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Weltwirtschaft Neue Weltwährung Yuan

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Chinas Vorteil beim Wirtschaftswachstum Quelle: IWF

Der Vorstoß in die erste Liga der Weltwährungen ist – typisch China – generalstabsmäßig geplant und könnte aus dem Lehrbuch der Makroökonomie stammen. „Um eine Währung zur globalen Leitwährung zu machen, muss man sie erst im internationalen Güterhandel etablieren, danach im Kapitalverkehr und für Finanzgeschäfte. Ist sie weit genug verbreitet, wird sie auch von anderen Zentralbanken als Reservewährung akzeptiert“, erklärt Rolf Langhammer, Vizepräsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Bisher, so Langhammer, machten die Chinesen alles richtig.

Dollar unter Druck

Der Aufstieg des Yuan spiegelt wider, wie mächtig China in der Weltwirtschaft bereits geworden ist. Seit vergangenem Jahr ist das Reich der Mitte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. In wenigen Jahren wird China die USA als größte Ökonomie der Erde ablösen. Qu Hongbin, China-Analyst bei der britischen Bank HSBC in Hongkong, ist überzeugt: „Die Weltwirtschaft steht an der Schwelle zu einer Finanzrevolution von historischem Ausmaß. “

Der Zeitpunkt für den Vormarsch des Yuan könnte nicht besser sein. Fast ein Jahrhundert hat Amerika die Weltwirtschaft dominiert – und der Dollar die Finanzmärkte regiert. Wie die Aktie eines Unternehmens reflektierte der Greenback die wirtschaftliche Potenz und die Innovationskraft der amerikanischen Wirtschaft. Mit keiner anderen Währung ließen sich international Handelsgeschäfte so bequem finanzieren wie mit dem Dollar. Der riesige und hochliquide US-Kapitalmarkt bietet Anlegern die Chance, ihr Geld anzulegen und wieder abzuziehen, ohne dadurch die Kurse durcheinanderzuwirbeln.

Bis heute werden wichtige Güter wie Öl, Metalle, Rohstoffe und Agrarprodukte in Dollar abgerechnet. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich war der Dollar im vergangenen Jahr an rund 85 Prozent aller Devisenmarkttransaktionen beteiligt. Der Euro kam auf einen Anteil von 39 Prozent, der Yuan auf 0,1 Prozent. Zudem entfallen auf den Dollar mehr als 61 Prozent der globalen Währungsreserven, deutlich mehr als auf den Euro (27 Prozent) oder das britische Pfund Sterling (4,1 Prozent). „Der Dollar bestimmt die Regeln auf den internationalen Märkten“, sagt Marc Chandler, oberster Währungsstratege der US-Investmentbank Brown Brothers Harriman.

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