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  4. Geldumtausch: Wer mit Bargeld verreisen will, muss in Fremdwährung tauschen

Bargeld für die ReisekasseGeldumtausch bei Banken wird zur Glückssache

Wer sich aus der Euro-Zone herauswagt, braucht fremde Währungen, um vor Ort zu bezahlen. Die gibt es heute deutlich günstiger als in Wechselstuben oder mittels Reisescheck. Wer aber vor Reiseantritt fremdes Bargeld will, hat es nicht leicht.Andreas Toller 14.09.2016 - 12:50 Uhr

Dollar, Pfund, Euro: Wer tauscht noch in Fremdwährung?

Foto: Getty Images

Mitte August stand für Vera H.* eine Geschäftsreise nach London an. Um nach der Ankunft wenigstens einen Kaffee und den Taxifahrer bezahlen zu können, wollte die Commerzbank-Kundin kurz vor ihrer Abreise noch schnell ein paar britische Pfund in ihrer Filiale holen. Aber sie hatte Pech: ausländische Währungen hätte man dort seit einiger Zeit nicht mehr auf Vorrat, man müsse Fremdwährungen in bar inzwischen vorbestellen. Ihre Kollegin Claudia F.*, Kundin bei der Sparkasse Düsseldorf, hatte vor ihrer Urlaubsreise nach Japan mehr Glück: Gegen Abbuchung von ihrem Konto zahlte man ihr am Kassenschalter sofort 600 Yen aus. Vielleicht war es von Vorteil, dass Düsseldorf die größte japanische Gemeinde Deutschlands hat und Yen deshalb zum Standardangebot gehört.

Die meisten Reisenden finden es selbst im Zeitalter von Plastik- und Digitalgeld noch immer beruhigend, wenn sie zumindest ein paar Banknoten in der Währung des Ziellandes in der Tasche haben. Zwar stehen schon am Flughafen oder an den meisten Bahnhöfen die ersten Geldautomaten. Doch der könnte ja auch einmal kaputt oder einfach leer sein. Tatsächlich geht zumindest beim Bezahlen kleiner Beträge ohne Bargeld zumeist nichts.

Allerdings sind immer weniger Banken mit Bargeld in fremden Währungen ausgestattet. Wer Euros in bare Dollar, Pfund, Franken oder andere Fremdwährungen – im Bankendeutsch „Sorten“ – tauschen möchte, muss sich mittlerweile darauf einstellen, dass er nur gängige Währungen und diese nur in großen Filialen sofort am Schalter erhält. Exotischere Währungen haben die Banken kaum noch vorrätig. Dann sind zumindest mehrere Tage Zeit einzuplanen, bis der Reisende Geldscheine fremder Währungen in den Händen hält. Und oftmals ist der Bargeldumtausch auch alles andere als billig.

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Währungsrechner

Unser Währungsrechner rechnet ihnen jeden Geldbetrag in eine beliebige andere Währung zum aktuellen Wechselkurs um.

Jede Bank macht es anders – wenn überhaupt

Die WirtschaftsWoche hat sich bei mehreren Banken und Bankenverbänden erkundigt. Seit der Einführung des Euro und der weiteren Verbreitung von Kreditkarten hat demnach die Nachfrage deutlich nachgelassen. Und weil die Vorratshaltung von Sorten für die Banken immer auch ein Wechselkursrisiko birgt und er Verwaltungsaufwand relativ hoch ist, haben sich viele Filialen der Banken, Sparkassen und Volksbanken schrittweise davon verabschiedet oder verlangen für den Geldwechsel hohe Gebühren. Die machen vor allem bei kleinen Beträgen den Bargeldwechsel unattraktiv teuer.

Viele Auslandsreisende haben schon diese Erfahrung gemacht: Die Banken und insbesondere die Wechselstuben im Zielland bieten selbst bei Verzicht auf ein Umtauschgebühr – „no comission“ meist nur unvorteilhafte Wechselkurse oder verlangen hohe Gebühren. Da kann es schon passieren, dass von 100 eingewechselten Euro nur der Gegenwert von 90 Euro in fremder Währung ausgezahlt wird.

Kreditkarte

Datenleck trifft Zehntausende Verbraucher

von Mark Fehr

Wer vor der Abreise in Deutschland noch auf die Schnelle Geld tauschen möchte, muss unter Umständen mehrere Banken abklappern. Leider ist es bei unseren heimischen Banken auch nicht unbedingt günstiger als in den Wechselstuben im Ausland.

*Name von der Redaktion geändert

Belastungen durch niedrige Zinsen

Die Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) belasten deutsche Banken schwer. Sie müssen sogar Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Dass einzelne Institute die Negativzinsen direkt an Privatkunden weitergeben, hält der Bankenverband zwar für unwahrscheinlich. Ganz auf eigene Rechnung nehmen können sie die Entwicklung aber nicht, manche erhöhen die Gebühren. Kommt nun eine Kostenwelle auf die Verbraucher zu?

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Firmenkunden zahlen oft schon Strafzinsen für Bankeinlagen. Droht das jetzt auch Privatkunden?
Michael Kemmer, Hautgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, glaubt nicht, dass Privatleute beim Sparen bald draufzahlen müssen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Privatkundengeschäft Negativzinsen sehen werden“, sagte er jüngst der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür ist der Wettbewerb zu hart.“ Höhere Gebühren für Sparer schloss Kemmer aber nicht aus. Tatsächlich erhöhen manche Banken schon die Gebühren, wie eine Auswertung der FMH-Finanzberatung zeigt.

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Wie stark steigen die Kontoführungsgebühren?
FMH hat bei 77 Konten von 61 Banken, die regelmäßig untersucht werden, verglichen, wie sich die Konditionen in den vergangenen zwölf Monaten verändert haben. Demnach haben bis Ende Juli sechs Banken die Kontoführungsgebühren erhöht. So verlangen laut den Beratern etwa die Hypovereinsbank sowie die Sparkassen Leipzig und Wuppertal mehr. Auf breiter Front steigen die Entgelte demnach aber nicht. „Wir sehen einige markante Änderungen“, sagt Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentralen-Bundesverbands.

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Wie sieht es bei Gebühren für einzelne Bankdienste aus?

Hier steigen die Entgelte FMH zufolge häufiger. So hätten 19 Banken die Jahresgebühren für Kreditkarten erhöht. Fällig würden bis zu 40 Euro. Sieben Institute hätten mehr Geld für Überweisungen per Papier-Formular verlangt, ebenso viele Gebühren für EC-Karten eingeführt, etwa die Sparda-Bank Hamburg. Und bei fünf Instituten kosteten Überweisungen am Automaten in der eigenen Filiale zwischen 0,50 und 1,90 Euro. Pauli kritisiert komplexe Entgeltmodelle: Manche Banken vermarkteten Konten mit niedrigen Dispo-Gebühren, dafür sei dann aber die Kontoführung teurer. „Für Verbraucher wird es zunehmend schwierig, die Gebühren zu durchschauen.“

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Warum erhöhen Banken die Gebühren überhaupt?
Sie stehen wegen der Niedrigzins-Politik der EZB unter großem Druck. Banken können Kundeneinlagen kaum noch rentabel anlegen und für von ihnen vergebene Kredite immer weniger Zinsen verlangen. Horten sie überschüssiges Geld bei der EZB über Nacht, zahlen sie überdies 0,4 Prozent Strafzinsen. „Banken sind derzeit froh, wenn sie keine neuen Einlagen bekommen“, erklärt Peter Barkow, Gründer der Finanzberatung Barkow Consulting. Doch an Privatkunden könnten sie die Negativzinsen nur schwer weitergeben. „Daher weichen sie auf höhere Gebühren aus.“ Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon forderte jüngst angesichts der Niedrigzinsen ein Ende der „Kostenlos-Kultur“ für Girokonten.

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Sind nun massenhafte Preiserhöhungen zu befürchten?
Auch wenn der Trend nach oben zeigt: Die Mehrzahl der Banken hat die Gebühren in den vergangenen zwölf Monaten nicht erhöht. Auch bei den Großinstituten Deutsche Bank und Commerzbank sind die Kontoführungsgebühren laut FMH unverändert. Direktbanken bieten weiter kostenlose Girokonten an - ohne Filialen haben sie geringere Kosten, dafür bieten sie keinen persönlichen Service. Banken scheuten zu große Gebührensteigerungen, sagt Barkow. Zwar sei angesichts von rund 100 Millionen Girokonten in Deutschland der Hebel auf der Einnahmeseite gigantisch. „Doch mit zu großen Erhöhungen riskieren sie ihre Kundenbeziehung.“

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Wie sollten sich Verbraucher verhalten?
Pauli empfiehlt Kunden, im Zweifel die Bank zu wechseln. Auch könnten sie Auffälligkeiten den Verbraucherzentralen oder deren Portal „Marktwächter Finanzen“ melden. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen prüft laut Pauli derweil die Gebührenerhöhungen. Nicht alle Entgelte seien gesetzlich zulässig, sagt er - und verweist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs gegen Kreditbearbeitungsgebühren vom vergangenen Februar. „Wenn die Untersuchung abgeschlossen ist, werden wir sehen, ob wir klagen.“

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Die mehr als 400 Sparkassen sowie mehr als 1000 Niederlassungen der Volks- und Raiffeisenbanken handhaben den Umtausch ganz unterschiedlich. Das gilt sowohl für die Vorräte an fremden Währungen in den Niederlassungen als auch für Wechselgebühren. Wer umtauschen will, kommt also nicht umhin, sich bei seiner Genossenschaftsbank zuvor zu erkundigen, ob und welche Sorten in den Filialen sofort erhältlich sind. Eine Bestellung fremder Währung ist aber generell möglich. Was der Umtausch an Gebühren kostet, legt allerding auch jede der Sparkassen oder Volksbanken individuell fest.

Die zweitgrößte Volks- und Raiffeisenbank in Deutschland, die Sparda Bank Baden-Württemberg, bietet etwa den Umtausch gegen Online-Vorbestellung ab 50 Euro an, verlangt dafür jedoch eine Gebühr von 10,75 Euro. Erst ab 200 Euro reduziert sich die Gebühr auf 5,75 Euro. Zudem kostet der Umtausch drei Prozent vom Kurswert.

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Girokontenvergleich

Beim Schnellvergleich werden Musterkunden verwendet. Bei der eigentlichen Auswertung erfolgt die Berechnung nach der persönlichen Gepflogenheit der Kontonutzung - mit Geldautomatennutzung und Geldeingang.

Eine Sonderstellung nimmt in Deutschland die Reisebank an, eine hundertprozentige Tochter der DZ Bank, dem Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Reisebank hat sich auf das Geschäft mit Sorten und Bargeldtransfers spezialisiert und bietet passende Dienstleistungen auch anderen Banken an, vor allem natürlich den Volks- und Raiffeisenbanken. Zudem unterhält sie 90 Geschäftsstellen in Deutschland, vor allem an Flughäfen, Bahnhöfen, Grenzübergängen und einigen Innenstädten. Die Bestellung von Sorten ist auch im Online-Shop der Bank möglich, das ist allerdings auch nicht unbedingt billiger als bei der Hausbank. Das Wechseln von 50 bis 200 Euro kostet einen Mindermengenzuschlag von fünf Euro. Soll das Geld geliefert werden, kommen 6,90 Euro Versandkostenpauschale hinzu. Nach Bezahlung der bestellten Sorten erfolgt die Lieferung innerhalb von drei Werktagen.

Die größte deutsche Sparkasse, die Hamburger Sparkasse (Haspa), tauscht für Kunden gegen Vorbestellung hingegen kostenlos um. Lediglich Nicht-Kunden werden dafür mit fünf Euro zur Kasse gebeten. Nachteil: Bis bestellte Währungen bereitliegen, können bis zu sieben Werktage vergehen. Reisende müssen sich also frühzeitig darum kümmern.

Die Commerzbank verlangt ebenfalls fünf Euro beim Bargeldtausch. Wer den Geldumtausch über sein Commerzbankkonto abrechnen lässt, zahlt keine Gebühr. In der Regel, so die Commerzbank, seien die Sorten am nächsten Tag in der Filiale abholbereit. Für zusätzliche 5,60 Euro bekommen Kunden die fremdländischen Geldscheine auch nach Hause geliefert.

Bei der Deutschen Bank ist der Umtausch in gängige Währungen wie Dollar und Pfund hingegen sofort möglich. Für Kontoinhaber bei der Deutschen Bank ist er sogar kostenlos. Wird nicht über ein Konto abgerechnet, sondern Bargeld getauscht, ist für Kunden wie für Nicht-Kunden ein Entgelt von 5,50 Euro fällig, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bank. Welche fremden Banknoten vorrätig sind, sei jedoch regional unterschiedlich. Was nicht vorrätig ist, kann nach zwei bis drei Arbeitstagen zur Verfügung gestellt werden. Auf Wunsch wird das Bargeld auch nach Hause oder an eine Geschäftsadresse geliefert, ab einem Gegenwert von 300 Euro sogar kostenfrei.

Im Zuge ihres Sparkurses baut die Deutsche Bank deutschlandweit rund 188 Filialen und damit ein Viertel ihrer Zweigstellen ab. Deutschlands größte Bank reagiert damit nach eigenen Angaben darauf, dass immer mehr Kunden Bankgeschäfte im Internet erledigen und immer seltener Zweigstellen besuchen. 50 Prozent der Kunden kämen nur noch einmal jährlich in die Filiale. „Betriebsbedingte Kündigungen möchten wir vermeiden“, sagte Unternehmenssprecher Christoph Blumenthal. Die Deutsche Bank setze darauf, Mitarbeiter zu qualifizieren und auf freie Arbeitsplätze innerhalb des Konzerns zu vermitteln. „Darüber hinaus wird die Bank die betroffenen Mitarbeiter dabei unterstützen, außerhalb des Unternehmens einen neuen Arbeitsplatz zu finden“, sagte der Sprecher.

Im Internet hat die Deutsche Bank die Liste der betroffenen Standorte veröffentlicht, die geschlossen werden – insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit Kosten senken.

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Sachsen und Sachsen-Anhalt

In Sachsen und Sachsen-Anhalt schließt die Deutsche Bank am wenigsten Filialen: Jeweils ein Standort soll in den beiden Bundesländern dicht gemacht werden. In Sachsen betreibt das Geldinstitut fortan 30 Filialen, in Sachsen-Anhalt werden es 15 sein.

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Saarland

Im Saarland sind zwei Filialen von der Schließung betroffen. Fortan werden 74 Mitarbeiter an acht Standorten tätig sein.

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Bremen

Im Zwei-Städte-Staat Bremen schließt die deutsche Bank drei Standorte. Es bleiben sieben Filialen übrig, in denen 86 Mitarbeiter tätig sein werden.

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Thüringen

Wie in Bremen werden auch im Bundesland Thüringen drei Filialen geschlossen. Das Geschäftsvolumen in Thüringen beträgt laut der Deutschen Bank jährlich 4,4 Milliarden Euro.

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Brandenburg

Hier sinkt die Anzahl der Filialen von 26 auf 21. In Brandenburg beschäftigt die Deutsche Bank nach eigenen Angaben 183 Filialmitarbeiter.

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Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sollen insgesamt sechs Standorte dicht gemacht werden. Die Deutsche Bank betreibt dort ab 2017 28 Filialen, in denen 274 Angestellte arbeiten werden. Das jährliche Geschäftsvolumen beträgt in Rheinland-Pfalz laut Geldinstitut 9,8 Milliarden Euro.

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Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

In den beiden nördlichen Bundesländern sollen laut Liste bis zum Jahr 2017 jeweils sieben Standorte wegfallen. In Mecklenburg-Vorpommern betreibt die Deutsche Bank dann noch 20 Filialen, in Schleswig-Holstein (Bild) 15 mehr.

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Hamburg

In Hamburg sind neun Außenstellen von der Schließung betroffen. In 28 Filialen sollen zukünftig 358 Angestellte arbeiten.

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Hessen

Im Bundesland Hessen macht die Deutsche Bank elf Filialen dicht – allein fünf in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt am Main (Foto). In Hessen beträgt das jährliche Geschäftsvolumen 22,3 Milliarden Euro.

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Bayern

Auch im Freistaat Bayern schließt die Deutsche Bank im Jahr 2017 elf Filialen. Fortan soll es dort noch 59 Standorte mit 663 Mitarbeitern geben.

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Baden-Württemberg

Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, die am stärksten von der Ausdünnung des Filialnetzes betroffen sind: Dort sollen bis 2017 zwölf Standorte wegfallen. Es bleiben 65 Filialen mit mehr als 800 Mitarbeitern.

Foto: dpa Picture-Alliance

Niedersachen

In Niedersachen sollen bis 2017 insgesamt 16 Filialen mit der jeweils nächstgelegenen zusammengelegt werden. Das Geschäftsvolumen beträgt in diesem Bundesland laut Geldhaus 15,4 Milliarden Euro.

Foto: dpa Picture-Alliance

Berlin

In Berlin sollen künftig 43 Filialen wegfallen – unter anderem 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Es bleiben ab 2017 42 Standorte, an denen Deutschlands größtes Geldhaus 636 Filialmitarbeiter beschäftigen wird.

Foto: dpa

Nordrhein-Westfalen

Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am stärksten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. Mit 205 Standorten betreibt das Geldhaus dort dennoch weiterhin die meisten Filialen.

Foto: dpa Picture-Alliance

Bargeld nur auf Bestellung

In den 341 Filialen der Hypovereinsbank sind demgegenüber keine Barbestände an Fremdwährungen vorhanden. Wie bei der Haspa müssen Sorten erst bestellt werden. Über die Internetseiten der Unicredit-Tochter sowie in den Filialen sind ausländische Banknoten in jeder Stückelung bestellbar. Das geht auch online. „Der Online-Service ist ebenso kostenlos wie die Lieferung nach Hause“, sagt Pressesprecher Ralf Horak. „Für die Kunden ist das eine große Erleichterung.“ Getauscht wird zum offiziellen Sortenkurs der Bank.

Die Postbank hat sich anders als die bereits genannten Geldhäuser ganz aus dem Währungsumtausch verabschiedet. Sie bieten nach eigenen Angaben weder in den Filialen noch über das Internet die Möglichkeit, Fremdwährungen zu bestellen. Stattdessen informiert sie ihre Kunden umfangreich über die Möglichkeiten moderner Zahlungsmittel im Ausland. So sind etwa die Kreditkarten der Postbank auch mit einem Funkchip für das kontaktlose Bezahlen ausgestattet, eine Technik, die in manchen Ländern bereits flächendeckend verfügbar ist. „Europaweit gibt es bereits 3,2 Millionen Kontaktlos-Terminals – Tendenz steigend“, argumentiert Postbank-Sprecher Ralf Palm.

FinTech, Filiale, Fortschritt

Fünf Thesen für die Bank der Zukunft

von Mark Fehr

Womit wir bei den Alternativen wären. Dabei bietet vor allem das direkte Begleichen von Rechnungen im Ausland mit der Kreditkarte den großen Vorzug, dass das bargeldlose Bezahlen zumindest in den Euro-Ländern immer kostenlos ist, während Barabhebungen an ausländischen Bankautomaten meist mit einer relativ hohen Gebühr verbunden ist. Außerhalb der Euro-Zone gilt das im Prinzip auch, ist aber stark davon abhängig, welcher Kreditkartentyp – Mastercard, Visa oder andere – vor Ort am meisten verbreitet ist. Wer vor Ort möglichst viele Rechnungen mit einer geeigneten Kreditkarte bezahlt, spart in der Regel viel Geld, darf aber umgekehrt seine Kreditkarte nicht aus den Augen lassen, um Missbrauch der Kreditkartendaten vorzubeugen.

Wer beim Umtausch auch auf die Gebühren achtet, wird feststellen, dass auch das Geldabheben im Ausland oft günstiger ist als der Bargeldtausch daheim. Das liegt daran, dass beim Bartausch der der ungünstigere Sortenkurs den Wechselkurs bestimmt, im elektronischen Zahlungsverkehr hingegen der günstigere Devisenkurs zum Einsatz kommt. Sofern am Reiseziel die Infrastruktur mit Geldautomaten gut ist, ist das Geldabheben vor Ort also zu empfehlen.

Wo Geldautomaten sind, geht es auch kostenlos

Längst gibt es Kreditkarten, mit denen die Barabhebung im Ausland gebührenfrei bleibt. Das Vergleichsportal Check24 etwa weist sieben Kreditkartenangebote aus, mit denen die Bargeldabhebung weltweit kostenlos möglich ist. Bestnoten erhielten etwa die Visa-Karten von DKB, Santander und Wüstenrot. Wer damit ins Ausland reist, kann sie schon am Flughafen ohne Angst vor hohen Gebühren direkt einsetzen, um an Bargeld zu gelangen. Die beiden erstgenannten Kreditkarten gibt es sogar ohne Jahresgebühr, bei Wüstenrot werden ab dem 2. Jahr 39 Euro pro Jahr fällig.

In vielen Ländern genügt bereits die Girocard. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Automaten im Ausland die gleichen Symbole wie die Karten tragen, zum Beispiel „Maestro“ oder „V-Pay“, wobei letzteres vor allem innerhalb Europas funktioniert. Damit beim Geldabheben mit Girocard möglichst geringe Gebühren anfallen, sollten sich Reisende zuvor nach den Kooperationsbanken der Hausbank am Reiseziel erkundigen.

Wer am Geldautomaten in der Fremde Geld abhebt, muss trotzdem aufpassen: Häufig bieten die Geräte die Sofortumrechnung in Euro an. Davor sollten sich Reisende in Acht nehmen: Denn bei der Sofortumrechnung wird der Wechselkurs der ausländischen Bank zugrunde gelegt. Bei Banken vor Ort ist der Umrechnungskurs häufig viel schlechter. Wer sich nur den Betrag in der vor Ort gültigen Währung anzeigen lässt, bekommt den Wechselkurs von seiner Bank in Deutschland. Dafür muss man allerdings vor dem Geldabheben wissen, wie viel vom ausländischen Geld man braucht und was es in Euro wert ist.

Besser nicht zurücktauschen

Ein Problem bleibt vielen Urlaubern und Geschäftsreisenden: Wer ausländisches Geld mit zurück nach Deutschland bringt, wird es kaum oder nur mit deutlichen Verlusten wieder los. Münzen akzeptieren Banken generell nicht, und nur noch wenige kaufen Sorten überhaupt an. Selbst wenn Geldscheine akzeptiert werden, ist der Wechselkurs beim Verkauf von Sorten deutlich schlechter als beim Ankauf.

Ein Genossenschaftsbanker gesteht denn auch, er bringe die 50 Pfund vom letzten London-Trip in seinem Portemonnaie gar nicht erst zur Bank, sondern zur Wechselstube am Bahnhof. Die sieben bis acht Euro Verlust, die dabei entstünden, müsse er hinnehmen. Da erscheint es doch besser, das Geld gleich im Reiseland ganz auf den Kopf zu hauen.

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