Wechselkurse: Der beste Indikator für die US-Wahl kommt aus Mexiko
Hillary Clinton (ca. 1,65 Meter) an der Seite von Basketball-Superstar Lebron James (2,03 Meter) bei einem Auftritt am Sonntag in Cleveland, Ohio.
Foto: REUTERSWenige Stunden zuvor: Clinton besucht eine Kirche im Bundesstaat Pennsylvania.
Foto: REUTERSDonald Trump bei einem Stopp in Minneapolis, Minnesota, am Sonntag.
Foto: REUTERSAm Samstag moderierte Melania Trump ihren Ehemann bei einer Veranstaltung in Wilmington, North Carolina, an. Danach gab es Küsschen.
Foto: APIn Berwyn, Pennsylvania, hatte Melania Trump vergangene Woche eine Rede gehalten – recht hölzern vom Teleprompter abgelesen. Sie sprach sich für einen besseren Umgangston in sozialen Netzwerken aus. Es war ihr zweiter bedeutender Auftritt im Wahlkampf ihres Mannes.
Foto: APAm Samstag gab der Popstar ein Konzert und präsentierte einen Mantel: „Ich unterstütze Madam President.“
Foto: REUTERSDer Song „Roar“ der 32-Jährigen wird regelmäßig auf Clinton-Wahlkampfveranstaltungen gespielt.
Foto: REUTERSSchrecksekunde am Samstag in Reno, Nevada. Im Laufschritt führen Sicherheitsbeamte Donald Trump (Mitte) von der Bühne ...
Foto: REUTERS... ein Zuschauer hatte „Waffe“ gerufen, doch es fand sich keine Waffe. Ein Mann, der durchsucht wurde, hatte ein Plakat „Republikaner gegen Trump“ hochgehalten. Trump erschien wenig später und scheinbar unbeeindruckt wieder auf der Bühne und setzte seine Rede fort.
Foto: APEin sechs Monate altes Baby hebt Donald Trump bei einem Auftritt Tampa, Florida, hoch.
Foto: APHart gesotten, aber mit pinkfarbener Handy-Hülle: Ein Zuhörer bei einer Trump-Veranstaltung in Tampa, Florida, am Samstag.
Foto: REUTERSAnhänger Trumps bei einem Auftritt in Denver, Colorado – ebenfalls am Samstag.
Foto: APClinton in Pembroke Pines, Florida, am Samstag.
Foto: REUTERSEine weinende Frau auf einer Clinton-Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania.
Foto: APHillary Clinton sprach am Freitagabend in Cleveland – auf einem Wahlkampfkonzert des Rappers Jay Z.
Foto: APNicht nur Jay Z, auch dessen Ehefrau Beyoncé (l.) kam auf die Bühne, um für Clinton zu werben.
Foto: DPAClinton vor einem Auftritt in Detroit, Michigan.
Foto: REUTERSObama ist derzeit mehrfach täglich für Hillary Clinton im Einsatz, hier kommt er in Charlotte, North Carolina, an.
Foto: APIm Vorwahlkampf war Bernie Sanders unterlegen, jetzt wirbt er für Hillary Clinton im Wahlkampf. Hier in Colorado am Samstag.
Foto: APDonald Trump Jr.: Als Wahlkämpfer für den Vater im Einsatz, hier bei einem Auftritt in Arizona.
Foto: APSelbstbewusst hat Trump zur „Siegesfeier“ am 8. November nach New York geladen. Techniker installieren vor dem Veranstaltungsort zusätzliche Sicherheitskameras.
Foto: APMehrfach am Tag steigt Donald Trump in sein Flugzeug, um zu weiteren Auftritten zu reisen.
Foto: APZuletzt sind sich die Maschinen vor wenigen Tagen in Raleigh, North Carolina, auf dem selben Flughafen begegnet. Dieses Bild zeigt ein Zusammentreffen in Las Vegas, Nevada, am 18. Oktober. Sowohl North Carolina als auch Nevada zählen zu den umkämpften Staaten, sodass beide Kandidaten dort häufiger aufgetreten sind.
Foto: REUTERSWenn die Wahllokale in den USA schließen, ist das Rennen zwischen den Bewerbern Donald Trump und Hillary Clinton entschieden, für die Zuschauer aber stellt sich dann die Frage: Wie erfahre ich es am schnellsten?
Die großen Fernsehsender in den USA beschäftigen zwar hunderte Mitarbeiter, die sie mit Umfrageergebnissen aus den einzelnen Staaten versorgen, in Washington beugen sich die anerkanntesten Wissenschaftler über diese und ziehen ihre Schlüsse. Für mindestens ein paar Stunden aber bleibt all das Spekulation. Und mit denen lagen die Wahlforscher zuletzt häufiger mal deutlich daneben.
Vor allem dann, wenn sich plötzlich Wählergruppen beteiligen, die vorher nicht an die Urnen gingen, tun sich die Prognostiker schwer. So lagen sie in Deutschland zuletzt vor allem bei den Prognosen für die AfD daneben, gleiches gilt für andere rechtspopulistische Parteien in Europa. Auch bei der Brexit-Abstimmung wurde sehr lange ein Sieg der EU-Befürworter vorhergesagt, am Ende kam es genau andersherum.
Das Brexit-Fiasko der Wahlforscher hat aber zugleich einen anderen Indikator ins Rampenlicht gebracht: die Wechselkurse. Schon mitten in der Nacht, als die Wahlhelfer noch Stimmen zählten und die Institute glaubten, dass die Briten in der EU bleiben würden, begann das britische Pfund drastisch an Wert zu verlieren. Ein paar Stunden später zeigte sich, dass die Märkte den Braten früher gerochen hatten als jedes Wahlforschungsinstitut. 52 Prozent der Britten stimmten für einen EU-Austritt.
Es blieb die Erkenntnis: Meinungsforscher können unter vielen Bedingungen ziemlich genaue Vorhersagen machen, wenn aber neuartige Strömungen entstehen, sehen sie schlecht aus.
Die Märkte hingegen bilden jede Stimmung ab – zumindest irgendwie. Und genau darin liegt die Crux der Signale vom Finanzmarkt: Sie sind stets ein Abbild aller möglichen Einflüsse. Um eindeutig von Marktveränderungen auf die Ursache schließen zu können, muss diese alle anderen Einflüsse überstrahlen. Beim Brexit, vor dem sich die gesamte Wirtschaft in seltener Einmütigkeit fürchtete, war das der Fall. Bei der deutschen Bundestagswahl wird es eher nicht der Fall sein, zu marginal wären die Unterschiede zwischen den politischen Programmen der Parteien.
In den USA fällt die Entscheidung schwer, was die Marktsignale wirklich zu bedeuten haben: Einerseits haben die Märkte in der Vergangenheit eher auf die Republikaner gesetzt, andererseits sind sie dieses Mal in großer Furcht vor dem speziellen Kandidaten Trump.
Tendenziell hat die Wall Street daher in den vergangenen Wochen auf gute Nachrichten für Clinton mit Kurszuwächsen reagiert. Hinzu kommt die lähmende Wirkung des Wahlkampfes selbst: Nach den vergangenen Abstimmung sind die Kurse immer gestiegen, egal wer gewann. Zumindest war endlich Ruhe.
Stattdessen haben die Beobachter in den USA jetzt einen ziemlich ungewöhnlichen Indikator entdeckt: den Wechselkurs zwischen US-Dollar und dem mexikanischen Peso. Denn wenn sich ein Land vor einem Sieg Trumps fürchten muss, dann ist es Mexiko, dessen Bürger der Kandidat erst als Kriminelle und Vergewaltiger beschimpft hat um dann den Bau einer Mauer an der gemeinsamen Grenze anzukündigen.
Seitdem ein Wahlsieg Trumps in den Raum des möglichen gerückt ist, hat sich das in erstaunlicher Eindeutigkeit auf den Wechselkurs niedergeschlagen. Zum ersten Mal zeigte sich das in den Wochen vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner. Mit jedem Vorwahlsiegs verlor der Peso an Wert. Nach dem Parteitag, dem Absturz Trumps in den Umfragen und den Streitigkeiten innerhalb der republikanischen Partei gewann der Peso dann wieder an Wert. Seitdem werden die Ausschläge immer heftiger: Clinton bricht bei einer Veranstaltung in New York zusammen – der Peso bricht ein. Sexistische Zitate von Trump werden bekannt – der Peso legt zu.
In der Wahlnacht könnte der Wechselkurs nun zum besten Frühindikator werden. Derzeit entsprechen rund 18,6 Peso dem Wert eines Dollar. Sollte er in der Nacht auf einen Wert von 17,2 oder höher steigen, wäre das ein Zeichen für einen Sieg Clintons, schätzen die Analysten der Bank Nomura. Würde her hingegen auf 23 oder niedriger fallen, spräche das für Trump.
Der einzige Haken an der Sache: Bis morgen Mittag ist dieser Zusammenhang nur eine – wenn auch ziemlich schlüssige – Theorie. Ob sie stimmt oder nicht, wissen wir erst wenn es zu spät ist.