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  4. Deutsche Bank: Sparkassen verdienen besser als deutsche Privatbanken

Renditen der BankenbrancheSparkassen schlagen Deutsche Bank

Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey enthüllt: Die Sparkassen verdienen besser als die deutschen Privatbanken. International wird der deutsche Bankensektor aber deutlich abgehängt – aus mehreren Gründen.Christof Schürmann 21.05.2019 - 16:02 Uhr
Foto: imago images

Die gute Nachricht zuerst: Die deutschen Banken haben in den vergangenen Jahren eine „Gesundung ihrer Geschäftsmodelle und Bilanzen erzielt“, so ein Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company.  Vergleichsweise am fittesten sind demnach die Sparkassen und Genossenschaften, die in den vergangenen Jahren auf ihr Kapital eine Rendite von im Durchschnitt zehn Prozent erzielt haben (sogenannter Return on Equity/RoE). Zwergenhafte Renditen erzielen dagegen die Privatbanken hierzulande: Der Return on Equity lag laut McKinsey in den vergangenen Jahren bei nicht einmal mehr einem Prozent.

Kaum Ertragsbeitrag von Privatbanken

Die Privatbanken stünden damit nur noch für ein Fünftel der im Sektor insgesamt erzielten Gewinne. Dabei ist etwa die Deutsche Bank nach wie vor ein Schwergewicht, bringt sie doch mit 1,44 Billionen Euro Bilanzsumme per 31. März 2019 sogar mehr auf die Waage als alle deutschen Sparkassen gemeinsam, die per Jahresende 2018 auf eine Bilanzsumme über 1,24 Billionen Euro kamen. Deutlich besser als die Privathäuser um die Deutsche Bank und Commerzbank schnitten sogar Bausparkassen mit sieben Prozent RoE ab. Immobilienfinanzierer, Deutschlandtöchter ausländischer Privatbanken und Entwicklungsbanken schafften laut Studie je drei Prozent.  

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Die rote Laterne hält ein Teil des öffentliches Sektors: Die Landesbanken schafften überhaupt keine Rendite auf ihr Kapital; Nord/LB und (die frühere) HSH Nordbank, die mit Milliarden Steuergeldern gestützt werden mussten, lassen da wohl grüßen. Einen Grund für die insgesamt schwache Performance der deutschen Banken über alle Sektoren hinweg sieht Max Flötotto, McKinsey-Partner in München, in der nachlassenden Konsolidierung. „Seit dem Jahr 2000 ist zwar die Anzahl der Banken von 2700 auf 1600 gesunken, doch das Tempo der Konsolidierung hat zuletzt nachgelassen, so dass der Druck nach wie vor hoch ist“, so der Koautor der Studie.

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Traditionell hoch geblieben sind auch die Kosten im Vergleich zu den Erträgen. Diese sogenannte Cost-Income-Ratio liege über die drei Säulen des heimischen Bankensystems (Privatbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken) hinweg bei 75 Prozent. Die Sparkassen hatten für ihre Häuser auf ihrer diesjährigen Präsentation im März da Quoten zwischen 63,5 (im Jahr 2014) und 65,5 Prozent (2018) präsentiert, also rund zehn Prozentpunkte besser als das gesamte System. Wie aber auch bei den Sparkassen ist laut McKinsey binnen drei Jahren die Kostenquote in Deutschland überall gestiegen, insgesamt sogar um sechs Prozentpunkte.

Zum Vergleich: In Schweden haben es die Banken während dieses Zeitraumes geschafft, die Quote um fünf Prozentpunkte auf 50 Prozent herunterzuschrauben. Kein Wunder, dass schwedische Banken 14,6 Prozent Rendite aufs Eigenkapital schafften, die deutschen Pendants dagegen mit durchschnittlich vier Prozent nicht mal ein Drittel davon. Erschreckend: Die Gewinnsumme des deutschen Bankensektors ist seit 2011 um 24 Prozent gesunken. Philipp Koch Leiter der McKinsey-Bankenberatung in Deutschland, spart nicht mit Kritik: „Die hiesigen Banken haben strukturelle Kostenprobleme und insgesamt noch viele Aufgaben zu bewältigen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“ 

Digitalen Vertrieb ausbauen

Besser sieht es auch in Übersee aus. Ordentliche Erträge mit 9,0 und 7,3 Prozent RoE erreichten beispielsweise US-Banken und japanische Finanzhäuser. Rote Zahlen mit minus 1,8 Prozent RoE schrieben dagegen Italiens Banken. 

Naturgemäß haben die Berater auch Ratschläge zur Verbesserung der Situation hierzulande parat. Einer davon lautet, die digitalen Vertriebskanäle auszubauen. „Die Bereitschaft der Kunden, ihre Bankgeschäfte digital abzuwickeln, ist höher, als viele im Markt glauben“, so Mitautor Flötotto.

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