Payback, Coupons und Co.: Was Sparangebote für Verbraucher wirklich taugen
Neues Jahr, neue Vorsätze: Nach dem Konsumrausch der Weihnachtszeit wollen jetzt viele Menschen mehr aufs Geld achten. In einer Umfrage von Statista Consumer Insights Ende vergangenen Jahres gaben 55 Prozent der Teilnehmer an, dieses Jahr mehr Geld sparen zu wollen. Damit führt das Sparen, gemeinsam mit dem Vorhaben, mehr Sport zu treiben, die Liste der Neujahrsvorsätze an.
Wer sparsamer leben will, muss beim Shoppen nicht unbedingt zurückstecken. Das suggerieren jedenfalls die großen Handelsketten. Ob Payback-Karte, das etwas neuere Saveback oder klassische Rabatt-Coupons: Verbraucher sollen mit all diesen Angeboten bares Geld sparen können. Genutzt werden sie rege. Laut Payback-Group gibt es in Deutschland rund 31 Millionen aktive Payback-Nutzer. Auch die Apps der Händler, in denen diese über aktuelle Angebote und Rabatte informieren, sind beliebt: In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov von August 2024 gaben 37 Prozent der Teilnehmer an, die App des Discounters Lidl installiert zu haben. Die Apps von dm, Rewe, Rossmann und Edeka folgen dichtauf.
Die Ersparnis mit Apps und Rabattsystemen hat allerdings ihren Preis. Unternehmen wollen mit Payback und Co. Daten über ihre Kunden sammeln und ihr Kaufverhalten analysieren. Sparen ist hier also eher ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Lohnt es sich?
Sparsamkeit mit Verfallsdatum
Sieben Wochen lang versuche ich, alltagstaugliche Tricks anzuwenden und Rabattangebote zu kombinieren, um möglichst viel Geld zu sparen. Mein Einkaufsverhalten will ich dabei nach Möglichkeit nicht verändern. Ich kaufe also zum Beispiel Duschgel nicht dann, wenn es im Angebot ist, sondern wenn ich es brauche. Zu einem rabattierten Markenprodukt zu greifen, obwohl ich sonst die Eigenmarke wähle, ist dagegen okay.
Schon vor diesem Versuch habe ich hin und wieder mit meiner Karte von Trade Republic bezahlt. Der Neobroker bietet seinen Sparplan-Kunden seit vergangenem Jahr die Möglichkeit, bei Kartenzahlung ein Prozent des Transaktionsvolumens zurückzubekommen, bis zu einer Obergrenze von 1500 Euro. Maximal 15 Euro pro Monat kann ich also via Saveback einstreichen. Auch Coupons aus der Rossmann-App habe ich schon verwendet. Aber jetzt will ich mein volles Shopping-Sparpotenzial ausschöpfen.
Ich bestelle mir eine Payback-Karte, lade mir Apps aller Läden herunter, die ich regelmäßig besuche, und aktiviere so viele Coupons wie möglich. Dabei fällt mir auf: Insbesondere im Payback-System gibt es eine Vielzahl von Coupons, die ich wohl nie verwenden werde, für Strom- und Mobilfunkverträge etwa bis zu Versicherungen und Tiernahrung (ich habe gar kein Haustier). Immerhin finde ich auch Internetriesen wie Amazon und Temu bei Payback. Ich beschränke mich aber nicht auf das Naheliegende, sondern aktiviere – sehr mühsam – alle Coupons einzeln. Vielleicht kann ich mit dem einen oder anderen ja doch noch ein Schnäppchen machen.
In den Apps von Rewe, dm und Rossmann ist es dasselbe Spiel. Die meisten Coupons bietet Rossmann (67 Stück!), danach folgt Rewe mit 22 und dm mit 21. Ich kann nicht alle Coupons auf einmal aktivieren, sondern muss jeden einzeln anklicken. Das kostet Zeit. Immerhin lassen sich die Apps von Rewe und dm auch mit der Payback-Karte verknüpfen.
Lohnt es sich denn nun? Nach den selbst gesetzten sieben Wochen Frist ist klar: Wenn ich nicht gezielt auf Schnäppchenjagd gehe, sondern Rabatte nur beiläufig mitnehme, fällt die Ersparnis mäßig aus. Je nach Händler variieren die Ergebnisse jedoch stark.
Ein klarer Sieger
Während ich bei Rewe nur auf eine prozentuale Ersparnis von unter einem Prozent komme, spare ich bei der Drogeriekette Rossmann dank meiner Coupons beim Einkauf satte 14,25 Prozent! Es hat sich also gelohnt, 67 Rossmann-Coupons einzeln zu aktivieren. Im Mittelfeld landet dm mit rund 4,35 Prozent Ersparnis. Zusätzlich konnte ich bei Payback in den sieben Wochen meines Selbstversuchs 403 Punkte sammeln, habe also umgerechnet 4,03 Euro bekommen.
Durch das Bezahlen mit der Trade-Republic-Karte habe ich insgesamt 5,12 Euro erhalten. Dieser Betrag wird automatisch in einen ETF auf den Aktienindex MSCI World investiert, der in meinem Depot liegt. Als Anlegerin finde ich das Saveback-Angebot „nice to have“. Allerdings war ich ohnehin schon Kundin bei dem Neobroker. Allein wegen der paar Saveback-Euros hätte ich nicht den Broker gewechselt.
Der Aufwand des Coupon-Aktivierens und das Herausgeben persönlicher Daten lohnen sich nicht immer. In Drogerien habe ich insgesamt deutlich mehr gespart als im Supermarkt. Die Rewe-Coupons rechneten sich für mich bisher nicht. Doch der Händler ist zum Jahresende 2024 aus dem Payback-Programm ausgestiegen. Statt Rewe nimmt jetzt Edeka am Payback-Programm teil. Für sich genommen überzeugt mich Payback aber ohnehin nicht. Das neue Bonusprogramm über die Rewe-App gibt es erst seit dem 29. Dezember 2024. Seitdem habe ich, dank fünf Euro Startbonus, mit nur zwei Einkäufen satte 10,32 Euro gutgeschrieben bekommen. Das sind immerhin schon 17 Prozent meines Einkaufswertes.
Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Ersparnis weiterhin hoch bleibt. Mit markteigenen Rabatten lässt sich mehr sparen, vielleicht macht Rewe Rossmann bald Konkurrenz. Gut für die Kunden ist dieser Preiskampf alle mal - wenn diese denn dazu bereit sind, sich erst durch haufenweise Coupons zu klicken.
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