusst sein, dass Kryptowährungen heiße Spekulationswetten bleiben – und ein Einstieg zu Höchstpreisen riskant ist. Nachdem der Bitcoin im November 2021 bei knapp 69.000 Dollar seine damalige Bestmarke geknackt hatte, crashte er danach um bis zu 70 Prozent.

Andererseits: Seitdem hat sich die Krypto-Welt radikal verändert. Nicht nur wegen Trump mit seiner kryptofreundlichen Politik. Letztlich profitiert der Bitcoin vor allem von der wichtigsten Stütze einer jeden Währung: Vertrauen. Immer mehr Anleger glauben, dass der Bitcoin zum Vermögensaufbau taugt. Vor allem die im Januar gestarteten Bitcoin-ETFs sind langfristig ein Gamechanger, weil Profiinvestoren darüber massiv investieren. Innerhalb von neun Monaten erreicht der Bitcoin-ETF ein größeres Volumen als der hauseigene Gold-ETF des selben Anbieters. Das ist eine Ansage und unterstreicht: Bitcoin ist endgültig im Mainstream der Geldanlage angekommen.

Grundlegendes zum Thema Bitcoin (BTC):

Das bringt ein Bitcoin-Sparplan

Was also tun? Bitcoin meiden oder doch noch aufspringen? Ob Kryptowährungen zum eigenen Risikoempfinden passen, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden. Es gibt aber eine Zwischenlösung: Vielen mag ein Einstieg zu Höchstkursen zu heikel sein. Dennoch dürften sich einige sorgen, weitere Kurssprünge zu verpassen. Dann könnte sich ein Bitcoin-Sparplan anbieten. Voraussetzung: Anleger sehen im Bitcoin nicht nur einen schnellen Zock, sondern ein langfristiges Asset – auch das muss man wollen. Wie bei einem ETF-Sparplan müssen sich Anleger hier keine Gedanken über den besten Einstiegszeitpunkt machen, sondern kaufen regelmäßig mit einer gleichbleibenden Rate, mal zu hohen, mal zu niedrigen Kursen.

Zumindest in der Vergangenheit ging der Plan auf: Selbst wer zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt – auf dem damaligen Allzeithoch im November 2021 – eingestiegen ist und von da an monatlich 50 Euro in einen Bitcoin-Sparplan angelegt hätte, säße heute auf einem Vermögen von gut 5200 Euro. Performance: 188 Prozent. Verrückt? Vielleicht. Aber niemand kann ausschließen, dass es noch deutlich verrückter werden wird.

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