Bundestagswahl 2025: Alte SPD-Hochburgen sind jetzt schwarz
So haben die Menschen in den einzelnen Wahlkreisen gewählt.
Foto: Bernd Weißbrod/dpaDie Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben gewählt. Die Union siegt – und dürfte damit den künftigen Kanzler stellen. Vor allem im Ruhrgebiet, welches bei früheren Wahlen als SPD-Hochburg galt, konnte die CDU die Bürgerinnen und Bürger für sich gewinnen.
Die AfD wurde mit über 20 Prozent zweitstärkste Kraft. Erstmals konnte die in Teilen rechtsextremistische Partei auch in Westdeutschland Wahlkreise gewinnen.
Auch die Partei Die Linke krönte ihren Wahlkampf mit sechs Wahlkreissiegen bei der Zweitstimme.
Als große Verlierer gingen die Sozialdemokraten und die Grünen hervor. Während die SPD bei der Bundestagswahl 2021 noch 140 Wahlkreise als stärkste Kraft bei den Zweitstimmen gewann, sind es aktuell nur noch 45.
Bei der letzten Bundestagswahl erschienen die meisten Wahlkreise noch dunkelrot, davon bleibt nach der jüngsten Abstimmung kaum etwas übrig. Ein leichter roter Schleier liegt über den ehemaligen SPD-Hochburgen im Ruhrgebiet.
CDU setzte sich nahezu immer durch
Zwar knackte die SPD dort in vielen Regionen immer noch die 20-Prozent-Marke, allerdings übertrumpfte die CDU sie vielerorts. In den Wahlkreisen, in denen die Sozialdemokraten die meisten Zweitstimmen holten, lieferten sie sich zudem ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU.
Die Unionsparteien konnten mehr als doppelt so viele Wahlkreise für sich entscheiden als 2021. Damals gewannen CDU und CSU in 107 Regionen, bei der diesjährigen waren es 217. Die Partei von Markus Söder gewann bei der Zweitstimme flächendeckend in Bayern.
Während auch weite Teile in Westdeutschland von der CDU dominiert werden, verlor sie im Osten elf Wahlkreise an die AfD. Die Sozialdemokraten mussten ganze 21 Wahlkreise an die AfD abtreten.
Osten als AfD-Hochburg
„Man wollte uns halbieren, das Gegenteil ist eingetreten“, sagte AfD-Chefin Alice Weidel nach der Verkündung der ersten Prognosen am Wahlabend. Die AfD ist in allen fünf ostdeutschen Flächenländern stärkste Kraft geworden.
Lediglich der Wahlkreis 61 (Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II), der Wahlkreis 153 (Leipzig II) und die Berliner Wahlkreise gingen an die CDU oder die Linke. Dennoch erzielte die AfD in allen fünf ostdeutschen Bundesländern jeweils mehr als 30 Prozent.
In Westdeutschland siegt die AfD gemessen an den Zweitstimmen in zwei Wahlkreisen. In Gelsenkirchen liegt die AfD mit 24,7 Prozent der Stimmen vor der SPD (24,1 Prozent), in Kaiserslautern mit 25,9 Prozent der Stimmen vor der CDU (24,9 Prozent). Die Mehrheit der Erststimmen ging beide Male an die SPD-Kandidaten.
Grünen verlieren 16 Wahlkreise
Von den Ampelparteien mussten die Grünen die geringsten Verluste verkraften. Die Partei verzeichnete einen Verlust von 3,1 Prozent der Stimmen. Auf Wahlkreisebene gewannen die Grünen 2021 noch 25 Regionen – 2025 waren es nach den vorläufigen Ergebnissen nur noch neun. Die Hochburgen der Grünen bleiben Studierendenstädte. Münster, Aachen und Freiburg sind weiterhin in der Hand der Partei. Doch auch hier musste sie einige Einbußen einstecken.
Die FDP und das BSW konnten in keinem Wahlkreis die meisten Zweitstimmen holen. Überraschen konnte dagegen die Partei Die Linke. Während die Partei zu Beginn des Wahlkampfes hoffte, mit drei Direktmandaten in den Bundestag zu ziehen, konnte sie direkt sechs Direktmandate holen.
Linke stärkste Kraft in Berlin
Die Anzahl der Zweitstimmen in Höhe von 8,8 Prozent reicht aus, damit die Partei als Fraktion in den Bundestag ziehen kann. Sechs Wahlkreise gewannen die Linken in Berlin. Im gesamten Stadtstaat holte die Partei insgesamt sogar mehr Stimmen als die CDU. Auch der Wahlkreis Leipzig II ging an die Linkspartei.
Laut Bundeswahlleiterin lag die diesjährige Wahlbeteiligung bei 82,5 Prozent. Es war die höchste Beteiligung seit der Wiedervereinigung. Vor vier Jahren lag sie noch bei 76,4 Prozent.
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