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Ether (ETH) Lohnt ein Investment in Ethereum?

Lohnt sich ein Investment in Ethereum? Quelle: REUTERS

Ethereum hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer veritablen Alternative zum Bitcoin entwickelt. Dabei geht es um weit mehr als nur um digitale Vermögenswerte. Was Anleger über den Kryptohype wissen sollten.

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Hinter dem Bitcoin gilt Ethereum als die zweitbekannteste Kryptowährung. Strenggenommen ist das falsch. Denn: Der Begriff „Ethereum“ meint keine Digitaldevise, sondern ein ganzes System auf Blockchain-Basis. Die Kryptowährung, die darin Einsatz findet, heißt Ether (ETH).

Derzeit weist Ether eine Marktkapitalisierung von 455,2 Milliarden US-Dollar (Stand: 20. Oktober 2021; 11:19 Uhr) auf und steht damit auf Rang zwei der größten digitalen Vermögenswerte – mit großem Abstand vor Binance Coin (BNB), Cardano (ADA) oder Tether (USDT). Lohnt sich ein Investment in Ethereum? Die wichtigsten Antworten für Anleger.

Ethereum - Prognose, Chancen und Vorteile im Überblick

Was ist Ethereum (ETH)?

Ethereum ist ein dezentrales, programmierbares System, das auf der Blockchain-Technologie basiert. Es lässt sich als ein Zusammenschluss unabhängiger Computer beschreiben, der für Endnutzer als ein geschlossenes System erscheint. Im Gegensatz zum Bitcoin ermöglicht Ethereum nicht nur Transaktionen von Vermögenswerten, sondern auch eine Vielzahl anderer Applikationen, die auf sogenannten „Smart Contracts“ basieren. Dabei handelt es sich um digitale Verträge, die unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen selbständig in Kraft treten.

Für Vermögenstransaktionen zwischen teilnehmenden Rechnern verwendet Ethereum eine eigene Kryptowährung: Ether, abgekürzt ETH. Mit einer Marktkapitalisierung von 455,2 Milliarden US-Dollar ist sie hinter dem Bitcoin die derzeit zweitgrößte Kryptowährung.

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    Wer steckt hinter Ethereum (ETH)?

    Der damals 19-jährige kanadisch-russische Programmierer Vitalik Buterin veröffentlichte 2013 ein Whitepaper, in dem er die Idee hinter Ethereum erstmals skizzierte. Ein Jahr später wurde das Projekt auf einer Bitcoin-Konferenz in Miami offiziell angekündigt. Am 30. Juli 2015 dann ging Ethereum an den Start.

    Der kanadische Investor Anthony Di Iorio, der das Projekt finanziert hat, zählt neben sich selbst und Vitalik Buterin sechs weitere Personen zum Kreis der Ethereum-Gründer: Charles Hoskinson, Mihai Alisie, Amir Chetrit, Joseph Lubin, Gavin Wood und Jeffrey Wilcke. Die Entwicklung von Ethereum obliegt seit 2014 der gemeinnützigen „Ethereum Foundation“ mit Hauptsitz in der Schweiz.

    Wie hat sich der Ethereum-Kurs entwickelt?

    Das Ethereum-Projekt startete 2015 mit großen Vorschusslorbeeren aus der Kryptoszene. Bereits in der ersten Woche ihres Bestehens erreicht die Kryptowährung Ether deshalb einen Kurs von 2,77 US-Dollar. Nach einigen kleineren Höhen und Tiefen pendelte sich der Ether-Kurs Ende 2015 um die 1-Dollar-Marke ein. Zwischen Januar und März 2016 erreichte die Kryptowährung dann eine Wertsteigerung von etwa 15.000 Prozent.

    2017 begannen die ersten Unternehmen, mit den „Smart Contracts“ der Ethereum-Plattform zu experimentieren. Das große Marktpotenzial der Technologie verschaffte der dazugehörigen Kryptowährung immense Kurssprünge. Im Juni 2017 war ein Ether-Coin mehr als 300 Dollar wert, Anfang 2018 stolze 1380 Dollar. Weiterhin entwickelte sich der Kurs jedoch wellenförmig. Denn: Das Ethereum-Projekt befand sich noch immer in seiner Anfangsphase. Jeden Entwicklungsrückschritt und jeden Entwicklungserfolg spiegelte die Kursentwicklung wider.

    2019 pendelte sich der Kurs der Kryptowährung erneut ein – zwischen 100 und 200 US-Dollar. Seit Anfang 2020 zeigt die Kurve wieder größtenteils steil nach oben – auch wenn es nach wie vor große und kleine Durchhänger gibt. Sein Allzeithoch von 4356,99 US-Dollar (3711,88 Euro) erreichte der Ether-Kurs am 12. Mai 2021. Wie am gesamten Kryptomarkt setzte nach dem Hoch im Frühjahr 2021 auch bei Ether ein kurzes Tief ein, das viele Experten als Kurskorrektur interpretierten. Inzwischen hat sich der Wert der Kryptowährung davon aber wieder dynamisch erholt. Der Ethereum-Kurs liegt aktuell laut dem Analysehaus Coinmarketcap bei rund 3.860 Dollar(Stand: 20. Oktober 2021; 11:19 Uhr)

    Prognose: Wie wird sich der Ethereum-Kurs entwickeln?

    Wie am gesamten Markt für Kryptowährungen gilt auch für Ethereums digitalen Vermögenswert: Verlässliche Kursprognosen gibt es nicht. Immer wieder musste die Nummer zwei der Kryptowährungen zuletzt im Sog von Kursverlusten an den Aktienmärkten Federn lassen. Ende September 2021 etwa verlor Ether zunächst knapp zehn Prozent, nachdem die Schieflage des hochverschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande an den Börsen für Turbulenzen gesorgt hatte. Dann äußerte sich die chinesische Zentralbank kritisch zu Digitalwährungen – und der Kurs sackte um weitere sieben Prozent ab. Davon hat sich der Kurs allerdings wieder schnell erholen können. Auch in Zukunft werden externe Faktoren einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Kurses der digitalen Währung haben.

    Dennoch: Das Marktpotenzial von Ether (ETH) gilt aufgrund des dahinterstehenden Ethereum-Systems als groß. Auch deshalb, weil die weiterentwickelte 2.0-Version von Ethereum noch innerhalb der kommenden zwei Jahre vollendet sein soll. Obwohl sich ihre Prognosen im Detail stark unterscheiden: Ein Gros der Kryptoanalysten ist sich darin einig, dass der Kursstand vom Mai 2021 nicht lange das Allzeithoch von Ether bleiben wird. Die Webseite „CoinPriceForecast“ prognostiziert, dass Ethereums Kryptowährung spätestens 2031 die 20.000-Dollar-Marke erreichen wird. Die Plattform „WalletInvestor“ geht von einer Verfünffachung des Ether-Kurses bis 2026 aus. Bis Jahresende 2022 werde der Kurs voraussichtlich bei rund 6000 US-Dollar landen.

    An welchen Börsen ist Ethereum (ETH) handelbar?

    Ethereums Kryptowährung Ether (ETH) ist bei allen größeren Kryptobörsen wie Coinbase oder Kraken handelbar. In der Regel benötigen Anleger dazu eine eigene Ethereum-Wallet. Ohne eine solche geht es bei Krypto-Brokern wie eToro, Plus500 und Libertex, die Anlegern die Verwahrung der digitalen Vermögenswerte abnehmen.

    Dort besteht auch die Möglichkeit, mit Ethereum (Ether) auf Leverage-Basis zu handeln. In diesem Fall erstehen Anleger keine tatsächlichen Ether-Coins, sondern nur sogenannte „CFDs“ (Contracts for Difference). Dabei handelt es sich um digitale Wertpapiere, die den Kurs der Kryptowährung widerspiegeln.

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    Wie funktioniert das Ethereum-Mining?

    Noch basiert die Generierung von Ether-Coins wie die von Bitcoins auf dem Prinzip „Proof of Work“. Nachschub entsteht also durch Rechenleistung – und ist damit sehr energieaufwendig. Mit Ethereum 2.0 wird sich das ändern: Dann soll das rechenintensive Proof-of-Work-Verfahren ein sogenanntes Proof-of-Stake-Verfahren ablösen und die bisherige Ethereum-Blockchain einer neu entwickelten Beacon-Chain weichen. Ether wird dann nicht mehr schürfbar, sondern nur noch „stakebar“ sein. Das Prinzip ist dabei vergleichbar mit Festgeldzinsen auf Sparanlagen. Vereinfacht gesagt: Wer bestimmte Ether-Bestände hält und zur Verfügung stellt, wird mit Ether-Zuwachs belohnt.

    Welche Vorteile hat Ethereum gegenüber dem Bitcoin?

    Im Vergleich zum Bitcoin ist das Schürfen von Ether deutlich stromsparender. Das liegt daran, dass die Rechenprozesse, die für das Ether-Mining benötigt werden, weniger komplex sind. Mit Ethereum 2.0 und dem Wechsel auf „Proof of Stake“ dürfte sich die Energiebilanz der zweitgrößten Kryptowährung noch einmal deutlich verbessern.

    Ein weiterer großer Vorteil von Ether ist die vielseitige Anwendbarkeit des dahinterstehenden Systems Ethereum. Während die Bitcoin-Blockchain nur eine Kryptowährung, den Bitcoin, unterstützt, ist die Kryptowährung Ether nur ein kleiner Teil des gesamten Anwendungsbereichs der Ethereum-Blockchain. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist der Bitcoin derzeit zwar noch mehr als doppelt so groß wie Ether. Aber: Das Skalierungspotenzial der Nummer zwei der Kryptowährungen ist deutlich größer.

    Welche Nachteile hat Ethereum gegenüber dem Bitcoin?

    Vieles ist bei Ethereum derzeit noch unausgereift – das gilt umso mehr für seine Weiterentwicklung Ethereum 2.0. Hin und wieder kommt es derzeit noch zu Fehlfunktionen in den „Smart Contracts“. Mitunter führt das dazu, dass ETH kurzzeitig eingefroren werden oder Hacker sogar fremde Etherbestände plündern können.

    Sowieso: Die bevorstehende Umstellung auf Ethereum 2.0 ist für Anleger ein immenses Risiko – so groß das Marktpotenzial im Erfolgsfall auch sein mag.

    Mehr zum Thema: Kryptowährungen polarisieren die Finanzwelt. Dabei bieten Investments in den Megatrend enorme Chancen – sofern es Anleger richtig machen.

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