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Recep Tayyip ErdoganPutschversuch in der Türkei abgewendet

Zahlreiche Tote und Verletzte, mehr als 2000 Verhaftungen: Der blutige Machtkampf in der Türkei scheint entschieden. Ausgestanden ist die Krise längst nicht. Die Ereignisse im Überblick. 16.07.2016 - 18:57 Uhr aktualisiert

General Hulusi Akar (links), Premierminister Binali Yildirim (Mitte) und Innenminister Efkan Ala in Ankara.

Foto: dpa
  • Militärkräfte haben gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geputscht. Sie sind gescheitert.
  • Laut türkischem Geheimdienst ist der Einsatz gegen die Putschisten weitgehend abgeschlossen. Vereinzelte Operationen würden aber noch einige Stunden andauern. Zudem machen Behörden und Armee Jagd auf die Putschisten.
  • Nach Regierungsangaben sind mehr als 200 Menschen gestorben. Hunderte mutmaßliche Putschisten wurden verhaftet.
  • Präsident Erdogan hat harte Konsequenzen angekündigt. Ministerpräsident Binali Yildirim hat die Demonstrationen vieler Bürger gegen den Militärputsch in der Türkei als „Fest der Demokratie“ gewürdigt.
  • Einen Überblick über die Ereignisse in der Nacht zu Samstag finden Sie hier.

Die Ereignisse bis zum Samstagabend im Überblick:

18.50 Uhr

Nach Einschätzung des türkischen Verteidigungsministers Fikri Isik befindet sich inzwischen kein Gebiet in der Türkei mehr außerhalb der Kontrolle der Regierung. Ein Putsch sei verhindert worden. Dennoch müsse man wachsam bleiben. Es sei zu früh, um zu sagen, dass die mit dem Putschversuch verbundene Gefahr vollständig eliminiert worden sei.

18.30 Uhr

Die von Erdogan angekündigte "Säuberung" hat bereits begonnen, die Aktionen gegen vermeintliche Putschisten gehen weiter. Offenbar sind auch ranghohe Persönlichkeiten betroffen: Die türkischen Behörden verhaften einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge den Oberbefehlshabenden der Zweiten Armee. General Adem Huduti ist der bisher höchstrangige Soldat, der nach dem Putschversuch festgenommen wurde. Die Zweite Armee hat ihr Hauptquartier in Malatya und ist für das Grenzgebiet zu Syrien, dem Irak und dem Iran verantwortlich. Nach einem weiteren Medienbericht soll auch ein Richter des Verfassungsgerichts in Ankara festgenommen worden sein. Alparslan Altan befinde sich in Gewahrsam, meldete der Sender CNN Türk, ohne weitere Details zu nennen.

17.36 Uhr

Die Sperrung des türkischen Luftraums für Militärflugzeuge hat nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums Auswirkungen auf den Kampf gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat. Derzeit werde nicht vom Stützpunkt Incirlic aus geflogen. Das US-Militär habe daher die Operationen entsprechend angepasst, um negative Effekte zu minimieren. Die USA arbeiteten mit den Türken zusammen, um den Betrieb so bald als möglich wieder aufnehmen zu können. US-Soldaten in der Türkei seien in Sicherheit.

Erdogan und die Verschwörungstheorien

War der Putsch nur inszeniert?

17.34 Uhr

Die vier wichtigsten Parteien im türkischen Parlament verurteilen in einer gemeinsamen Erklärung den Putschversuch. Diese Einigkeit sei von unschätzbarem Wert für die Demokratie in der Türkei, heißt es in dem Papier, das vor den Abgeordneten verlesen wird.

17.15 Uhr

Der Putschversuch türkischer Militärs gegen Regierung und Präsident hat nach Bundeswehrangaben keine Folgen für die 240 deutschen Soldaten auf der Luftwaffenbasis Incirlik gehabt. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bei Berlin widersprach am Samstag auf dpa-Anfrage US-Angaben, wonach die türkischen Behörden den Zugang zu der Basis abgeriegelt hätten.

Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und wieder hineingehen, es sei aber die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Unseren Soldaten geht es grundsätzlich gut. Alle sind wohl auf“. Von dem Putsch hätten sie nur durch die Medien erfahren.

16.45 Uhr

Die Putschisten sind nach den Worten von Ministerpräsident Binali Yildirim "Terroristen" und keine Soldaten. Im Parlament sagt er, alle Parteien hätten den Putsch abgelehnt. Für die Zusammenarbeit der Abgeordneten bedeute dies einen Neubeginn.

16.20 Uhr

Nach dem Putschversuch ist die türkische Nationalversammlung im beschädigten Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ankara zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Abgeordneten verharrten in einem Moment der Stille, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim betrat unter dem Applaus der Abgeordneten den Sitzungssaal.

16. 10 Uhr

Nach dem Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs haben die türkischen Behörden nach offiziellen US-Angaben den Zugang zur Luftwaffenbasis Incirlik abgeriegelt. Die lokalen Behörden erlaubten keinen Zugang zur Basis, teilte das US-Konsulat am Samstag in der südtürkischen Stadt Adana in einer Nachricht an amerikanische Staatsbürger mit. „Auch der Strom dort ist abgestellt worden. Bitte meiden Sie die Luftwaffenbasis, bis der normale Operationsbetrieb wiederhergestellt ist.“ Auf der Luftwaffenbasis Incirlik ist auch die Bundeswehr mit Aufklärungs-Tornadojets stationiert.

15.30 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel verurteilt den Militärputsch in der Türkei "aufs Schärfste". Sie rät Bundesbürgern in der Türkei, "sich umsichtig zu verhalten" und den Anweisungen des Auswärtigen Amts zu folgen. Sie hoffe zudem auf einen "rechtsstaatlichen Umgang" mit den Putschisten in der Türkei, sagte die Kanzlerin in einer kurzen Pressekonferenz am Samstagnachmittag. Es sei tragisch, dass so viele Menschen ihn mit dem Leben bezahlt hätten. Merkel unterstreicht, eine Regierung, die die Rechte aller achte und die Minderheiten schütze, sei die beste Grundlage für die Rückkehr zum inneren Frieden in der Türkei. "Die Türkei ist ein Land, mit dem wir eng verbunden sind", sagt die Kanzlerin. Man stehe in engem Kontakt mit den deutschen Soldaten auf dem türkischen Militärstützpunkt Incirlik, um jederzeit deren Sicherheit zu gewährleisten.

15.14 Uhr

Die acht türkischen Soldaten, die mit einem Militärhubschrauber nach Griechenland geflüchtet sind und dort politisches Asyl beantragt haben, stellen Athen vor ein diplomatisches Dilemma. Ihre Anträge müssten nach den Regeln des internationalen Rechts bearbeitet werden, sagte die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili. Andererseits hätten die Männer gegen die türkische Verfassung verstoßen. In einem ersten Schritt solle der Hubschrauber, mit dem die Soldaten Samstagmittag in Alexandroupolis notgelandet waren, in die Türkei zurücktransportiert werden, so Gerovasili.

15.05 Uhr

In Ankara sind zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats festgenommen worden. Ihnen werde Unterstützung des Putsches vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ob es sich bei den Festgenommenen um Richter oder Staatsanwälte handelte, war zunächst unklar.


15 Uhr

Nach Einschätzung von US-Außenminister John Kerry sind in der Türkei Ruhe und Ordnung wiederhergestellt. Er sichert der demokratischen Regierung Unterstützung zu. Die USA hätten keinen Antrag der Türkei zur Auslieferung des Klerikers Gülen erhalten.

14.23 Uhr

Laut Nachrichtenagentur Anadolu sind 2745 Richter abgesetzt worden. Zudem seien fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte in Ankara vom Dienst entbunden. Gegen sie liefen Ermittlungen, hieß es zur Begründung.

Schlüsselstaat Türkei
Das politische System
EU-Kandidat
Brücken-Funktion
Anlaufstelle für Flüchtlinge
Nato-Mitglied

13.15 Uhr

Nach er einer blutigen Nacht kehrt offenbar langsam Ruhe ein, zumindest auf den ersten Blick. Der Bosporus, der das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet, ist für Tanker wieder freigegeben. Der Verkehr sei zur Normalität zurückgekehrt, teilte die internationale Reederei GAC mit. Die etwa 30 Kilometer lange Meerenge zwischen Europa und Asien ist eine der wichtigsten Wasserstraßen. Am Mittag hatte der Chef der Fluggesellschaft Turkish Airlines angekündigt, dass sie ab 14.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr deutscher Zeit) zum normalen Flugplan zurückkehren werde. 35 Flüge seien umgeleitet und 32 abgesagt worden.

12.40 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu fordert Griechenland zur Auslieferung von acht Soldaten auf, die sich in einem Militärhubschrauber in den Nachbarstaat abgesetzt hatten. Die im nordgriechischen Alexandroupolis festgenommenen acht Insassen baten nach griechischen Angaben um politisches Asyl.

Türkei nach dem Militärputsch

Ein Punktsieg für Erdogan

von Philipp Mattheis

12.29 Uhr

Der türkische Präsident Erdogan ruft die Bevölkerung in einer SMS auf, für Demokratie und Frieden einzustehen. Die Menschen sollten sich auf den Straßen einem "kleinen Kader" entgegenstellen.

12.30 Uhr

Nach Angaben griechischer Militärs haben regierungsfeindliche Kräfte im türkischen Marinestützpunkt Gölcük eine Fregatte gekapert. Der türkische Flottenchef sei als Geisel genommen worden.

12.11 Uhr

Georgien schließt seine Grenze zur Türkei. Ministerpräsident Giorgi Kwirikaschwili sagte, er habe mit seinem Sicherheitsrat die Lage im Nachbarland und die daraus folgende Instabilität in der Region erörtert. Die rund 250 Kilometer lange Grenze zur Türkei werde zu Land, Luft und See abgeriegelt.

Fethullah Gülen

Das ist Erdogans Erzfeind

11.50 Uhr

Die Zahl der Toten bei dem Putschversuch in der Türkei ist nach Regierungsangaben auf insgesamt 265 gestiegen. Bei 161 der Toten handelt es sich laut Ministerpräsident Binali Yildirim um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten, wie es am Samstag aus Regierungskreisen in Ankara hieß. Yildirim sagte zudem, 1140 Menschen seien verletzt und 2839 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte festgenommen worden. Die Festnahmen dauerten an.

11.42 Uhr

Der türkische Ministerpräsident Yildirim sagt, die Todesstrafe sei in der Verfassung nicht vorgesehen. Die Türkei werde aber Gesetzesänderungen erwägen, um sicherzustellen, dass sich ein Putschversuch nicht wiederholen könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Putschversuch in der Türkei „aufs Schärfste“ verurteilt. „Es ist tragisch, dass so viele Menschen diesen Putschversuch mit dem Leben bezahlt haben. Das Blutvergießen in der Türkei muss jetzt ein Ende haben“, sagte Merkel am Samstag in Berlin. „Es ist und bleibt das Recht des Volkes, in freien Wahlen zu bestimmen, wer es regiert. (...) Panzer auf den Straßen und Luftangriffe gegen die eigene Bevölkerung sind Unrecht“, erklärte sie.

Foto: dpa

„Im Sinne von „alles hat auch etwas Gutes“ ist dieser Aufstand, diese Bewegung letztendlich ein Segen Gottes. Warum ein Segen Gottes? Diese Bewegung ist eine, die als Anlass dazu dienen wird, dass unsere Streitkräfte, die vollkommen rein sein müssen, gesäubert werden", sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Samstagmorgen auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul zum Putschversuch.

Foto: AP

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat sich Europaparlaments-Präsident Martin Schulz positiv über die Beruhigung der Lage geäußert. „Ich begrüße, dass an diesem Morgen wieder die Herrschaft des Rechts gilt“, teilte Schulz am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das Blutvergießen müsse nun vollständig enden, die Gewaltenteilung gewährleistet sowie individuelle Rechte garantiert werden. „Die Stabilität des Landes ist entscheidend für die gesamte Region“, sagte Schulz weiter.

Foto: dpa

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich „zutiefst beunruhigt“ über den Putschversuch in der Türkei geäußert. „Alle Versuche, die demokratische Grundordnung der Türkei mit Gewalt zu verändern, verurteile ich auf das Schärfste“, sagte Steinmeier in einer ersten offiziellen Reaktion am Samstag in Berlin.

Foto: dpa

Kanzlerin Merkel ist in laufendem Kontakt mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Vizekanzler Sigmar Gabriel und Kanzleramtsminister Peter Altmaier, teilt Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Bundesregierung betone ihre "Unterstützung für die gewählte Regierung", ergänzt er.

Im Bild: Angela Merkel geht in Ulan Bator beim Asien-Europa-Gipfel zusammen mit Regierungssprecher Steffen Seibert zu einer Sitzung.

Foto: dpa

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte am Samstag, alle Verantwortlichen müssten sich an die demokratischen und rechtsstaatlichen Spielregeln halten und dafür sorgen, dass weiteres Blutvergießen verhindert werde. Die Regierung sei zutiefst beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen. Es sei ermutigend, dass sich die im türkischen Parlament vertretenen Parteien zu den demokratischen Prinzipien bekannt hätten.

Foto: dpa

Das Auswärtige Amt ruft Reisende in Istanbul (im Bild: türkische Soldaten am Taksim-Platz in der Nacht zu Samstag) und Ankara zu äußerster Vorsicht auf. Das gelte insbesondere auf öffentlichen Plätzen und für Menschenansammlungen. Bei unklarer Lage rät das AA, Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht zu verlassen und die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen.

Foto: dpa

US-Präsident Barack Obama rief dazu auf, die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu unterstützen. Gewalt und Blutvergießen müssten vermieden werden, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Foto: dpa

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief zu Zurückhaltung und Respekt vor den demokratischen Institutionen und der türkischen Verfassung auf.

Foto: AP

EU-Kommissionspräsident Donald Tusk hat sich besorgt über den Putschversuch in der Türkei und die Konsequenzen geäußert. „Die Lage scheint unter Kontrolle, aber die Situation ist weit von einer Stabilisierung entfernt“, sagte Tusk am Samstag zum Abschluss des Asien-Europa-Gipfels (Asem) in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator. „Die Spannungen und die Herausforderungen in der Türkei können nicht mit Waffen gelöst werden“, sagte Tusk. „Ein Militärputsch hat keinen Platz in der modernen Türkei.“ Es sei zu früh, so wolle er nicht über die Auswirkungen spekulieren. Die Frage sei aber, „was für eine Türkei aus dieser Krise herauskommt“, sagte Tusk. Wie die Türkei damit umgehe, werde entscheidend für das Land sein und die Beziehungen zur Europäischen Union. „Unsere Hoffnung ist, die Türkei als zentralen Partner zu behalten“, sagte er.

Foto: REUTERS

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat der türkischen Regierung Unterstützung zugesichert. „Die Regierung und das griechische Volk verfolgen die Entwicklung in der Türkei und stehen an der Seite von Demokratie und Verfassungsordnung“, schrieb er bei Twitter. Man habe den Amtskollegen des Nachbarlandes eine entsprechende Nachricht zukommen lassen, sagte Regierungssprecherin Olga Gerovasili dem staatlichen Nachrichtensender ERT: „Athen unterstützt die demokratisch gewählte Regierung der Türkei.“
In Griechenland wurde die Entwicklung im Nachbarland besonders intensiv beobachtet. Bereits in der Nacht hatte Verteidigungsminister Panos Kammenos den Generalstab zusammengerufen. Gerovasili zufolge will Tsipras am Samstag so schnell wie möglich Kontakt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und mit Ministerpräsident Binali Yildirim aufnehmen.

Foto: dpa

Italiens Regierungschef Matteo Renzi hat sich erleichtert über das Scheitern des Putschversuches gezeigt. „Die Sorge über eine außer Kontrolle geratene Situation in einem Nato-Partnerland wie der Türkei weicht dem Sieg der Stabilität und der demokratischen Institutionen“, sagte Renzi am Samstag laut der Nachrichtenagentur Ansa. „Freiheit und Demokratie sind immer der Königsweg, den es zu verfolgen und zu schützen gilt“, ergänzte er.

Foto: dpa

„Die Türkei wurde Ziel eines versuchten Gewaltstreichs gegen ihre verfassungsmäßige Ordnung, was Frankreich aufs heftigste verurteilt“, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. „Die türkische Bevölkerung hat ihre große Reife und ihren Mut bewiesen, indem sie sich für den Respekt der Institutionen einsetzte“, fügte er hinzu. Sie habe dafür den Preis bezahlt mit zahlreichen Opfern. Frankreich hoffe, dass die türkische Demokratie gestärkt aus dieser Prüfung hervorgehen werde.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft zur Ruhe auf. Die Vereinten Nationen verfolgten die Entwicklungen in der Türkei aufmerksam, sagt ein Sprecher Bans.

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Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew sagte der Agentur Interfax zufolge, die Ereignisse in der Türkei zeigten, dass es eine tiefe Spaltung zwischen der Gesellschaft und der Armee in dem Land gebe. Er rief dazu auf, die verfassungsmäßige Ordnung wieder herzustellen.

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Russland hat sich angesichts des Putschversuchs in der Türkei besorgt gezeigt. „Wir sind daran interessiert, dass die Vorgänge in der Türkei so schnell wie mögliche auf legitime Weise enden und das Land zum Weg der Stabilität, Berechenbarkeit und Rechtsstaatlichkeit zurückkehrt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in der Nacht zum Samstag. Einen Kontaktversuch zwischen Präsident Wladimir Putin und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan habe es nicht gegeben. Nun gehe es zunächst darum, die Sicherheit der russischen Bürger in der Türkei zu garantieren.

Foto: REUTERS

Der Iran hat den versuchten Putsch verurteilt. „Wir unterstützen die vom türkischen Volk demokratisch gewählte Regierung und verurteilen den Putsch“, sagte der Sprecher des iranischen Sicherheitsrats am Samstag. Seit den frühen Morgenstunden verfolge man in Teheran akribisch die Lage. Der Putsch werde auch im Laufe des Tages in einer von Präsident Hassan Ruhani einberufenen Krisensitzung des Sicherheitsrats weiter diskutiert, sagte Sprecher Kejwan Chosrawi der Nachrichtenagentur IRNA.

Auch Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sei seit dem frühen Morgen in ständigem Kontakt mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Er hatte sich „zutiefst besorgt“ über die Lage in der Türkei geäußert und zur Besonnenheit und Sicherheit der türkischen Bevölkerung aufgerufen. „Ein Militärputsch hat in unserer Region nichts zu suchen“, schrieb Sarif bei Twitter.

Foto: AP

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt erklärt, die Türkei brauche Demokratie, Menschenrechte und Freiheit. Ein Militärputsch sei die falsche Antwort: "Es muss nun alles daran gesetzt werden, weiteres Blutvergießen zu verhindern."

Foto: dpa

11.36 Uhr

Die Lage sei vollständig unter Kontrolle, sagt der türkische Ministerpräsident Yildirim. "Unsere Kommandeure haben die Kontrolle."

11.30 Uhr

Bei dem Putschversuch wurden nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim 161 Menschen getötet und 1440 verletzt. 2839 Angehörige der Streitkräfte seien festgenommen worden. Darunter seien einfache Soldaten und ranghohe Militärs.

Auswärtiges Amt

"Reisenden wird zu äußerster Vorsicht geraten"

11.22 Uhr

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim bezeichnet den Putschversuch als Schandfleck für die türkische Demokratie. Die Nation habe die bestmögliche Antwort für Terroristen gefunden.

11.22 Uhr

Als Reaktion auf den Putschversuch in der Türkei sind die Sicherheitsmaßnahmen auf der auch von der Bundeswehr genutzten Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes erhöht worden. „Es handelt sich um eine routinemäßige, vorsorgliche Erhöhung der Bereitschaftsstufe zum Schutz der Soldaten“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Lage sei völlig ruhig. Die USA fliegen von Incirlik aus Luftangriffe gegen den IS. Die Bundeswehr hat dort derzeit 240 Soldaten stationiert. Sie beteiligen sich mit „Tornado“-Aufklärungsflugzeugen am Kampf gegen die Terrormiliz.

11.10 Uhr

Die Lage nach dem Putschversuch ist dem türkischen EU-Minister Omer Celik zufolge "zu 90 Prozent unter Kontrolle". Allerdings würden noch einige Armeekommandeure von Putschisten als Geiseln gehalten.

Präsident Erdogan erklärt den Putschversuch für beendet. Die putschenden Truppen haben sich auf der Istanbuler Bosporus-Brücke ergeben. An der Brücke feiern Regierungsanhänger das Ende des blutigen Militärputsches.

Foto: AP

In der Hauptstadt Ankara soll es weiterhin Schusswechsel geben. Hier gehen Zivilisten in Deckung.

Foto: REUTERS

Ankara in den frühen Morgenstunden. Verletzte werden vor einem Einkaufszentrum versorgt.

Foto: REUTERS

In der Türkei sind bereits 1500 Militärangehörige im ganzen Land festgenommen worden. Zahlreiche Menschen wurden in der Nacht getötet und verletzt.

Foto: AP

Erdogan kehrte am Samstag ungehindert nach Istanbul zurück. Hier ist er am Flughafen Istanbul-Atatürk zu sehen.

Foto: REUTERS

Erdogan-Anhänger erwarteten den Präsidenten am Atatürk-Flughafen in Istanbul.

Foto: REUTERS

„Der Präsident ist an der Macht“, sagte Erdogan bei einer Pressekonferenz nach seiner Ankunft. Die Regierung werde hart gegen die Putschisten vorgehen.

Foto: AP

Türkische Flaggen überall

Unterstützer des demokratisch gewählten Präsidenten Erdogan protestieren gegen den Staatsstreich.

Foto: dpa

Panzer gegen Autos

In Istanbul versuchten Demonstranten, einen Panzer zu kapern.

Foto: dpa

Demonstranten folgen Ruf nach Widerstand

Der türkische Präsident Erdogan rief sein Volk zum Widerstand gegen die Putschisten auf – und Tausende folgten.

Foto: dpa

Demonstranten gegen schweres Militärgerät

Mit bloßen Händen versuchen Demonstranten, den Panzer aufzuhalten.

Foto: AP,AP

Erdogan wehrt sich

Der Screenshot zeigt den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf dem Display eines Handys, während er einen live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk macht.

Foto: dpa

Chaos in Istanbul

Das Fernsehbild von CNN Türk zeigt, wie die Polizei eine Brücke absperrt.

Foto: dpa

Militärpräsenz in der Stadt

Soldaten sind auch auf dem belebten Taksim-Platz im Herzen Istanbuls aufgezogen.

Foto: dpa

Putsch-Gegner

Unterstützer von Präsident Erdogan protestieren gegen die Aktion des Militärs.

Foto: dpa

Demonstranten auf dem Taksim-Platz

In Istanbul stellen sich Erdogan-Unterstützer dem Militär entgegen.

Foto: dpa

Selfies vor Soldaten

Ein junges Paar am Taksim-Platz in Istanbul macht in der chaotischen Nacht Fotos.

Foto: dpa

10.54 Uhr

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat sich Europaparlaments-Präsident Martin Schulz positiv über die Beruhigung der Lage geäußert. „Ich begrüße, dass an diesem Morgen wieder die Herrschaft des Rechts gilt“, teilte Schulz am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das Blutvergießen müsse nun vollständig enden, die Gewaltenteilung gewährleistet sowie individuelle Rechte garantiert werden. „Die Stabilität des Landes ist entscheidend für die gesamte Region“, sagte Schulz weiter.

10.31 Uhr

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärt, er sei "zutiefst beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen in der Türkei". Er rufe alle Beteiligten auf, die demokratischen Institutionen der Türkei zu respektieren und die verfassungsmäßige Ordnung zu achten. "Es ist ermutigend, dass sich die im türkischen Parlament vertretenen Parteien zu den demokratischen Prinzipien bekannt haben."

10.26 Uhr

Nach Angaben des türkischen Militärs sind 194 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien 47 Zivilisten und 104 Putschisten, sagte der kommissarisch zum Militärchef ernannte General Ümit Dündar. Bei den anderen Todesopfern handelt es demnach sich um 41 Polizisten und zwei Soldaten, die nicht am Putsch beteiligt waren.

Bassam Tibi

"Weitere islamische Staaten werden zerbrechen"

von Ferdinand Knauß

10.10 Uhr

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat die Lufthansa am Samstag weitere Flüge in das Land gestrichen. Zwei Verbindungen von Frankfurt nach Istanbul fallen wegen der nach wie vor unklaren Lage aus, wie ein Sprecher mitteilte. Damit sind alle drei der für Samstag geplanten Lufthansa-Flüge von Frankfurt in die Metropole am Bosporus abgesagt. Das Auswärtige Amt hat nach dem Putschversuch seine Reisehinweise für die Türkei verschärft: "Reisenden in Istanbul und Ankara wird zu äußerster Vorsicht geraten. Dies gilt insbesondere auf öffentlichen Plätzen und für Menschenansammlungen." Im Zweifel solle das Hotel nicht verlassen werden.

Das ist die Gülen-Bewegung
Fethullah Gülen
Hizmet-Bewegung
Erdogans Vorwürfe

10.00 Uhr

Die blutigen Ereignisse in der Türkei versetzen die ganze Welt in Aufruhe. Staatschefs stellen sich hinter Erdogan. Bulgarien hat nach dem Putschversuch in der Türkei alle Formen von Gewalt in dem Nachbarland verurteilt. „Wir unterstützen die demokratisch gewählten Institutionen“, hieß es in einer Stellungnahme des bulgarischen Präsidenten Rossen Plewneliew vom Samstag. Kanzlerin Merkel ist in laufendem Kontakt mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Vizekanzler Sigmar Gabriel und Kanzleramtsminister Peter Altmaier, teilt Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Bundesregierung betone ihre "Unterstützung für die gewählte Regierung", ergänzt er.

09.45 Uhr

Die Operationen gegen Putschisten im Armee-Hauptquartier in Ankara dauern an. Aus Regierungskreisen hieß es, am Samstagmorgen hätten Teilnehmer des Umsturzversuches noch aus dem Gebäude geschossen. „Das ist im Moment ihr letzter Stützpunkt.“

09.25 Uhr

Der Iran hat den versuchten Putsch im Nachbarland Türkei verurteilt. „Wir unterstützen die vom türkischen Volk demokratisch gewählte Regierung und verurteilen den Putsch“, sagte der Sprecher des iranischen Sicherheitsrats am Samstag. Der Putsch werde auch im Laufe des Tages in einer von Präsident Hassan Ruhani einberufenen Krisensitzung des Sicherheitsrats weiter diskutiert, sagte Sprecher Kejwan Chosrawi der Nachrichtenagentur IRNA.

+++Nachrichten-Überblick+++

Die Nacht des Putschversuchs

09.00 Uhr

Wer den Putschversuch geplant hat, ist zur Stunde unklar. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen für den Umsturzversuch in der Türkei verantwortlich gemacht. Gülen - der die Aktionen verurteilte und jede Verantwortung dafür zurückwies - ist seit einem schweren Zerwürfnis im Jahr 2013 zu einem der Erzfeinde Erdogans geworden. Hinter den meisten innenpolitischen Krisen vermutet Erdogan seit längerem die mächtige Bewegung des im US-Bundesstaat Pennsylvania lebenden Predigers.

08.55 Uhr

Bei dem Putschversuch sind 90 Menschen ums Leben gekommen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Zahl der Verletzten steigt auf 1154.

08.35 Uhr

Die Zahl der festgenommenen Militärangehörigen steigt auf 1563, wie ein Regierungsvertreter sagt. Die Festnahmen hätten im ganzen Land stattgefunden.

08.20 Uhr

Der türkische Geheimdienst wurde während des Putschversuchs in der Nacht ebenfalls angegriffen, sagt ein Vertreter des Geheimdienstes. Dabei wurden von Militärhubschraubern Schüsse abgegeben. Zudem stand der Geheimdienst unter Beschuss aus Maschinengewähren. Drei Menschen seien verletzt worden. Der Chef des Geheimdienstes, Hakan Fidan, sei an einem sicheren Ort gewesen und habe konstant Kontakt zu Präsident Erdogan und Ministerpräsident Yildirim gehalten.

Missglückter Militärputsch

Präsident Erdogan hat viele Feinde

von AP

07.35 Uhr

Der Stabschef des Militärs wurde Regierungskreisen zufolge befreit. Türkische Medien berichten, dass Hulusi Akar von Putschisten festgehalten wurde.

07.30 Uhr

Das Auswärtige Amt ruft Reisende in Istanbul und Ankara zu äußerster Vorsicht auf. Das gelte insbesondere auf öffentlichen Plätzen und für Menschenansammlungen. Bei unklarer Lage rät das AA, Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht zu verlassen und die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen.

Vor der Wassersportanlage an der türkischen Riviera dümpeln zwei Jetski und Motorboote im türkisblauen Wasser. Die Leere hat sich manch ein Tourist vielleicht schon mal gewünscht, der sich bei 32 Grad mitten in der Hochsaison ein Plätzchen auf der Liege neben Hunderten anderen sichern musste. Verlassene Strände sind in diesem Jahr traurige Wirklichkeit in der Türkei. Das Land kommt nicht zur Ruhe: Auf Terroranschläge folgte ein Putschversuch – und nun auch noch der Ausnahmezustand. Pralle Sonne, stahlblauer Himmel, funkelndes Meer und gewaltige Berge: Weder die perfekte Urlaubskulisse noch die günstigen Preise oder der gute Service in den Hotels am Mittelmeer können so viele Touristen nach Antalya locken wie in den vergangenen Jahren.

Foto: dpa

Es ist Mittag, die Sonne brennt, und Mehmet Tekerek (Mitte) hat noch keinen einzigen Euro verdient: „Dieses Jahr ist die reinste Katastrophe. Es sind keine Touristen da.“ Seit 15 Jahren sei er im Geschäft - aber so eine schlechte Saison habe er noch nie erlebt.

Foto: dpa

Dabei ist Konyaalti einer der bekanntesten Strände in Antalya. Normalerweise tummeln sich hier Urlauber aus Russland, Deutschland und anderen Ländern Europas. Doch dieses Jahr steckt der Tourismus in der Türkei in einer schweren Krise. Im Bezirk Belek protestierten laut Medienberichten erst kürzlich Gewerbetreibende, weil sie wegen der Flaute ihre Mieten und Kredite nicht mehr zahlen können.

Foto: dpa

Schon Ende des vergangenen Jahres blieben Besucher aus Russland weg, nachdem Präsident Wladimir Putin wegen des Abschusses eines Kampfflugzeuges Sanktionen gegen die Türkei beschlossen hatte. Damals hofften die Unternehmer, bis zum Sommer die eingebrochenen Zahlen mit Urlaubern aus Europa auszugleichen.

Foto: dpa

Die Konsequenz dieser Unsicherheit lässt sich an der Statistik ablesen. Laut dem türkischen Tourismus-Ministerium ist die Zahl der Besucher, die im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat ins Land kamen, um knapp 22,9 Prozent gesunken. Betrachtet man die Region Antalya, wo die Menschen hauptsächlich vom Tourismus leben, sind die Zahlen noch dramatischer.

Foto: dpa

Türkische Medien berichten unter Berufung auf Angaben des Flughafens in Antalya, in den ersten zwei Juni-Wochen seien rund 59 Prozent weniger Besucher angekommen - 45 Prozent weniger Deutsche, fast keine Russen.

Foto: REUTERS

Der weltgrößte Reisekonzern Tui schätzt derweil, dass er in diesem Jahr mit einer Million Urlaubern nur rund halb so viele Gäste in die Türkei bringt wie 2015. Die Buchungen liegen bis jetzt 40 Prozent niedriger als im Vorjahr, nur das Last-Minute-Geschäft birgt noch Hoffnung.

Foto: dpa

Tui-Chef Fritz Joussen erwartet, dass manch türkischer Hotelier den Umsatzeinbruch nicht über längere Zeit aushält - und verkaufen muss. Für Hotel-Investoren könnte es dann richtige Schnäppchen geben, vermutet er.

Foto: dpa

Im Ferienort Side, rund 60 Kilometer östlich von Antalya, ist es am Strand etwas lebendiger - glaubt man den Einheimischen, ist es jedoch totenstill im Vergleich zum Vorjahr. Hier machen vor allem Deutsche Urlaub. Junge, braun gebrannte Männer versuchen, die vorbeischlendernden Touristen auf Deutsch in ihr Restaurant zu locken, die Fußball Europameisterschaft wird im ZDF übertragen, und im Garten seines Reisebüros mit dem Spitznamen „Klein Aldi“ verkauft Reiseführer Hajo Hayati Simsek Orangensaft.

Foto: dpa

Schuld an der Misere ist der Meinung des Wassersportbetreibers Tekerek nach eine falsche Politik. „Ständig explodiert irgendetwas, und die Außenbeziehungen sind auch schlecht. Dann das Theater wegen der Armenien-Resolution, das hat ein schlechtes Image verursacht.“ Ähnlich klagen viele in der Region. Händler verkaufen nichts, Hotels werden ihre Zimmer nicht los und müssen mit den Preisen runter. Die Schuldzuweisungen sind immer dieselben: schlechte Außenpolitik, Terrorismus und ein schlechtes Image durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - aber auch durch die Darstellungen der Medien.

Foto: dpa

Die Forderung an die islamisch-konservative AKP-Regierung ist deutlich: „Sie müssen ihre Beziehungen zu anderen Ländern verbessern, und sie müssen die Tourismus-Industrie stützen.“

Foto: AP

07.20 Uhr

754 Militärangehörige sind Regierungskreisen zufolge in Zusammenhang mit dem Putschversuch festgenommen worden.

07.05 Uhr

Das Hauptquartier des Militärs ist nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters unter der Kontrolle von Regierungstruppen. Eine kleine Gruppe leiste aber noch Widerstand. Die Putschisten hätten noch einige Hubschrauber unter ihrer Kontrolle, aber keine Kampfjets. Fünf Generäle seien ihre Posten entzogen worden. Die Angriffe auf das türkische Parlament und den Präsidentenpalast hätten weitgehend aufgehört.

06.33 Uhr

Anhänger von Präsident Erdogan greifen einem Augenzeugen zufolge Soldaten an, die sich auf einer Brücke in Istanbul ergeben hatten. Die Polizei kommt ihnen zu Hilfe.

06.28 Uhr

Die Putschisten erklären in einer Email, dass sie weiter kämpfen. Sie riefen die Bevölkerung auf, zu ihrer eigenen Sicherheit in Räumen zu bleiben. Die Gruppe nennt sich Bewegung für Frieden in der Heimat. Die Mail hat den Absender des Pressebüros des Generalstabs des Militärs.

06.20 Uhr

Mindestens 60 Menschen sind bei dem Putschversuch in der Nacht ums Leben gekommen, wie ein hochrangiger Regierungsvertreter sagt.

06.17 Uhr

Dem türkischen Justizminister zufolge wurden 336 Personen in Zusammenhang mit dem Putschversuch verhaftet. Das berichtet CNN Türk.

05.55 Uhr

Regierungskreisen zufolge wurde Umit Dundar kommissarisch zum Stabschef des Militärs ernannt, da der Aufenthaltsort des eigentlichen Amtsinhabers unklar ist.

05.53 Uhr

Erdogan zufolge hat die Fluggesellschaft Turkish Airlines ihre Flüge wiederaufgenommen.

05.41 Uhr

Erdogan ruft seine Anhänger auf, die öffentlichen Plätze nicht zu verlassen, bis sich die Situation wieder normalisiert habe. In Ankara gebe es noch in geringem Ausmaß Widerstand von Putschisten, der aber hoffentlich bald niedergeschlagen sei.

05.37 Uhr

Dem Sender CNN Türk zufolge haben die türkischen Behörden einen Militärhubschrauber abgeschossen, der auf Büros des staatlichen Satellitenbetreibers Türksat feuerte.

04.55 Uhr

Regierungskreisen zufolge gibt es auch in Istanbul Todesopfer. Die Angriffe auf das Parlament in Ankara hielten noch an. Der örtliche Widerstand von Putschisten in Ankara und Istanbul werde aber bald beendet. Der Flughafen von Istanbul befinde sich unter Kontrolle regierungstreuer Soldaten.

04.30 Uhr

Regierungskreisen zufolge wurden in Ankara während des Putschversuchs 42 Menschen getötet. Die meisten davon seien Zivilisten. Es seien 13 Soldaten festgenommen worden, die versucht hätten, den Präsidentenpalast zu betreten.

sha, jre, dpa, rtr, AP
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