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Bundestagswahl 2017Das wollen die Parteien in der Wirtschaftspolitik

Ein "Chancenkonto" für Weiterbildung, "Baukindergeld" oder eine 75-Prozent-Besteuerung von Einkommensmillionären? Deutschlands Parteien gehen mit ihren Wirtschaftsvisionen auf Wählerfang. Die wichtigsten Forderungen im Überblick.Thomas Schmelzer, Max Haerder, Christian Ramthun, Cordula Tutt und Christian Schlesiger 25.08.2017 - 12:22 Uhr
Foto: Presse, imago images, Collage

Die SPD schickt Martin Schulz ins Rennen gegen Angela Merkel. Nach einem Kickstart scheint dem Hoffnungsträger allerdings mittlerweile die Luft ausgegangen zu sein. In Umfragen schwankt die SPD zwischen 23 und 26 Prozent. Dabei kann man Spitzenkandidat Schulz einen Vorwurf nicht mehr machen: dass er kein Programm hätte. Neben dem SPD-Wahlprogramm hat er einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt und sich ausgiebig zu den Steuerplänen der SPD geäußert.

Auch die Idee eines Chancenkontos für lebenslange Weiterbildung ist zwar umstritten, aber frisch. Daneben will die SPD mit sozialdemokratischen Klassikern wie der Entlastung von Gering- und Mittelverdienern punkten.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der SPD
Investitionsverpflichtung für die Öffentliche Hand
Aktionsprogramm für die deutsche Autoindustrie
Reform der Einkommensteuer
Reform der Erbschaftsteuer
Entlastung bei Sozialversicherungsbeiträgen
Forschungsbonus
Sonderfonds für Digitalisierung
Recht auf Weiterbildung
Haltelinie bei der Rente
Startkapital für junge Erwachsene

Mit Angela Merkel kann die CDU bei der Wahl auf den Amtsbonus schielen. Außerdem hat sich die Kanzlerin als Krisenmanagerin bewährt – und spielt diese Karte voll aus.

Auf 76 Seiten Wahlprogramm widmen sich die Schwesterparteien CDU und CSU vor allem den Themen Familie und Arbeit. Dabei geht es immer auch um Wirtschaftspolitik: egal ob bei den geforderten höheren Kinderfreibeträgen, dem Baukindergeld oder dem Ziel der Vollbeschäftigung.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der CDU
Vollbeschäftigung bis 2025
Fachkräftezuwanderungsgesetz
Chefsache Digitalisierung
Mindestlohn unbürokratischer machen
Rentenkonzept bleibt
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter
Kindergeld erhöhen
Baukindergeld
Entlastung bei der Einkommensteuer
Ärztliche Versorgungszentren auf dem Land

Das wichtigste Thema der Grünen ist der Umweltschutz. Ihr Wahlprogramm, in der Langfassung üppige 248 Seiten lang, beschäftigt sich ausgiebig mit sauberer Mobilität, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energiewende.

Die Ökopartei will allerdings auch eine Mindestrente und sowie eine Bürgerversicherung bei der Gesundheit.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der Grünen
Sofortabschaltung der 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke
Mehr Geld für Radwege und Umweltzonen
Bürgerversicherung
Familien-Budget
Mindestrente
Entgeltgleichheitsgesetz
Flexible Vollzeit
Erhöhung des Grundfreibetrags und des Spitzensteuersatzes
Vermögensteuer für Superreiche
Sinnvolle Elemente zur Marktregulierung

Vier Jahre lang waren die Liberalen nicht im Bundestag vertreten. Die Zeit der außerparlamentarischen Opposition hat die FDP genutzt, um sich inhaltlich neu zu positionieren. Parteichef Christian Lindner spricht von einem „Update“ für Deutschland, allen voran in der Finanz-, Wirtschafts- sowie der Bildungspolitik.

Das Versprechen, die Steuern im großen Stil zu senken, brachte der Partei vor acht Jahren ihr bestes Ergebnis in der Geschichte ein – 14,6 Prozent. Auch 2017 setzt die FDP auf Steuersenkungen, allerdings nur noch als ein Thema unter vielen.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der FDP
Digitalministerium
Glasfasernetz
Entlastung der Bürger
Abschaffung des Solidaritätszuschlags
Bildungsfinanzierung
Bessere Bedingungen für Wagniskapital
Weniger Bürokratie beim Mindestlohn
Flexibles Renteneintrittsalter
Beendigung der Beitrittsgespräche mit der Türkei
Initiativrecht für das EU-Parlament

Zusammen mit der Schwesterpartei CDU hat sich die CSU auf ein gemeinsames Wahlprogramm verständigt. Darüber hinaus haben die Christsozialen einen Bayernplan verfasst, in dem sie noch eigene Akzente setzt, die sich mit Angela Merkel und der CDU nicht im gemeinsamen Programm durchsetzen ließen. Das betrifft vor allem die Sicherheits-, Flüchtlings- und Familienpolitik, aber auch in Sachen Steuern hat die CSU ambitioniertere Ziele.

In den nächsten vier Jahren muss sich zeigen, wie viel davon die Bayern in Berlin umsetzen können. Sollte CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann Bundesinnenminister werden, muss sich dieser höchst selbst daran messen lassen, was sich auch auf seine Chancen als Nachfolger von Horst Seehofer niederschlagen dürfte.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der CSU
Abbau des Solidaritätszuschlags
Steuerentlastung
Regionalisierung der Erbschaftssteuer
Erhöhung des Kinderfreibetrags
Mütterrente II
Beibehaltung des Leistungsprinzips bei der Rente
Steigerung der Neubauten um 50 Prozent
Baukindergeld
Obergrenze für Flüchtlinge
Zuwanderungsgesetz

Vor vier Jahren verfehlte die AfD den Einzug in den Bundestag nur knapp. Seitdem haben sich die Rechtspopulisten in 13 Landtage gekämpft und liegen in Umfragen bei etwa acht Prozent. Ihr Einzug in den Bundestag gilt als sicher.

Von der AfD, mit der Bernd Lucke vor vier Jahren antrat, hat sich die Partei inzwischen in vielen Punkten entfernt. Statt Eurokritik geht es um Flüchtlingspolitik, statt Target-Salden um Zäune und Abschiebehaft. Um sowohl den nationalkonservativen Flügel der Partei als auch die Wirtschaftsliberalen zu bedienen, tritt die AfD mit zwei Spitzenkandidaten an: dem erzkonservativen Alexander Gauland und der Karriere-Ökonomin Alice Weidel. Diese Doppelstrategie spiegelt sich auch im Wahlprogramm wider.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der AfD
Senkung der Mehrwertsteuer
Abgabenbremse für Steuern, Beiträge und Gebühren
Abschaffung der Erbschaftssteuer als Substanzsteuer
Befürwortung des Mindestlohns
Höchstens 15 Prozent Leih- oder Werkarbeiter in Unternehmen
Bürgerarbeit
Abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren
Lohn für Rentner ohne Einschränkung der Rentenbezüge
Verlängerung der Bezugszeit des Arbeitslosengelds
Arbeitgeberanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung

Mit Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch schickt die Linke eine prominente Doppelspitze ins Rennen. Gemeinsam haben sie im Oktober 2015 Gregor Gysi als Fraktionschef im Bundestag abgelöst. Mit 8,6 Prozent vertreten die Beiden die größte Oppositionspartei.

Das Schwerpunktthema der Partei: soziale Gerechtigkeit. Käme die Linke in die Regierungsverantwortung, stünde eine höhere Besteuerung der Vermögenden und Einkommenseliten mit Sicherheit im Koalitionsvertrag. Ein Abzug der Bundeswehr aus sämtlichen Krisengebieten der Welt dürfte dagegen kaum umsetzbar sein.

Die zehn wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen der Linken
Abschlagsfreie Rente ab 65
Mindestsicherung
Mindestlohn
Verbot von Rüstungsexporten
Investitionsprogramm gegen Massenarbeitslosigkeit
Vermögensteuer
Reichensteuer
Banken entmachten
Sozialwohnungen
Bürgerversicherung
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