WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Weltwirtschaft Neue Weltwährung Yuan

Seite 3/10

Chinas Vorteil bei den Staatsschulden Quelle: IWF

Doch die Frage ist: Wie lange noch? Die Probleme, denen die amerikanische Wirtschaft gegenübersteht, sind riesig. Die milliardenschweren Konjunkturprogramme haben große Löcher in den Staatshaushalt gerissen. Das Defizit wird sich in diesem Jahr auf 1400 Milliarden Dollar belaufen, rund neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Schuldenstand ist seit der Finanzkrise von 62 auf knapp 93 Prozent des BIPs in die Höhe geschnellt. Der nötige Schuldenabbau droht im kleinlichen Parteiengezänk zwischen Demokraten und Republikanern auf der Strecke zu bleiben.

Auch die Unternehmen und privaten Haushalte in den USA sind hoch verschuldet. Rechnet man ihre Kreditmarktschulden und die des Staates zusammen, ergibt sich eine Summe von rund 52 000 Milliarden Dollar, das entspricht 355 Prozent des BIPs. „Das Wohl und Wehe der amerikanischen Wirtschaft ist von Krediten abhängig“, urteilt Harm Bandholz, US-Chefvolkswirt der italienischen Bank UniCredit. Mittelfristig lege das den Grundstein für eine neue Krise.

Rache ist unmöglich

Der enorme Schuldenstand erhöht den Druck auf die Fed, die Geldpresse immer schneller laufen zu lassen. Denn eine höhere Teuerungsrate lässt den Schuldenstand real dahinschmelzen. Für die USA ein verlockender Weg. Denn fast die Hälfte der US-Staatsanleihen ist im Besitz von Ausländern – und die haben keine Möglichkeit, sich an der Wahlurne für Inflation zu rächen.

Entsprechend kritisch stehen ausländische Investoren dem Ankauf von Staatsanleihen durch die US-Notenbank Fed gegenüber. Bis Juni dieses Jahres will Fed-Chef Ben Bernanke Staatsanleihen für insgesamt 600 Milliarden Dollar kaufen. Im Gegenzug pumpt er frisches Zentralbankgeld in das Bankensystem.

Noch zögern die Geschäftsbanken, neue Kredite zu vergeben. Was aber passiert, wenn die Konjunktur sich weiter festigt und die Nachfrage nach Krediten steigt? Ökonomen fürchten, dass es der Fed am Willen und der Kraft fehlt, die überschüssige Liquidität rechtzeitig abzusaugen. Die Folge wäre Inflation.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%