Landtagswahl Thüringen 2024: Wahl-O-Mat zur Thüringen-Wahl: Welche Partei passt zu mir?
Abgeordnete sitzen im Plenarsaal während der Sitzung des Thüringer Landtags.
Foto: Martin Schutt/dpaAm 1. September wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Doch welche Themen bespielen die Parteien? Wer das herausfinden möchte, für den ist der Wahl-O-Mat 2024 der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) das richtige Werkzeug. Wahlberechtigte können über die App ihre politischen Haltungen anhand zahlreicher Thesen mit denen der einzelnen Parteien vergleichen. Relevante Themen bei dieser Wahl sind unter anderem Migration, Bildung und der Bürokratieabbau.
Nahezu alle bei der Thüringen-Wahl antretenden Parteien haben ihre Positionen zu einzelnen Themenkomplexen an die Bundeszentrale übermittelt. Alle aktuellen Entwicklungen zur Thüringen-Wahl finden Sie in unserem Newsblog.
Alle Nutzerinnen und Nutzer können die einzelnen Thesen befürworten, ablehnen oder neutral bewerten. Die Parteien können ihre eigenen Haltungen in Seitenfenstern ausführlicher erläutern. Wissenschaftliche Einschätzungen zu den Themen finden die Nutzer auf den BpB-Webseiten.
Was ist der Wahl-O-Mat?
Der Wahl-O-Mat ist ein praktisches Tool, mit dem sich die persönlichen politischen Ansichten mit denen der an der Landtagswahl Thüringen 2024 teilnehmenden Parteien vergleichen lassen. Durch das Beantworten von zahlreichen Fragen ermittelt der Wahl-O-Mat die Parteien mit der größten Schnittmenge. Dabei ist allerdings zu beachten: Der Wahl-O-Mat dient lediglich als Hilfsmittel und nicht als Wahlempfehlung.
Wann wird der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl Sachsen 2024 veröffentlicht?
Der Wahl-O-Mat 2024 wurde am 6. August 2024 und damit rund dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl veröffentlicht. Die Landtagswahl findet in Thüringen am Sonntag, 1. September statt.
Wann wurde der Wahl-O-Mat erstmals veröffentlicht?
Der Wahl-O-Mat war erstmals 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) eingesetzt worden. Sie wird dabei unter anderem von Politikwissenschaftlern betreut.
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Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?
Die an der Landtagswahl in Thüringen teilnehmenden Parteien übermitteln ihre politischen Positionen zur Landtagswahl an die Bundeszentrale für politische Bildung. Diese Thesen werden von Jungwählern für jede Wahl zusammengestellt und richten sich vorrangig auch an diese Zielgruppe. Dabei lassen sich die Thesen mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ beantworten. Themen, die den Nutzern besonders wichtig sind, lassen sich als solche markieren und werden somit in der Berechnung schwerer gewichtet.
Alle zur Landtagswahl in Thüringen zugelassenen Parteien können sich am Wahl-O-Mat beteiligen. Nutzer können auf diese Weise schnell ihre politischen Positionen durch ihre abgegebenen Antworten mit den Positionen der Parteien vergleichen. Der Wahl-O-Mat errechnet daraufhin den Grad der persönlichen Übereinstimmung mit den ausgewählten Parteien.
Björn Höcke – AfD
Seit Monaten erzielt die AfD in Thüringen die höchsten Umfragewerte, zeitweise bis zu 30 Prozent. An der Spitze der Partei steht Björn Höcke. Der 52-Jährige ist seit 2014 Vorsitzender der AfD-Fraktion und hegt selbst Ambitionen auf das Ministerpräsidentenamt. Trotz des hohen Zuspruchs gelten seine Chancen als gering, da keine der bisher im Landtag vertretenen Parteien bereit ist, mit der AfD zu koalieren.
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Foto: imago imagesBodo Ramelow – Die Linke
Bodo Ramelow ist seit 2014, mit kurzer Unterbrechung, der einzige Ministerpräsident, den die Linke in Deutschland stellt. Ein weiteres Novum in der politischen Landschaft: Der 68-Jährige führt eine Minderheitsregierung aus Linken, SPD und Grünen, die im Landtag keine Mehrheit hat und auf Kompromisse mit der Opposition angewiesen ist.
Mario Voigt – CDU
Als aussichtsreicher Herausforderer gilt CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt. Er strebt danach, die Partei nach zehn Jahren in der Opposition zurück in die Regierung zu führen. CDU-Chef Friedrich Merz hat ihm dabei freie Hand gegeben, über mögliche Koalitionen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zu entscheiden.
Bundesweit für Aufsehen sorgte der 47-jährige Voigt in diesem Jahr, als er sich mit AfD-Politiker Björn Höcke ein TV-Duell lieferte.
Foto: imago imagesGeorg Maier – SPD
Die SPD zieht mit dem Landesparteichef und aktuellen Thüringer Innenminister Georg Maier in den Wahlkampf. Das Ziel des 57-Jährigen ist ein zweistelliges Ergebnis, doch in den Umfragen erreicht die Partei lediglich sechs bis neun Prozent.
Foto: imago imagesKatja Wolf – BSW
Erstmals bei der Landtagswahl in Thüringen tritt das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an und könnte aus dem Stand direkt auf Platz zwei landen. In den Umfragen erzielt das BSW derzeit 16 bis 21 Prozent und überholt damit die Linkspartei.
Die Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin Katja Wolf trat bereits mit 16 Jahren in die Linke ein. Mit ihrem Eintritt ins BSW hat die 48-jährige Wolf nach der Landtagswahl Chancen auf ein Regierungsamt.
Foto: imago imagesThomas L. Kemmerich – FDP
Thomas Kemmerich war schon einmal kurzzeitig Ministerpräsident. Nach der letzten Landtagswahl wurde er mit den Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Ministerpräsidenten gewählt, was bundesweit Empörung auslöste. Dies führte zu einer Regierungskrise, woraufhin Kemmerich zurücktrat.
Jetzt wagt der 59-Jährige einen erneuten Versuch. In den Umfragen lag die FDP jedoch zuletzt unter drei Prozent und würde somit den Einzug in den Landtag verpassen.
Foto: imago imagesMadeleine Henfling und Bernhard Stengel – Die Grünen
Die Grünen, aktuell ebenfalls Teil der Minderheitsregierung in Thüringen, setzen auf ein Spitzenduo für den Wahlkampf: Die Landtagsabgeordnete Madeleine Henfling und der Landesumweltminister Bernhard Stengele.
Angesichts der Umfragen, die den Grünen nur vier bis fünf Prozent prognostizieren, wird dies keine leichte Aufgabe für die 41-jährige Henfling und den 61-jährigen Stengele.
Foto: Martin Schutt/dpaWie viele Parteien stehen im Wahl-O-Mat zur Verfügung?
Für die anstehende Landtagswahl in Thüringen wurden insgesamt 15 Parteien und sonstige politische Vereinigungen zugelassen. Darunter sind die sechs bereits im Landtag vertretenen Parteien und das Bündnis Sahra Wagenknecht, das nach derzeitigen Umfragen sicher in den Landtag einziehen dürfte. Um in den Landtag einzuziehen, müssen die Parteien mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen erhalten.
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