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Terror in Brüssel Zwei Verdächtige in Deutschland festgenommen

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Attentäter stand auf der Fahndungsliste

Der Brüsseler Selbstmordattentäter Khalid El Bakraoui war wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den Pariser Anschlägen zur Fahndung ausgeschrieben. Ermittler hätten ihn verdächtigt, in Charleroi bei Brüssel unter falschem Namen eine Unterkunft für die Terroristen angemietet zu haben, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Deswegen sei am 11. Dezember ein europäischer Haftbefehl ausgestellt worden. Zudem sei über Interpol ein Fahndungsaufruf veröffentlicht worden. Khalid El Bakraoui hatte sich am Dienstag mitten im Brüsseler EU-Viertel in einer Metro in die Luft gesprengt. Auch Khalid El Bakraouis Bruder Ibrahim kam ums Leben.

Große Terroranschläge in Europa

+++Polizei fahndet weiter+++

Die Polizei in Brüssel fahndet unter Hochdruck weiter. In der Nähe des Europaviertels liefen am Vormittag zwei Einsätze. Unklar ist, ob der Verdächtige bei der Explosion getötet wurde oder ob er auf der Flucht ist. Zudem fahndet die Polizei weiter nach einem Komplizen der drei Selbstmordattentäter, der vom Flughafen Brüssel geflüchtet sein soll. Somit könnte das Terror-Kommando aus fünf Tätern bestanden haben, von denen sich drei in die Luft sprengten.

+++Zweiter Attentäter in Metro-Station?+++

Am Terroranschlag in der Brüsseler Metrostation ist offenbar ein zweiter Attentäter beteiligt gewesen. Das berichteten belgische und französische Medien am Donnerstagvormittag unter Berufung auf ungenannte Quellen. Es sei nicht klar, ob dieser bei dem Attentat ums Leben gekommen sei oder ob er auf der Flucht sei. Der Verdächtige sei in der Metro von Überwachungskameras gefilmt worden. Er habe eine große Tasche getragen und sei neben Khalid El Bakraoui gegangen, der von der Staatsanwaltschaft als Selbstmordattentäter identifiziert worden sei, hieß es.

"Wir fühlen uns unseren Freunden in Belgien heute ganz nah"
Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich zu den Terroranschlägen in Brüssel. Quelle: dpa
Belgiens König Philippe Der belgische König verurteilte die Anschläge in Brüssel als „feige und widerlich“. In einer kurzen Ansprache an die Nation rief er dazu auf, auf die terroristische Bedrohung „mit Entschlossenheit, Ruhe und Würde“ zu antworten. „Behalten wir Vertrauen in uns selbst“, sagte der Monarch. „Dieses Vertrauen ist unsere Kraft.“ In Belgien ist es ausgesprochen selten, dass sich der König nach aktuellen Ereignissen direkt an die Bevölkerung wendet. Quelle: REUTERS
Manuel Valls Quelle: REUTERS
Belgiens Premierminister Charles Michel Quelle: dpa
Ban Ki Moon Quelle: dpa
Frankreichs Präsident François Hollande Quelle: AP
Anne Hidalgo Quelle: REUTERS

+++Brüsseler Terrorzelle beobachtete Atomforscher+++

Die Brüsseler Terrorzelle steckte nach belgischen Medienberichten auch hinter einem Spionageangriff gegen einen Atomforscher. Die beiden Selbstmordattentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui wurden nach Informationen der Tageszeitung „La Dernière Heure“ als diejenigen Männer identifiziert, die eine heimlich vor dem Wohnhaus des Wissenschaftlers angebrachte Überwachungskamera abmontierten. Mit ihr waren Aufnahmen gemacht worden, die Anti-Terror-Fahnder im November bei Ermittlungen zu den Terroranschlägen im Paris entdeckt hatten.

+++Kritik an Sicherheitsbehörden wächst+++

Der Druck auf die belgischen Sicherheitsbehörden wächst. Die Türkei hat das Land nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bereits im Juli 2015 vor einem der Attentäter gewarnt. Doch trotz des Hinweises, dass der Mann ein „ausländischer terroristischer Kämpfer“ sei, sei er von den belgischen Behörden freigelassen worden. Belgiens Justizminister Koen Geens wies den Vorwurf der Fahrlässigkeit zurück.

EU-Kommissar Günther Oettinger kritisierte in der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) den Zustand der belgischen Polizei in Brüssel: „Wir müssen aber auch klar die Mängel bei den belgischen Sicherheitsbehörden ansprechen. Es gibt allein in Brüssel mehrere verschiedene Polizeibehörden, die nicht ausreichend kooperieren. Das kann nicht so bleiben.“

+++Abdeslam will doch nach Frankreich ausgeliefert werden+++

Nach seiner Festnahme in der vergangenen Woche in Brüssel will der Paris-Terrorverdächtige Salah Abdeslam so schnell wie möglich nach Frankreich ausgeliefert werden. Das sagte der Anwalt des 26-Jährigen am Donnerstagmorgen in Brüssel laut Nachrichtenagentur Belga. Bislang hatte sich Abdeslam gegen die von Frankreich beantragte Auslieferung gewehrt.

Ursprünglich war für Donnerstag eine Haftprüfung angesetzt. Dabei sollten auch zwei weitere Verdächtige gehört werden. Anwalt Sven Mary verlangte jedoch mehr Zeit, um den Fall zu prüfen. Ein neuer Termin wurde demnach für 7. April festgesetzt. Abdeslam war am Freitag in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen worden und sitzt unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Untersuchungshaft in Brügge.

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