USA: Trump unterzeichnet erste Anordnungen
Zum Abschluss der Vereidigungsfeierlichkeiten haben Donald und Melania Trump am Freitagabend ihre ersten Runden als „First Couple“ der USA auf dem Tanzboden absolviert. Der frischgebackene US-Präsident schwenkte seine First Lady auf dem „Liberty Ball“ in Washington zu den Klängen des Sinatra-Songs „My Way“ - offensichtlich eine Bekräftigung seiner politischen Botschaft, Washington unbeirrt umzukrempeln. Melania kam in einem hell cremefarbenen schulterfreien hochgeschlitzten Kleid. „Nun, wir haben es geschafft“, sagte der 70-jährige Trump, bevor er seine 24 Jahre jüngere Frau aufs Parkett führte. Insgesamt standen drei Bälle an, bevor sich Trump und Melania zu ihrer Nachtruhe ins Weiße Haus zurückziehen konnten.
Foto: dpaWährend der Tag des neuen Staatsoberhaupts mit einer Andacht in der National Cathedral beginnt, wollen in der Hauptstadt Hunderttausende zum Anti-Trump-Protest zusammenkommen. Es wird wohl eine der größten Demonstrationen in den USA seit vielen Jahren werden. Für den „Marsch der Frauen“ am Samstag werden zwischen 200 000 und einer halben Million Teilnehmern erwartet. Der Protest richtet sich gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz. Eingeladen sind ausdrücklich auch Männer. Trump hatte sich wiederholt extrem abfällig über Frauen geäußert. Zunächst sind nahe des Kapitols Reden geplant.
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Der frisch vereidigte Präsident der USA ist während der Parade zur Amtseinführung mehrfach aus der Präsidentenlimousine ausgestiegen und ein Stück des Weges zum Weißen Haus zu Fuß gelaufen. Begleitet wurde der 70-jährige Republikaner am Freitagnachmittag von seiner Frau Melania. Die Autokolonne bewegte sich vom Kapitol zum Regierungssitz im Schritttempo. Den Weg säumten Schaulustige und Anhänger.
Foto: APDonald Trump wird im Kapitol von Kongressabgeordneten und Mitgliedern seiner Familie umringt. Rechts steht der Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan.
Foto: dpaTrump hat dort seine ersten Anordnungen im Amt unterzeichnet. Es handelte sich um die formalen Nominierungen für sein Kabinett.
Foto: REUTERSNach seiner Vereidigung als neuer Präsident der USA hat Trump auf den Stufen des Kapitols in Washington eine Militärparade abgenommen. Anschließend fuhr die Präsidentenlimousine vor, die Trump und seine Frau - First Lady Melania - am Freitagnachmittag (Ortszeit) zum Weißen Haus brachte.
Foto: REUTERSAuf vielen Bildern von der Amtseinführung von Präsident Donald Trump wirkt die ehemalige First Lady Michelle Obama angespannt, genervt und traurig.
Foto: REUTERSIm Internet machten am Freitag hundertfach Fotos die Runde, auf denen sie ziemlich schlecht gelaunt aussieht.
Foto: REUTERS„Du und 65 Millionen andere“, schrieb ein Twitter-Nutzer mit Blick auf die mehr als 65 Millionen Wähler von Wahlverliererin Hillary Clinton unter ein Bild, auf dem die Ex-First-Lady besonders grimmig schaut.
Foto: REUTERSDonald Trump und First Lady Melania prosten sich beim Lunch nach der Vereidigung zu. Michelle Obama gewann als First Lady mit klugen Reden viele Anhänger. Bei ihrer Nachfolgerin stehen ihrem offiziellen Porträt auf der Webseite des Weißen Hauses zufolge andere Qualitäten im Vordergrund. So listet das Profil neben biografischen Angaben auch die Zeitschriften auf, deren Titelseiten das frühere Model geschmückt hat - von der „Vogue“ bis zu „In Style“. Auch im „Sports Illustrated Swimsuit Issue“ sei sie zu sehen gewesen. Damit nicht genug: Melania Trump sei auch eine erfolgreiche Unternehmerin, heißt es, bevor die Schmuckkollektion, die die 46-Jährige auf einem Teleshoppingkanal vertreibt, aufgeführt wird.
Foto: REUTERSNach der Amtsübergabe
Für den Abend waren ein Essen und ein Empfang geplant.
Foto: REUTERS„The Beast“
Der Secret Service hat bereits die Nummernschilder am Dienstwagen des US-Präsidenten gewechselt.
Foto: APObamas verlassen Washington
Ex-Präsident Barack Obama hat an der Seite seiner Frau Michelle das Kapitol und Washington verlassen. Begleitet von Präsident Donald Trump und First Lady Melania verabschiedete sich das Paar und bestieg einen Hubschrauber. Er flog zum Militärflughafen Andrews, von dort aus sollte es weiter nach Palm Springs in Kalifornien gehen.
Foto: REUTERSAmtsübergabe
Donald Trump kurz vor seiner ersten Rede als US-Präsident.
Foto: REUTERSTrump plädiert in seiner Rede zur Amtseinführung an seine Mitbürger, „die USA für das ganze Volk wieder aufzubauen“. Die Macht soll von Washington an das Volk zurückgegeben werden.
Foto: REUTERSTrump als 45. US-Präsident vereidigt
Donald Trump ist der 45. Präsident der USA. Der 70-Jährige legte den Amtseid am Freitag auf der Terrasse des Kapitols in Washington ab. Seine Frau Melania hält die Bibel, auf die Trump schwört.
Foto: REUTERSMike Pence ist als Vizepräsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden. Der Verfassungsrichter Clarence Thomas nahm dem 57-jährigen Ex-Gouverneur von Indiana am Freitag auf den Stufen des Kapitols in Washington den Amtseid ab.
Foto: REUTERSDie Familie
Trumps Familie trifft ein: Ivanka Trump (r.) mit Ehemann Jared Kushner und ihrem Brüdern Donald Trump Jr. und Eric Trump.
Foto: REUTERSDie Clintons
Trumps Herausforderin Hillary Clinton und ihr Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, beim Händeschütteln.
Foto: REUTERSUS-Senator Ted Cruz war bei den Vorwahlen gegen Donald Trump angetreten – und unterlegen.
Foto: REUTERSDer frühere Präsident George W. Bush kommt mit seiner Frau Barbara zur Inauguration.
Foto: REUTERSIm Washingtoner Regen: die beiden Senatoren Bernie Sanders (l.) von den Demokraten und der Republikaner John McCain.
Foto: REUTERSAuf der Ehrentribüne: Dick Cheney, Vize-Präsident in der Bush-Ära, mit Ehefrau Lynne.
Foto: REUTERSFahrt durch Washington
Barack Obama und Donald Trump auf dem Weg zum Kapitol.
Foto: REUTERSAusschreitungen
Am Rande der Feiern zur Amtseinführung von Donald Trump ist es am Freitag in Washington zu Krawallen gekommen.
Foto: REUTERS„Widerstand“ kündigen diese Demonstranten an, die mit ihrem Transparent in Washington auf der Straße bei einem Sicherheits-Checkpoint stehen. Bei Protesten in anderen Teilen der Stadt gehen auch Scheiben zu Bruch.
Foto: dpaZuvor hatten Barack und Michelle Obama das Ehepaar Trump im Weißen Haus empfangen.
Foto: APDas weiße Haus ist das Machtzentrum der USA. Der zukünftige Wohnsitz von Donald Trump wurde vor seiner Inauguration von mehreren Sicherheitsleuten ausgiebig geprüft.
Foto: REUTERSDamit die Vereidigung Trumps reibungslos abläuft, haben Teams aus den verschiedensten Bereichen zusammengearbeitet. Die wichtigste Rolle übernahm allerdings das Sicherheitskomitee rund um Senator Roy Blunt. Straßensperren, Personenkontrollen und fast 30.000 Polizisten sollen die Sicherheit bei der Veranstaltung gewährleisten.
Foto: APWährend das Kapitol weiterhin für die Inauguration überprüft wird, betritt Donald Trump die „St. John´s Episcopal Church“ zur Morgenandacht. Diese Tradition geht zurück bis ins Jahr 1933, als Franklin D. Roosevelt die Kirche vor seiner Vereidigung besucht hatte.
Foto: APDie wohl wichtigste Demokratie der Welt feiert ihr Hochamt: Donald Trump hat vor dem festlich geschmückten Kapitol in Washington seinen Amtseid abgeleistet und übernimmt den Staffelstab von Barack Obama. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten ist im Amt - und alles soll anders werden. Daran lässt Trump keinerlei Zweifel. „Amerika zuerst!“, ruft er bei seiner Antrittsrede, sogar zwei mal hintereinander.
Die Rede ist ein 16 Minuten langer Schlussstrich unter das Amerika Obamas, auch wenn er seinem Vorgänger höflich dankte. „Wenn Amerika vereint ist, dann ist Amerika unaufhaltsam.“ In den Hauptstädten im Ausland horchte man auf, manch ein Regierungschef reagierte besorgt.
„Das ist euer Moment, das ist euer Tag. Die USA sind euer Land“, ruft Trump dem Volk zu. Seine Anhänger jubeln, andere schütteln den Kopf, auf den Straßen kommt es zu Protesten und Ausschreitungen. Die Polizei nimmt mindestens 95 Menschen fest.
Derweil löschen seine Leute alle Inhalte der Obama-Administration von der Website des Weißen Hauses. Schnell werden die ersten Pläne für Trumps Amtszeit auf der Internetseite veröffentlicht. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Fast aus dem Nichts hat Trump ein Kabinett zusammengezimmert, eine Mischung aus erfahrenen Haudegen und Seiteneinsteigern. Trump betont, es sei das intelligenteste Kabinett der US-Geschichte, gemessen am IQ. Über die moralische, ethische, fachliche Rechtfertigung sagt das nichts.
Wie der Tag von Donald Trumps Vereidigung im Einzelnen ablief, können Sie nachfolgend noch einmal lesen:
Trump unterzeichnet erste Anordnungen
Der neue US-Präsident Donald Trump hat seine ersten Anordnungen im Amt unterzeichnet. Es handelte sich um die formalen Nominierungen für sein Kabinett. Darunter war auch die Sonderregelung für seinen Verteidigungsminister James Mattis. Der Kongress hatte einer Ausnahmegenehmigung zustimmen müssen, damit der pensionierte Vier-Sterne-General den Posten inne haben kann. Ex-Militärs müssen eigentlich eine sieben Jahre lange Pause nach dem aktiven Dienst einlegen, um an der Spitze des Pentagons stehen zu können. Mattis ging 2013 in den Ruhestand. Der US-Senat wird nun voraussichtlich am Freitag darüber abstimmen, ob er Mattis bestätigen will.
Donald Trump unterzeichnet erste Anordnungen.
Foto: APEinem Sprecher zufolge bat Trump bei der kleinen Zeremonie den Senat um die Bestätigung seiner Minister und rief zu einem nationalen Tag des Patriotismus auf. Auf der Website des Präsidialamts wurde derweil bereits die Absicht wiederholt, Obamas Klimapolitik aufzuheben.
Donald Trump vereidigt
Die Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten ist vollzogen, Trump wurde als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Der 70 Jahre alte Republikaner legte am Freitag auf den Stufen in Washington vor dem Obersten Verfassungsrichter John Robert den Amtseid ab. Missouris Senator Roy Blunt eröffnete die Vereidigungszeremonie am Freitagvormittag (Ortszeit) auf dem Capitol Hill in Washington mit einer kurzen Ansprache.
Donald Trump legt seinen Eid ab.
Foto: REUTERSDas Programm startete leicht verzögert. Zuvor wurde Mike Pence als Vizepräsident vereidigt. Hunderttausende wohnen der Zeremonie bei. Trump hatte angekündigt, noch am selben Tag erste Erlasse zu unterzeichnen, um Teile der Politik seines Vorgängers Barack Obama aufzuheben.
Antrittsrede: „America first - Amerika zuerst“
In seiner anschließenden gut 20-minütige Antrittsrede übte Trump scharfe Kritik am politischen Establishment in der US-Hauptstadt. Er plädierte an seine Mitbürger, "die USA für das ganze Volk wieder aufzubauen". Die Macht soll von Washington an das Volk zurückgegeben werden.
Trump monierte, dass Politiker zu lange im Wohlstand gelebt hätten, während Jobs verloren gingen und Fabriken schließen mussten. Trump kritisiert, es seien Billionen Dollar in Übersee ausgegeben worden, während in der Heimat die Infrastruktur gelitten habe.
Er kündigte an, amerikanische Jobs davor zu schützen, von anderen Ländern abgezogen zu werden. In jedem Teil des Landes solle nun eine neue Vision das Land regieren: „Amerika zuerst - Amerika zuerst“. Jede Entscheidung werde dieser Maxime gehorchen, ob in der Wirtschaft oder der Außenpolitik. „Ich werde mit jeder Faser meines Herzens kämpfen. Ich werde Euch niemals im Stich lassen.“
Der frisch vereidigte US-Präsident dankte seinem Vorgänger Obama und dessen Frau Michelle für deren Hilfe beim Regierungswechsel. Beide seien „großartig“ und „großzügig“ gewesen, sagte Trump. Zudem dankte er „den Menschen der Welt“ und kündigte an, dass er und die Amerikaner den Kurs des Landes gemeinsam für viele weitere Jahre bestimmen würden.
Trump sagt, die USA hätten viel zu lange unter Verbrechen, Drogen und Bandenkriminalität gelitten. "Dieses amerikanische Gemetzel hört heute auf." Trump appellierte an die Solidarität der Amerikaner. Er sagte, wenn Amerika vereint sei, sei es nicht aufzuhalten. „Wir werden ungleich größer träumen“, sagte Trump. Die Zeit leeren Geredes sei vorbei. „Nun ist die Stunde des Handelns gekommen.“ Niemand solle sich einreden lassen, dass das nicht zu schaffen sei. Amerika müsse seine Teilung überwinden. „Ob wir weiß oder schwarz sind, uns alle eint das rote Blut der Patrioten.“ Er kündigte ein hartes Vorgehen gegen islamische Extremisten an. „Wir werden die zivilisierte Welt gegen den radikal-islamistischen Terrorismus vereinen, der völlig vom Antlitz der Erde verschwinden wird“.
„Dieser Moment ist euer Moment. Er gehört euch. Das ist euer Tag, das ist eure Feier.“
Die vollständige Antrittsrede Trumps können Sie >> hier noch einmal im Wortlaut nachlesen.
Foto: REUTERS"Vom heutigen Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Vom heutigen Tag an wird es nur noch Amerika zuerst heißen, Amerika zuerst."
Foto: REUTERS„Wenn Amerika vereint ist, ist es absolut nicht aufzuhalten. Gemeinsam werden wir für viele, viele Jahre den Kurs Amerikas und der Welt bestimmen.“
Foto: dpaZehn Millionen von Amerikanern seien Teil einer historischen Bewegung, „die die Welt noch nie gesehen hat“.
Foto: AP„Wenn man sein Herz für Patriotismus öffnet, gibt es keinen Platz für Vorurteile.“
Foto: REUTERS„An alle Amerikaner (...), hört diese Worte: Ihr werdet nie wieder ignoriert werden.“
Foto: REUTERSTrump versprach, den radikalislamischen Terrorismus weltweit auszulöschen: „Wir werden die zivilisierte Welt gegen den radikal-islamistischen Terrorismus vereinen, der völlig vom Antlitz der Erde verschwinden wird“
Foto: REUTERS"Die Zeit für leeres Gerede ist vorbei. Nun kommt die Stunde des Handelns."
Die vollständige Antrittsrede Trumps können Sie >> hier noch einmal im Wortlaut nachlesen.
Foto: REUTERSWenige Stunden vor der Amtsübergabe hatten Obama und seine Frau Michelle das Ehepaar Trump im Weißen Haus empfangen. Die Obamas begrüßten ihre Nachfolger am North Portico, dem säulengesäumten Eingang an der Pennsylvania Avenue. Trump trug einen schwarzen Anzug mit roter Krawatte, Melania war ganz in leuchtendes Himmelblau gewandet. Obama sagte Trump, es sei gut, ihn zu sehen. Melania hatte ein Geschenk für Michelle dabei. Als die künftige First Lady ihre Vorgängerin per Handschlag begrüßen wollte, wurde sie von Michelle umarmt.
Barack und Michelle Obama posieren mit Donald Trump und seiner Frau Melania vor dem Weißen Haus in Washington.
Foto: APDie Reaktion der Märkte
Die US-Börsen haben verhalten reagiert. Unmittelbar nach der Rede gaben die Indizes einen Teil ihrer moderaten Gewinne ab. "Nach seiner Rede gibt es Sorgen über seine künftige Handelspolitik", sagte Jamie Cox von der Harris Financial Group. Dies sei wahrscheinlich der wichtigste Bereich, in dem Trump seine Rhetorik dämpfen müsse.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher bei 19.827 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 2271 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,3 Prozent auf 5555 Punkte. Im Wochenvergleich gab der Dow 0,3 Prozent nach, der S&P 0,2 Prozent und der Nasdaq 0,3 Prozent.
Dem Dax hatt die anstehende Amtseinführung keinen Schwung gegeben. Der deutsche Leitindex legte um 0,29 Prozent auf 11.630,13 Punkte zu, womit sich auf Wochensicht praktisch keine Veränderung ergibt. Ein Händler sagte, der Dax stabilisiere sich auf hohem Niveau und warte nun auf neue Impulse.
Trump habe hinsichtlich Steuersenkungen und Investitionen in die Infrastruktur sehr hohe Erwartungen geschürt - jetzt gehe es um die Frage, ob er diese erfüllen könne, kommentierte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte zum Wochenschluss um 0,05 Prozent auf 22.645,26 Zähler vor. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,04 Prozent auf 1835,82 Punkte.
Polizisten halten einen Demonstranten fest, der Menschen daran hindern wollte, zu den Feierlichkeiten zur Amtseinführung Trumps zu gelangen.
Foto: dpaDie Polizei in Washington hat nach gewaltsamen Ausschreitungen gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump mindestens 95 Menschen festgenommen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. An einer Kreuzung, die einige Blocks von der Route der Parade entfernt liegt, stieß die Polizei am Nachmittag (Ortszeit) erneut mit Demonstranten zusammen. Laut Medienberichten warfen sie Steine. Die mit Helmen und Schilden ausgestatteten Einheiten drängten eine Gruppe zurück und versuchte, sie zu zerstreuen.
Insgesamt spiegelt dieser auf eine Kreuzung begrenzte Zusammenstoß aber nicht Stimmung und Lage nach der Vereidigung Donald Trumps wider, die von Hunderttausenden besucht wurde und ganz überwiegend friedlich war. Leichtere Zusammenstöße hat es auch bei früheren Eideszeremonien und anschließenden Paraden gegeben.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag", mit Trumps Wahl sei die alte Welt des 20. Jahrhunderts endgültig vorüber. Er setze darauf, "dass wir in Washington aufmerksame Zuhörer finden, die wissen, dass auch große Länder Partner brauchen in dieser Welt, und die bereit sind, ihren Weg gemeinsam mit guten Freunden und bewährten Bündnispartnern zu gehen". Wichtig für Deutschland seien Freihandel, Austausch und das Zusammenstehen gegen Extremismus und Terrorismus.
Foto: dpaJapans Regierungschef Shinzo Abe gratulierte Trump „von Herzen“ und freute sich auf Zusammenarbeit, um „Frieden und Wohlstand der Asien-Pazifik Region sicherzustellen und verschiedene Herausforderungen, denen sich die internationale Gemeinschaft gegenübersieht, anzugehen“. Er freue sich darauf, die „standhafte Beziehung zwischen Japan und den Vereinigten Staaten weiter zu stärken“, basierend auf der Beziehung von Vertrauen zwischen uns“, schrieb Abe an Trump. Er wünsche ihm „großen Erfolg“.
Foto: APBundeskanzlerin Angela Merkel pocht nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump auf die Einhaltung internationaler Regeln und einen respektvollen Umgang miteinander. Am besten sei es für alle, wenn es ein "regelbasiertes, auf gemeinsamen Werten beruhendes, gemeinsames Agieren" gebe, sagte Merkel am Samstag nach einer Klausurtagung der baden-württembergischen CDU im Kloster Schöntal. Dies gelte etwa für die internationale Wirtschafts- und Handelsordnung. Auch im Bereich der Verteidigung müssten im Rahmen bestehender Bündnisse Beiträge geleistet werden.
Darüber hinaus betonte Merkel, das transatlantische Verhältnis werde in den nächsten Jahren nicht weniger wichtig als es in der Vergangenheit gewesen sei. "Selbst wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, sind Kompromisse, sind Möglichkeiten, immer dann am besten zu finden, wenn man eben in Respekt miteinander sich austauscht." Deutschland werde versuchen, im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft dazu einen Beitrag zu leisten.
Foto: dpa"Er (Trump) meint, dass alles, was gut für Amerika ist, getan werden muss. (.) Wir werden also seine Politik berücksichtigen. Zuerst kommt das, was gut für Bulgarien ist, dann (das, was) für die anderen Staaten (gut ist)", sagt der scheidende bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow zur Antrittsrede des neuen US-Präsidenten Donald Trump.
Foto: dpa"Gratulation @realDonaldTrump. Ich wünsche Ihnen das Beste zu Ihrer Präsidentschaft. Hoffentlich können wir die transatlantischen Bande stark halten.“ In einem Schreiben an Trump zeigt sich Ministerpräsident überzeugt, dass die „tiefe und warme Freundschaft“ beider Länder „weiter blühen wird", sagte Lars Lokke Rasmussen, der dänische Ministerpräsident.
Foto: APBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Europäer nach der Amtsübernahme zum Zusammenhalt aufgerufen. Trumps Wahl sei das "Ergebnis einer schlimmen Radikalisierung in der amerikanischen Gesellschaft", sagte der SPD-Chef im ZDF. Die erste Lehre, die man daraus ziehen müsse, sei, dass man in Deutschland und in Europa eine solche Radikalisierung verhindern müsse. Wer sage, man müsse abwarten, so schlimm werde es nicht kommen, irre, mahnte Gabriel. "Der meint es bitterernst. Das waren heute hoch nationalistische Töne", sagte der SPD-Chef zur Antrittsrede Trumps. "Der meint es wirklich ernst, und ich glaube, wir müssen uns warm anziehen."
Foto: dpaIsraels Premier Benjamin Netanjahu sieht der Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten Trump optimistisch entgegen. „Glückwunsch an meinen Freund Präsident Trump“, schrieb Netanjahu am Freitag vor der Amtseinführung des Republikaners auf Twitter. „Freue mich darauf, eng mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um die Allianz von Israel und den USA stärker denn je zu machen.“
Zu Barack Obama hatte Netanjahu ein eher schwieriges Verhältnis - er erwartet nun eine neue Israelpolitik der USA. Dazu soll unter anderem der Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem gehören.
Foto: dpaDer scheidende US-Präsident Barack Obama hat sich auf dem offiziellen präsidialen Twitter-Nutzerkonto von seinen Followern verabschiedet. „Es ist die Ehre meines Lebens gewesen, Euch zu dienen“, schrieb Obama am Freitag auf dem @POTUS-Account. „Ich bitte Euch weiterhin darum, zu glauben - nicht an meine Fähigkeit, Wandel zu bringen, sondern an Eure. Ich glaube an Wandel, weil ich an Euch glaube.“Gleichzeitig bat Obama seine Landsleute, ihre Gedanken zu seiner neuen Stiftung mitzuteilen. „Ich werde nicht aufhören. Ich werde als ein Bürger bei Euch sein, inspiriert durch Eure Stimmen der Wahrheit und Gerechtigkeit, guter Laune und Liebe.“
Foto: REUTERSErster Beifall für Präsident Trump aus Großbritannien: Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei, Nigel Farage, hat die erste Rede des neuen US-Präsidenten als „sehr stark“ gelobt. Trump meine es ernst, twitterte Farage kurz am Freitag kurz nach der Amtseinführung des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Trump sagte bei seiner Rede unter anderem, alles solle sich dem Motto „Amerika zuerst“ beugen.
Farage, der als einer der einflussreichsten Brexit-Befürworter gilt, hatte Trump im Wahlkampf unterstützt. Kurz nach dessen Wahl düpierte er die britische Regierung, indem er Trump in New York traf.
Foto: REUTERSKanadas Premierminister Justin Trudeau hat die starken Wirtschaftsbeziehungen der beiden Nachbarländer betont. Die USA und Kanada hätten „solide Handels- und Investitionsbeziehungen und integrierte Wirtschaften, die Millionen kanadischer und amerikanischer Jobs unterstützen“, teilte Trudeau am Freitag mit.
Der linksliberale Trudeau, der sich für globalen Handel stark macht, spielt damit offenbar auf eine mögliche Auseinandersetzung um das Nafta-Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko an. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, Nafta neu verhandeln oder sogar aufkündigen zu wollen. Er verfolgt eine protektionistische Handelspolitik und erklärte auch in seiner Antrittsrede, der Schutz amerikanischer Wirtschaftsinteressen habe für ihn höchste Priorität.
Foto: REUTERSFrankreichs Präsident François Hollande hat Trumps Ankündigung neuer Handelsschranken kritisiert. Hollande erklärte es für falsch, „die Grenzen zu schließen, wie einige es uns empfehlen, wie derjenige, der heute seinen Amtseid ablegt“. „Wir sind in einer globalen und offenen Wirtschaft“, sagte der Staatschef. „Und es ist nicht möglich, und es ist auch nicht wünschenswert, sich von der Weltwirtschaft isolieren zu wollen.“
Foto: dpaDie Grünen haben die Antrittsrede Trumps als „Rede eines Populisten“ kritisiert. Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt twitterte: „Grenzen dicht machen, Amerika zuerst und das Blut der Patrioten. Mir ist sehr kalt.“
Trump hatte in seiner Rede unter anderem eine Politik der Abschottung angekündigt. Diese werde zu mehr Wohlstand und neuer Stärke der USA führen. Die Vergessenen würden nicht länger vergessen werden.
Foto: dpaLinksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat sich positiv zu außenpolitischen Ankündigungen des neuen US-Präsidenten geäußert. „Von Trump gibt es sehr unterschiedliche Signale, auch ein paar positive, zumindest außenpolitisch“, sagte Wagenknecht der Tageszeitung „Neues Deutschland“ (Samstag). Sie verwies auf Trumps Ankündigung, das Verhältnis zu Russland zu verbessern. „Das wäre ein wichtiger Schritt zu einer stabileren und friedlicheren Welt“, so Wagenknecht.
Foto: dpaRusslands Nachbar Estland freut sich auf die Zusammenarbeit mit US-Präsident Donald Trump als „standhaften Nato-Verbündeten“. Estland ist wegen der russischen Rolle in der Ukraine-Krise um seine Sicherheit besorgt. „Wir freuen uns darauf, unsere engen bilateralen Beziehungen in vielen Schlüsselbereichen weiterzuentwickeln, einschließlich Verteidigung und Cyber-Sicherheit“, schrieb Präsidentin Kersti Kaljulaid zur Amtseinführung an Trump. Kaljulaid betonte, dass der Baltenstaat eines der fünf Nato-Mitglieder sei, die bei ihren Verteidigungsausgaben den Zielwert von zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichten. „Wir ermutigen andere Verbündete nachdrücklich, das Gleiche zu tun“, schrieb sie an Trump.
Foto: APDer ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Trump zum neuen Amt gratuliert. „Viel Erfolg beim noblen Ziel, die freie Welt anzuführen“, twitterte der Staatschef in Kiew am Freitag. Er hoffe auf eine „effektive Zusammenarbeit“ mit der neuen US-Regierung.
In der Ukraine wurden die russlandfreundlichen Äußerungen Trumps vor dessen Amtsantritt mit Sorge aufgenommen. Die prowestliche Führung in Kiew befürchtet, dass eine Annäherung zwischen Russland und den USA der Ukraine schaden könnte. In den vergangenen Jahren hatte Washington das krisengeschüttelte Land mit Hilfe in Milliardenhöhe gestützt.
Foto: dpaDer dänische Außenminister Anders Samuelsen erwartet nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Veränderungen in der Zusammenarbeit mit den USA. „Es wird natürlich eine ungewöhnliche Art der Kooperation sein, weil Donald Trump ein ungewöhnlicher Mann ist. In vielerlei Hinsicht agiert er anders als wir das bei Barack Obama gewohnt waren“, sagte Samuelsen der Nachrichtenagentur Ritzau. Trumps Antrittsrede habe gezeigt, dass Amerika an erster Stelle kommen werde. „Doch das gilt überall auf der Welt. Das eigene Volk liegt einem am nächsten“, so der Außenminister. Es bedeute nicht, dass Trump nichts mehr mit anderen zu tun haben wolle.
Foto: dpaMit mahnenden Worten hat Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite auf die Amtseinführung Trumps reagiert. „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“, schrieb sie am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Sie „vertraue der globalen Führungsrolle der USA“.
Litauen ist wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine besorgt um die eigene Sicherheit. Im Zuge der verstärkten Nato-Präsenz in Osteuropa wird die Bundeswehr in dem Baltenstaat in diesem Jahr ein Nato-Bataillon anführen. Grybauskaite gehört in der Ukrainekrise zu den lautesten Kritikern Moskaus.
Foto: REUTERSDie US-Raumfahrtbehörde Nasa hat zu Ehren Trumps Fotos aus dem Weltall getwittert. Die vier Archivbilder zeigen die amerikanische Hauptstadt Washington, wo Trump eine halbe Stunde vor dem Nasa-Tweet den Amtseid abgelegt hatte. „Ich liebe die Nasa. Ich liebe das, wofür sie steht“, hatte der Republikaner im Wahlkampf gesagt, aber auch bemerkt, dass es bei der Behörde mit 17.000 Mitarbeitern „größere Probleme“ gebe.
Mangels konkreter Aussagen rätselt die Nasa, welche Schritte Trump im Bezug auf die langen und sehr teuren Missionen unternehmen wird. Möglich scheint, dass er die Erforschung des Mars einschränkt und dagegen eine Rückkehr zum Mond vorantreibt, um dort nach Ressourcen und möglicherweise sogar Siedlungsraum für Menschen zu suchen.
Foto: ScreenshotPapst Franziskus ruft Trump dazu auf, sich auch um die Armen und um die Ausgestoßenen zu sorgen. „In einer Zeit, in der unsere menschliche Familie heimgesucht wird von schweren humanitären Krisen, die weitsichtige und gemeinschaftliche politische Antworten brauchen, bete ich dafür, dass Ihre Entscheidungen von den reichen spirituellen und ethischen Werten geleitet sein werden, die die Geschichte des amerikanischen Volkes und die Verpflichtung Ihrer Nation zur Förderung der Menschenwürde und der Freiheit weltweit geprägt haben“, heißt es in einer Mitteilung.
Foto: REUTERSDer demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders macht den Menschen in den USA vor der Amtseinführung Trumps Mut - auch wenn es ihm schwerfällt. „Heute wird ein schwieriger Tag für Millionen von Amerikanern, auch für mich“, sagte der Senator aus dem Bundesstaat Vermont in einer am Freitag auf Twitter veröffentlichten Video-Botschaft. Aber die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, sei die falsche Antwort, fügte er hinzu. „Wir müssen uns wehren.“
Der 75-Jährige war im Vorwahlkampf der Demokraten Hillary Clinton unterlegen.
Foto: REUTERSAm Rande der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump ist es im Stadtkern von Washington zu gewaltsamen Protesten gekommen. Gegen eine Gruppe dunkel gekleideter Demonstranten setzte die Polizei am Freitag offenbar Pfefferspray ein. Protestierende trugen Schilder, auf denen sie Trump und den Kapitalismus verurteilten. Die Polizei umzingelte rund 100 Personen, die „Hände hoch, nicht schießen“ riefen.
Foto: APEU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker fordert Trump auf, den Schulterschluss mit der EU in internationalen Fragen nicht aufzukündigen. Er geht einem "Spiegel"-Vorabbericht zufolge davon aus, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis Trump den Vorteil der transatlantischen Zusammenarbeit erkenne und die "Fülle europäischer Feinheiten entdeckt haben wird".
Foto: REUTERSHillary und Bill Clinton steigen am Kapitol aus ihrem Wagen. Hillary Clinton teilt über Twitter mit, dass sie an Trumps Amtseinführung aus Respekt vor der Demokratie und deren Werte teilnimmt. "Ich werde nie aufhören, an unser Land und seine Zukunft zu glauben."
Foto: REUTERSMexikos Regierung dringt auf einen raschen Termin für ein Treffen mit Trump. Kommende Woche werde es auf hoher Ebene bilaterale Gespräche in Washington geben, sagt Außenminister Luis Videgaray. Ein direktes Zusammentreffen Trumps mit Präsident Enrique Pena Nieto erwarte er dann wenige Tage oder Wochen danach. Trump will das Freihandelsabkommen Nafta auf den Prüfstand stellen und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen.
Foto: REUTERSDie 16 Jahre alte Sängerin Jackie Evancho, die bei Donald Trumps Amtseinführung als US-Präsident die Nationalhymne singt, hält ihren Auftritt in Washington D.C. nicht für politisch. „Ich habe mich entschieden, das zu machen, weil es eine Ehre ist, für mein Land aufzutreten und es zu repräsentieren“, sagte Evancho dem britischen TV-Sender Sky News. „Für mich geht es dabei nicht um Politik. Vielleicht ist das bei anderen Leuten so, aber nicht bei mir.“ Evancho war 2010 bei der Casting-Show „America's Got Talent“ Zweite geworden, dem Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“.
Viele Stars hatten es abgelehnt, bei Trumps Amtseinführung aufzutreten. Bei Barack Obamas Zeremonie 2013 hatte R&B-Star Beyoncé die Hymne „The Star-Spangled Banner“ gesungen.
Foto: REUTERSAnlässlich der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat CSU-Chef Horst Seehofer für einen angemessenen Dialog mit den USA geworben. „Ich finde, wir sollten uns als Deutsche um ein vernünftiges Verhältnis zu den Vereinigten Staaten kümmern“, sagte Seehofer am Freitag in München. Das bedinge auch ein Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Trump „in absehbarer Zeit“. „Nach meiner Erfahrung führt der Dialog auch zu mehr gegenseitigem Verständnis“, sagte Seehofer und betonte: „Wir brauchen die Amerikaner, und die Amerikaner brauchen uns.“
Zugleich betonte Seehofer, Trump sei in einer demokratischen Wahl gewählt worden, das müsse man respektieren. Auch er selbst sei so groß geworden in der Politik, „dass man die Entscheidungen der Bürger respektiert, und nicht erst dann den Respekt walten lässt, wenn einem eine Entscheidung auch gefällt“, sagte der Ministerpräsident.
Foto: dpa„Der Himmel weint in Washington...“, schrieb Ex-Tennisstar Boris Becker mit Blick auf den Regen während Trumps Vereidigung am Freitag auf Twitter. Wenig später ergänzte er: „Familie Obama verlässt Washington mit dem Helikopter, wir alle hoffen, Familie Trump ist halb so gut...“ Schon am Wahltag im November hatte Becker klargemacht, wen er unterstützt. „Hoffe nur, Amerika macht das Richtige heute... #HillaryClintonForPresident“, schrieb er damals.
Foto: dpaZuvor hätten Demonstranten Autos und Geschäfte beschädigt und kleine, vereinzelte Feuer gelegt, teilte die Polizei am Freitag über Twitter mit. Sie seien mit Brecheisen und Hämmern bewaffnet gewesen. Die Sicherheitskräfte setzten nach eigenen Angaben Pfefferspray ein. Zwei Polizisten seien leicht verletzt worden. Demonstranten gelang es, einen Zuschauerzugang zur Mall zu blockieren.
Für Samstag war ein großer Marsch für die Rechte von Frauen geplant. Washingtons Heimatschutzminister Christopher Geldart sagte, 100 Busse seien registriert, um an dem Tag in der Stadt zu parken. Das könnte bedeuten, dass allein per Bus fast 100.000 Menschen anreisen werden.
Sigmar Gabriel: Trump selbstbewusst gegenübertreten
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Europäer nach der Amtsübernahme zum Zusammenhalt aufgerufen. Trumps Wahl sei das "Ergebnis einer schlimmen Radikalisierung in der amerikanischen Gesellschaft", sagte der SPD-Chef im ZDF. Die erste Lehre, die man daraus ziehen müsse, sei, dass man in Deutschland und in Europa eine solche Radikalisierung verhindern müsse. Wer sage, man müsse abwarten, so schlimm werde es nicht kommen, irre, mahnte Gabriel. "Der meint es bitterernst. Das waren heute hoch nationalistische Töne", sagte der SPD-Chef zur Antrittsrede Trumps. "Der meint es wirklich ernst, und ich glaube, wir müssen uns warm anziehen."
An die Adresse Deutschlands und der EU sagte der Vize-Kanzler: "Wir dürfen weder unterwürfig sein noch Angst haben." Deutschland sei ein starkes Land, Europa ein starker Kontinent. Die Lehre für Europa sei, dass man mehr zusammenhalten müsse. "Wir müssen als Europäer zusammenstehen, und wir müssen auch beinhart unsere Interessen definieren und vertreten." Mit Blick auf die von Trump angedrohten Handelshemmnisse forderte Gabriel eine Strategie, die auf Asien und China gerichtet sei. "Da haben wir auch neue Chancen."
Hillary Clinton und ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton nehmen an Trumps Vereidigungsfeier teil.
Foto: REUTERSWeißes Haus überträgt Vereidigung live
Zur Feier in Washington werden etwa 900.000 Menschen erwartet. Für Freitag und Samstag haben etwa 30 Gruppen Demonstrationen angemeldet, zu denen etwa 270.000 Menschen kommen dürften, deutlich mehr als bei den Vereidigungen von früheren US-Präsidenten. Etwa 28.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.
Hillary Clinton wohnt Vereidigung bei
Hillary Clinton, unterlegene Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, ist zur Amtseinführung von Donald Trump am Kapitol eingetroffen. Sie wurde begleitet von ihrem Mann, Ex-Präsident Bill Clinton. Die 69-Jährige hatte die Präsidentschaftswahl am 8. November überraschend gegen Trump verloren. Laut eigenen Angaben kam Clinton aus Liebe zur Demokratie zu der Vereidigung ihres Rivalen. „Ich bin heute hier, um unsere Demokratie und ihre beständigen Werte zu ehren“, schrieb die Demokratin am Freitag auf Twitter. „Ich werde niemals aufhören, an unser Land und unsere Zukunft zu glauben.“
Der scheidende US-Präsident Obama hat sich auf dem offiziellen präsidialen Twitter-Nutzerkonto von seinen Followern verabschiedet. „Es ist die Ehre meines Lebens gewesen, Euch zu dienen“, schrieb Obama am Freitag auf dem @POTUS-Account. „Ich bitte Euch weiterhin darum, zu glauben - nicht an meine Fähigkeit, Wandel zu bringen, sondern an Eure. Ich glaube an Wandel, weil ich an Euch glaube.“
Gleichzeitig bat Obama seine Landsleute, ihre Gedanken zu seiner neuen Stiftung mitzuteilen. „Ich werde nicht aufhören. Ich werde als ein Bürger bei Euch sein, inspiriert durch Eure Stimmen der Wahrheit und Gerechtigkeit, guter Laune und Liebe.“
Der Twitter-Account @POTUS steht für Donald Trump bereit. Sekunden, nachdem der 70-Jährige in Washington den Amtseid als 45. US-Präsident abgelegt hatte, verschwanden die Beiträge und Fotos von Barack Obama von der Profilseite. Stattdessen zeigt sie nun ein Foto von Trump vor einer US-Flagge und dem Weißen Haus. Tweets waren dort zunächst nicht zu lesen. Berichten zufolge will Trump ohnehin seinen persönlichen Account @realDonaldTrump behalten. Seine oft harschen, wertenden Tweets unter dieser Adresse polarisieren. Obamas Tweets als Präsident wurden auf den Account @POTUS44 verschoben. Wer dem bisherigen Account @POTUS folgte, folgt automatisch @POTUS44, nicht aber dem neuen Trump-Account. Die Abkürzung POTUS steht für „President of the United States“.
Donald Trump und seine Frau Melania treffen zum Gottesdienst ein.
Foto: APTrump twittert vor Amtsübernahme
Trump stimmt seine Anhänger via Twitter auf seine Amtsübernahme ein. "Heute fängt alles an. Ich sehe Euch um 11.00 Uhr (17.00 MEZ) zur Vereidigung. Die Bewegung geht weiter - die Arbeit beginnt!"
Trump startet mit Gottesdienst in Tag seiner Amtseinführung
Wenige Stunden vor seiner Vereidigung hat der künftige US-Präsident Donald Trump einen Gottesdienst besucht. Am Freitagmorgen (Ortszeit) brach er gemeinsam mit seiner Ehefrau Melania im Gästehaus des US-Präsidenten, dem Blair House, in Richtung der St. John's Episcopal Church auf. Vor der Washingtoner Kirche wurden die Trumps von Pastor Luis León begrüßt. Auch der künftige Vizepräsident Mike Pence und seine Frau Karen waren bei dem Gottesdienst anwesend.