Landtagswahl Sachsen 2024: Wie viele Stimmen hat man bei der Landtagswahl?
So viele Stimmen haben Wähler bei der Landtagswahl in Sachsen.
Foto: Sebastian Kahnert/dpaAlle fünf Jahre sind die Bürger Sachsens aufgerufen, ihre Landtagsabgeordneten zu wählen. Jeder Wähler hat dabei zwei Stimmen. Die Wahl der Abgeordneten erfolgt nach einem Verfahren, das Persönlichkeitswahl und Verhältniswahl kombiniert. In den Wahlkreisen werden 60 Abgeordnete direkt durch die sogenannte Persönlichkeitswahl bestimmt. Das ist die Wahl eines Direktkandidaten in einem Landkreis. Weitere 60 Abgeordnete ziehen über die Landeslisten, also durch Verhältniswahl, in den Landtag ein. Das Wahlverfahren legt fest, wie die Wählerstimmen in Parlamentssitze umgewandelt werden. Hier ist eine Übersicht der Stimmverteilung bei der Landtagswahl 2024 in Sachsen.
Landtagswahl Sachsen 2024: Wie viele Stimmen habe ich?
Ähnlich wie bei der Bundestagswahl haben deutsche Staatsbürger bei der Landtagswahl in Sachsen ebenfalls zwei Stimmen, die sie abgeben können. Mit der Erststimme werden die Direktkandidaten aus den Wahlkreisen gewählt, die Zweitstimme gilt der Wahl einer Partei.
Erst- und Zweitstimme: Was wähle ich mit meinem Stimmen?
Ebenso wichtig wie die Wahl einer Partei oder Person ist die korrekte Abgabe der Stimme. Dabei kommt es häufig vor, dass Wähler die Bedeutung ihrer beiden Stimmen nicht vollständig verstehen. Das Zweistimmensystem ist zwar nicht ganz unkompliziert, der Sächsische Landtag erklärt das System aber wie folgt:
Jeder Wähler hat zwei Stimmen, mit denen er die Verteilung der 120 Landtagsmandate beeinflusst: eine Erststimme für die Wahl eines Wahlkreisabgeordneten (Direktkandidaten) und eine Zweitstimme für die Wahl der Landesliste einer Partei.
- Obwohl beide Stimmen wichtig sind, bestimmen allein die Zweitstimmen die Sitzverteilung im Landtag, da sie die prozentuale Zusammensetzung des Parlaments festlegen. Sie entscheiden über das Verhältnis der Parteien im Parlament. Dabei werden nur Parteien berücksichtigt, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erhalten (Fünf-Prozent-Hürde) oder in mindestens zwei Wahlkreisen ein Direktmandat (Alternativklausel) gewonnen haben. Diese Parteien können dann entsprechend ihrer Mandatsanzahl Personen von ihrer Landesliste in den Landtag entsenden.
- Diese Direktkandidaten haben Vorrang vor den Listenkandidaten. Dadurch bekommt die Wahl eine stärkere persönliche Note, da die Erststimme den Sieg eines der 60 Wahlkreise durch einen Kandidaten bestimmt.
- Hat eine Partei mehr Direktmandate als Listenmandate gewonnen, entsteht ein sogenannter Überhang. Sie kann mehr Sitze im Landtag besetzen, als ihr proportional zustehen. Für die Überhangmandate einer Partei erhalten die anderen im Parlament vertretenen Parteien sogenannte Ausgleichsmandate. Dieser Ausgleich stellt die ursprüngliche Sitzverteilung wieder her, was zwar für Gerechtigkeit sorgt, aber auch dazu führt, dass das Parlament seine Normgröße überschreitet. Das vergrößerte Parlament ist der Preis für die Wahrung der von den Wählern bestimmten politischen Kräfteverteilung.
Michael Kretschmer – CDU
Der CDU-Politiker Michael Kretschmer ist Ministerpräsident des Freistaats Sachsen. Als er 2017 das Amt des Ministerpräsidenten übernahm, zählte er zu den jüngsten Regierungschefs in Deutschland. Der 49-Jährige gilt als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2024.
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Foto: imago imagesJörg Urban – AfD
Die AfD liefert sich laut Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitze mit der CDU. Im Februar 2018 übernahm er den Vorsitz seiner Partei in Sachsen. Zudem führt der 59-Jährige die AfD-Landtagsfraktion.
Franziska Schubert, Wolfram Günther und Katja Meier – Die Grünen
In Sachsen tritt ein Spitzentrio für die Grünen an: Franziska Schubert, Wolfram Günther und Katja Meier (von links).
Franziska Schubert, 42 Jahre alt, ist seit 2020 Fraktionsvorsitzende. Wolfram Günther, 51 Jahre alt, ist seit 2019 Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft. Katja Meier, 45 Jahre alt, wurde 2019 zur Staatsministerin für Justiz, Demokratie, Europa und Gleichstellung ernannt.
Petra Köpping – SPD
In der gegenwärtigen Koalition von SPD, CDU und Grünen leitet die 66-jährige SPD-Politikerin Petra Köpping Sachsens Ministerium für Soziales und Gleichstellung, das auch den Gesundheitsbereich umfasst.
Foto: imago imagesSabine Zimmermann – BSW
Die 63-jährige Sabine Zimmermann schloss sich 2023 dem Bündnis Sahra Wagenknecht an. Im Februar 2024 wurde sie gemeinsam mit dem Unternehmer Jörg Scheibe zur Landesvorsitzenden des BSW in Sachsen gewählt.
Foto: Sebastian Kahnert/dpaSusanne Schaper und Stefan Hartmann – Die Linke
Die 46-jährige Landtagsabgeordnete Susanne Schaper und der 56-jährige Politikberater Stefan Hartmann treten gemeinsam als Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 2024 für die Linke an.
Foto: Sebastian Kahnert/dpaRobert Malorny – FDP
Die Freien Demokraten streben unter der Führung von Robert Malorny den Wiedereinzug ins Landesparlament an. Der 45-jährige Malorny ist seit 2019 für die FDP im Dresdner Stadtrat tätig, zuletzt als Fraktionsvorsitzender.
Foto: imago imagesWann ist die Landtagswahl in Sachsen?
Die Landtagswahl in Sachsen findet am Sonntag, 1. September 2024, statt.
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Wie sieht der Stimmzettel bei der Landtagswahl in Sachsen aus?
Bei der Landtagswahl in Sachsen 2024 hat jeder Wähler zwei Stimmen. Deshalb ist der Stimmzettel in zwei Spalten unterteilt, in denen jeweils ein Kreuz gesetzt werden darf. In der linken Spalte geben die Wähler ihre Erststimme für einen Kandidaten aus ihrem Wahlkreis ab. Unabhängige Kandidaten, die im Wahlkreis antreten, sind ebenfalls in dieser Spalte aufgeführt. In der rechten Spalte sind alle zur Wahl zugelassenen Parteien aufgelistet, jeweils mit ihren Kandidaten. Mit der Landesliste treten 2024 19 Parteien in Sachsen an.
Für die Gültigkeit des Wahlzettels muss allerdings berücksichtig werden, dass in jeder Spalte nur ein Kreuz gesetzt werden darf. Es ist nicht möglich, beide Kreuze in einer Spalte zu machen.