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Quelle: dpa

Dr. Oetker-Restaurants für Nostalgiker und Hipster

Mit Gugelhupf-Kuchen und Kurkuma-Pudding will Dr. Oetker seine neue „Hospitality“-Tochter zum Erfolg führen. Vorab zeigt eine YouGov-Umfrage, ob die Deutschen offen für die neuen Gastronomie-Konzepte sind.

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Wann haben Sie zuletzt selbst Pudding gekocht? Ohne Pulver? Eben. 39 Prozent der Deutschen nutzen in der Regel Puddingpulver, 30 Prozent greifen zum Fertig-Pudding aus dem Kühlregal. Beim Rest kommt es mehr als doppelt so häufig vor, dass sie gar keinen Pudding essen, als dass sie ihn komplett selbst zubereiten. Das zeigt eine YouGov-Umfrage. Aber demnächst könnte eine weitere Option hinzukommen: frisch zubereiteter Pudding aus dem Dr. Oetker-Restaurant. Das Puddingpulver-Imperium wagt sich in die Gastronomie vor. 

Drei Jahre hat sich Dr. Oetker Zeit genommen, sich in das neue Geschäftsfeld vorzutasten. Im Jahr 2017 eröffnete das „Café Guglhupf“ im schweizerischen Luzern. Seither gibt es dort Kaffee, Kuchen und Brunch, „huusgmacht mit Liäbi“. Im vergangenen Jahr gründete der Konzern die Tochter Dr. Oetker Hospitality. Jetzt werden allmählich die Ambitionen des Unternehmens deutlich. In Koblenz eröffnete in einem Edeka-Markt die erste Filiale von „Frau Renate“ – eine Kombination aus Bistro und Convenience Store. Jetzt steht die Eröffnung von „Guglhupf & Du“ in Frankfurt am Main bevor. 

In unserer Umfrage geben sieben Prozent der Deutschen an, dass sie schon von „Guglhupf & Du“ gehört haben. Die meisten von ihnen kennen aber das Konzept dahinter nicht. Noch ist auch nicht bekannt, inwiefern sich das Frankfurter vom Luzerner Guglhupf-Konzept unterscheiden wird. Website und Social-Media-Plattformen geben nur minimalen Einblick. Auffällig ist, dass Dr. Oetker die Café-Restaurants als Alternativ-Zuhause darstellt: „weil wir nicht immer Zuhause sein können, und das vielleicht auch gar nicht wollen, braucht es andere Wohlfühlorte.“ Das erinnert an die Idee von Cafés als „Dritter Ort“ zwischen Arbeit und Zuhause, der auch Starbucks folgt.

Angesprochen fühlen sich von einem Dr. Oetker-Restaurant, in dem es sowohl Süßspeisen als auch Herzhaftes gibt, Menschen, die gerne Convenience-Produkte konsumieren. Unsere Zielgruppenanalyse mit YouGov-Profiles zeigt, dass sie zum Beispiel verstärkt Bahlsen Fertige Kuchen kaufen, Produkte von Knorr oder Iglo sowie Coppenrath & Wiese. Auch die Marke Dr. Oetker spielt offensichtlich eine Rolle, denn wer Interesse am Dr. Oetker-Restaurant zeigt, kauft auch öfter Produkte der Marke, wie Backmischungen oder Puddingpulver. 

Pudding nicht mehr zeitgemäß

Lassen Sie uns kurz über Pudding reden. „Was verbinden Sie mit Pudding?“ haben wir in unserer Umfrage gefragt und heraus kam zusammengefasst: Nostalgie. „Ein Klassiker“ sagen 43 Prozent der Deutschen, 44 Prozent fühlen sich durch Pudding an die eigene Kindheit erinnert. Viele denken an das Auskratzen des Topfes oder Ablecken des Löffels, und knapp ein Drittel verbinden mit Pudding einen angenehmen Duft. Die Kehrseite: Nur 7 Prozent finden Pudding zeitgemäß, nur 13 Prozent essen ihn regelmäßig. 


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Dieses Imageproblem will Dr. Oetker mit einem weiteren Gastronomie-Konzept angehen: Unter dem Namen Pudu Pudu sollen demnächst Pudding-Lokale eröffnen. Das Design der Marke könnte sich kaum stärker von der wohlig-warmen Guglhupf-Gestaltung unterscheiden: Es sieht ein wenig nach Miami Vice aus, mit viel rosa und pink. Pudu-Pudu-Pudding soll mit Biomilch von Bauern aus der Umgebung zubereitet werden und ausgefallene Geschmacksrichtungen bieten: Kurkuma, Spirulina oder Schokolade-Orange. 

Hipster-Snack in Venice Beach

Doch Dr. Oetker scheint klar zu sein, dass die Deutschen mit ihrer Pudding-Nostalgie davon schwer zu überzeugen sein könnten. In der YouGov-Umfrage zeigen sich die Befragten gespalten. In der Gesamtbevölkerung können sich die meisten eher nicht vorstellen, Pudu Pudu zu besuchen. Selbst unter jenen, die Dr. Oetker-Pudding zugeneigt sind, hält sich Interesse und Desinteresse am Pudding-Restaurant die Waage.

Es dürfte also ein kluger Schachzug sein, dass Dr. Oetker mit Pudu Pudu nicht in Deutschland startet, sondern in einem Land, in dem die meisten Menschen gar nichts Besonderes mit Pudding verbinden dürften, schon gar keine nostalgischen Gefühle: den USA. In Los Angeles, genauer: Im kultigen Stadtteil Venice Beach soll Pudding zum Snack für Hipster und Surfer werden.

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