Wahlprogramme: Was sagen die Parteien zum Deutschlandticket?
Die Zukunft des Deutschlandtickets ist ungewiss
Foto: imago imagesSeit fast zwei Jahren nutzen Millionen Menschen das Deutschlandticket. Es erlaubt bundesweit Fahrten mit Bussen und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr – unabhängig von Bundesland, Verkehrsverbund oder Tarifgebiet.
Doch die Zukunft des Tickets ist ungewiss: Die Finanzierung durch Bund und Länder ist nur bis Ende des Jahres gesichert. Im Januar stieg der Monatspreis um fast 20 Prozent von 49 Euro auf 58 Euro.
Der Bund steuert jährlich 1,5 Milliarden Euro bei, um Einnahmeausfälle der Verkehrsbetriebe auszugleichen, da frühere ÖPNV-Abos meist teurer waren. Die Länder zahlen ebenfalls 1,5 Milliarden Euro. Grundlage ist das Regionalisierungsgesetz. Für eine Verlängerung über 2025 hinaus wäre eine Gesetzesänderung nötig.
Das planen die einzelnen Parteien:
Union
Im Wahlprogramm der Union kommt das Deutschlandticket nicht vor.
Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) sagte im November auf die Frage, wie er die Zukunft des Tickets nach 2025 sehe: „Das ist eine sehr schwierige Frage, die wir auch im Lichte der Haushaltsplanungen im nächsten Jahr beantworten müssen.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat für den Fall einer unionsgeführten Bundesregierung den Fortbestand des Deutschlandtickets in Aussicht gestellt. „Die nächste Bundesregierung unter Führung der Union wird eine Lösung finden“, sagte der CSU-Chef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Laut Söder müsse der Bund, nicht die Länder, eine Lösung finden.
SPD
Die SPD bezeichnet das Deutschlandticket als „einen großen Erfolg, den wir erhalten wollen“. Priorität habe dabei die Verlässlichkeit. Der Preis solle „dauerhaft auf aktuellem Niveau“ bleiben – ob damit 58 oder 49 Euro gemeint sind, bleibt offen. Zur Sicherung des Tickets strebt die SPD eine „auskömmliche Finanzierung“ gemeinsam mit den Ländern an.
Außerdem setzt die SPD sich für ein bundeseinheitlich vergünstigtes Deutschlandticket zu einem reduzierten Preis für bestimmte soziale Gruppen wie Seniorinnen und Senioren, Familien mit Kindern, Auszubildende, Studierende, Schülerinnen und Schüler oder Menschen mit Behinderung ein.
Die Grünen
Die Grünen wollen die „Erfolgsgeschichte“ des Deutschlandtickets fortsetzen und es weiterhin zu einem günstigen Preis für alle anbieten. Ziel sei es, gemeinsam mit den Ländern einen Ticketpreis von 49 Euro zu sichern.
Die Grünen sprechen sich dafür aus, dass Länder und Tarifverbünde Regelungen treffen, um junge Menschen kostenlos oder stark vergünstigt den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu lassen. Neben dem Deutschland-Semesterticket sollen außerdem Lösungen für Auszubildende und Freiwilligendienstleistende gefunden und zudem ein bundesweit vergünstigtes Angebot für Menschen mit geringem Einkommen entwickelt werden.
FDP
Auch die FDP lobt das von der Ampel-Regierung eingeführte Deutschlandticket. Es habe den „Tarifdschungel gelichtet“ und den „Zugang radikal vereinfacht“. Nun müssten die Verkehrsverbünde und Länder ihre „verkrusteten Strukturen aufbrechen“ und dringend notwendige Reformen umsetzen. Starre Linienverkehre sollen dabei durch flexible, bedarfsgerechte Angebote ergänzt werden.
AfD
Die AfD fordert, dass das Deutschlandticket „zu einem ehrlichen Preis“ angeboten wird.
Linke
Die Linke will den Preis für das Deutschlandticket wieder auf neun Euro senken. Für Schülerinnen, Azubis, Senioren und Studierende soll das Deutschlandticket darüber hinaus kostenlos sein.
BSW
Im Wahlprogramm des BSW bleibt das Deutschlandticket unerwähnt.
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