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Von Trump verklagtDer schwierigste Kunde der Deutschen Bank

Donald Trump verklagt die Deutsche Bank, damit sie die Daten über seine Kreditgeschäfte unter Verschluss hält. Ein Problem mehr für die Bank, die ausgerechnet für ihr US-Geschäft dringend eine neue Strategie braucht.Saskia Littmann 30.04.2019 - 14:59 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat die Deutsche Bank verklagt, damit die keine Dokumente über die Geschäftsbeziehungen an den Kongress weitergibt.

Foto: imago images

Es ist der vorläufige Höhepunkt einer einst lukrativ schillernden, dann heiklen, ungeliebten Beziehung. US-Präsident Donald Trump hat Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht. Er will damit verhindern, dass Informationen über seine Finanzen an die Öffentlichkeit gelangen, denn die Bank hatte angekündigt, Dokumente über ihren prominentesten, aber wohl auch problematischsten Kunden offenzulegen. Das will Trump um jeden Preis verhindern.

Grund für die Auseinandersetzung ist das Bestreben der Demokraten, die Finanzgeschäfte des US-Präsidenten genau zu untersuchen. Der entsprechende Ausschuss im Repräsentantenhaus hat Trumps Banken bereits entsprechende Vorladungen zukommen lassen. Die Deutsche Bank erklärt dazu, sie werde weiterhin alle offiziellen Untersuchungen mit adäquaten Informationen und diesbezügliche Gerichtsentscheidungen befolgen.

Herausgabe von Daten

Trumps klagen gegen die Deutsche Bank

Trotzdem kommt Trumps Klage für das Institut zur Unzeit. Berater hatten schon vor Monaten gemutmaßt, die Verbindung zu Trump könnte dem Institut noch größere Probleme bereiten. Und gerade jetzt, nachdem in der vergangenen Woche die mögliche Fusion mit der Commerzbank abgesagt wurde, sucht Deutschlands größte Bank einmal mehr nach einer neuen Strategie - vor allem für das kostenintensive, aber schwächelnde Investmentbanking und das US-Geschäft. Dabei illustriert wohl keine Kundenbeziehung den Aufstieg und Fall der Bank an der Wall Street besser als die zu Donald Trump und seiner Familie.

Milliarden für Hotels und Golfanlagen

Dabei fing in den Neunziger Jahren alles so rosig an. Schon damals bestanden Geschäftsbeziehungen zwischen Trump und der Deutschen Bank. Für beide schien es so, als seien diese eine Win-win-Situation. Für Trump, weil sich große US-Banken wie Goldman Sachs oder die Bank of America bereits damals gegen ihn stellten. Nach mehreren Pleiten wollten sie dem Immobilienunternehmer keinen Kredit mehr gewähren. Zum Glück für Trump fiel seine persönliche Kreditklemme genau in die Sturm und Drang-Zeit der Deutschen Bank an der Wall Street. Ende der Neunziger übernimmt die Bank die amerikanische Investmentbank Bankers Trust. Unter dem Motto "Let's go global" wollte die Deutsche Bank in den Reihen der Wall Street-Institute eine gewichtige Rolle spielen. Deshalb kam ihr der kreditsuchende Trump gerade recht.

Zwischen beiden entwickelte sich eine treue Kundenbeziehung, die Deutsche Bank finanzierte diverse Immobilientürme und Trump-Hotels in Washington, New York und Chicago sowie eine Golfanlage in Miami. Ein Bericht der "New York Times" verdeutlicht, wie fruchtbar die Kundenbeziehung zwischen der Bank und Trump war. Demnach lieh die Deutsche Bank dem amtierenden US-Präsidenten im Laufe der Jahre weit mehr als zwei Milliarden Dollar. Allein für das letzte von der Bank finanzierte Projekt, den Umbau des alten Postgebäudes in Washington in ein Luxushotel, sollen es bis zu 170 Millionen Dollar gewesen sein.

Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump, die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf – und tut es auch während der Präsidentschaft noch. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm die Meinung sagen und Ratschläge geben.

Foto: REUTERS

Ivanka Trump

Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines titanischen Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Foto: AP

Donald Trump Jr

„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er.

Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organisation. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump Jr. ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder. „In unternehmerischen und politischen Fragen können wir das Denken unseres Vaters natürlich beeinflussen, auch wenn er am Ende immer selbst entscheidet“, sagt Donald Trump Jr. „Ivanka, Eric und ich können ehrlich mit ihm sein.“

Foto: AP

Tiffany Trump

Trumps jüngste Tochter Tiffany empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Foto: REUTERS

Tiffany Trump

Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben.

Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Foto: REUTERS

Eric Trump

Auch Eric Trump warb öffentlich für seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Foto: AP

Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump Imperium und ist Gründer.

Foto: REUTERS

Melania Trump

Nicht nur seine Kinder stärkten Trump in seinem Wahlkampf den Rücken. Zu Beginn des Parteitags hielt Trumps Ehefrau Melania eine Rede. Dabei konzentrierte sie sich auf die Charaktereigenschaften ihres Mannes. „Er kann hart sein, wenn er will, aber er ist auch nett und fair und fürsorglich“, sagte das ehemalige Topmodel. „Diese Güte wird nicht immer bemerkt, aber jeder kann sie sehen. Das ist einer der Gründe, warum ich mich überhaupt in ihn verliebt habe.“

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Barron Trump

Donald und Melania Trump haben einen gemeinsamen Sohn: Barron. Er dürfte sein jüngster Unterstützer in der Familie sein. Er wohnt mit seinen Eltern gemeinsam im Weißen Haus.

Foto: AP

Die Trump-Kinder versuchten im Wahlkampf, ihren schroffen und provokant auftretenden Vater weich zu zeichnen und den Rechtspopulisten so auch für moderatere Wähler akzeptabel erscheinen zu lassen.

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Donald Trump und Mike Pence

Dass Trump sich für Mike Pence (r) als Vize entschied, soll auch mit seinen Kindern zu tun haben. Der strammkonservative Gouverneur von Indiana soll den rechten Parteiflügel auf Linie bringen. Trump nahm den Rat allerdings nur widerwillig an. Pence gilt als Mann der leisen Töne – auch wenn er strikte Positionen vertritt.

Foto: AP

Der einzige Nicht-Trump, der einen guten Draht zu Trump hat, scheint sein Schwiegersohn Jared Kushner zu sein. Der 35-Jährige stammt aus einer einflussreichen jüdischen Familie aus New York und berät den Clan-Chef vor allem in außenpolitischen Themen.

Foto: REUTERS

Nachdem Trump viele Juden mit der Aussage verunsichert hatte, er wolle im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern „neutral bleiben“, schrieb Kushner Trump eine pro-israelische Rede, mit der der Kandidat versuchte, die Zweifel an seinem Bekenntnis zu Amerikas wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten auszuräumen.

Foto: AP

Ende der innigen Geschäftsbeziehung erst unter Sewing

Trump selbst sprach zwischenzeitlich in höchsten Tönen von seiner Bank. "She's the boss", sagte er über Rosemary Vrablic, seine Ansprechpartnerin. Die war zwar nie Chefin der Deutschen Bank, sondern leitete lediglich deren private Vermögensverwaltung in New York. Derlei Details allerdings waren Trump herzlich egal. Und Vrablic revanchierte sich, indem sie auch dann zu Trump hielt, als selbst ihre Kollegen aus der Geschäftskundenabteilung der Bank die Beziehung schon beenden wollten. Tatsächlich kann sich die Deutsche Bank nicht damit rausreden, sie hätte von ihrem mittlerweile berühmtesten Kunden nichts gewusst. Auch die früheren Chefs Anshu Jain und Josef Ackermann sollen Trump getroffen haben, auch über ihre Schreibtische gingen seine Kredite. Erst der jetzige Bankchef Christian Sewing soll Trumps letzte Kreditanfrage für einen Golfplatz unterbunden haben, weil diese bereits in die Zeit des US-Wahlkampfes fiel.

Auch in Zukunft wird Problemkunde Trump die Deutsche Bank wohl weiter beschäftigen. Das Repräsentantenhaus dürfte weiter Druck machen, Trumps Bankerin Vrablic soll sich offenbar schon auf eine Anhörung im Kapitol vorbereiten. Gleich mehrere Behörden ermitteln in dem Fall, und diese sind nicht gerade für einen wohlwollenden Umgang mit Deutschlands größtem Geldhaus bekannt.

Der Deutschen Bank dürfte allein deshalb nichts anderes übrig bleiben, als zu kooperieren. Ganz gleich, ob ihr schwierigster Kunde Einblicke in seine Finanzen fürchtet oder nicht.

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