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Ebay-Manager Klinck „Bei Weihnachtsdeko sehen wir eine extreme Nachfrage“

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„Nicht alle Produktsegmente sind Corona-Gewinner“

Was tun Sie konkret, um langfristig zu profitieren?
Wir wissen etwa, dass Kunden, die bei Ebay gleichzeitig kaufen und verkaufen, eine deutlich engere Bindung an unsere Plattform entwickeln als Kunden, die nur kaufen. Deshalb läuft gerade eine Aktion, bei der wir Käufer zu Verkäufern machen wollen: Sie erhalten einen Teil des Verkaufswertes als Ebay-Gutschein. So wollen wir sie zum Verkaufen animieren.

Ebay hat aufgrund der guten Geschäfte die Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben. Wie gut können Sie für den deutschen Markt planen?
Nur schwer. Ein prozentgenauer Forecast für das erste Quartal 2021 ist unmöglich. Corona spielt eine zu große Rolle. Sowohl die gesellschaftlich negativen Auswirkungen als auch die positiven für den E-Commerce. Und auch andere globale Themen haben einen Einfluss auf unser Geschäft: die Wahlen in den USA oder der Brexit. Deutsche Verkäufer verkaufen zum Beispiel stark in England. Und englische wiederum sehr stark in Deutschland. Es gibt gerade zu viele Unbekannte. Wir können nur sagen: Wir rechnen mit einer weiterhin positiven Entwicklung. Wie positiv genau die ausfallen wird? Das können wir nicht beurteilen. Und auch nicht alle Produktsegmente sind Gewinner: Bei Ebay werden etwa auch Tickets für Veranstaltungen verkauft. Das Geschäft boomt jetzt natürlich nicht gerade. In Summe kann man sagen, dass etwa zehn Prozent unserer Kategorien gerade schlechter laufen als im Vorjahr.

Und da erwarten Sie eine Angleichung, wenn die Normalität stückweise zurückkehren könnte?
Genau.

Zu Ihren Kunden gehören auch viele stationäre Händler. Wie hat sich dieses Geschäftsfeld in den vergangenen Monaten entwickelt?
Gerade in Deutschland leben wir sehr stark von den kleinen und mittelständischen Händlern, die sind tatsächlich in großer Zahl bei uns repräsentiert. Diesen Unternehmen helfen wir und versuchen hier unsere Kundenbasis auszubauen. Etwa mit unserem Soforthilfeprogramm. Das haben wir in der ersten Welle gestartet. Hier erleichtern wir Händlern den Einstieg in den E-Commerce und verzichten dabei in den ersten drei Monaten auf die Gebühren. Bei uns brauchen sie – anders als bei vielen Wettbewerbern – zu Beginn kein Warenwirtschaftssystem, um einen Onlineshop zu starten. Bislang haben sich hier mehr als 5000 neue Händler angemeldet. Die erhalten von uns zusätzlich noch spezifische Beratungsleistungen im ersten halben Jahr.

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    Und das Programm läuft jetzt weiter, weil aufgrund der zweiten Welle so viel Bedarf ist?
    Richtig, wir haben es erstmal bis Ende des Jahres verlängert. Und werden es wahrscheinlich auch im nächsten Jahr laufen lassen.

    Das könnten Sie hier jetzt natürlich konkret beschließen.
    Na gut, dann sage ich es einfach: Ja, wir werden das Soforthilfe-Programm auch über den Jahreswechsel hinaus verlängern.


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    Viele Konkurrenten arbeiten auch mit stationären Händlern zusammen. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ beschwerten Sie sich darüber, dass Zalando für sich reklamiere, diese Kooperationen erfunden zu haben. Sind wir mal ehrlich: Müssten Sie das nicht nur einfach stärker herausstellen?
    Die kurze Antwort wäre: Ja. Und das machen wir jetzt auch! Der Move von Zalando ist aber clever. Und dann gibt es noch diesen anderen riesigen Onlinehändler mit „A“, der behauptet, die kleinen Händler zu retten – und jetzt in den Fokus der Europäischen Kommission rückt. Entscheidend sind allerdings die Eintrittsbarrieren: Bei uns sind die eben sehr niedrig. Bei Zalando können Händler nicht sofort loslegen. Die sind ja kein offener Marktplatz. Das soll gar nicht gegen Zalando sprechen – das ist einfach ihr Geschäftsmodell. Man muss also genau hingucken: Ja, was Zalando macht, ist gut. Ob es dem kleinen Händler in Not auch hilft, ist fraglich. Da sind wir der deutlich bessere Partner.

    Zurück zur Frage: Sie stellen diesen Punkt bald stärker heraus, damit Sie in folgenden Interviews erst gar nicht mehr über die Initiativen der Konkurrenz reden müssen?
    Wir müssen noch lauter werden, ja. Wir waren in diesem Jahr aber nicht tatenlos. Im Sommer haben wir TV-Spots mit authentischen Händlern ins Fernsehen gebracht. Hier werden wir weiter machen. Darüber haben wir unsere „Händler-Awards“. Hier schicken Händler ihre Geschichte ein – und werden von einer Jury ausgezeichnet. Das ist teilweise sehr berührend. Im positiven Sinn. Das Schöne ist, dass wir das funktionierende Geschäft dieser Händler nicht kaputtmachen. Wir sind ein demokratischer Marktplatz. Konkurrenz gibt es nur unter den Verkäufern.

    Mehr zum Thema: Mit dem Weihnachtsgeschäft samt Black Friday und Cyber Monday erwarten Onlinehändler Rekordumsätze. Die sind auch dringend nötig.

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