1. Startseite
  2. Politik
  3. Ausland
  4. Langes Treffen der Außenminister aus USA und Russland über Ukraine

Krieg in der UkraineLanges Treffen der Außenminister aus USA und Russland über Ukraine

In Saudi-Arabien trifft US-Außenminister Rubio erstmals auf seinen russischen Kollegen Lawrow. Zum ersten Mal seit Jahren stehen die Zeichen auf Annäherung. 18.02.2025 - 14:54 Uhr Quelle: dpa

US-Außenminister Marco Rubio trifft sich mit dem saudischen Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud, dem saudischen nationalen Sicherheitsberater Mosaad bin Mohammad Al-Aiban, dem nationalen Sicherheitsberater der USA, Mike Waltz, dem US-Gesandten für den Nahen Osten, Steve Witkoff, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, rechts, und dem außenpolitischen Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Juri Uschakow, im Diriyah-Palast in Riad.

Foto: Evelyn Hockstein/Pool Reuters/AP

Die Außenminister der USA und Russlands haben sich für ein erstes Treffen nach jahrelanger Pause in den bilateralen Beziehungen Zeit genommen. Marco Rubio und Sergej Lawrow saßen in der saudischen Hauptstadt zunächst zweieinhalb Stunden zusammen, bevor es eine erste kurze Pause gab, wie das russische Staatsfernsehen berichtete. Danach ging das Treffen weiter, gefolgt von einem Arbeitsmittagessen.

Wegen des Kriegs in der Ukraine waren die Beziehungen zwischen den USA und Russland in vergangenen Jahren fast zum Erliegen gekommen. Treffen Lawrows mit dem vorigen US-Außenminister Antony Blinken gab es nur vereinzelt und am Rande internationaler Treffen wie im Format G20.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor fast einem Monat stehen die Zeichen nun auf Annäherung: Trump hatte vergangene Woche Kremlchef Wladimir Putin angerufen und über eine mögliche Beendigung des russischen Angriffskriegs gesprochen. Die beiden vereinbarten den Beginn von Verhandlungen und auch ein persönliches Treffen. Einen Termin gibt es dafür noch nicht.

Donald Trump und Europa

Eine rüpelhafte Aufforderung zum Tanz um die Macht

Mit seinem radikalen Politgebaren testet Donald Trump Schmerzgrenzen aus. Wer sich darüber bloß empört, verweigert sich der Realität. Was es jetzt braucht. Ein Gastbeitrag.

von Maximilian Terhalle

Beide Präsidenten schicken enge Berater

Das Treffen in Riad soll nun auch als Vorbereitung für einen solchen Zweiergipfel dienen sowie für mögliche Verhandlungen zur Lösung des Ukraine-Konflikts. Lawrow werde sich nach den Gesprächen vor der Presse äußern, kündigte seine Sprecherin Maria Sacharowa in Moskau an. Vertreter der Ukraine oder der EU sind in Riad nicht anwesend.

Für Russland nahm zudem unter anderen Juri Uschakow teil, der außenpolitische Berater Putins. Rubio wird unter anderem begleitet vom US-Sondergesandten für den Nahen Osten, Steve Witkoff, und dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz.

Kreml: Putin zu Treffen mit Selenskyj bereit

Putin ist nach Kremlangaben für eine Lösung des Konflikts um die Ukraine auch zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen, dass Putin mehrfach die Bereitschaft erklärt habe zu solchen Gesprächen. Zugleich gebe es ein Problem mit der Legitimität Selenskyjs, behauptete er.

Konkret kritisiert Russland, dass Selenskyjs Amtszeit im Mai vorigen Jahres ausgelaufen sei, und meint, dass im Nachbarland Wahlen notwendig seien. Die Ukraine hingegen betont, dass Selenskyjs Vollmachten durch das laufende Kriegsrecht weiter in Kraft seien.



Selenskyj sagte über das Treffen in Riad, dass bei möglichen Friedensgesprächen sein Land und Europa ebenfalls mit am Verhandlungstisch sitzen müssten. Es gibt die Sorge, dass Europa und die Ukraine bei Friedensgesprächen von Trump mit Putin übergangen werden könnten.

Nach russischer Darstellung geht es bei dem Treffen auch darum, die Beziehungen zwischen Moskau und Washington zu verbessern. Geplant sei etwa ein Kommunikationskanal zum Abbau der angestauten Probleme, hieß es aus dem russischen Außenministerium. Im Telefonat zwischen Rubio und Lawrow ging es nach russischen Angaben auch um eine Verbesserung der bilateralen Handelsbeziehungen.

Gespräche über Wirtschaft

Für die Wirtschaftsgespräche war in Riad von Moskauer Seite Kirill Dmitrijew zuständig, Chef des staatlichen russischen Investitionsfonds. Im Interview des US-Senders CNN lobte er Trumps Leute als große Problemlöser. „Und ich denke, dass Präsident Trump ein großer Problemlöser ist.“

Die Amerikaner hätten in den Gesprächen keine Versprechungen gemacht, sagte er. Dmitrijew verneinte auch, dass es Russland vor allem um ein Ende der Sanktionen gehe. „Es ist wichtig, Brücken zu bauen. Ich denke, dass die Beziehungen zwischen den USA und Russland wichtig für die Welt sind.“

Schneller schlau: Nato
Der Kurzname Nato steht für North Atlantic Treaty Organization – auf Deutsch: Organisation des Nordatlantikvertrags.
Die Nato ist eine Allianz von europäischen und nordamerikanischen Ländern. Grundsätzlich heißt es bei der Nato, eine Nato-Mitgliedschaft sei offen für „jeden anderen europäischen Staat, der in der Lage ist, die Grundsätze dieses Vertrags zu fördern und zur Sicherheit des nordatlantischen Gebiets beizutragen.“
Um Mitglied zu werden, muss man den sogenannten „Membership Action Plan“ der Nato erfüllen. Zu diesem Plan wird man von der Nato eingeladen.
Mit Schwedens Beitritt als neuestes Mitglied im März 2024 hat die Nato aktuell insgesamt 32 Mitgliedstaaten. Schon seit 1949 sind Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA dabei. Sie gelten als Gründungsmitglieder.

Stand: Januar 2026
Die Nato und all ihre Mitglieder haben sich dazu verpflichtet, dass ein Angriff gegen eines oder mehrere ihrer Mitglieder einen Angriff gegen alle darstellt. Dies ist das sogenannte Prinzip der kollektiven Selbstverteidigung. Es ist in Artikel 5 des Washingtoner Vertrags festgeschrieben und fand in der Geschichte der Nato erst einmal Anwendung: als Antwort auf die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 in den USA.
Laut Angaben der Nato beraten sich die Mitglieder täglich zu Sicherheitsfragen. Demnach kommen hunderte Beamte sowie zivile und militärische Experten jeden Tag zusammen. Ein Nato-Beschluss ist „der Ausdruck des kollektiven Willens aller Mitgliedsstaaten“, schreibt die Nato fest. Alle Entscheidungen werden konsensbasiert getroffen, also nach Diskussion und Konsultation zwischen den Mitgliedsländern. Bei der Nato gibt es keine Abstimmungen. Ein Beschluss ist immer das Ergebnis von Beratungen, bis eine für alle akzeptable Entscheidung getroffen ist.
Der Nato-Generalsekretär ist der höchste internationale Beamte im Bündnis. Er ist das öffentliche Gesicht der Nato, leitet den Internationalen Stab der Organisation und verantwortet die Steuerung der Beratungen und die Entscheidungsfindung in der Allianz.
Die Nato hat sich dazu verpflichtet, nach friedlichen Lösungen von Konflikten zu suchen. „Doch wenn diplomatische Anstrengungen scheitern, hat sie die militärische Macht, Operationen des Krisenmanagements durchzuführen“, heißt es bei der Nato. Diese müssen den eigenen Auflagen zufolge „im Rahmen der Beistandsklausel im Gründungsvertrag der Nato – Artikel 5 des Washingtoner Vertrags – oder mit einem Mandat der Vereinten Nationen erfolgen, entweder allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Ländern und internationalen Organisationen.“

Die USA und die weiteren Staaten der G7-Gruppe, darunter auch Deutschland, haben die Ukraine in den vergangenen drei Jahren militärisch und finanziell unterstützt. Unter anderem wurden die Zinsen auf eingefrorenes russisches Staatsvermögen für die Ukraine verfügbar gemacht. Mit der westlichen Hilfe wehrt sich die Ukraine seit fast drei Jahren gegen die russische Invasion. Russland kontrolliert einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets.

Selenskyj auf eigener Reise im Nahen Osten

Selenskyj reiste parallel ebenfalls an den Golf und traf in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Präsident Mohammed bin Sajid. Station am Dienstag war die Türkei, wo er den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan traf. Vor dem Gespräch kündigte Selenskyj nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu an, mit Erdogan auch über Sicherheitsgarantien bei einem Ende des Kriegs sprechen zu wollen. Er sehe dabei die USA, die EU und auch die Türkei in der Pflicht, sagte er demnach bei der Eröffnung eines neuen Botschaftsgebäudes in Ankara.

Am Mittwoch - also einen Tag nach dem russisch-amerikanischen Treffen - wird auch Selenskyj in Saudi-Arabien erwartet.

Lesen Sie auch: Welche Kräfte Deutschland der Ukraine überhaupt anbieten könnte

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick