Wahlprogramme: Das planen die Parteien für die Aktienrente
Was wird aus der Aktienrente?
Foto: imago imagesIn den kommenden Jahren müssen immer weniger Beitragszahlende die Rente für immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanzieren. Das setzt die Rentenkassen zunehmend unter Druck. Eine häufig diskutierte Lösung für eine stabile Altersvorsorge ist die Aktienrente, die inzwischen als „Generationenkapital“ bezeichnet wird.
Dieses Konzept sieht vor, dass der Bund die Renten mithilfe von Kapitalmarkterträgen absichert. Dabei wird in Aktien investiert, um zusätzliche Einnahmen für das Rentensystem zu generieren. Ziel ist, das Rentensystem langfristig stabiler und unabhängiger von den Folgen des demografischen Wandels zu machen.
Im April 2024 haben Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und der damalige Finanzminister Christian Lindner ihre Pläne für eine Aktienrente unter dem Namen Generationenkapital in Deutschland vorgestellt. Nach dem Scheitern der Ampel-Koalition wurden diese Pläne zunächst auf Eis gelegt.
CDU
Auf eine klassische Aktienrente geht die CDU in ihrem Wahlprogramm nicht ein, allerdings stellt die Union Pläne für eine sogenannte „Frühstart-Rente“ vor. Dabei sollen junge Menschen möglichst früh selbst kapitalgedeckt vorsorgen. Die Union plant, für jedes Kind zwischen dem sechsten und dem 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot einzuzahlen. Dieses Depot soll privatwirtschaftlich organisiert werden.
Nach dem 18. Geburtstag können die angesparten Beträge durch private Einzahlungen weiter aufgestockt werden, bis die Person das Rentenalter erreicht. „Erst so entfaltet die Frühstart-Rente durch eine renditeorientierte, kapitalgedeckte Anlage ohne Garantien ihren vollen Effekt“, heißt es im Wahlprogramm.
Die Erträge aus dem Depot sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei sein. Das Sparkapital ist vor staatlichem Zugriff geschützt und wird erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze ausgezahlt.
Die Grünen
Die Grünen bezeichnen den Einstieg in eine ergänzende Kapitaldeckung mittels Bundes-Darlehen und -Eigenmitteln als notwendig. Ein öffentlich verwalteter „Bürger*innenfonds“, so das Grünen-Programm, soll in bestimmte, nachhaltig wirtschaftende Unternehmen investieren. Mit den Erträgen sollen geringe und mittlere Renten gestärkt und Frauen und Menschen in Ostdeutschland unterstützt werden.
FDP
Die gesetzliche Aktienrente war zu Zeiten der Ampelregierung das Lieblingsprojekt der FDP. Auch in ihrem Wahlprogramm hält sie an ihrem Vorhaben fest und schlägt vor, dass – ähnlich wie in Schweden – ein kleiner Teil der Rentenbeiträge in einen unabhängig verwalteten Fonds investiert wird. „Eine echte individuelle Aktienrente sorgt sogar wieder für ein steigendes Rentenniveau.“ Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche hat FDP-Chef Christian Lindner die Aktienrente gar zu einer Bedingung für den möglichen Eintritt in eine Regierungskoalition erklärt – vorausgesetzt die Partei scheitert nicht an der Fünf-Prozent-Hürde.
Zusätzlich setzt sich die FDP für ein steuerlich gefördertes Altersvorsorgedepot ein, das die private Altersvorsorge stärken soll. Dabei sollen Investitionen in Fonds und Wertpapiere sowie Umschichtungen innerhalb des Depots steuerfrei bleiben, solange die Erträge reinvestiert werden. Auch in der betrieblichen Altersvorsorge müssen höhere Aktienanteile ermöglicht werden.
BSW
Das BSW spricht sich in seinem Wahlprogramm klar gegen eine Aktienrente aus. Hier heißt es lediglich: „Keine Spekulation mit der Rente am Aktienmarkt“.